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Die Mängelliste: Das war gut, das war schlecht


Nach dem 0:1 (0:0) gegen BATE Borisov muss sich der 1. FC Köln einmal mehr schütteln, einmal mehr wieder sammeln und die nächste Aufgabe in einer kurzen Zeit angehen. Im Spiel gegen Werder Bremen am Sonntag müssen die Geissböcke eine Menge Fehler abstellen. Denn die Partie wird zum ersten echten Endspiel.

Borisov/Köln – Die Bilanz liest sich erschütternd für einen Klub, der in den letzten vier Jahren eigentlich nur Erfolge verzeichnen konnte: Seit dem Erstrunden-Sieg gegen den Fünfligisten Leher TS im DFB-Pokal am 12. August hat der Effzeh in acht Bundesliga- und drei Europa-League-Spielen nicht gewonnen. Ein Unentschieden in Hannover, ansonsten zehn Niederlagen: eine beschämende Bilanz, deren Gründe auch am Donnerstag wieder offen zu Tage traten.

Das war gut

Peter Stöger sagte vor der Partie, der Effzeh müsse eine gute Leistung über die vollen 90 Minuten abliefern. Doch einmal mehr brachte Köln das nicht zustanden. Gut war die erste Halbzeit zwar nicht in Gänze, aber sie sah vielversprechend aus: Defensiv gut organisiert, kam der Gastgeber aus dem Spiel zu keinen Chancen. Eine klare Struktur, ein klarer Matchplan, dazu Spieler, die willens waren, mindestens einen Achtungserfolg beim weißrussischen Serienmeister mitzunehmen.

Voran ging Kapitän Dominic Maroh: Er wusste um sein Schnelligkeitsdefizit, machte dies aber durch Einsatz und gutes Stellungsspiel wett. Der Routinier blieb über das gesamte Spiel zweikampfstark, robust und fokussiert. Er wurde seiner Führungsrolle gerecht, wenngleich auch er die Niederlage nicht verhindern konnte. Allerdings war er mit der einzige Grund, warum sie in Hälfte zwei nicht noch höher ausfiel.

Das war schlecht

Darüber hinaus muss Peter Stöger einmal mehr mit seinen Spielern über die zweite Halbzeit reden. Wie schon so häufig in dieser Saison machte sich Köln das Leben erst schwer und später die Arbeit zunichte. Haarsträubende Fehler in der Defensive, Hektik und scheinbare Planlosigkeit in der Offensive – so haben die Geissböcke schon viele Spiele hergeschenkt in dieser Saison.

Die Form einzelner Spieler ist bedenklich bis Bundesliga-untauglich. Die Konzentrationsschwächen, die nicht an mangelnder Fitness liegen – denn die ist vorhanden -, verursachten auch in Borisov wieder Konter in einer Zahl, wie man sie in der gesamten Stöger-Ära bislang noch nicht gesehen hat. Die Torabschlüsse eine Schwäche zu nennen, verharmlost beinahe schon die Ungefährlichkeit, die Köln bei seinen Versuchen ausstrahlt, Tore zu erzielen. Und so sind es weiterhin die zentralen Eigenschaften eines Fußballspiels, defensive Stabilität und offensive Durchschlagskraft, die der Effzeh auch in der Europa League wieder nicht vermochte in ein Gleichgewicht zu bringen.

So geht es weiter

Ein Endspiel – nicht weniger steht nun auf dem Programm. Zwar wäre selbst bei einer Niederlage gegen Werder Bremen am Sonntag im RheinEnergieStadion noch nicht alles verloren. Doch sollte der Effzeh erneut ohne Sieg bleiben, könnte dies den Knacks geben, von dem sich diese Mannschaft mit Blick auf das Programm der kommenden Wochen kaum erholen würde. Zumal auch Peter Stöger weiß, dass sein Posten bei einer Niederlage wohl verhandelt werden müsste – allen Aussagen von Manager Jörg Schmadtke zum Trotz. Denn bislang steuert der FC sehenden Auges auf die Zweite Liga zu.

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