Anthony Modeste nach der Partie. (Foto: GBK)

Anthony Modeste und die Mär vom Wunsch zu bleiben

Modeste suggerierte, er sei gar nicht selbst in der entscheidenden Position, um einen Transfer zu forcieren – und hatte damit indirekt sogar Recht. Weil er seinen Vertrag im vergangenen Sommer bis 2021 ohne Ausstiegsklausel verlängert hatte, ist er darauf angewiesen, im Falle eines Wechsels das Okay des 1. FC Köln zu erhalten. Im Juni 2016, als der Franzose erstmals mit einem Wechsel kokettierte, sah dies noch anders aus. Damals hatte er eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag als Druckmittel zur Hand, um schließlich einen deutlich besser dotierten Vertrag abzuschließen. “Politik” nannte Modeste dies später knapp.

Reisende, die viel Geld bringen, werden nicht aufgehalten

Das hat man beim Effzeh nicht vergessen. Sportchef Jörg Schmadtke warnte den Stürmer erst kürzlich vor unnötigen Spielchen. Die Kernaussage: Wer wechseln will, soll einen interessierten und zahlungskräftigen Klub bringen – und wenn man sich einig wird, hält der Effzeh den Reisenden nicht auf. Auch nicht Modeste. Zu viel Geld ist für die Geissböcke im Spiel. Zum Transfer gedrängt hätte man am Geißbockheim den 25-Tore-Stürmer zwar nicht, doch weil schon seit einem Jahr ein chinesisches Interesse bekannt ist, war man längst gesprächsbereit, als es zur erneuten Kontaktaufnahme kam.

Dass Modeste nun selbst unbedingt wechseln will und von einem Drängen des Effzeh keine Rede mehr sein kann, liegt seit seinem nicht abgesprochenen Abflug ins Reich der Mitte auf der Hand. Hinzukommt das Gebaren seiner Berater, die Gebrüder Mendy, die nun jenes Gesicht zeigen, das dieser Branche ihren schlechten Ruf eingebracht hat. Die Hand aufhalten für etwas, das ihnen nicht zusteht. Da ist es interessant, was Franjo Vranjkovic nun den “Kölner Stadt-Anzeiger” sagte. “Es gibt keine Vereinbarung der Gebrüder Mendy mit Tianjin und Köln oder irgendeinen Handlungsauftrag. Sie haben auch nicht den Kontakt zu Tianjin hergestellt, das war schon ich”, so der Vermittler, der zuletzt nicht mehr an den Gesprächen beteiligt war.

Wie feine Bergsteiger mit Louis-Vuitton-Rucksäcken

Und dann schob er noch eine Ohrfeige hinterher: “Man kann nicht einfach so wie feine Bergsteiger mit Louis-Vuitton-Rucksäcken ins Büro von Herrn Schmadtke spazieren und darauf hoffen, mit vollen Taschen wieder herauszukommen.” Derbe Worte in einer Phase des Transfers, in der die Anspannung greifbar ist. Abkassieren wollen bei diesem Transfer alle: Modeste, die Berater, aber natürlich auch der Effzeh, der mit diesem Transfer einen Quantensprung machen würde. Es bleibt die Frage, was Modeste mit seiner Reise nach China erreichen wird. Allen wäre am meisten geholfen, wenn er den Deal dort unter Dach und Fach bringen und das nötige Kleingeld für seine Beraterfreunde selbst auftreiben würde.


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