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Der mentale Abstieg: Eine Gefahr für den Wiederaufbau

Das schlechteste Team der Bundesliga-Geschichte

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„Irgendwann ist der Kopf am Arsch.“ Niemand dürfte Matthias Lehmann am Sonntag nach der Niederlage gegen Berlin widersprochen haben. Der 1. FC Köln erlebt vor dem sportlichen Abstieg, der immer unvermeidlicher scheint, bereits einen mentalen Abstieg. Kaum einer glaubt noch ernsthaft an die Rettung. Und das nach gerade einmal 13 Spieltagen. Das birgt große Gefahren.

Köln – Die Realität ist brutal, aber auch brutal einfach: Der HSV, Frankfurt, Stuttgart, Mainz oder Berlin – keine der genannten Mannschaften war in den direkten Duellen besser als der FC. Ein Quintett, mit dem die Geissböcke eigentlich auf Augenhöhe spielen müssten. Doch selbst gegen diese biederen Bundesliga-Teams aus dem grauen Mittelfeld der Liga holte der 1. FC Köln keinen einzigen Punkt. Insbesondere die Bilanz aus diesen Spielen ist eine Bankrotterklärung. Für den Verein, für das Trainerteam, für die Mannschaft, für jeden einzelnen Spieler.

Der 1. FC Köln ist schlechter als Tasmania Berlin

Was manche am Geißbockheim noch immer ab und zu vergessen: Der 1. FC Köln ist nach 13 sieglosen Spielen mit zwei Punkten und 4:25 Toren das schlechteste Team der Bundesliga-Geschichte. Nie war eine Mannschaft erfolgloser. Selbst Tasmania Berlin nicht, die offiziell schlechteste Mannschaft der Liga-Geschichte über eine ganze Saison: Die Berliner waren 1965/66 mit nur zwei Siegen abstiegen, hatten nach dem 13. Spieltag aber schon einen Sieg und ein Unentschieden geholt, sechs Mal getroffen und damit zwei Punkte und zwei Tore mehr auf dem Konto als die Kölner heute. Wurde Tasmania immer als das Team belächelt, dessen Negativrekord wohl nie unterboten werden würde, muss man kurz vor Ende der Hinrunde der Spielzeit 2017/18 festhalten: Die Geissböcke sind auf Kurs, genau das zu schaffen.

Es gibt eine spannende Parallele mit einer anderen Mannschaft – mit dem 1. FC Köln vergangener Tage: Schon einmal in der Geschichte der Geissböcke blieb der Effzeh in den ersten 13 Spieltagen sieglos. Faszinierenderweise war dies in der Saison 1991/92 der Fall, in jener Spielzeit, in der sich Köln letztmals für die kommenden 25 Jahren für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren konnte. In den ersten 13 Spieltagen gelang den Geissböcken auch damals kein einziger Erfolg. Am Ende der Saison aber landete der FC noch auf Rang vier und qualifizierte sich für Europa. Fairerweise muss man dazu sagen, dass der FC damals von den ersten 13 Spieltagen nicht elf verlor, sondern elf Unentschieden holte und nur zwei verlor. In dieser Saison stehen gerade einmal zwei Unentschieden auf der Habenseite.

Karlsruhe als mahnendes Beispiel

Immerhin: Damals holte Köln den Premieren-Erfolg am 14. Spieltag. Es war ein 1:0 in Karlsruhe. Dieser Karlsruher SC sollte heute ein mahnendes Beispiel für die Geissböcke sein. Nicht nur, weil das Spiel seinerzeit zeigte, dass nach einem Sieg noch weitere Siege folgen können, sondern weil der KSC erst vor wenigen Jahren eine ähnliche Spirale miterlebte wie der 1. FC Köln heute.

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