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Calmund: "Die Cordoba-Ablöse bewegt keine Mücke"


Reiner Calmund wird bei den Fans des 1. FC Köln zwiespältig beäugt. Der ehemalige Manager von Bayer Leverkusen gilt dennoch weiterhin als Kenner der Liga und des internationalen Transfermarktes.

Köln – Der GEISSBLOG.KOELN traf das Schwergewicht des deutschen Fußballs und sprach mit ihm über den 1. FC Köln, über Rekord-Transfersummen und über das Kräfteverhältnis der Liga.

GBK: Herr Calmund, Sie kennen den Transfermarkt seit vielen Jahren. Können Sie nachvollziehen, was gerade passiert? Oder ist das alles nur die Konsequenz dessen, was wir schon seit einigen Jahren sehen?
REINER CALMUND: Ich sehe das zunächst einmal kritisch. Ich kann schwer nachvollziehen, dass jeder Stürmer, der gerade mal mit dem Ball einen Möbelwagen trifft, zehn Millionen Euro kosten soll. In Deutschland haben wir aber noch eine etwas solidere Politik. Die Uhren ticken hier noch normaler. Es ist zwar alles teurer geworden, aber im Rahmen.

Am Ende zählt, ob die Spieler in das taktische Konzept passen

Ist es also im Rahmen, was Köln für Jhon Cordoba ausgegeben hat?
Im internationalen Vergleich bewegt sich doch wegen 15 oder 17 Millionen Euro keine Mücke. Hier in Westdeutschland ist das zwar eine große Nummer. Am Ende zählt, ob die Spieler in das taktische Konzept passen. Und wenn man sieht, wie Peter Stöger sein Team über Jahre hinweg immer weiterentwickelt hat, dann sollten sich die FC-Fans keine Sorgen machen.

An den großen Ablösesummen vorbei kommt Deutschland trotzdem nicht.
Wir leben ja nicht auf der Insel der einsamen Glücklichen. Wir leben in dem Markt, handeln in dem Markt und stellen uns dem Markt. Aber wenn Bayern München für den teuersten Transfer 41 Millionen zahlt, sagt das eine Menge über die Vernunft der Bundesliga und auch über das Scouting der Klubs im internationalen Vergleich aus.

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