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Nach Verjüngungskur: Die neue Kölner Rasselbande

Spätestens seit dem Transfer von Jorge Meré ist beim 1. FC Köln klar: Setzte Manager Jörg Schmadtke in der letztjährigen Transferperiode noch vermehrt auf erfahrene Neuzugänge, baut man beim Effzeh nun wieder auf junge und entwicklungsfähige Spieler. 

Köln – Jörg Schmadtke und Peter Stöger basteln weiter fleißig an der Zukunft des 1. FC Köln. Bislang war ihr Weg von Erfolg gekrönt, doch das Ende der Entwicklung soll noch nicht erreicht sein. Bei der Zusammenstellung des Kaders setzen die Verantwortlichen deshalb wieder auf junge Talente.

Zwischen Erfahrung und Talent

Vor einem Jahr trug die Transferpolitik der Effzeh eine klare Handschrift. Die Verantwortlichen hatten einen Mangel an Erfahrung ausgemacht, das relativ junge Team sollte durch Bundesliga-erfahrene Spieler ergänzt respektive punktuell verstärkt werden. Es kamen der international erfahrene Marco Höger (27) sowie Artjoms Rudnevs (29) und Konstantin Rausch (27). Auch bei den späteren Transfers von Neven Subotic (28) und Christian Clemens (25) setzte sich dieser Weg fort. Einzig der französische Angreifer Sehrou Guirassy (21) blieb die Ausnahme.

Ein Jahr später verfügt der Effzeh noch immer über ein relativ junges Team. Einzig Kapitän Matthias Lehmann (34), Ersatzkeeper Thomas Kessler (31) und Routinier Dominic Maroh (30) sind in den Dreißigern. Dagegen haben Leistungsträger wie Leonardo Bittencourt (23), Dominique Heintz (23), Frederik Sörensen (25) und Timo Horn (24) in den letzten zwei Jahren wichtigen Erfahrungen gesammelt, sich in der Bundesliga etabliert und gehören inzwischen zum festen Stamm des Effzeh.

Acht U21-Spieler im Effzeh-Kader

In der laufenden Transferperiode sicherten sich die Domstädter nun vier Neuzugänge: der älteste ist der 24-Jährige Jhon Cordoba. Mit Jorge Meré (20), João Queirós (19) und Jannes Horn (20) kamen drei blutjunge Kicker hinzu. Gleiches gilt für den erst 17-jährigen Nikolas Nartey, der im Winter kam und sich in der bisherigen Vorbereitung hervorragend schlägt. Zusammen mit Salih Özcan (19), Lukas Klünter (21), Ersatzkeeper Sven Müller (21) und Guirassy stehen in der neuen Saison insgesamt acht U21-Akteure im Effzeh-Kader.

Zwar liegt der Altersdurchschnitt der Geissböcke mit 25,0 Jahren im Bundesliga-Vergleich aktuell im Mittelfeld. Die gezielte Verjüngung des Kaders ist aber unverkennbar. Die neue Kölner Rasselbande soll dem Team in den nächsten Jahren ein Gesicht geben, doch schon jetzt können sich die Talente (wohl bis auf Müller und Queirós) berechtigte Hoffnungen machen können, regelmäßig zu (Startelf-)Einsätzen zu kommen.


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2 Kommentare
  1. Michael
    Michael says:

    Was anderes wäre ja auch unverantwortlich. Profitmaximierung ist das notwendige Ziel und diese erreicht man in diesen und künftigen Zeiten nur mit jungen Spielern die sich gut entwickeln. Und wenn dann noch sportlicher Erfolg dabei rumkommt – umso besser.

  2. Klio
    Klio says:

    Durchaus denkbare Startaufstellungen: außen Klünter (21) und J. Horn (20), innen Heintz (23), Sörensen (25) und evtl. Meré (20) – da wird es nicht lange dauern, bis der Begriff Kinderriegel wieder fällt.

    In der zunehmenden Überhitzung des Marktes ist es klug, sich möglichst zukunftssicher aufzustellen. Natürlich kann die Blase irgendwann platzen. Erste Dellen gibt es zum Glück schon durch die Reglementierung des Marktes in China (wo der FC mit dem Transfer von Modeste vielleicht noch einen der letzten großen Coup gelandet hat). Doch auch ohne die vereinzelten chinesischen Phantasiepreise wird es sich noch eine Weile kontinuierlich steigern. Da ist es gut, dass der FC junge Spieler holt, die mit dem Trainerteam um Peter Stöger erfahrungsgemäß gute Entwicklungsmöglichkeiten haben. Das sichert einem gerade im europäischen Vergleich eher kleineren „Player“ eine gewisse sportliche Konkurrenzfähigkeit.

    In Europa werden die Bäume für den FC nicht in den Himmel wachsen. Der Wahnsinn, der in der europäischen „Bel étage“ herrscht, den könnte man wahrscheinlich nur mit einem Investor mitmachen, der entsprechenden Einfluss haben will. Und ehrlich gesagt, bin ich da absolut zufrieden, wenn der FC in den nächsten Jahren eine gesicherte Position in der Bundesliga halten kann, und (wenn es gut läuft) auch mal ernsthaft beim Kampf um Europa dabei ist. Was auf lange Sicht möglich ist, muss man abwarten.

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