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Kölner Pyrrhussieg: Stand jetzt haben alle verloren

Der 1. FC Köln geht als moralischer Sieger aus dem Wechsel-Theater um Anthony Modeste hervor. Doch das hilft den Kölnern nicht viel. Stand jetzt gibt es weder einen Millionen-Regen noch einen top motivierten Stürmer. Ein Kommentar.

Köln – Irgendwo in den Tiefen der Sozialen Netzwerke war am Mittwochnachmittag sinngemäß zu lesen: Früher scheiterte beim Effzeh ein Transfer an einem Fax. Heute scheitern Transfers, weil der Manager die Faxen dicke hat. Ganz klar: Jörg Schmadtke und Alexander Wehrle haben mit ihrer Absage an den China-Transfer ein Zeichen pro Prinzipientreu und contra Geldgier gesetzt.

Keine Ablöse, teures Gehalt – und die Leistung?

Doch dieser Sieg ist teuer erkauft. Erstens, weil keine Rekordablöse fließt. Zweitens, weil Modestes Laune nun im Keller sein dürfte. Und drittens, weil die Gefahr besteht, den stolzen Franzosen nicht mehr dazu bewegen zu können, ähnlich famose Leistungen wie in der Vorsaison abzuliefern. Der Top-Verdiener des Effzeh (rund drei Millionen Euro jährlich) als teurer Bankdrücker? Sollte es tatsächlich so kommen, wäre auch sein Marktwert wieder dahin.

Deshalb geht es jetzt darum, die bestmögliche Lösung für alle Seiten zu finden: Der Effzeh hat Stärke bewiesen, jetzt müssen sich die Verantwortlichen und Modeste zusammensetzen und Tacheles reden. Der Spieler hat sich mächtig verzockt, einen Berater-Zoff vom Zaun gebrochen und einen Großteil seines Kredits bei Fans und Öffentlichkeit wieder verspielt. Es bedarf einer klaren Ansage.

Die Lösung: entweder viele Tore oder viel Geld

Entweder, Modeste bekennt sich nach dem geplatzten Deal ohne Wenn und Aber zum Effzeh und beweist, wie schon im vergangenen Sommer, seinen starken Charakter in Form von ebenso starken Leistungen. Oder der 29-Jährige und vor allem dessen Berater stehen in der Pflicht, einen Klub zu finden, der eine marktübliche Ablösesumme zahlt, Modeste eine neue Heimat bietet und dem Effzeh den finanziellen Nutzen liefert, den ein solcher Transfer bringen muss.

Am 20. Mai war er noch auf Händen durch das RheinEnergieStadion getragen worden. Danach hatte er Tränen geweint. Nun würden ihm viele Fans keine Träne mehr nachweinen. Doch es ist noch nicht zu spät für eine gutes Ende des Theaters. Im Fußball geht alles ganz schnell. Im Falle des Mannes mit der Nummer 27 entweder in Form vieler Tore – oder vielen Geldes.

Wie denkt Ihr über die Situation? Diskutiert mit!


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12 Kommentare
  1. Quadtmän
    Quadtmän says:

    Der Einzige, der sich bewegen muss ist Mo.
    Wer sich in seinem Alter wie ein Popanz aufführt hat nichts begriffen.
    Seine Frau und Schmaddy werden ihm schon klarmachen, wer was zu zahlen hat.
    Mal sehen, ob die zwielichtigen Brüder dann immer noch seine Freunde sind.
    Das nächste Kapitel heißt:
    Dankbarkeit und Demut

  2. OlliW
    OlliW says:

    Ja. Er soll sich jetzt erklären. Am besten Montag am Rande des Trainingsstarts. Von mir aus auch wieder per Instagram oder via FC TV. Aber bitte nicht kryptisch. Das ganze Theater ist aus seiner Sicht darstellbar: Seine Motivation nach China zu gehen, seine Freudentränen, seine Erklärung eigentlich nicht weg zu wollen, das Herumlavieren mit den Beratern, sein ganzes Handeln – alles erklärbar. Wenn es sich ehrlich gemeint ist und er statt einer Transfer- eine Kommunikationsberatung einholt, klappt das.

    Und dann, ja, dann zählen nur noch Leistungen, wenn er wieder geliebt werden und seinen Marktwert erhalten will. Also: Kurz schütteln und raus, Tore machen! In Müngersdorf dürfte dann auch wieder das Modeste-Lied erklingen. Womöglich nicht beim ersten, aber vielleicht beim 5. Treffer.

  3. FrankStuttgart
    FrankStuttgart says:

    Mo bekommt 3 Mio im Jahr und will noch mehr und alle haben Verständnis??? Ich muss mich bis ich 67 bin abstrampeln und weiss nicht ob die Rente reicht wenn meine Kinder später mal Probleme haben.
    Gedankenspiel: Mo bleibt 5 Jahre beim FC – 3 Mio, nach Steuern sind das am Ende 7,5 Mio – in ein paar Immobilien inverstiert bist Du durch und musst nie wieder arbeiten – da könnte man zufrieden sein und müsste nicht diese nutzlosen Louis-Vuitton Taschenträger für nix bereichern.
    Klar, dass der FC ihn besser bald abgibt, bei den Ablösesummen…
    Fazit: Völlig bekloppt, was im Fussball abgeht. Das ist doch nur ein Spiel!

