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Effzeh verurteilt Gewalt-Fans – scharfe Kritik am FC Arsenal

Der 1. FC Köln hat sich am Freitagnachmittag zu den Fan-Vorkommnissen vor dem Spiel der Geissböcke beim FC Arsenal geäußert. Der Effzeh veröffentlichte eine ausführliche Stellungnahme, in der der Klub die Gewaltszenen verurteilte, aber auch das Sicherheitskonzept der Gastgeber harsch kritisierte.

London/Köln – Man hatte es Peter Stöger schon angemerkt, der seinem Ärger über das Verhalten einzelner Anhänger kaum verbergen konnte. Immer, wenn dies der Fall war, behielt Stöger seine Meinung stets für sich. Auch so am Donnerstag, wenngleich jeder erahnen konnte, wie es in dem Österreicher wirklich aussah.

Sie haben dem 1. FC Köln schweren Schaden zugefügt

Nun hat der 1. FC Köln offiziell ein Statement zu den Vorkommnissen abgegeben, die zur Spielverlegung um eine Stunde im Emirates Stadium geführt hatten. Der Effzeh stellte „unmissverständlich klar, dass es keinerlei Entschuldigung oder Rechtfertigung dafür gibt, dass eine Gruppe von Störern ohne Anlass Ordner und Polizisten bedroht, beleidigt und sogar tätlich angegriffen hat“. Die Geissböcke distanzierten sich von dem Verhalten dieser Anhänger, die „allein die Verantwortung dafür tragen, dass ein für eine ganze Region besonderes Fußballspiel und insbesondere die couragierte Leistung unseres Teams von Szenen überschattet wurde, die mit Sport und Fairplay nichts zu tun haben. Sie haben dem 1. FC Köln schweren Schaden zugefügt.“

Deutliche Worte der Geissböcke an jene rund 50 Fans, die am Abend versucht hatten den Gästeblock zu stürmen und später im Stadion auf Ordner losgegangen waren. Sie hatten durch diese Akte der Gewalt dafür gesorgt, dass die überwältigende Stimmung während des Tages in der Stadt und während der 90 Minuten auf den Rängen zur Nebensache wurden. Der Effzeh ließ wissen, er sei „stolz darauf, dass zigtausende Kölner das erste FC-Spiel im Europapokal seit 25 Jahren in London erleben wollten und sich auf den Weg zu diesem Spiel gemacht haben. Die weit überwiegende Zahl unserer Fans hat den Verein, die Stadt Köln und den deutschen Fußball positiv und fröhlich vertreten. Das haben in den Stunden vor dem Spiel auch die Londoner bis hin zur Polizei so empfunden.“

Verantwortliche waren nicht ausreichend vorbereitet

Der 1. FC Köln ließ aber auch keinen Zweifel daran, dass der FC Arsenal einen entscheidenden Beitrag zu der Situation vor Spielbeginn beigetragen hatte. In deutlichen Worten kritisierte der Effzeh die Gastgeber für ihr Vorgehen im Vorfeld der Partie und für das aufgestellte Sicherheitskonzept. Aufgrund der enormen Nachfrage nach Tickets wäre es aus unserer Sicht nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen wünschenswert gewesen, Gästefans mehr Karten zu ermöglichen als die vorgeschriebenen fünf Prozent der Stadionkapazität“, hieß es in der Stellungnahme. Und weiter: „Trotz der enormen Erfahrung, über die sowohl die Londoner Sicherheitskräfte als auch der FC Arsenal als ständiger Europapokal-Starter verfügen, waren die Verantwortlichen unglücklicherweise offenbar nicht ausreichend auf diese Herausforderung vorbereitet. Das Sicherheitskonzept und die Kommunikation erschienen aus unserer Sicht unzureichend, die Zahl der Polizeikräfte zu gering.“

Der FC Arsenal zeigte sich dagegen mit der Entscheidung zufrieden, das Spiel um eine Stunde verschoben zu haben. „Das war das erste Mal in 20 Jahren europäischer Wettbewerbe, dass wir solch eine Maßnahme ergreifen mussten“, hieß es in einem Statement des Klubs. „Unglücklicherweise gab es ganz offensichtlich viele Kölner Anhänger in Arsenal-Bereichen des Stadions. Diese hatten ihre Tickets auf illegalen Wegen erworben, oft über Ticketdealer. Wir werden weiter hart gegen Ticketdealer vorgehen, wir werden aber auch die Tickethalter der Originaltickets und Dauerkarten ermitteln und diesen die Mitgliedschaft entziehen.“ Dass das eigene Sicherheitskonzept nicht ausgereicht haben soll, dazu äußerte sich der Klub nicht.

2 Kommentare
  1. Robert H.
    Robert H. says:

    Habe aus der Distanz auch eine Meinung. Die Medaille hat 2 Seiten.
    Natürlich kann ich den Unmut verstehen, wenn man mit einer womöglich teuren Karte nicht ins Stadion kommt. Aber wenn der Erwerb einer solchen Karte an Bedingungen geknüpft ist, kann ich mich auch nicht darüber hinwegsetzen.
    Wenn ich bei einem Auswärtsspiel eine Karte für den Heimbereich kaufe, dann verhalte ich mich absolut neutral, u.U. lege ich auch einen Schal der Heimmannschaft an. Das sollte im Einzelfall auch funktionieren.
    Wenn jedoch eine hohe Zahl Auswärtsfans Karten für den Heimbereich hat, und das im Prinzip illegal, dann wird es knifflig. Man stelle sich vor, dass 1.000 Köln-Fans bei einem Spiel z.B. in Frankfurt Karten für den Ultra-Bereich hat und dann mit vollem Outfit da rein geht. Wisst ihr, was dann passiert? Eben.
    Da gehört es zum Hausrecht der Heimmanschaft oder der Polizei, dies präventiv zu verhindern. Um eine in diesem Fall sichere Eskalation zu vermeiden.
    Was auch immer die Randalierer in London bewogen hat – wir sind uns alle einig, dass das ein NoGo ist. Die absolute Mehrheit will das nicht, Punkt. Und es ist gut, schon im Ansatz dagegen vorzugehen.
    Aber in diesem Fall kommt mir das wie eine handelsübliche Reiberei vor, bei der aus der berühmten Mücke ein Elefant gemacht wird. Gut dass nicht mehr passiert ist. Im Prinzip eine Ordnungswidrigkeit, und die UEFA sollte sie hier auch wie eine solche behandeln.

  2. Robert H.
    Robert H. says:

    Das habe ich noch vergessen: dass da am Ende 20.000 Fans mitten unter der Woche nach London gereist sind, um den FC zu unterstützen und eine fast komplett friedliche Bombenstimmung verbreitet haben – UNGLAUBLICH! Daumen hoch! Das macht uns so schnell keiner nach!!

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