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Handwerker überrascht: Ein Verteidiger, der keiner ist

Neben Claudio Pizarro hat ein weiterer Spieler am Sonntag sein Debüt für den 1. FC Köln gegeben. Tim Handwerker überraschte mit seinem mutigen Auftritt und sorgte mit seiner Flanke zum 1:2-Anschlusstreffer für eine Premiere. Peter Stöger lobte die Offensivqualitäten des angeblichen Verteidigers. 

Köln – Peter Stöger ist bekannt für seine Überraschungen. In der letzten Saison zauberte der Österreicher Lukas Klünter aus dem Hut, den zuvor viele schon im Trikot des Effzeh abgeschrieben hatten. Am Sonntag sorgte der Trainer mit der Einwechslung von Neuzugang Tim Handwerker für erneute Verwunderung. So hatte es der 19-jährige doch bislang nicht ein einziges Mal in den Profikader geschafft. Handwerker, der von Bayer 04 Leverkusen offiziell als Linksverteidiger gekauft worden war, reihte sich vor Konstantin Rausch in die Offensivkette ein – und überzeugte.

Viel Tempo und gute Flanken

Bislang führen alle Verzeichnisse das junge Talent als Linksverteidiger, und auch der Rivale aus Leverkusen sah Handwerker in der Abwehr „Das hat Leverkusen geglaubt“, war Peter Stöger, darauf angesprochen, sichtlich erheitert. „Wenn ich mir den Jungen anschaue, dann sehe ich ihn ganz klar im offensiven Bereich. Defensiv hat er ein paar Probleme, offensiv hat er Schnelligkeit, einen richtig guten linken Fuß und gute Flanken. Deswegen sehe ich ihn auf der linken Seite vorne besser“, erklärte der Österreicher Handwerkers Stärken.

Handwerker, der bislang fünf Mal in der Regionalliga für die Kölner zum Einsatz kam, überraschte bei seinem gut 20-minütigen Bundesliga-Debüt vor allem durch seine Leichtigkeit und den Mut, sich auch vor dem gegnerischen Tor etwas zuzutrauen. So prüfte er mit einem satten Linksschuss von der Strafraumgrenze Leipzigs Peter Gulasci, der nur durch eine Glanzparade den Debütanten an seinem ersten Bundesligatreffer hindern konnte. Kurze Zeit später konnte Handwerker dennoch einen Scorerpunkt für sich verbuchen, als die gefühlt erste gefährliche Flanke des Effzeh in dieser Saison Yuya Osakos Kopf fand und dieser zum 1:2-Anschlusstreffer traf.

Bis dahin hat er noch einiges zu tun

Mit seinem erfrischenden Auftritt gegen RB bestätigte Handwerker, was Stöger in ihm sah. Dass er beim Effzeh niemals auf seiner bisher angestammten Position zum Einsatz kommen wird, wollte der Trainer allerdings genauso ausschließen wie die Option, ihn jetzt regelmäßig in der Kölner Elf zu sehen: „Er ist noch nicht so stabil, dass man ihn immer bringen kann, aber er hat das gut gemacht. Er könnte irgendwann mal wie Marcel Risse auch hinten spielen, aber bis dahin hat er noch einiges zu tun.“

Debüt geht durch sportliche Misere unter

Handwerker lieferte am Sonntag allemal ein Bundesliga-Debüt, das beachtenswert war, und fand im gesamten Kölner Trubel dennoch wenig Beachtung. Zu sehr überwog nach der Partie der Frust über die sechste Niederlage im siebten Bundesligaspiel. Zudem überstrahlte das Debüt von Neuzugang Claudio Pizarro alles weitere, sodass das erste Bundesligaspiel des 19-Jährigen zur Randnotiz verkam. So schlich sich der frisch gebackene Bundesligaspieler nach der Partie heimlich aus dem Stadion. Zu seinem Debüt wollte oder sollte er nichts sagen. Doch beim Effzeh hat man die Leistung des Neulings in jedem Fall wahrgenommen: „Tim hat das gut gemacht, hat über die Seite Tempo gemacht, hat die Flanke zum Tor gespielt, das freut einen. Aber in der jetzigen Situation geht sowas natürlich etwas unter“, war auch Jörg Schmadtke nach der Partie voll des Lobes für Handwerker.

13 Kommentare
  1. mal im Ernst
    mal im Ernst says:

    Ich lach misch schlapp. Keiner vom GBR in den Traningslagern ? Er war mit unserem 17 Jährigem Super -Jung der beste in der Vorbereitung . Der Stöger erzählt hier Mist , und sonst nix. Angsthasen Trainer. Hätte den Jung schon direkt für den Rausch bringen können. Genau wie viele andere junge Spieler. Trainer keinen Mut, und der Schmahtke ist der Versager schlecht hin. Aachen und Hannover sind da die Beispiele schlecht hin. Der Herr Spinner kann leider hier in der Personalien nichts tun weil er vom Fußball rein nix versteht. Trotz angeblichen super Kontakten im Asien-Raum habe ich noch keinen Reiskocher im Fan -Shop gesichtet.

