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DFB gegen Ultras: Wie dem Fußball die Debatte entgleitet


Der deutsche Fußball steuert auf eine gefährliche Konfrontation hin. Ultra-Gruppierungen in Deutschland kündigen für die neue Saison „Krieg dem DFB“ an. Doch statt zu deeskalieren, gießt der Deutsche Fußball-Bund Öl ins Feuer. Entgleitet die Situation den Verantwortlichen?

Frankfurt – Es waren Worte von Jörg Schmadtke, die den Finger in die Wunde legten. „So, wie der DFB im Moment vorgeht, werden wir dieses Rad nicht stoppen, sondern es eher antreiben und die Fronten verschärfen“, sagte der Sportchef des 1. FC Köln unter der Woche beim Fußball-Gipfel der „Rheinischen Post“.

Die Ultra-Gruppierungen formieren sich bundesweit

Nicht nur Schmadtke hat erkannt, „dass sich die Ultra-Gruppierungen bundesweit formieren. Da werden wir Antworten finden müssen. Aber das werden wir als Klubs nicht alleine hinbekommen. Da gehören auch der DFB und die DFL mit rein. Ich würde mir wünschen, dass sie sich ergebnisoffen mit in die Diskussion begeben würden.“

Unter dem fraglos verwerflichen Motto „Krieg dem DFB“ haben sich inzwischen Ultra-Gruppen aus Klubs von der Bundesliga bis in die Regionalliga solidarisiert. Nicht alle, denn Ultras sind nicht gleich Ultras, obwohl der DFB der Öffentlichkeit dies dieser Tage glauben machen möchte. Doch die neue Saison droht mit einer Protestwelle gegen den Verband, gegen die Kommerzialisierung und gegen die DFB-Sportgerichtsbarkeit zu beginnen. Gewalttätige Ausschreitungen bei Testspielen in der Vorbereitung gab es bereits, erste Proteste für das DFB-Pokal-Wochenende sind bereits angekündigt.

Koch trifft sich mit Ultra-Vertretern

Längst hat der DFB begonnen, sich im Geheimen mit einzelnen Ultra-Gruppierungen zu treffen. DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch soll selbst an diesen Gesprächen teilnehmen. Doch dass dieser nicht auf offene Ohren stößt, ist kaum verwunderlich. Denn ein echter Dialog zwischen den beiden Fronten scheint aktuell kaum möglich – und weder von der einen noch von der anderen Seite ernsthaft gewünscht.

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