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Risse-Drama: Schmadtke hatte Flügelstürmer im Visier


Der 1. FC Köln muss wohl mehrere Monate auf Marcel Risse verzichten. Der Rechtsaußen ist am Montag am Meniskus im rechten Knie operiert worden. Damit tritt offen zutage, dass die Geissböcke auf den Flügeln ein Problem haben. Das hat auch Jörg Schmadtke zu verantworten.

Köln – Der Sportchef des 1. FC Köln machte am Montagabend auf der Mitgliederversammlung in der Lanxess Arena keinen Hehl daraus, nicht alle Transfer-Vorhaben im Sommer umgesetzt zu haben. Den über 6000 anwesenden FClern erklärte Schmadtke, dass „wir für die Außenbahnen noch einen Spieler gesucht haben. Den Transfer umzusetzen, ist uns am Ende aber nicht gelungen.“

Ein Spieler sollte plötzlich über zwanzig Millionen kosten

Der monatelange Ausfall von Marcel Risse lässt dieses Versäumnis nun zu einem echten Problem anwachsen. Zwar konnte der Effzeh schon in der vergangenen Saison einen halbjährigen Risse-Ausfall kompensieren. Doch damals funktionierte das FC-Gebilde auch ohne den 27-Jährigen. Nun scheint die Mannschaft nicht automatisch in der Lage, das Fehlen des Rechtsaußen ohne weiteres zu kompensieren. Zumal Christian Clemens bislang als Fehleinkauf zu bewerten ist und Simon Zoller sowie Milos Jojic als weitere Optionen den Flügel aus guten Gründen nicht als ihre Optimalposition betrachten.

Doch wen wollte Jörg Schmadtke im Sommer verpflichten? Wen hatte der 53-Jährige im Blick? Am Montag gab er, wenngleich ohne Namen zu nennen, einen Einblick in die Versuche, die Köln unternahm, um einen Flügelstürmer zu holen. Dabei wäre Schmadtke offenbar bereit gewesen, tief ins Portemonnaie zu greifen. „Wir konnten einen Spieler nicht überzeugen, zum FC zu kommen“, führte Schmadtke aus und nannte insgesamt ein Trio, um das sich die Geissböcke bemüht hatten. „Ein anderer Spieler sollte in den Verhandlungen plötzlich über zwanzig Millionen kosten, obwohl wir zu Beginn noch über zehn Millionen gesprochen hatten. Und ein dritter Spieler wechselte lieber zu einem italienischen Spitzenklub.“

Rund 20 Millionen Euro für Wintertransfers?

Um wen es sich beim letzten Spieler handelte, lässt sich bislang nur spekulieren. Klar ist, dass sich der FC im Laufe des Sommers mit Ilhas Bebou von Fortuna Düsseldorf auseinandersetzte, sich mit dem 23-Jährigen aber nicht einigen konnte, nachdem dieser in der letzten Saison 15 Scorerpunkte in der Zweiten Liga verbucht hatte. Bebou forderte angeblich ein zu hohes Gehalt und wechselte stattdessen vom Rheinland für rund funf Millionen Euro nach Hannover. Möglich, dass Schmadtke Bebou meinte, als er davon sprach, einen Spieler nicht von Köln überzeugen zu können. Der Mann aus Togo sorgte am Sonntag gegen den Effzeh immer wieder für Wirbel auf der rechten Seite. Er hätte dem FC gut getan. Besonders, weil Marcel Risse so schnell nicht wieder auf der rechten Seite für die Geissböcke wirbeln wird.

Im Winter wird Schmadtke nachlegen müssen. Risses Rückkehr ist offen, umso mehr die Frage, wann er wieder zu alter Form zurückfinden wird. Der personelle Engpass insbesondere auf dem rechten Flügel wird sich bis zum Winter wohl kaum merklich verbessern. Für den FC-Sportchef hat daher die Suche schon jetzt wieder begonnen. Genug Geld hat er zur Verfügung: Rund 20 Millionen Euro sollen dem Manager nach den neuerlichen Rekord-Finanzen des abgelaufenen Geschäftsjahres noch für Winter-Einkäufe zur Verfügung stehen.

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