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"Dort bin ich noch immer der Dominique von früher"

Dominique Heintz ist fröhlich, gläubig – und abergläubisch. Er schlüpft immer erst in seinen rechten Fußballschuh und greift immer erst zum rechten Schienbeinschoner. Den Rasen im Stadion betritt er dagegen immer zuerst mit links. Der GEISSBLOG.KOELN traf den 23-Jährigen zu einem etwas anderen Interview.

Kitzbühel – Keine Fragen zum 1. FC Köln, keine Fragen zur neuen Saison, keine Fragen zur Europa League oder zur neuen Konkurrenzsituation: Im Interview im Trainingslager in Kitzbühel sollte es um andere Dinge gehen, um Heintz‘ Blick auf das Leben als oft gut gelaunter Mensch, als Kind aus Kirrweiler, als Zugezogener in Köln, als gläubiger Mensch, der gerade geheiratet hat. Aber ganz ohne Bezüge zum Fußball ging es dann doch nicht.

GBK: Herr Heintz, Sie sind ein fröhlicher Mensch, der viel lacht. Woher kommt diese positive Art?
DOMINIQUE HEINTZ: (lacht) Es stimmt, ich bin ein fröhlicher Mensch. Man sieht mich nicht so oft mit schlechter Laune. Außer nach Niederlagen. Da bin ich die ersten zwei Tage weniger gut erträglich. Das kann meine Frau bestätigen.

Nur Niederlagen können Ihnen die Stimmung versauen?
Niederlagen sind nie schön. Aber eigentlich können wir uns als Fußballer doch glücklich schätzen, unser Hobby zum Beruf zu machen. So gehe ich mein Leben an. Ich freue mich jeden Tag auf das Training. Die Mannschaft ist immer gut drauf. Wir haben ja einige Kanonen bei uns im Team, die immer wieder einen raushauen.

Mit arroganten Menschen kann ich wenig anfangen

Zum Beispiel?
Am Donnerstag haben wir Handball-Kopfball gespielt. Milos (Jojic) wollte den Ball im Tor fangen, blieb mit dem Fuß am Pfosten hängen. Da musste ich so sehr lachen. Wir haben super Typen im Team.

Dominique Heintz mit seiner Frau Laura. (Foto: GBK)

Was bringt Sie denn abgesehen von Niederlagen aus der Fassung? Was ärgert Sie im Leben?
So schnell bringt mich wirklich nichts auf die Palme. Aber ich finde, dass Menschen, denen es ohnehin gut geht im Leben, ihr Glück manchmal nicht so sehr zu schätzen wissen und sich nicht in die Situationen anderer hineinversetzen können, denen es schlechter geht. Darüber kann ich mich manchmal aufregen. Und mit arroganten Menschen kann ich wenig anfangen. Meine Familie und meine Freunde zuhause sind total bodenständig, wir kommen halt vom Dorf. (lacht) Wir sind mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben, und dieser Umgang ist mir sehr wichtig. Ich kann ihnen vertrauen, sie sind nicht mit mir befreundet, weil ich Fußballer bin oder mehr verdiene als andere.

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