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Erst peinliche Vorstellung – dann Torfestival des Effzeh

Der 1. FC Köln hat beim TV Herkenrath zwei völlig verschiedene Halbzeiten gespielt. Dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit siegte der Effzeh mit 7:2 (1:2). Nach 45 indiskutablen Minuten hatten die Geissböcke noch mit 1:2 gegen den Fünftligisten zurückgelegen.

Bergisch Gladbach – Der 1. FC Köln mag ein unbedeutendes Testspiel gegen einen Mittelrheinligisten am Ende souverän gewonnen haben. Die Leistung in der ersten Halbzeit dürfte Trainer Peter Stöger aber nicht unkommentiert lassen. Der Effzeh enttäuschte 45 Minuten lang auf ganzer Linie, drehte erst nach der Pause auf und machte den Klassenunterschied in Leistung und Toren deutlich.

Ausgangslage

Es sollte eine Bewährungschance für einige Spieler aus der zweiten Reihe werden. Marco Höger sollte einer der wenigen bleiben, die sie nutzte. Ohne neun Nationalspieler traten die Geissböcke im Testspiel an. Dennoch hätte der TV Herkenrath keine allzu große Hürde darstellen dürfen.

Moment des Spiels

Die erste Halbzeit des 1. FC Köln war nicht weniger als eine peinliche Vorstellung der Geissböcke. Herkenrath dagegen hatte große Lust am Fußballspielen – so auch in der 43. Minute. Ein Konter der Gastgeber, eine zu kurze Abwehr aus dem Zentrum, da rauschte Jasper Löffelsend heran und knallte das Leder aus 22 Metern per Direktabnahme ins lange Ecke. Die Zuschauer in der Belkaw-Arena rasteten aus, während die Geissböcke für ihre lustlose Vorstellung bestraft wurden.

Doppeltorschütze Jasper Löffelsend. (Foto: GBK)

Die wichtigsten Szenen

Keine sieben Minuten waren gespielt, da hatten die zwei besten Herkenrather an diesem Abend ihren ersten großen Auftritt: Linksaußen Vincent Geimer lief über 60 (!) Meter hinweg Leonardo Bittencourt davon, flankte im Strafraum angekommen in die Mitte, Löffelsend fackelte nicht lange und versenkte die Kugel aus elf Metern im Netz – sein erstes von zwei Toren. Und der Effzeh? Von den Geissböcken kam fast gar nichts. Behäbiges Aufbauspiel, Fehler in der Ballbehandlung, kaum ein ernsthaft geführter Zweikampf, dazu Sprints mit Seltenheitswert: Einzig Marco Höger war die Verärgerung über den schwachen Auftritt anzumerken. Wenig verwunderlich deshalb, dass ein Schuss des Mittelfeldspielers zum Ausgleich führte. TV-Keeper Timo Brauer ließ den Versuch nach vorne prallen und Sehrou Guirassy staubte ab.

Nach dem Seitenwechsel traf Dominique Heintz aus dem Gewühl heraus den Pfosten. Es war der Auftakt des eigentlich von Beginn an erwarteten Torfestivals. Pawel Olkowski wurde im Strafraum gefoult, Artjoms Rudnevs verwandelte zum 2:2 (57.). Nur Sekunden später steckte Milos Jojic den Ball zu Jhon Cordoba durch, der alleine vor dem Tor die Ruhe bewahrte und ins lange Eck traf. Und erneut nur eine Minute später bekam Simon Zoller den Ball noch nicht über die Linie, dafür traf Olkowski aus dem Rückraum. Aus einer sich anbahnenden Blamage machte der Effzeh in nur drei Minuten eine Führung. Herkenrath hatte in der Halbzeitpause seine Startelf vollständig ausgewechselt. Das nutzt der FC nun eiskalt. Rudnevs markierte das fünfte Tor, Cordoba legte Nummer sechs nach, ehe Rudnevs seinen dritten Treffer an dem Abend markierte. Nun lief alles, wie man es erwartet hatte, und nach 90 Minuten stand ein Ergebnis, das dem Liga-Unterschied gerecht wurde.

