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Kommentar: Ein Protest ist die Pflicht des 1. FC Köln

Dass der 1. FC Köln Einspruch gegen die 0:5-Klatsche bei Borussia Dortmund einlegen wird, hat nichts mit schlechten Verlierern zu tun. Es ist Jörg Schmadtkes Pflicht als Geschäftsführer Sport, zum Wohle des Vereins alles zu unternehmen.

Dortmund/Köln – Hans-Joachim Watzke echauffierte sich, bekam sich fast nicht mehr ein, wählte mehrere wenig vorteilhafte Formulierungen, um Jörg Schmadtke als schlechten Verlierer und den 1. FC Köln als chancenlosen Klub zweiter Klasse darzustellen, der dankbar dafür sein durfte, eine Lehrstunde in Sachen Fußballkunst im Westfalenstadion erhalten zu haben.

Schmadtke ist nur dem 1. FC Köln verpflichtet

Doch Watzke irrte. Der BVB-Boss wähnte sich moralisch und sportlich zwar auf der Siegerseite, doch rechtlich – das entscheidende Kriterium für Kölns Entscheidung, Einspruch einzulegen – lag er komplett daneben. Der Paragraph 13.2c der Spielordnung gibt dem 1. FC Köln die Grundlage für einen Einspruch gegen eine Spielwertung, wenn ein „Regelverstoß des Schiedsrichters“ vorliegt. Dieser lag vor, wie die TV-Bilder belegen. Insofern handelt der 1. FC Köln lediglich im Rahmen der Bundesliga-Rechtslage.

Was nicht bedeutet, dass der Einspruch erfolgreich sein wird. Das DFB-Sportgericht wird entscheiden müssen, ob der Regelverstoß, wie es im Paragraphen weiter heißt, „die Spielwertung beeinflusst hat“. Darüber lässt sich trefflich streiten, wie Watzkes und Schmadtkes Äußerungen beweisen. Darüber befinden muss das Gericht. Doch der FC-Geschäftsführer macht nur seinen Job, wenn der Klub Einspruch einlegt. Denn Schmadtke ist keiner moralischen Instanz in der Bundesliga verpflichtet, sondern lediglich dem sportlichen Erfolg des 1. FC Köln. Deswegen ist der Protest gegen die Spielwertung nicht nur richtig, sondern eine Pflichtaufgabe für Schmadtke und den Effzeh.

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11 Kommentare
  1. Sriracha says:

    Passt den Verantwortlichen natürlich prima in den Kram. Kein Mensch redet über den sportlichen Offenbarungseid. Protest hin oder her, wollen die Medien nicht auf mal die sportliche Situation bzw. die Versäumnisse auf dem Transfermarkt thematisieren?

  2. Pitter says:

    Grundsätzlich richtige Entscheidung, Einspruch zu erheben. Auch wenn der FC ein Wiederholungsspiel aus sportlicher Sicht nicht wirklich verdient hätte…
    Insbesondere halte ich es für wichtig, dass mal klar die Grenzen des Video-Schiris festgelegt werden. Vorher hatte ich es so verstanden, dass der Video-Schiri nur beratende Funktion hätte, damit der „richtige“ Schiri vor Ort Fehlentscheidungen wie Fouls, Tore usw. revidieren kann. Dass man einen Abpfiff rückgängig machen kann, ist jedoch nicht vorgesehen. Und auch wenn der Ball ohne Abpfiff sicherlich reingegangen wäre – irgendwie muss man nunmal die Grenze festlegen, ab wann eine Spielunterbrechung tatsächlich gilt. Und die ist eben mit dem Abpfiff festgelegt. Gestern mag die Sache recht klar gewesen sein, aber das ist sie eben nicht immer. Wenn man von dieser Grenze abweicht, führt dies unmittelbar zu ‚was-wäre-wenn‘-Diskussionen mit dem Schiedsrichter, die das Spiel erst recht zerstören würden. Wenn der Video-Schiedsrichter nachträglich einen Abpfiff aufheben und entscheiden darf, wie das Spiel ohne Abpfiff weitergegangen wäre, würde dies schließlich dazu führen, dass der Video-Schiri das Spiel nachträglich unter anderen Vorzeichen neu modellieren würde. Ein Alptraum!

    Dass sich gerade Watzke darüber so aufregt ist ziemlich albern. Bei Fehlentscheidungen gegen den BVB geht er regelmäßig auf die Barrikaden – aber wenn der Gegner dasselbe tut, ist er ein schlechter Verlierer? Naja, man kennt Watzke ja inzwischen.

    Trotz allem darf man nicht von der Tatsache ablenken, dass wir völlig verdient verloren haben – auch in dieser Deutlichkeit. Gegen Frankfurt könnte es dann schon zu einer kleinen Vorentscheidung kommen: Wenn wir gewinnen, sind wir wieder dabei. Bremen, Mainz, Freiburg und Frankfurt sind alle noch in absoluter Reichweite. Sollten wir verlieren… ich hoffe, das passiert nicht.
    Wird jedenfalls Zeit, dass sich insbesondere unser Abwehrverhalten wieder ändert. Wie kann es eigentlich sein, dass wir ohne Abgänge in der Abwehr (abgesehen von Subotic) zur Schießbude der Liga geworden sind?

