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Derby-Pleite! Schwacher FC kommt nur zweimal zurück

Der 1. FC Köln hat das Derby gegen Borussia Mönchengladbach am 28. Bundesliga-Spieltag mit 2:3 (1:1) verloren. Dreimal gerieten die Geissböcke in Rückstand, nur zweimal konnten sie noch zurückschlagen. Die Tore von Christian Clemens und Anthony Modeste reichten nicht.

Köln – Es war 15.04 Uhr im RheinEnergieStadion, als die Fans des 1. FC Köln erstmals in lauten Jubel ausbrachen. Der Effzeh gab die Vertragsverlängerung von Timo Horn bis 2022 bekannt. Der Keeper hatte das Hinspiel aufgrund einer Knieverletzung verpasst und wollte mit seiner Mannschaft den zweiten Derby-Sieg der Saison feiern. Das wollte aber nicht gelingen.

Moment des Spiels

Es lief die 80. Spielminute, als der Effzeh einmal mehr nicht gut verteidigte. Über die rechte Defensivseite gelangten die Gladbacher in den Kölner Strafraum. Josip Drmic traf zunächst den Pfosten. Doch anstatt das Leder zu klären, schauten die FC-Spieler dem Ball nur hinterher, wie Lars Stindl den Abpraller völlig unbedrängt aus zehn Metern über die Linie schieben konnte. Nach zuvor zwei Ausgleichstreffern kam der Effzeh ein drittes Mal nicht mehr zurück.

Das Spiel in zwei Akten

Mit der gleichen Formation wie beim 1:0-Sieg über Eintracht Frankfurt begann der Effzeh das Rheinische Derby. Doch eine Viertelstunde lang schienen die Geissböcke nicht auf dem Feld. Gladbach mit fast 80 Prozent Ballbesitz, der FC nur Zuschauer im eigenen Stadion. Wie beim 0:1, als Jannik Vestergaard einen Eckball zur Gladbacher Führung einköpfen konnte (13.). Doch aus dem Nichts kam nur fünf Minuten später die Kölner Antwort. Anthony Modeste zauberte einen Pass in den Lauf von Christian Clemens, der vor Yann Sommer eiskalt blieb und seinen ersten FC-Treffer seit seiner Rückkehr erzielte.

In der Halbzeitpause nahm Peter Stöger eine Veränderung vor. Yuya Osako, nach seiner Knieverletzung erstmals wieder im Kader, kam für Konstantin Rausch. Schon drei Minuten später hätte die Umstellung beinahe ausgezahlt, doch Clemens schlug nach Osako-Vorlage über den Ball. Besser machte es der eingewechselte Ibrahim Traore auf der anderen Seite. Der Flügelspieler flankte das Leder einfach mal in den Kölner Strafraum. Frederik Sörensen und Thorgan Hazard gingen hin, irritierten so Timo Horn, und der Ball trudelte so an Freund und Feind vorbei ins Netz. Köln gab sich aber noch nicht geschlagen. Nur drei Minuten später erzielte Anthony Modeste nach einem Jojic-Freistoß ein Traumtor. Doch es half nichts. Gladbach war stets die bessere Mannschaft mit mehr Ballkontrolle, und so konnten die Fohlen im entscheidenden Moment noch einmal nachlegen. Der Treffer von Lars Stindl bedeutete die zweite Heimniederlage der Saison für den 1. FC Köln.

Fazit

Der 1. FC Köln verlor das zweite Derby der Saison völlig verdient. Gladbach war besser, nicht nur, weil die Fohlen das Spiel jederzeit kontrollierten. Der FC fand nie ins Spiel, bekam keinen Zugriff auf das Gladbacher Mittelfeld, musste so immer wieder Räume öffnen, in die die Gäste immer wieder hineinstießen. Die Gegentore wären zwar allesamt mit einfachen Mitteln zu verteidigen gewesen. Doch auch das passte zum FC-Spiel am 28. Spieltag. So stand nach 90 Minuten eine verdiente Niederlage der Kölner.

