Gewalt in der Kurve: Haft für Gladbach-Vorsänger

Dieses Urteil dürfte für Aufsehen in der bundesweiten Fan-Szene sorgen. Borussia Mönchengladbachs ehemaliger Vorsänger Nils B. ist vom Landgericht Mönchengladbach zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Der Fan der Fohlen hatte während eines Spiels einen anderen Fan gegen den Kopf getreten.

Mönchengladbach – Wenn ein Gericht eine Bewährungsstrafe ausschließt, dann muss es sich um eine besonders brutale Tat handeln. So entschied Richter Lothar Beckers am Donnerstag und verurteilte Nils B. wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Haft ohne Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar ein Jahr mehr gefordert und auf versuchten Totschlag plädiert, wie die „Rheinische Post“ berichtet.

Strafmaß hätte noch höher ausfallen können

Im Dezember 2015 hatte der Verurteilte bei einem Heimspiel der Borussia gegen den SV Darmstadt 98 einen betrunkenen Fan erst geschubst und dann beim Fallen mit voller Wucht ins Gesicht getreten. Das Opfer war dabei mit dem Hinterkopf auf den Boden geprallt und hatte sich eine Hirnblutung mit Hirnödem zugezogen. Auslöser war Bier gewesen, das das Opfer in Richtung des damaligen Vorsängers gespritzt hatte.

„Wenn man ins Stadion geht, dann muss man bestimmte Dinge einfach hinnehmen. Man begibt sich dann in eine Situation, in der es nun mal vorkommt, dass man Bier abbekommt oder Senf an der Jacke klebt“, sagte der Richter nach der Urteilsverkündung. „Wenn man jemanden, der offensichtlich betrunken ist, in so einer Situation derart traktiert, wie es Herr B. getan hat, dann handelt es sich dabei um gefährliche Körperverletzung.“ Das Strafmaß hätte noch höher ausfallen können, wenn sich der Täter nicht schon im Vorfeld mit dem Geschädigten auf ein Schmerzensgeld in Höhe von 8000 Euro geeinigt hätte.

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3 Kommentare
  1. Nick
    Nick says:

    Da kann man nicht wirklich mit diskutieren. Wir waren ja nicht dabei, haben keine Zeugenaussagen oder sonst was gehört. Angeblich ist das Opfer ja „in den Fuß herein gefallen“…Meines Wissens sind dem Opfer, wobei „Opfer“ ja aber auch evt. das falsche Wort ist – zu so eine Auseinandersetzung gehören ja immer Zwei…jedenfalls sind wohl keine bleibenden Schäden entstanden…

    Wie schon gesagt, man kann es eigentlich nicht beurteilen, wenn man nicht dabei war…aber wenn ich sehe was sonst in Deutschland für Urteile gesprochen werden, nehmen wir den Tugce-Fall, der bekanntlich mit dem Tode des jungen Mädchens endete…dort bekam der Täter 3 Jahre Jugendknast…dann finde ich dieses Urteil für eine Tat die wahrscheinlich im Affekt geschehen ist, schon recht hart. Auch wenn ich die Strafen in Deutschland generell für zu gering halte.

    Bei mir persönlich ist mal ein Verfahren eingestellt worden, weil es nach Beleidigung („Fahr doch weiter Du Penner“) bis zum Schlag angeblich keine 3 Sekunden gedauert hat, dass ist dann eine Tat im Affekt. Eine Juristin hat mir mal erklärt – Da kann man zuschlagen wie man will – gibt einfach keine Strafe! Klingt bescheuert, ist es auch…aber wurde mir dann auch so am Telefon vom Staatsanwalt bestätigt…aber das ist eine andere Geschichte…

  2. Alex
    Alex says:

    Naja Nick, wir waren eben nicht dabei. Von Opfer kann man aber insofern sprechen, als es das es ja nicht um ein blaues Auge geht, sondern um eine Hirnblutung. Und „in den Fuss herein gefallen“ ist auch eine sehr interessante Beschreibung. Grundsaetzlich sind solche Urteile wohl eher Richtungsweisend. Anscheinend soll damit klar gemacht werden, dass das Stadion kein rechtsfreier Raum ist. Und das ist grundsaetzlich eine gute und richtige Richtung.

    • Nick
      Nick says:

      Zum „Opfer“ meinte ich – trifft der andere zuerst, ist auch schnell der andere Andere ;) das „Opfer“…“Geschädigter“ wäre wohl das bessere Wort gewesen…

      Die Strafe dafür muss natürlich sein, die Höhe auf Verletztung mit Todesfolge anzusetzen ist aber im Vergleich fragwürdig. Oder man könnte auch sagen 3 Jahre für Verletztung mit Todesfolge sind dann einfach viel zu wenig…

      Aber ich denke hier sollte ein Exempel statuiert werden und daher ist das Urteil so ausgefallen…

      PS: „in den Fuß hereingefallen“ sind die Aussagen aus Gladbacher-Fankreisen – aber die sind ja eh nie was Schuld. Bin mal auf die Stellungnahme von deren Fanprojekt gespannt.

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