    • Robert H. says:

      Wegen den Neuzugängen. Gegen Dortmund waren wohl zu viele „Greenhorns“ dabei, die die alten Haudegen aus der Startelf verdrängt haben.
      Kann nicht verstehen, warum vor allem Maroh immer außen vor ist.
      Aber mehr als die Abwehr ist derzeit das Mittelfeld das Problem, weil die immer viel zu schnell die Bälle verlieren.

    • Anneliese says:

      Wie es sein kann, dass wir Schießbude wurden?
      Ich habs an dieser Stelle bereits in der letzten Saison geschrieben: den Abgang von Mavraj hat die Abwehr nicht verkraftet, seitdem sind wir destabilisiert.
      Und solange Klünter wackelt, Horn sich austanzen lässt und Sörensen seinen Kopp werweißwo hat, können die Gegner „begleitetes Stürmen“ praktizieren.
      Und wenn dann ein Grieche keine (!) gelbe Karte vom Schiri sieht und Lehmann sofort (und dann auch noch Cordoba!), Felix Brych (!) am Video sitzt, weiß ich auch nicht, was wir noch machen können/sollen.
      Außer Passgenauigkeit trainieren.
      Durch dick und durch dünn, janz ejal wohin …

      • C W says:

        Das am Mavraj Transfer fest zu machen halte ich für zu kurz gegriffen.

        Das Problem ist denke ich vielschichtiger und fängt schon vorne an wo, gerade in Spielen gegen Gegner wie Dortmund, einfach die Entlastung fehlt weil Bälle zu schnell verloren werden (Thema Passgenauigkeit) was dazu führt das die Abwehr unter Dauerdruck steht und sich so zwangsweise Fehler einschleichen. Wie es dazu kommt? Fehlende Eingespieltheit bedingt durch die diversen Verletzungen (gerade bei Risse), der Ausfall von Hector aber vor allem denke ich seit den ersten anderthalb Druck und Muffensausen.

        Das trifft dann auch die Abwehrspieler von denen mit Ausnahme von Heintz aktuell keiner auf einem normalen Niveau spielt. Sörensen hatte zwar immer mal wieder auch in der letzten Saison Aussetze ist aber aktuell voll von der Rolle. Mere hat nach einer guten ersten Häfte gegen Augsburg auch (sicherlich auch altersbedingte) Wackler drin. Ebenso wie Klünter dem eine Pause aktuell sicherlich mal gut tun würde. Auf Links hat wiederum bis auch Rausch gegen Arsenal noch keiner überzeugt, wobei mir gerade Horn hier bisher erstaunlich negativ auffällt. Aber auch hier gilt Druck und Alter plus neuer Verein sind sicherlich nicht die besten Vorraussetzungen.

        Was kann man tun? Stöger muss dringend gucken das er die Abwehr stabilsiert kriegt. Mein Vorschlag hier wäre auf Erfahrung setzen. Maroh neben Heintz, Olkowski auf Rechts, Rausch mit Blick auf das EL-Spiel auf Links.

        Davor sind wie öfters schon thematisert die Möglichkeiten eher begrenzt. Höger/Lehmann dürften bis auf weiteres Zentral gesetzt sein, wobei sich hier vielleicht ein Experiment mit 3 Sechsern und Nartey/Özcan anbieten würde. Vorne kann man Cordoba eigentlich nicht rausnehmen ohne sein Selbstvertrauen komplett zu zerstören. Hier sollte man vielleicht auch einfach mal bei einer Formation bleiben und zusehen das sich zeitnah sowas wie eine Routine einspielt.

        • Robert H. says:

          Bin voll bei dir.
          Klünter hat den Vorteil der Schnelligkeit, mit der hat er schon manche Situation gerettet. Olkowski ja, aber den sehe ich eher mal auf der rechten Außenbahn. Da hat er schon gute Spiele gemacht.
          Definitiv würde ich im OM gerne mal Risse sehen. Der ist kein Außenstürmer und erst recht kein RV. Sondern er hat erwiesenermaßen den besten Strahlschuß und früher oft auf dieser Position gespielt.

          • NICK says:

            Risse würde ich gerne mal links offensiv sehen, wie Ribery oder Robben, mit dem starken Fuss zum Tor…den Rest den ihr beschrieben habt, trifft im Übrigen die Aufstellung die ich vor dem Spiel abgegeben hatte. 3 Sechser, allerdings bestehend aus Horn – Höger – Olkowski, dahinter Rausch und Klünter als Aussenverteidiger. Ich hätte mir dadurch erhofft die Aussen zu zu machen oder zur Not auch mit einer Sechser-Kette die Mitte zumachen zu können, aber alle Aussenspieler hätten bei Ballgewinn sofort schnell nach vorne umschalten können…wo wir aber bei einem grossen Problem sind – wir haben bei Ballgewinn einfach keinen Plan, es wird eben nicht schnell umgeschaltet, keiner läuft los, der ballführende Spieler müsste eigentlich sofort wissen, in der und der Situation, ziehen wir jetzt Variante A, B oder C auf – das machen wir aber einfach nicht. Das kann man aber trainieren und das muss man doch Peter Stöger mit anlasten. Diese Ideenlosigkeit muss er abschaffen, er muss die Wege vorgeben. Wir haben nicht die Spieler die das von alleine lösen…

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