So spielte der Effzeh

Horn – Klünter, Sörensen, Heintz, Hector – Clemens (72. Maroh), Höger (84. Zoller), Lehmann, Rausch (46. Osako) – Jojic – Modeste

Tore

0:1 Vestergaard (13.)
1:1 Clemens (18.)
1:2 Traore (55.)
2:2 Modeste (58.)
2:3 Stindl (81.)


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20 Kommentare
  1. josef
    josef says:

    mein gott. wie kann man denn sooo eine mannschaft taktisch einstellen. nach jedem eigenen tor zurückzuziehen? man konnte doch sehen das die mannschaft es offensiv kann. wollen die verantwortlichen mich verarschen? und dann auch noch zum ende hin auf 5er kette?! was ist das denn. das grüne volk hätten wir 4:2 abziehen können. wenn wir gewollt hätten. uuuunglaaaaublich

  2. Jojo
    Jojo says:

    ist schon schade…… was wurde nicht alles versprochen, kämpfen bis zum
    zur Erschöpfung usw..usw . Das Spiel war aus kölnner Sicht einfach zu schlecht um die Gladbacher zu schlagen, ganz schwacher FC, keine Einstellung zum Spiel.

  3. Simon
    Simon says:

    Bezeichnend für die Niederlage ist doch, dass Stöger in der 72. Minute einen zusätzlichen Innenverteidiger bringt. Gladbach bring kurz danach einen Mittelstürmer. Warum immer nur verteidigen wollen was man hat statt versuchen anzugreifen um zu gewinnen?

  4. H. - Peter
    H. - Peter says:

    Alle Kommentare zu diesem Spiel, was die Einstellung und die „Taktik“ betrifft kann ich nur
    bestätigen.
    Ich habe bis jetzt P. Stöger eigentlich immer hinsichtlich der Aufstellung und Einwechslung verstehen können. Heute überhaupt nicht.
    Was hatte der FC denn zu verlieren? Gar nichts, überhaupt nichts.
    Da konnte die Devise doch nur lauten: Angriff ist die beste Verteidigung. So wie es die Gladbacher in der letzten Viertelstunde vorgemacht haben. Den FC vom eigenen Strafraum fernhalten, durch Angriffsstrategie. OK, auch wenn der FC auf Angriff eingestellt gewesen wäre, kann man verlieren. Aber so? Nein so wie heute geht das auch in den nächsten Spielen nicht gut.
    Ehrlich Leute, ich bin stocksauer.

  5. rain man
    rain man says:

    Völlig verdiente Niederlage. Den Wechsel Maroh für Clemens habe ich nicht verstanden. Sollte das heißen: nur irgendwie das Remis halten? Das ging schon beim HSV schief. Gladbach dagegen wollte gewinnen. Ein Wort zu den vielen Gegentoren der letzten Zeit: Hat es vielleicht auch damit zu tun, dass Mavraj weg ist? Außerdem: Warum darf Sörensen immer wieder spielen, Subotic dagegen sitzt nur noch auf der Bank. Was mir insgesamt fehlt, ist das letzte Aufbäumen, die oure Leidenschaft. Ist die Mannschaft nicht fit?

  6. Nick
    Nick says:

    Von der Gesamtheit immer noch eine gute Saison…nur ich sags schon seit Ende der Hinrunde – dieses „auf Unentschieden spielen“ kostet uns Europa…lieber auf Sieg spielen und mal unglücklich verlieren, als immer schon in der 65.ten Minute diese Defensivwechsel um den Punkt zu sichern…gegen Frankfurt ists noch gut gegangen, das Spiel ging zwar nur noch auf unser Tor, aber et hät joot jejange…Nur Gladbach und Derby is eben nicht Frankfurt. Die zweite HZ lief doch wieder ganz passabel, bis zum Defensivwechsel Clemens-Maroh, das war zwar keine 5er-Kette, weil Hector vorgezogen wurde, aber die Umstellung is auch in die Hose gegangen…warum nicht Bittencourt??? Das wäre ein Wechsel mit dem Zeichen „auf Sieg spielen“ gewesen, so setzt man als Trainer das völlig falsche Zeichen…leider…lasst die Mannschaft endlich auf 3 Punkte spielen!!!

