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Liga-Milliarden: Niederlage für das "Team Marktwert"

Die Deutsche Fußball-Liga hat den neuen Verteilungsschlüssel für die Erlöse aus der TV-Vermarktung ab der Saison 2017/18 festgelegt. Die insgesamt 4,64 Milliarden Euro werden über vier Spielzeiten künftig nach einem mehrstufigen Plan vergeben. Der 1. FC Köln musste im Vorfeld eine Niederlage hinnehmen.

Frankfurt – Das „Team Marktwert“, zu dem sich der Effzeh bekannt hatte, wollte unter anderem das Fan-Aufkommen und die Einschaltquoten bei Bundesliga-Partien zu einem Teil des Verteilungsschlüssels machen. Das lehnte die DFL ab. Stattdessen wurde für die nationale Vermarktung ein Vier-Säulen-Prinzip vorgestellt, das dem FC zwar insgesamt mehr Geld bescheren wird, aber im Detail an einer Stelle zunächst schlechter stellen wird. Die internationale Vermarktung wurde ebenfalls verändert.

1. Säule: Fünf-Jahres-Wertung (70 Prozent)

Der Großteil der Gelder wird weiterhin anhand des sportlichen Erfolgs der letzten fünf Jahre verteilt. Die Fünf-Jahres-Wertung mit nachlassender Gewichtung der Spielzeiten (letzte Saison fünffach, vorletzte vierfach, usw.) sieht weiterhin vor, dass in der Bundesliga der Erste 5,8 Prozent der Erlöse erhält, der Letzte 2,9 Prozent. In der 2. Liga bekommt der Erste noch 1,69 Prozent, das Schlusslicht 0,75 Prozent.

Der Effzeh-Faktor: In diesem Bereich wird der FC in den nächsten Jahren klettern, weil die Zweitliga-Jahre sukzessive wegfallen werden. Das war aber schon vorher klar.

2. Säule: Wettbewerb (23 Prozent)

Ab der kommenden Saison werden 23 Prozent der nationalen TV-Erlöse über eine zweite Fünf-Jahres-Wertung verteilt. Diese unterscheidet allerdings nicht zwischen Erster und Zweiter Liga, sondern erstellt eine Tabelle aus allen 36 Mannschaften. So wird ein Abstieg abgefedert, weil der Klub dann nicht automatisch aus den ersten 18 Rängen verschwindet. So soll ein Abstieg für den entsprechenden Klub abgefedert werden.

Der Effzeh-Faktor: Hier gilt das Gleiche wie für die erste Säule. Der Effzeh wird sich in dieser Wertung hocharbeiten, sollte Köln weiterhin Erste Liga spielen und die Zweitliga-Jahre Stück für Stück aus der Wertung rutschen.

Weiterlesen: In dieser Kategorie fällt der Effzeh zurück

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10 Kommentare
  1. CHG
    CHG says:

    Mich würde ein Statement von Wehrle zum neuen Verteilungsschlüssel interressieren.
    Insgesamt sieht es für mich so aus, als würde der neue Schlüssel den Status Quo festigen und zukünftigen Wettbewerb verhinden. Das kann für den deutschen Fußball so nicht gut sein.

  2. ottla
    ottla says:

    die reaktion hierauf muss sein: aus dem vertrag aussteigen, sobald das rechtlich funktioniert und die eigen-vermarktung machen! zusammen mit einem stadionausbau dann auch übertragungstechnik einbauen und alles selber vermarkten! die eigenen spiele selber übertragen! Und dafür bezahlen lassen. das läuft bald eh alles nur noch über’s netz – geht dann also völlig easy mit bezahlstream, auf den jeder zugreifen kann. dann können das auch kneipen machen usw. – meine ich ernst! was meint ihr, was der FC u.a. traditionsvereine da erlösen können?!? und das pay TV sowie das öffentlich-rechtliche pay TV (GEZ) werden sich eh noch wundern: wenn erstmal hoppenheim und RB champions league spielen und das kaum einer sehen will… die traditionsvereine sind doch wirklich die dummen – weil den DFB seine statuten schon seit jahren nicht mehr interessieren (bei der gründung bspw. von RB wurden ja noch viel viel mehr regeln verletzt, als nur das 50+1), werden sie von diversen „konstrukten“ (vereine kann und will ich sowas wie RB, WOB, HOPPE, BAYER etc. nicht nennen) wirtschaftlich und dann natürlich auch sportlich überholt, und bilden aber spieltag für spieltag mit ihren tollen stadien und fans das salz in der suppe! also: AUFWACHEN! TV-eigenvermarktung in die hand nehmen (können die traditionsvereine ja auch gemeinsam planen und umsetzen) statt jammern! übrigens: den wehrle halte ich für so ambitioniert – der will immern weiter verbessern etc. – er wird irgendwann qua natura an diesen punkt gelangen. und ein denkmal würde er sich nebenbei auch setzen – denn das WÄRE ein revolution. und ganz ehrlich: in zeiten des netzes BRAUCHEN wir ARD/ZDF oder SKY nicht! Mit eigener übertragungstechnik, einer gut gemachten homepage, die technisch funktioniert und ein flexibles bezahlsystem hat, wären wir unabhängig.

