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Kommentar: Peter Stöger und die nötigen Tugenden

Dass Peter Stöger Trainer des 1. FC Köln bleibt, ist alternativlos. Erstens, weil keine Alternative Besserung verspräche. Und zweitens, weil es gute Gründe gibt, an die Wirkung von Kontinuität und Vertrauen zu glauben. Dennoch müssen Nachfragen gestattet sein.

Köln – Der FC St. Pauli holte in der vergangenen Saison in den ersten 14 Zweitliga-Spielen gerade einmal sechs Punkte. Die Hamburger hielten trotzdem an Trainer Ewald Lienen fest und wurden belohnt. Mit 45 Punkten liefen die Kiez-Kicker gar noch auf Rang sieben nach 34 Spieltagen ein.

Peter Stöger verkörpert die nötigen Tugenden

Der zweite Hamburger Klub, der HSV, steckte in der letzten Saison ebenfalls tief im Morast des Abstiegskampfes fest, startete ebenfalls mit nur zwei Punkten so schlecht wie die Geissböcke in den ersten neun Saisonspielen. Nach zwölf Spieltagen standen sogar noch immer erst vier Zähler auf dem Konto. Trotzdem stieg das Team von Markus Gisdol nicht ab. Obwohl der HSV nie mehr als zwei Spiele in Folge gewann und Gisdol (kam nach dem 5. Spieltag) bereits wieder verbrannt schien, landeten die Hanseaten im Mai mit 38 Punkten auf Rang 14.

Zwei Beispiele, die beweisen, dass es sich lohnen kann, an einem Trainer festzuhalten, von dem man überzeugt ist. Zwei Beispiele, die beweisen, dass der 1. FC Köln noch längst nicht verloren ist. Aber auch zwei Beispiele, die im Vergleich zur überwiegenden Mehrzahl an Gegenbeispielen beweisen, dass harte Arbeit auf den FC zukommen wird, aus diesem Loch wieder herauszukriechen. Ruhe und Vertrauen sind dafür nötige Tugenden.

Gereizte Antworten sind fehl am Platze

Peter Stöger verkörpert diese Tugenden wie kaum ein anderer Trainer. Er bleibt sich treu, das spüren die Spieler, die ihm auch deshalb weiterhin vertrauen und folgen. Dennoch: Solange die Wende wie bei St. Pauli und dem HSV nicht eindeutig zu erkennen ist – und ein 0:0 gegen den Vorletzten Bremen kann wahrlich nicht als Turnaround bezeichnet werden – müssen die sportlich Verantwortlichen damit leben, dass die Trainerfrage weiter gestellt werden wird. Gereizte Antworten sind da genauso fehl am Platze wie der Vorwurf, die Medien würden diese Diskussion alleine befeuern. Denn Stand heute steuert der 1. FC Köln weiterhin auf den sechsten Abstieg der Vereinsgeschichte hin.

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