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Profiteur HSV, Nachteil Köln? Spielplan verzerrt die Liga!

In der Zweiten Liga ist es inzwischen gang und gäbe: Vor der Winterpause startet für das Bundesliga-Unterhaus bereits die Rückrunde. In der Ersten Liga dagegen endet vor Weihnachten stets die Hinrunde. Nicht so in dieser Saison – und genau das sorgt für deutliche Kritik beim 1. FC Köln.

Köln – Der Begriff „Herbstmeister“ bedeutete bislang immer „Hinrundenmeister“. Ein inoffizieller Titel, den Peter Stöger schon einmal zum „Winterkönig“ umfunktioniert hatte – im Sinne der Zweiten Liga, die über die Winterpause bereits den Herbst hinter sich gelassen hatte.

Schmadtke spricht Klartext: „Wettbewerbsverzerrung!“

In diesem Jahr wird der Herbstmeister nicht einmal Hinrundenmeister sein. Denn die Hinrunde endet mit dem 17. Spieltag erst am 22. Januar 2017 nach dem Sonntagsspiel des 1. FC Köln beim 1. FSV Mainz 05. Das bringt den Sonderfall mit sich, dass im neuen Jahr 18 statt 17 Spiele anstehen werden – und sich damit die ganze Dynamik in der Bundesliga verändern wird.

Was auf den ersten Blick wie eine minimale Verschiebung aussieht, könnte sich zu einem heiß diskutierten Thema entwickeln, über das bislang der Großteil der Liga noch schweigt. Beim Effzeh wundern sie sich darüber. Denn für sie stellt der Spielplan einen massiven Eingriff in die Kräfteverhältnisse der Liga da. „Warum auch immer, aber bislang redet keiner darüber“, sagte Sportchef Jörg Schmadtke dem GEISSBLOG.KOELN. „Aber für mich ist das eine klare Wettbewerbsverzerrung.“

Das verändert die Sinnhaftigkeit der Transferperiode

Dem FC-Geschäftsführer ist ein Dorn im Auge, dass Mannschaften, die mit ihrem Ergebnis nach 16 Spieltagen nicht zufrieden sind, in der Winter-Transferperiode noch einmal nachrüsten könnten und durch den veränderten Spielplan ein Spiel mehr hätten, um eine schwache Hinrunde zu korrigieren. „Drei Punkte sind sehr viel“, sagte Schmadtke. „Oft geht es am Saisonende nur um das Torverhältnis. Der Spielplan dieses Jahr verändert ein Stück weit die Sinnhaftigkeit der Transferperiode.“

Weiterlesen: Nutznießer HSV? Werden die kleinen Klubs benachteiligt?

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5 Kommentare
  1. Ignaz
    Ignaz says:

    Der HSV hat vor der Saison auch, genau wie Wolfsburg, Millionen investiert und es hat trotzdem nicht geholfen. Jetzt zu sagen, dass ein Spieltag den Unterschied bringt, halte ich für etwas verwegen. Dass die Pause kürzer ist als sonst halte ich dagegen für viel entscheidender. Und das ist für alle gleich, ob der HSV sich dann noch Ailton holt und in der Zeit fit bekommt ist eine andere Frage. Aber wenn der FC einen schlechten Start gehabt hätte (ich erinner mich an das ein oder andere mal) würde man auch jeden Tag nutzen wollen, den man kann.
    Davon abgesehen ist es ja nicht so, als ob es immer den 17. Spieltag im alten Jahr gegeben hätte. Das war Jahrelang so wie es auch diese Sasion ist.

  2. Richard Seidel
    Richard Seidel says:

    Klar ist das suboptimal, aber wegen einem Spiel einen Wettbewerbsvorteil zu sehen, ist etwas übertrieben. So haben die Mannschaften, die kurz vor Saisonende gegen BayernMünchen spielen auch einen Vorteil, da der FCB schon Meister ist und sich für die Champions Leauge schont.

  3. Klio
    Klio says:

    Ein möglicher Wettbewerbsvorteil bei Spielen gegen Bayern gegen Ende der Saison wird nun aber ausgelost. So hatte der FC ja auch Glück, dass das Spiel gegen die Bayern nur wenige Tage nach deren schwersten CL-Gruppenspiel lag. Pures Losglück – das hätte auch jeden anderen BL-Verein treffen können. Volle Schatullen für einen Wintertransfer haben aber nur einige Vereine – auch wenn der Erfolg solcher Transfers noch lange nicht sicher ist. Ob ein einzelner Neuzugang in der total verunsicherten Mannschaft des HSV etwas reißen kann?

    Aber das Potential einer systematischen Wettbewerbsverzerrung gibt es schon (evtl. gibt es ja mal noch drastischer Verschiebungen, weil man z.B. eine Winter-WM in einem Wüstenstaat austragen muss). Man könnte das Problem z.B. dadurch lösen, dass Winterzugänge erst ab der Rückrunde spielberechtigt sind. In dieser Saison könnten sich beim HSV die Auswirkungen der Neuzugänge auch aufheben, weil der HSV am 17. Spieltag im Januar gegen Wolfsburg spielt, die auch nicht zufrieden sind mit der Punktausbeute. Da könnten die Sponsoren beider Vereine aufrüsten und ein eventueller Vorteil verpufft.

    • Koelschlenny
      Koelschlenny says:

      Der Spielplan wird allerdings nicht ausgelost sondern auf Grundlage verschiedener Faktoren von der DFL festgelegt. So z.B. nicht mehr als zwei Auswärts-/Heimspiele in Serie, gerne mal EuropaLeague-Teilnehmer nach einem Spieltag gegeneinander und gerne ein mindestens leidlich attraktiver Gegner für die Bayern am ersten Spieltag. Und noch viele andere Zusammenhänge. Gelost wird da nix ;)

  4. Elke L.
    Elke L. says:

    Ich bin auch etwas erstaunt, denn wenn jemand im Januar verpflichtet wird (evtl nicht mal aus der Buli) dann ist doch die Frage, ob die dann gleich durch starten und entscheidend zu einem Sieg beitragen? Zumal beim HSV von einer Spielerentwicklung im positiven Sinn seit Jahren nicht die Rede sein kann. Dann glaube ich noch EHER, dass der Gisdol der bereits vorhandenen Truppe Beine macht.

    Aber wir sind ja jetzt sensibilisiert und werden dann ja im Januar sehen, ob Schmöger Recht haben mit ihren Bedenken.

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