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Gemeinsames Essen bringt den Glauben zurück

Der 1. FC Köln hat mit einem 0:0 bei Hannover 96 seinen ersten Punkt in der Bundesliga-Saison 2017/18 eingefahren. Vor allem dank einer stabilisierten Defensive und einer kämpferischen Leistung sicherten sich die Geissböcke ihren ersten Zähler. Ein gemeinsames Essen unter der Woche hatte den Zusammenhalt der Mannschaft wieder gestärkt.  

Köln – Ja, der Effzeh steht immer noch auf dem letzten Tabellenplatz. Und ja, der Effzeh hat trotz des Punktgewinns in Hannover noch einiges an Arbeit vor sich. Doch der Auftritt der Geissböcke beim starken Aufsteiger aus Hannover macht Mut für die kommenden Wochen. Insbesondere in der Defensive konnte sich die Stöger-Elf stabilisieren. Gegen Frankfurt noch durch einen strittigen Elfmeter mit 0:1 verloren, stand am Sonntagnachmittag erstmals in dieser Saison die Null.

Gemeinsames Mittagsessen bringt den Glauben zurück

In Hannover zeigte die Mannschaft von Peter Stöger einen aggressiven, lebendigen, wenngleich noch verunsicherten Auftritt. Ein gemeinsames Mittagessen unter der Woche hatte geholfen, den Teamgeist, den die Mannschaft in den letzten vier Jahren ausgezeichnet hatte, wieder hervorzuholen. Für Dominique Heintz war das Zusammenkommen nichts Außergewöhnliches: „Wir sind oft zusammen beim Mittagessen, das ist bei uns ganz normal. Aber wir haben alle Jungs mitgenommen, damit sie wissen, wie das ist.“ In der Tat ist die Tatsache, dass sich die Mannschaft zwischen den Trainingseinheiten gemeinsam zum Mittagsessen trifft, in den vergangenen Jahren zum Alltag geworden.

Dem diesjährigen Fehlstart und der ersten echten Krise unter Stöger geschuldet, ließ das Mannschaftstreffen jedoch aufhorchen. Timo Horn ging ins Detail: „Es ging darum sich auszutauschen. Jeder sollte seine Gefühle und Emotionen äußern. Wir sind eine Mannschaft, die über den Teamgeist kommt, um aus solchen Situation rauszukommen. Diesen Teamgeist versuchen wir im Moment zu entwickeln. Das hat uns immer ausgezeichnet und gutgetan. Wir brauchen jeden Spieler im Boot, deswegen war es gut, dass wir das gemacht haben.“

Wir müssen den Kopf abschalten

Horns Aussage, man versuche den Teamgeist zu entwickeln, ließ zudem vermuten, dass der Misserfolg der letzten Wochen und die Kaderveränderungen im Sommer ihre Spuren hinterlassen haben. Den Teamgeist, der den Effzeh zurück in die Bundesliga und im letzten Jahr bis auf den fünften Tabellenplatz geführt hat, ließen die Geissböcke in der Anfangsphase der noch jungen Saison mitunter vermissen. Horn hatte nach der empfindlichen 0:5-Pleite in Dortmund gar von „Auflösungserscheinungen“ gesprochen – etwas, das es unter Stöger bislang nicht gegeben hatte. Leonardo Bittencourt versuchte die Situation zu erklären: „Wir haben letztes Jahr etwas Großes geleistet. Davon können wir uns aber nichts mehr kaufen. Wir müssen den Kopf abschalten und uns den Erfolg wieder hart erarbeiten.“

Jeder läuft für jeden

In Hannover waren wieder viele Teile des alten Effzeh zu sehen. Die Leidenschaft, der Wille und letztendlich die Stabilität in der Defensive brachten die Kölnern ihren ersten Saisonpunkt. Sinnbildlich für die kämpferisch Leistung stand am Sonntagnachmittag eine Rettungsaktion von Sehrou Guirassy in der Schlussphase. Gerade erst eingewechselt, warf sich der Stürmer im eigenen Strafraum vor den einschussbereiten Martin Harnik und verhinderte so einen möglichen Rückstand.

Auch Peter Stöger freute sich über den Zusammenschluss der gesamten Mannschaft. „Das ist eine wunderbare Geschichte. Mal sehen, wenn es wieder mal eng wird, schicke ich sie wieder essen“, sagte der Österreicher mit einem Augenzwinkern.

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