Jörg Schmadtke. (Foto: GBK)

Mehr Pokal, keine Relegation? Schmadtke kritisiert Verband

Der Plan an sich darf wohl kaum verwundern. Zwischen den Amateurklubs und dem DFB ist in den letzten Jahren eine große Kluft entstanden. Nun scheint der Verband mit dieser um zwei Runden erweiterten Pokal-Variante den kleinen Vereinen und Ligen – also der breiten Masse – ein paar Zuckerstücke zuwerfen zu wollen. So sieht es auch Schmadtke. “Auf den ersten Blick versucht der DFB wohl mit der Wirtschaftskeule die Amateure zu besänftigen.”

Wir müssen aufpassen, dass das System dem auch standhalten kann

Nun hat sich der 1. FC Köln selbst in den letzten Monaten darum bemüht, Teile dieser wirtschaftlichen Möglichkeiten für sich zu gewinnen. Das “Team Marktwert” hatte versucht, auf den Verteilerschlüssel der TV-Gelder Einfluss zu nehmen und den Faktor “Tradition” unterzubringen. Schmadtke aber sieht einen Unterschied zwischen dem Bestreben, an einigen Stellschrauben zu drehen, und gleich das ganze System über den Haufen zu werden. “Es darf nicht nur um die Gewinnmaximierung geben. Um Optimierung ja, aber wir müssen aufpassen, dass das System dem auch standhalten kann.”

Aufgrund der Machtkonstellation hält Schmadtke es deswegen auch für höchst unwahrscheinlich, dass die Relegation zwischen Erster und Zweiter Liga wieder fallen könnten. Auch, wenn dies nun ein Bundesliga-Manager (Jens Todt, HSV) forderte, glaubt Schmadtke: “Die Erstligisten sind so stark, dass sie sich mit ihren Interessen gegenüber den Zweitligisten durchsetzen werden.” Im Klartext: Mit einer Relegation erhöht sich die Planbarkeit der Erstligisten, da sich diese in der Regel in der deutlich stärkeren Position in einer möglichen wähnen. Solange nur zwei Klubs sicher absteigen und der 16. Tabellenplatz zumindest die Chance bekommt, den Klassenerhalt nachträglich noch zu schaffen, erhöht dies die Sicherheit, in der Bundesliga verbleiben zu können.

Der fromme Wunsch nach vernünftigen Ergebnissen

Ausgerechnet der HSV ist dafür das bekannteste Beispiel der letzten Jahre. Wie aber wird es jetzt weitergehen? Schmadtke erwartet zunächst einmal, überhaupt über die DFB-Pokal-Pläne informiert zu werden. Dann wird sich zeigen, wie die DFL und die Klubs mit eingebunden werden und ob die Verbände überhaupt an Gesprächen interessiert sind. Der FC-Manager jedenfalls fürchtet, dass die Debatte aus der falschen Perspektive geführt werden wird. “Ich dürfte zum Beispiel an der Diskussion nicht als Geschäftsführer des 1. FC Köln teilnehmen. Nur dann würde es vernünftige Ergebnisse geben, wenn es nicht nur um die eigenen Interessen geht.” Ein frommer Wunsch, der wohl ein solcher bleiben wird.


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