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Antrag abgelehnt: Effzeh-Satzung bleibt, wie sie ist!


Der 1. FC Köln hat am Montagabend eine denkwürdige Mitgliederversammlung erlebt. Insgesamt 6404 wahlberechtigte FCler fanden den Weg in die Lanxess Arena, um allen voran über den Antrag auf Satzungsänderung hinsichtlich der „Investoren-Klausel“ abzustimmen. Das Ergebnis fiel eindeutig aus – es dauerte aber bis weit nach Mitternacht, weil es einen technischen Totalausfall gab.

Köln – Der Effzeh war überfordert. Mit einem solchen Ansturm hatten die Geissböcke nicht gerechnet. Die Versammlung musste eine halbe Stunde später als geplant beginnen und dauerte bis tief in die Nacht. Beides hatte denselben Grund: Immer mehr Mitglieder kamen nach Deutz und auch eine Viertelstunde nach dem geplanten Beginn um 19 Uhr warteten noch rund fünfhundert FCler auf ihre Registrierung. Es wurde die größte Mitgliederversammlung in der Geschichte des FC.

Technik-Chaos vor der Abstimmung

Das führte dazu, dass der FC in der Lanxess Arena nicht genügend elektronische Abstimmungs-Geräte zur Verfügung hatte. Ein Fauxpas, der gerade mit Blick auf den heiklen und hitzig diskutierten Satzungsänderungs-Antrag wichtig werden sollte. Doch es kam noch dicker: Unmittelbar vor der Abstimmung über die beantragte Satzungsänderung der Initiative „100% FC – Dein Verein“ war klar: die vorhandenen Wahlgeräte funktionierten nicht einwandfrei, weshalb eine elektronische Abstimmung ausgeschlossen werden musste. Es wurde schließlich per Wahlzettel abgestimmt – die Auszählung dauerte bis nach ein Uhr nachts.

Am Ende ging es um die Frage: Sollen künftig die Mitglieder über alle Investoren-Beteiligungen ab dem ersten Prozent am Effzeh entscheiden? Oder soll das bisherige Verfahren beibehalten werden, wonach bis zu 25 Prozent vom siebenköpfigen Gemeinsamen Ausschuss veräußert werden kann? In den letzten Wochen hatte es eine emotionale Debatte vor allem zwischen Präsident Werner Spinner und den Antragstellern gegeben. Dies war auch in Teilen am Montagabend zu spüren.

Keiner will einen Investor wie bei 1860

Spinner bekam während seiner Rede zwischenzeitlich Pfiffe, verteidigte aber ebenso wie Geschäftsführer Alexander Wehrle die bisherige Satzung. „Die Unabhängigkeit des Vereins ist unangetastet. Keiner will einen Investor wie beim HSV, bei 1860 oder der Hertha“, sagte Spinner. „Das kommt für uns nicht in Frage.“ Spinner erklärte: „Ein Verein, der vom Vorstand an seinen Mitgliedern vorbeigeführt wird, verliert seine Seele.“ Dennoch forderte er: „Der Vorstand muss eigenständige Entscheidungen treffen können.“

Dem folgte schließlich auch die Mehrheit der über 6000 anwesenden FC-Mitglieder, wobei zur Abstimmung nicht mehr alle geblieben waren. Der Antrag, der eine Zwei-Drittel-Mehrheit hätte erreichen müssen, wurde im umgekehrten Verhältnis von 34 zu 66 Prozent (1577 zu 3017 Stimmen) abgelehnt. Damit wird auch künftig der Gemeinsame Ausschuss aus Vorstand, den zwei Vorsitzenden des Mitgliederrates sowie den Vorsitzenden des Beirats und des Aufsichtsrats über Investoren-Beteiligungen entscheiden, wenn es um den Verkauf von unter 25 Prozent der Anteile am 1. FC Köln geht. Das war um 01:18 Uhr klar.

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