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Kommentar: Von hundert auf null in 156 Tagen


Der 1. FC Köln und Jörg Schmadtke trennen sich. Eine Personalentscheidung, die überraschend und konsequent zugleich erscheint. In jedem Fall zeigt sie, wie brüchig die Strukturen im Fußball sein können.

Köln – Der 20. Mai 2017, Köln-Müngersdorf, 17.18 Uhr: Alle Dämme brechen. Der 1. FC Köln kehrt nach 25 Jahren in den europäischen Fußball zurück. Das 2:0 über den 1. FSV Mainz 05 bedeutet Platz fünf in der Bundesliga und damit den Einzug in die Europa League.

Der 23. Oktober 2017, Geißbockheim, 18.41 Uhr: Irgendjemand in der Medienabteilung drückt auf „Senden“. Die Pressemitteilung trägt den Titel: „FC und Jörg Schmadtke lösen Vertrag einvernehmlich auf.“ Der Sportchef des Erfolgs der letzten vier Jahre ist nicht mehr länger beim Effzeh angestellt.

Nicht nur Schmadtke hat sich verkalkuliert

Von hundert auf null in 156 Tagen: Der 1. FC Köln galt im Mai 2017 als einer der bestgeführten Klubs der Liga, als wiedererwachter Riese, als Traditionsklub auf dem Weg zurück zu altem Glanz. Doch im größten Erfolg macht man bekanntlich die größten Fehler. Nicht nur Jörg Schmadtke, der sich ohne Zweifel am Transfermarkt verkalkulierte. Der Klub hat eine beispiellose Abwärtsspirale hinter sich. So, als seien alle Verantwortlichen am 20. Mai aus lauter Jubel vom Kölner Dom gesprungen im aberwitzigen Glauben, fliegen zu können.

Zu viele Fehler auf allen Ebenen

Dass sie das nicht können, haben sie inzwischen erkannt. Doch noch suchen die Verantwortlichen offenbar hektisch nach der Reißleine für den Rettungsschirm. Jörg Schmadtke hat sie für sich gezogen. Aber auch für den Klub? Ob die Trennung den Sturz des FC bremsen oder gar aufhalten kann, darf ob des Zeitpunkts bezweifelt werden. Denn hinterfragen müssen sich nach den peinlichen letzten Monaten alle Verantwortlichen auf allen Ebenen. Zu viele hanebüchende Fehler wurden gemacht – nicht nur in der Kaderplanung. Der Aufprall ist noch nicht erfolgt. Doch er kommt in halsbrecherischem Tempo näher.

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