  7. Michael Grober
    Michael Grober says:

    Also ich war auch überrascht und enttäuscht, wie sehr uns Gladbach in der 1. Halbzeit eingeschnürt hat. Bis auf das Tor zum 1:1 konnten wir keinerlei Akzente vor heimischem Publikum setzen. Wir sind leider kaum in der Lage selber Druck auszuüben. Und um ehrlich zu sein, ist das schon in den letzten 11 Spielen so (seit Darmstadt) – die wenigen Siege kamen nicht wirklich aufgrund spielerischer Überlegenheit zustande. Auch Hertha war uns überlegen – wir waren nur extrem effektiv vorm Tor. Genau wie heute – 3 Chancen und 2 Tore. Es scheint so, als können wir die verletzungsbedingten Ausfälle, über die ganze Saison hinweg, nicht mehr kompensieren. Wir sind schlichtweg noch nicht so weit, an den Euroleague-Plätzen anzuklopfen. Und wenn wir es doch sensationell schaffen würden, dann bekämen wir evtl. nächste Saison andere Probleme.
    Freuen wir uns, dass Timo Horn seinen Vertrag verlängert hat (und hoffentlich ohne oder nur mit deutlich höherer Ausstiegsklausel). Und verkaufen wir schweren Herzens unsere diesjährige Lebensversicherung Modeste für 50 Millionen. Dann machen wir den nächsten Schritt …
    Gefrustet bin ich heute natürlich trotzdem …

  8. Robert H.
    Robert H. says:

    Leute, bei aller Enttäuschung: ich glaube, die defensive Spielweise mit ihrer „ruhig, ganz ruhig“-Taktik hat Methode. Das hat damit zu tun, dass das Team gegen solche Mannschaften wie Gladbach im Mittelfeld kein Übergewicht erlangen KANN – hat also nix mit Wollen zu tun.

    Das ist nicht schön für die Fans. Aber nochmals und immer wieder: der Blick auf die Tabelle gibt dem recht. Man muss das große Ganze sehen. Andere Mannschaften stehen mit ihrem Hurra-Fussball am Abgrund. Augsburg z.B. hat für die „schöne“ Offensiv-Strategie einen sehr guten Trainer geopfert – und strudelt jetzt unvermeidlich in den Abfluss hinein.

    Wer mich wirklich ärgert ist Sörensen – einer von denen, die im entscheidenden Moment zurückziehen. Das 2. Gegentor geht m.E. 100 % auf seine Kappe. Ich würde ihn nur spielen lassen, wenn alle anderen IVer ausfallen.

  9. Dirk
    Dirk says:

    Eines hat dieses Spiel sehr klar aufgezeigt: Der FC hat eigentlich (noch) nicht die Klasse im Konzert da oben zu spielen. Das wir dort stehen, trotz einer natürlich immer noch sehr guten Saison, hat einen wesentlichen Grund. Mannschaften wie Gladbach, Leverkusen (ja,ja), Wolfsburg, Schalke haben eine total miserable Hinserie gespielt und spielen auch z.T. in der Rückrunde so weiter. Aber vom Potential her müssten sie (schaut euch nochmal an was die Mannschaften wert sind) eigentlich vor uns stehen. Die Gladbacher waren nun einmal das wesentlich bessere Team. Ich glaube zudem auch das Mavraj fehlt, aber ich glaube auch, daß Stöger mit der Sicherung der Defensive es richtig gemacht hat. Wen sollte er denn als Stürmer bringen?

  10. Klappskalli
    Klappskalli says:

    Der Kader ist einfach nicht gut genug für Europa. Auch wenn wir uns qualifizieren sollten, wäre es nicht unbedingt ein Vorteil. Es müsste in viele gute Spieler Geld investiert werden, was durch die EL nicht wieder reingeholt wird. Und dann werden wir nächste Saison arge Probleme bekommen. Sollte man da nicht lieber noch eine Saison warten und durch Neuzugänge den Kader verstärken und festigen.

