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Testspiel als Warnschuss: Eine Frage der Einstellung

Der 1. FC Köln hat das Testspiel gegen den TV Herkenrath mit 7:2 gewonnen. Doch die erste Halbzeit gibt zu denken. Ein lebloser Auftritt lässt Trainer Peter Stöger erstmals überhaupt an der Einstellung seiner Mannschaft zweifeln.

 Bergisch Gladbach – „Ich habe in der Kabine nicht lange gebraucht“, sagte Stöger nach der Partie. Mit einem 1:2 waren seine Spieler nach 45 Minuten in den Umkleiden verschwunden, ein indiskutabler Auftritt, der keiner großen Ansprache des Trainers bedurfte. „Ich bin nicht laut geworden. Es war jedem klar, dass das nicht gut war.“

Einige hätten die Chance gehabt, sich zu zeigen

Eine behäbige Vorstellung in Bergisch Gladbach, ohne Tempo, ohne Einsatzfreude, ohne Zweikampfhärte, ohne Zielstrebigkeit, ohne Wille: So schwach hatte man die Geissböcke lange nicht mehr gesehen. Nach der Partie schien es gar, als habe Herkerath dem Effzeh einen Gefallen getan, indem der Mittelrheinligist die erste Elf in der Pause komplett gegen eine zweite Mannschaft ausgetauscht hatte. Erst nach dem Seitenwechsel wachte Köln auf, machte nach einer knappen Stunde ernst und erzielte innerhalb von fünf Minuten vier Tore. Das Spiel war gedreht, am Ende mit dem 7:2 auch in der Höhe dem Liga-Unterschied entsprechend.

Pawel Olkowski im Spiel gegen den TV Herkenrath. (Foto: GBK)

Doch so stehen lassen wollte Stöger die Leistung nicht. Auch, wenn sich der Österreicher nicht geärgert haben sollte, einige Lehren konnte erziehen. „Das bringt mich nicht zum Nachdenken. Dafür bin ich zu lange dabei“, sagte der FC-Coach. „Aber ich behaupte, für die meisten Spieler war es ein unglücklicher Zeitpunkt.“ Was er damit meinte, schob er nach: „Wenn zwei Spiele in der Liga nicht so optimal laufen, hätten einige heute die Chance gehabt, sich zu zeigen.“

Das ist überhaupt noch nie vorgekommen

Gerade Spieler wie Pawel Olkowski oder Sehrou Guirassy enttäuschten auf ganzer Linie. Lediglich Marco Höger war es auch in Hälfte eins anzumerken, dass sich der Mittelfeldspieler zeigen und die schwache Mannschaftsleistung nicht hinnehmen wollte. Der Sechser spielte aggressiv, motiviert und mit dem Willen, seine Mitspieler wachzurütteln. Denn gerade in Sachen Einstellung ließen einige FC-Profis den nötigen Ernst vermissen. Das sah auch Stöger so. „Das ist überhaupt noch nie vorgekommen. Wir hatten auch schon mal schlechte Spiele, aber das war so nicht absehbar. Das war ein kollektiv schwacher Tag.“

Ein Lichtblick war die zweite Hälfte, in der sich die Geissböcke zusammenrissen und innerhalb von 20 Minuten zwischen der 57. und 77. Minute immerhin sechs Tore erzielten. Dazu standen am Ende noch drei weitere Treffer auf dem Notizzettel, die allerdings allesamt wegen Abseits nicht zählten. Dennoch war Stöger klar: „So, wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind, bin ich froh, dass es kein Pflichtspiel war.“ Bis zu eben diesem beim FC Augsburg am 9. September bleiben dem Effzeh noch zehn Tage Zeit. Diese scheint nötig zu sein, denn Köln muss nach den zwei verlorenen Auftaktpartien aufpassen, nicht in die erste Krise der Saison zu rutschen.

5 Kommentare
    • Doc F.
      Doc F. says:

      Hmm, und wer soll dafür auf die Bank … ?
      Lehmann ist (lt. Stöger) sein verlängerter Arm auf dem Feld, Hector auf die Bank wäre ein Sakrileg und hinten links wird er nur noch spielen, wenn alle anderen nicht mehr zur Verfügung stehen.

  1. Furio
    Furio says:

    Nach dem Testspiel gestern wird es höchste Zeit, dass Peter Stöger mal über sich selbst zu grübeln beginnt.

    Er muss noch mehr dazu lernen, als die meisten Spieler, die schließlich aktuell bei mehreren Trainiern trainieren (Nationalmannschaften).

    Wie kann es sein, dass immer mehr Spieler sich dahingehend äußern, dass der Trainer zu wenig mit Ihnen spricht.

    Und für seine taktische Unerfahrenheit steht er ja schon lange in der Kritik.

    Solange Peter Stöger Erfolg hat, traut sich aber niemand ihn zu kritisieren. Aber das kann ganz gefährlich kippen. Bei Mißerfolg dürften die Spieler anfangen Ihrem Unmut reihenweise Luft zu machen. Viel schlimmer wäre noch eine Welle von Abwanderungsgelüsten in der Winterpause.

  2. Jojo
    Jojo says:

    wenn die innere Einstellung nicht stimmt kannst du kein Spiel gewinnen.
    Warum ist die Leistung jedes einzelnen Spielers nicht abrufbar wie in den Spielen der letzten Saison in Gladbach oder zu hause gegen Dortmund.
    Die Zuschauer bezahlen viel Geld und wollen einen FC sehen der kämpft
    und alles gibt um den Zuschauer zufrieden zu stellen. Das das nicht immer geht weiß man auch…aber die Einstellung muss stimmen.
    So spielt man so lala und man sieht was dabei herauskommt.

  3. Georg
    Georg says:

    Typisch Köln … Jetzt war es der Trainer . Ist klar man . Herr Stöger ist erfolgreich gut und Sau Sympathisch. Ich weiß niemanden der ihn zur Zeit ersetzten kann. Es wird Zeit das wir Mal die anderen neben Kriegsschauplätze beenden. Stsdionneubau und der Kampf mit den Besserwisser die wider Mal mit der Führung nicht einverstanden sind.

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