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Plötzliches Aus: War es Schmadtkes Entscheidung?

Gespräch in Borisov als Vorbote der Trennung?

Klar ist auch, dass der Vorstand, insbesondere Schumacher, in den vergangenen Wochen immer wieder klar Position pro Peter Stöger als Trainer der Geissböcke bezogen hatte. Über Schmadtkes Arbeit hingegen schwiegen sich die Bosse aus, hielten sich auffallend zurück. Ein bemerkenswertes Detail: Intern hatte es die klare Verabredung gegeben, dass sich nur Schmadtke zu Trainer Stöger äußern sollte. Insbesondere Schumacher hielt sich aber nicht daran.

War am Ende die Trainerfrage ausschlaggebend? Schmadtke musste in den vergangenen Wochen zumindest für den Fall der Fälle eine Liste an alternativen Trainerkandidaten zusammenstellen. Der sportliche Absturz der letzten Wochen machte diesen Schritt unumgänglich. Waren Schmadtkes Überlegungen in der Trainerfrage mitentscheidend? Schon am Morgen vor dem Spiel bei BATE Borisov sah man Schmadtke und Werner Spinner lange auf dem Trainingsplatz im Vier-Augen-Gespräch. Ob sich da schon die unterschiedliche Sicht der Dinge und damit die Trennung anbahnte?

Plötzliches Vakuum in der sportlichen Leitung

Am Montag jedenfalls erfolgte nun, was vor wenigen Wochen noch undenkbar gewesen wäre. Die Geissböcke, seit 2013 personell so stabil besetzt wie zuletzt unter Karl-Heinz Thielen und Hennes Weisweiler, stehen ab sofort ohne Sportchef da. Alexander Wehrle übernimmt zunächst kommissarisch die Gesamt-Geschäftsführung. Doch weil Sportdirektor Jörg Jakobs seit Sommer 2015 gänzlich für den Nachwuchsbereich und nicht mehr für die Profiabteilung zuständig ist, entsteht durch Schmadtkes Abgang ein Vakuum in der sportlichen Leitung. Offen war am Montagabend noch, ob Präsident Werner Spinner am Dienstagmittag auf der turnusmäßigen Spieltags-Pressekonferenz um 13 Uhr zusammen mit Peter Stöger auf dem Podium sitzen und sich zu der Personalie und der Nachfolgeregelung äußern wird.

11 Kommentare
  1. Pit says:

    Da ist jetzt natürlich erstmal viel Spekulation, aber wenn es wirklich die sportliche Ausrichtung sein soll, kann es ja nur die Trainerfrage oder die geplanten Verpflichtungen im Winter betreffen….ob wir es jemals erfahren werden…

  2. metalfrank says:

    Ich sehe keinen Sinn darin, mich an Spekulationen zu beteiligen. Was ich aber wohl sagen möchte ist, dass Herr Schmadtke seit Amtsantritt hervorragende Arbeit für den FC geleistet hat, genauso wie Herr Stöger und der Vorstand. Er hinterlässt hier große Fußstapfen. Und noch etwas: Die aktuellen Ergebnisse des FC werden (nicht nur hier) diskutiert wie der bevorstehende Weltuntergang. Hat sich mal hingegen jemand gefragt, wie es Artjoms Rudnevs geht, der offenbar eine schwere Lebenskrise zu bewältigen hat? Das sind Dinge, über die man viel eher mal nachdenken sollte. Nur mal eine Anregung zum Denken meinerseits.

  3. Amin Negm-Awad says:

    Ich glaube eher an einen „Machtkampf“ zwischen Stöger und Schmadtke denn an Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Transferpolitik. Man kann eine Aussage wie „Ich werde nicht freiwillig den FC verlassen“ durchaus verstehen als: „Ihr müsst mich schon entlassen.“ Und „Es muss erst einmal eine bessere Alternative geben“ als „Zeigt doch mal, wen ihr für mich holen wollt und versucht das dann mal zu verkaufen.“
    Ich hätte es sehr gerne gesehen, wenn beide an einem Strang gezogen hätten. Da das mutmaßlich nicht mehr ging, musste es eine Lösung geben. Schade. Übrigens hat Schmadtke bei mir gelitten, weil sein Sohn auf einmal einen Posten übernahm, der vorher sehr gut besetzt war. (Ja, ich weiß nicht, was die Hintergründe sind, sehe aber das Ergebnis.)

    • A. K. says:

      @Tom9811

      Sehe ich genau so wie du. Gerade Nils Schmadtke auf so einem Posten ist Mist – was qualifiziert ihn genau dafür? Jörg Jakobs hat doch da einen super Job gemacht und nur, damit der Sohn im Verein sein darf, wird Jakobs versetzt? Naja..hatten wir ja schon mal vor ein paar Jahren mit den Lederjacken und dem kleinen Marco Overath :)

      • Amin Negm-Awad says:

        Mit der Aussage, dass „Schmadtke einen Impuls setzen wollte“ und man dann sich trennte, dürfte es wohl wegen eines Machtkampfes nichts mehr zu diskutieren geben: Der Impuls wird ja kaum eine Raftingtour auf dem Rhein gewesen sein … Wenn das zur Entscheidung stand, finde ich sie richtig.
        Wenn man mal an die guten Zugänge der Vergangenheit denkt, fallen einem doch sofort ein: Hector (Jacobs), Wimmer (Jacobs), Modeste (Schmadtke mit Jacobs). Dann verlor Jacobs seinen Posten. Nuff said?

  4. prinzikai says:

    Wahrscheinlich wollte Schmadtke ja die Möglichkeit haben Fehler zu korrigieren und Modeste für 25 Mio. zurückholen und das wollte keiner. Was auch richtig ist, da man mit den Euro und Modeste Millionen einen neuen Spilstil entwickeln sollte – was dann von Schmadtke daraus gemacht worden ist – ist schon jetzt wieder Geschichte …

  5. Norbert Neuheisel says:

    Leider hat Jörg Schmadtke das, was er vorne aufgebaut hatte, mit dem Hintern wieder eingerissen. Die Transfers dieser Saison waren – angesichts der Dreifachbelastung – qualitativ und quantitativ zu dürftig und dem Prinzip Hoffnung unterworfen. Herr Jacobs muss jetzt (die hoffentlich nicht irreparablen Schäden beseitigen.

  6. Thilo Schiffer says:

    Es ist nicht alles Schwarz/Weiß.

    Norbert gebe ich absolut recht, vor dieser Saison waren seine Transfers absolut ok.
    Aber in dieser Saison, hat er sich wohl am Erfolg besoffen, dachte er wäre der Rainmaker und es läuft einfach. Als ich dieses Saisonabschlussvideo mit dem Zettel im Tresor kam, dachte ich nur: Hoffentlich fällt ihm und uns das nicht zeitnah auf die Füße…

    Die Offensive vor Saisonbeginn nicht zu verstärken, sowohl quantitativ als qualitativ, ist der Schlüssel zu den Problemen, die der FC hat.

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