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Defensivschwäche: War der Mavraj-Verkauf ein Fehler?


Der 1. FC Köln hat ein Problem, das vor einigen Monaten fast unvorstellbar war: ein Defensivproblem. Zweieinhalb Bundesliga-Jahre war die Abwehr das Prunkstück der Geissböcke, nun ist sie das Sorgenkind. Wo liegen die Ursachen?

Köln – Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den ersten 16 Spielen der Saison 2016/17 kassierte der 1. FC Köln nur 15 Gegentore. Im Jahr 2017 mussten Timo Horn und Thomas Kessler dagegen in 13 Spielen bereits 21 Mal hinter sich greifen. Damit stieg der Gegentore-Schnitt von 0,93 auf 1,62 pro Partie.

Große Löcher im Mittelfeld bereiten Probleme

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Auffällig ist, wie sich die Zahl der individuellen Fehler in den vergangenen Wochen erhöht hat. Alleine die beiden Torhüter Thomas Kessler und Timo Horn sahen bei sechs der 21 Gegentreffer mindestens unglücklich aus. Dazu kamen Patzer wie die von Frederik Sörensen gegen Augsburg und Gladbach oder jener von Dominic Maroh gegen den HSV. Fehler, die für sich genommen passieren können, die in der Häufigkeit der letzten Wochen aber oft zu frühen Rückständen oder späten Nackenschlägen führten. Der Effzeh schlug sich teilweise selbst, verteilte regelmäßig Geschenke und brachte sich so um den Lohn der Arbeit.

Fehlt dem Effzeh noch länger: Marcel Risse. (Foto: GBK)

Hinzu kommt die hohe personelle Fluktuation. Die Verletzungsmisere traf den Effzeh in dieser Saison in einer erschreckenden Regelmäßigkeit. Besonders im Mittelfeld rissen die Ausfälle große Löcher. Löcher, die die Kölner Defensive im Laufe der letzten Wochen nicht mehr zu schließen vermochte. Als neben Marcel Risse auch Leonardo Bittencourt ausfiel, konnten die Alternativen auf den Flügeln weder die offensive Gefährlichkeit der Stammspieler ausstrahlen noch defensiv das hohe Laufpensum der Kollegen auffangen. Köln wurde über die Flügel anfälliger, und weil die zentralen Mittelfeldspieler öfter rausrücken mussten, auch im Zentrum offener.

Nur acht Spieler blieben bislang ohne Verletzungen

Es wurde deutlich, dass der Kölner Kader keine so hohe Anzahl an Ausfällen kompensieren kann. Gerade einmal acht Spieler (Heintz, Hector, Olkowski, Klünter, Jojic, Özcan, Modeste, Zoller) blieben bislang in dieser Saison gänzlich von Verletzungen verschont. Ein Umstand, den die FC-Verantwortlichen im Sommer werden unter die Lupe nehmen müssen. Aktuell müssen sie damit aber leben.

Weiterlesen: Wie schwer wiegt das Fehlen von Mergim Mavraj?

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