  3. Klio
    Klio says:

    Faktoren für den „Marktwert“ wie Mitgliederzahlen oder Social-Media-Aktivitäten fand ich auch nicht überzeugend, den Faktor Zuschauerinteresse hingegen schon. Die Sender zahlen allein deshalb Geld, weil Interesse bei Zuschauern besteht – ein sehr unterschiedlich großes Interesse für die verschiedenen Vereine. Die Sender zahlen z.B. nicht so viel Geld, um „Zuschauermagneten“ wie Hoffenheim gegen Leverkusen zu übertragen; selbst wenn beide Vereine bei der Platzierung erfolgreicher sein sollten als Schalke oder Frankfurt, wird die Partie Schalke-Frankfurt mehr Leute interessieren (und den Sendern das Geld wieder einspielen).

    Wenn auch über die Fernsehgelder überproportional die Vereine finanziert werden, die trotz eher geringen Zuschauerinteresses über viel Geld verfügen, wird man bald sein blaues Wunder erleben. Denn irgendwann kippt das System, wenn „Projekte“ um die oberen Plätze in der BL konkurrieren (um, frei nach Aki Watzke, ein Produkt zu performen) und kaum jemand Lust hat, sich deswegen teure Abos zu holen.

  4. Nick
    Nick says:

    Sky müsste da ein bisschen mitspielen…die sollten 2 Pakete anbieten:

    A) Bundesliga komplett so wie jetzt auch

    und preisgleich

    B) Vereinsbezogen – alle Spiele in Bundesliga, Pokal und Europa, aber eben nur für den EINEN Verein.

    Ich hab Sky nur wegen dem FC, die Zusammenfassung der anderen Spiele guck ich mir abends im Sportstudio an…

    Mit diesen beiden Paketen hätte man dann aber genaue Zahlen, welcher Verein am meisten Pakete verkauft hat und somit zu den Werbeeinnahmen am meisten beigetragen hat…

  5. Ottla
    Ottla says:

    Wegen der oben beschriebenen Faktoren wird Sky solche Pakete tunlichst vermeiden… denn dann würden sie das Produkt BL als Ganzes „verlieren“. Gewisse Pakete würden sich viel zu schlecht verkaufen. Deswegen gibt es immer nur das ganze Paket… deshalb laufen auch die unattraktiven Partien oft in den Slots, wo es keine Konkurrenz gibt (alleine die Menge an Kneipen, in denen das dann mangels Alternative läuft, nämlich in ALLEN, treibt dann selbst WOB gegen Ingolstadt hoch) – da ist aber nix dahinter… daher auch der Wunsch, die Spieltage noch mehr zu zerstückeln… auf Dauer hilft nur eins: Eigenvermarktung!

  6. HÄNNESCHEN
    HÄNNESCHEN says:

    Kurze Anmerkung bezüglich der Kommentare von NICK und OTTLA: Anhand der Sky-Einzeloptionen sieht man doch recht gut, wer wieviel an TV-Zusehern beiträgt. Die Tabelle wird auch gelegentlich veröffentlicht. Da sind LEV, WOB und HOPP durchgängig unten drin. Man darf allerdings nicht nur einzelne Spieltage zu Rate ziehen, jedenfalls nicht, ohne das erhöhte Grundrauschen bei einer Paarung der Plastikklubs mit BY, DO, S04 etc. zu bereinigen.

  7. HÄNNESCHEN
    HÄNNESCHEN says:

    Stimme Euch zu, dass die Eigenvermarktung sicher der Wegweiser in die Zukunft ist. Es träfe die „Konstrukte“ (OTTLA), die sich nicht mehr auf Kosten der zuschauerstarken Vereine refinanzieren könnten. Ein Problem weniger. Allerdings lässt sich das zweite Problem der Liga nicht lösen: es würde die Dominanz der Bayern und Dortmunder stärken.
    Daher vielleicht doch über einen grösseren Verbund – über das „Team Marktwert“ – hinaus bilden und diesen gemeinsam vermarkten.

    Ein Blick auf die Zweite Liga: weil die ganzen Konstrukte alle fix durchmarschiert sind, gibt es sehr viel mehr Traditionsvereine. Und hier kann man bis zur Eigenvermarktung über Streamingkanäle über eine kompetitive Verteilung nachdenken: alle bekommen das gleiche Budget. Kein Kommunismus, die Amis machen das in ihren Ligen mW auch so. Zumindest bis zu den Playoffs. Es zeigt sich, wer am besten mit gegeben Ressourcen umgehen kann. Nur in der Bundesliga wird das mit den Plastikklubs nicht funktionieren.

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