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Brych gesteht Fehler ein: Was sah der Videoassistent?


Der 1. FC Köln hat aufgrund eines unberechtigten Elfmeters beim 1. FSV Mainz 05 mit 0:1 (0:1) verloren. Pablo de Blasis holte in der 42. Minute einen Strafstoß für die Rheinhessen mit einer klarer Schwalbe raus. Schiedsrichter Dr. Felix Brych gestand nach dem Spiel ein: Die Videobilder widerlegten ihn. Was hatte der Videoassistent gesehen?

Aus Mainz berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Mainz – Dass Frederik Sörensen den entscheidenden Fehler machte, ohne den der Elfmeter nie zustande gekommen wäre, ist unbestritten. Der Däne verlor den Ball am Strafraum, sodass de Blasis in den Sechzehner einziehen und im Duell mit Sörensen und Konstantin Rausch fallen konnte. Doch was dann kam, glich einer neuerlichen Farce und schrieb das nächste Kapitel der Peinlichkeiten des Videobeweises in der Bundesliga.

Warum griff der Videoassistent nicht ein?

Die Videobilder zeigten schon Sekunden später: De Blasis hatte eine klare Schwalbe begangen. Brych blieb nach Rücksprache mit seinem Videoassistenten Tobias Welz bei seiner Entscheidung. Warum, wusste nach der Partie niemand. Selbst der Schiedsrichter musste seinen Fehler eingestehen. „Auf dem Platz war es für mich ein klarer Kontakt und ein klarer Elfmeter. Aus Köln wurde mir ein Kontakt am Knie bestätigt“, sagte Brych. „Ich habe mir nun aber die Bilder angeschaut und kann da keinen Kontakt erkennen.“

Eine fragwürdige Erklärung also durch Brych, zumal VAR Welz hätte eingreifen und den Schiedsrichter korrigieren müssen. Schließlich war es einer der „klaren Fehler“, die der Deutsche Fußball-Bund noch unter der Woche in einer Pressemitteilung wie folgt definiert hatte: „Nach einer Definition des International Football Association Board (IFAB) liegt ein klarer Fehler des Schiedsrichters dann vor, wenn er seine Entscheidung nach Betrachtung des Bildmaterials unverzüglich ändern würde.“ Dies hätte dazu führen müssen, dass sich Brych die Situation noch einmal hätte am Bildschirm anschauen müssen. Doch Brych bügelte diesen Vorwurf ab. „Nein“, sagte der Schiedsrichter und gab anschließend seine besondere Sicht der Dinge preis: „Nach der Schlacht ist jeder General. Wir haben es so gemacht und so gelöst. Man kann immer was verbessern.“

Jeder hat es gesehen

Während Brych die spielentscheidende Szene recht lapidar beiseite legte, machten die weiteren Beteiligten keinen Hehl aus der Fehlentscheidung. „Das war kein Elfmeter“, lautete das Urteil von Mainz-Coach Sandro Schwarz. FC-Coach Peter Stöger ergänzte: „Jeder hat es gesehen. Für uns ist es richtig bitter. Aber es ist so.“ Einmal mehr demonstrierten die Schiedsrichter also, woran es wirklich beim Videobeweis hapert: an der Kompetenz und der klaren Entscheidungsstruktur der Referees.

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