  11. alf krispin
    alf krispin says:

    Immer wieder höre ich hier, das Spiel war heute schlecht. Wie sollte es den besser werden, wenn es Spielern einfach an Qualität fehlt und sie permanent überfordert sind? Einige von ihnen können nicht einmal eine Stopptafel überspielen. Mit andauerndem Ball wegdreschen wird kaum ein sinnvolles Passspiel zustande kommen. Die vermutlich besseren Kicker sind außerdem schon die längste Zeit verletzt. Trotzdem hat die Mannschaft heuer für ihre Verhältnisse erstaunlicher weise schon einiges erreicht und verleitet somit zu überzogenen Träumereien wie EL usw! Vermute, dass auch der öffentlich gestiegene Erwartungsdruck die Mannschaft lähmt. Besser wäre einfach die Zügeln loslassen und der Mannschaft einfach wieder nur zuschauen. Komme was wolle! :-)

  12. Kuba
    Kuba says:

    Jetzt kommen die Stöger befürworter langsam ins Grübeln . Seine Aufstellungen bringen mich immer zur Weißglut . Die Mannschaft ist doch überfordert und trainiert wohl falsch.
    Wenn ich doch die 40 Punkte erreicht habe und angeblich Europa nicht das unbedingte muss ist , bringe ich mal ganz andere Spieler. Scheinbar lässt er auch Spieler auf der Bank ( Subotic ) um in nicht so in den Focus zu stellen da es ja wohl im Sommer um die Ablöse geht. Nur eine Vermutung. Ich wurde hier immer angezählt wenn ich Sörensen und Rauch die Bundesliga-Reife aberkannt habe. Nun die gleichen Personen fallen jetzt um. Für mich hat Stöger sein Soll erfüllt und man sollte Helmes zum Chef machen. Was Nagelsmann kann traue ich Helmes auch zu.

  13. Nick
    Nick says:

    Mit dem kleinen Unterschied da Nagelsmann seit Jahren erfolgreich Mannschaften als Chef coacht und Helmes seit 8 Spielen und wer weiß was sein erfahrener Co-Trainer nicht alles mit organisiert…

    Sörensen ist ein Top-Innenverteidiger für sein Alter, er muss auch mal Fehler machen dürfen. Das Rausch hier einer mal als „mehr als Backup“ gesehen hat, daran kann ich mich nicht erinnern…das er so häufig spielt, ist wohl auch der Verletztenmisere zuzuschreiben…

    Wir haben schon einen guten Trainer, der aber auch noch nicht sooo viel Erfahrung, auch er lernt noch von jedem Spiel, irgendwann stellt er dann hoffentlich mal diese zu frühen „Ergebnis halten“-Wechsel ein, aber ansonsten passt der Peter gut hier hin und bringt uns Jahr für Jahr weiter…vielleicht nicht so schnell, wie es sich manch einer wünscht, aber stetig…

  14. Robert H.
    Robert H. says:

    Sörensen ist sicherlich besser, als ihn so manch einer hier, auch ich, reden will. Aber das mit dem Zurückziehen ist ein grundsätzliches Problem, und nicht erst seit gestern auffällig. Das sollte man abstellen, wenn er denn noch jung und lernfähig ist.

    Und sowohl Rausch als auch Clemens sind weder Überflieger noch Fremdkörper – sie gehören zum Team einfach dazu.

    Und – jawohl Peter Stöger ist gut für den FC als Trainer! Ich denke auch, alle im Team sind froh, ihn zu haben. Ich würde sogar sagen, dass man ihn auch hält, wenn es nächste Saison komplett schief gehen sollte. Wie bei Christian Streich. Der SC Freiburg hat für diese Treue und das Vertrauen in den letzten Jahren meine Bewunderung.

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