  4. Klaus
    Klaus says:

    Die Sorge, dass Modeste – bliebe er unmotiviert in Köln – zum teuren Bankdrücker verkäme, ist verständlich. Dahinter steht vermutlich eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung zwischen Spieler und Verein.
    Doch die Situation ist komplexer. Sie hat auch Symbolkraft. Wenn ein Club wie der FC sich von Vertragspartnern erpressen lässt, macht er sich in alle Richtungen angreifbar und wird zum Spielball fremder Interessen. Die Wirkung auf jeden Spieler im Kader, jeden im Trainer- und Betreuerstab und auch auf jeden Wirtschaftspartner wäre verheerend und mit 35 Mio. nie und nimmer aufzuwiegen.

    • DanM
      DanM says:

      Das sehe ich genauso!
      Vor allem haben Schmadke und Wehrle Bodenständigkeit, Ruhe und Abgeklärtheit bewiesen und klar gemacht, dass sie ihr Konzept durchziehen, egal wie verlockend ein Angebot ist. Da gab es schon Führungsriegen beim FC, die SOFORT ohne mit der Wimper zu zucken schon im Winter verkauft hätten – das ist noch gar nicht so lange her. Ich denke, dass diese Integrität langfristig sogar gar nicht mal SO teuer erkauft wurde.

  5. Nils
    Nils says:

    Modeste ist 29 Jahre alt. Einen langfristigen Rentenvertrag in China abzuschließen zu wollen kann ihm niemand missgönnen. Aber er hat sich in der Rückrunde nie hängen lassen, nur weil der Wechsel im Winter nicht klappte. Warum also sollte er, wenn er bliebe, jetzt auf stur schalten? Ja, er ist ein Spieler, der versucht herauszuholen, was herauszuholen ist. Aber, er ist auch Sportler und er weiß, dass ein solches Verhalten seinen Marktwert drückt und ihm vielleicht die Chance nimmt viel Geld in Amerika oder den Emiraten zu verdienen. Mir fällt kaum ein Spieler ein, außer vielleicht Draxler, der absichtlich schlecht gespielt hat, weil er nicht wechseln durfte.

  6. Nippeser
    Nippeser says:

    Ich finde, dass der FC sich als Gewinner fühlen kann. Haltung bewiesen, sich nicht auf der Nase rumtanzen lassen und gleich darauf Cordoba eingestielt – und damit klar gemacht, dass man überhaupt nicht auf die Kohle aus China angewiesen ist.

    Die Motivation ist ganz und gar das Problem von Modeste. Er findet sich auf der Bank wieder, wenn er nicht liefert. Und schrottet seinen Marktwert. Er sollte sich lieber reinhauen.

  7. Hans-Peter Neuse
    Hans-Peter Neuse says:

    Auch ich bin der Meinung, Verlierer ist eindeutig hier der Spieler – und die gierigen und masslosen Berater, sprich Mendys.
    Der FC verliert doch nichts. Er hatte den Spieler vorher und hat ihn nun auch noch.
    Aber an Ansehen haben die Verantwortlichen gewaltig gewonnen. Jeder weiß nun, Spielchen, nicht mit dem FC!!!
    Das halte ich für einen echten Zugewinn!
    Und Mo, den kann man immer noch verkaufen. Mal abwarten, ob Aubameyang wirklich nach China wechselt.
    Das würde wieder eine andere Situation darstellen.
    Ist noch eine Menge Zeit. Also, ruhig Blut behalten.

  8. der capitalo
    der capitalo says:

    Also ich bin leider anderer Meinung. Verlierer sind nur die Berater.

    Warum sollte der FC Modeste gehen lassen und 14 Mio. in der Kasse haben. 20 Mio. minus 6 Mio. für die Berater. Der Rest wäre Ratenzahlung gewesen. Bei aktuellen Preisen, ein echtes No-Go.

    Warum soll Modeste der Verlierer sein? Klar, er hätte in China 35 Mio. verdienen können, da hat man auch mal 6 Mio. für die Berater übrig, falls man wirklich wechseln will. Das bezweifel ich allerdings.

    Vielmehr hat er gepokert und ihm wird auch nicht zugesagt haben, das die Chinesen noch einen holen wollen und das dreifache bieten. Er ist lieber alleine der Star. Das ist er in Köln, oder vielleicht klopft noch ein anderer Verein an.

    Aber so ist der Tony, aber wer will es ihn übel nehmen, mehr zu Verdienen zu wollen. Beim nächsten Transferfenster geht es wieder los, man sieht ja an Boris Becker, dass 35 Milliionen nicht reichen. Und Chancen hat er nur, wenn er Tore schiesst.

  9. alf krispin
    alf krispin says:

    Um Modeste mach ich mir keine Sorgen. Der wird immer wieder dem Geld nachlaufen und es irgendwann vielleicht auch finden. Leider wird der FC nun kein angekündigtes i-Tüpfelchen bringen können und das hätte die Mannschaft, auch hinsichtlich EL, eigentlich schon sehr dringend gebraucht und gut getan. Hoffe, es bleibt somit nicht wieder beim alljährlichen Gemurkse mit den langen Bällen ohne Aufbauspiel.

  10. Thomas
    Thomas says:

    Ich bin sicher, daß es noch zu einem Transfer von Modeste, wohin auch immer, kommen
    wird. Weshalb ist der FC denn neben Cardoba noch immer auf der Suche nach einem
    weiteren Offensivspieler ( z.B. Uth ). Neben Modeste hätte der FC dan Cordoba, Osakao,
    Rudnevs, Zoller, Uth. Man sollte sich lieber noch nach einem geeingneten Innenverteidiger
    umsehen.

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