Starkregen zu Spielbeginn: Die FC-Bank nach nur wenigen Minuten verwaist. (Foto: GBK)

Fazit

Zum Lachen: Thomas Kessler ist nach seiner Hand-OP wieder fit.
Zum Weinen: Einfach alles an der Kölner Leistung in der ersten Hälfte.
Unser Held des Tages: Japser Löffelsend. Diesen Tag wird er nie vergessen.

Aufstellung

Kessler (46. Scott) – Olkowski, Maroh, Heintz, Handwerker – Jojic (60. Lehmann), Höger, Bittencourt (46. Clemens) – Cordoba, Guirassy (46. Zoller), Rudnevs

Tore

0:1, 1:2 Löffelsend (7., 43.), 1:1 Guirassy (33.), 2:2, 2:5, 2:7 Rudnevs (57., 62., 77.), 2:3, 2:6 Cordoba (57., 73.), 2:4 Olkowski (59.)

19 Kommentare
  1. Et güt wie et güt
    Et güt wie et güt says:

    FC peinlich . Kopflos und ohne Führungsspieler. Wenn man gelesen hat wer alles Führungsspieler beim FC sein wollte. Heinz, Höger, Lehmann und noch ein Zoller. Leider wird sich hier nichts ändern weil….. Das lass ich jetzt ,weil dann die Fachleute wieder rumheulen und den Mertens doch bitten die Meinungsfreiheit zu sperren.

  2. Nick
    Nick says:

    – Et is wie is is…
    – Et het noch imma goot gegange…
    – Watt voot is is voot
    – Et bliieef nix wie is is
    – Kenne mir nid, bruche mir nid, vott domed
    – Vat villst De mache?
    – Mach it goot ävver net ze oft
    – Drinkste einen meeet?
    – Da lackste Dich kaputt

    Und @ „Et güt wie et güt“ – Stadt mit K mein Freund – Wat soll dä Quatsch?!

  3. Rolf
    Rolf says:

    Ich finde kölsch schreiben sollte nur wer es kann. Es heisst korrekt: Et kütt we et kütt oder et hät noch immer jot jejange.
    Zum FC. Gut, dass Länderspielpause ist. Stöger muss in der Zeit die Mannschaft wieder hinkriegen. Gegen Hamburg fehlte außer der Passsicherheit auch der Drang nach vorne. Immer wieder quer oder zurück. So dreht man kein Spiel.

  4. Maik Dickler
    Maik Dickler says:

    In der letzten Saison hat Lehmann den ein oder anderen Ball, in die Schnittstelle der Abwehr, steil nach vorne gespielt und Modeste bedient. Daraus fielen im übrigen auch Tore. Und das wird auch wieder kommen, wenn die Jungs mal eingespielt sind, die Laufwege stimmen und der Mut zurückkehrt.

  5. Kritiker
    Kritiker says:

    ist es nicht seltsam, für die erste Hälfte der meisten Spiele hat der FC immer eine Entschuldigung – total verschlafen – wir waren nicht präsent – es lief nichts zusammen usw…usw. In der 2. Hälfte der Spiele wird dann konzentrierter gespielt, nur dann ist das Ergebnis oft nicht mehr umzubiegen.

    • Pitter
      Pitter says:

      Inwiefern ist denn „total verschlafen“, „waren nicht präsent“ oder „es lief nichts zusammen“ eine Entschuldigung? Wenn der Chef fragt, warum man nicht beim Meeting war, wird er die Aussage „hab verschlafen“ wohl kaum als Entschuldigung sehen. Er wird dann sicher keine Aussage wie „Na dann ist das ja nicht so schlimm“ bringen. Vielmehr würde er einem klar machen, dass das nicht passieren darf.

      Diese genannten Ausdrücke sind jedenfalls keine Entschuldigungen, sondern Erklärungen. Oder besser gesagt: Es sind Fehlereingeständnisse.

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