      • Mike
        Mike says:

        Gut – dann lasse ich mich mal provozieren und erkläre Dir, warum man Dich nicht ernst nehmen kann:
        > Vorab: Deine Meinungsfreiheit endet bei der Beleidigung anderer, aber das scheint zur Zeit ein grundsätzliches Problem in diesem Lande zu sein.
        > Handwerker: Man wift keinen talentierten, aber noch etwas unerfahrenen 17-Jährigen von Anfang an ins kalte Wasser und das in der derzeitig angespannten Situation. Um so mehr hat mich sein toller 20-minütiger Auftritt gefreut – vielleicht sehen wir in den nächsten Spielen ja mehr von ihm. Gleichzeitg erinnere ich an Özcan, der sehr gut an gefangen hat und vollkommen unbeeindruckt aufgespielt hat, dann aber für Monate die notwendige Konstanz nicht halten konnte. Und jetzt nach langsamer Heranführung zwei sehr gute Spiele – so finde ich – gemacht hat und positiv agressiv im Mittelfeld agiert (daran könnte sich Jojic übrigens ein Beispiel nehmen, statt nur nebenher zu traben).
        > Rausch: Man kann sich zur Zeit über seine Ecken und Flanken manchmal schon die Haare raufen, aber Einsatz und Kampfeswille kann man ihm wahrlich nicht absprechen und seine Erfahrung ist im Moment bitter nötig.
        > Angsthasen Trainer: Seit Wochen wird in diesem Forum darüber geschrieben – auch von mir – dass der Trainer mit seiner 3er-Kette in entscheidenden Spielen zuviel Risiko nimmt und Du erzählst etwas von keinem Mut. Im übrigen macht es überhaupt keinen Sinn in einer Truppe, die homogen und intakt ist, jetzt massenhaft junge Spieler einzusetzen – punktuell ja, aber nicht als purer Aktivismus.
        > Schmadtke: Dein Kommentar ist vollkommen verfehlt. Zu den heutigen Preisen würde man diese Mannschaft, die den Verein in die EL geführt hat (schon vergessen?) nicht nochmal bekommen!! Und sollen wir mal alle Spieler durchgehen und schauen, wo sie hergekommen sind und in welcher Situation sie damals waren. Herr Schmadtke und Herr Jacobs haben ihr Potential erkannt und Herr Stöger hat sie an dieses herangeführt!! Im übrigen darf auch Herr Schmadtke Fehler machen, wie jeder von uns, entscheidend ist, dass man sie erkennt und korrigiert. Und das macht er!
        > Spinner: Herr Spinner hat mit Herrn Ritterbach und Herrn Schumacher ein Team präsentiert, das mit der Einsetzung von Herrn Schmadtke und Herrn Wehrle und mit der Einleitung von grundlegenden Veränderungen den Verein bis heute aus einer vollkommen verfahrenen Situation geführt hat. Etwas von Fußball zu verstehen bezieht sich nicht ausschließlich auf die Mannschaft, dazu gehört eben mehr – z.B. Struktur, Aufgabenteilung, Finanzen, Kontakte und auch Empathie.
        Abschließend – es gibt immer zwei Möglichkeiten, entweder man schaut permanent zurück und regt sich über gemachte Fehler auf oder man korrigiert diese Fehler, macht es besser, schaut nach vorne und unterstützt diese Mannschaft – dabei kann man sich ein Beispiel an den echten Fans des 1.FC Köln nehmen.

  2. walter berg
    walter berg says:

    stöger hatte seine verdienste ohne jeden zweifel.aber jetzt ist sein zenit überschritten.er sollte gehen und einem neuanfang nicht entgegenstehen.der unglückliche düsseldorfer sollte auch gehen.
    der wald brennt und niemand merkt es!

  3. OlliW
    OlliW says:

    Alle merken, dass es brennt. Aber es kann nur gehandelt werden, indem man an den bestehenden Stellschrauben dreht.
    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Wenn Stöger jetzt ginge, wäre er ein Feigling. Da das weder seinem Naturell entspricht noch geboten ist, wird es glücklicherweise auch nicht passieren. Wenn es mal nicht so läuft, schmeißt man nicht hin! Das sollte ein Erziehungsgrundsatz sein. Aber wegrennen und aufgeben hat sich inzwischen zu einem Prinzip gemausert.
    Vor allem haut man dann dann nicht ab, wenn die Problem-Situation so komplex ist und nicht einfach an einer Person festgemacht werden kann. Das sagen alle im Verein, bis hin zu den Spielern.

    Gut möglich, dass man am Ende der Saison (die ja noch 8 Monate und 28 Spieltage dauert) zu dem Entschluss kommt, dass es gut ist und Stöger dem FC bzw. dem Team nichts mehr bringen kann. Aber jetzt der Herde einen neuen Hirten vorzusetzen wäre programmiertes Chaos mit Ansage!

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