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Kommentar: Es wird Zeit für einen Realitätscheck

Der 1. FC Köln will nicht über die Zweite Liga sprechen. Klingt komisch, ist aber so. Abstieg? Ach was. Dafür sei die Mannschaft zu gut, das Verhältnis zum Trainer intakt, intern stünden sie alle zusammen, alles sei nur eine Frage der Zeit. Doch wofür es wirklich Zeit wird, ist ein Realitätscheck.

Köln – Werner Spinner ließ am Samstag via „Bild“ wissen: „Es gibt überhaupt keinen Grund, nach zehn Spieltagen über die Zweite Liga zu reden.“ Und nach elf Spieltagen? Vielleicht sollte jemand dem 1. FC Köln mal sagen, dass seit der 0:3-Pleite gegen Hoffenheim schon ein Drittel der Saison hinter den Geissböcken liegt. Die Bilanz?

  • Tabellenletzter
  • zwei Punkte
  • sieglos
  • neun Niederlagen
  • schlechteste Offensive (vier Tore)
  • schlechteste Defensive (22 Gegentore)
  • acht Punkte Rückstand auf Platz 15

Diese Zahlen sollen also kein Anlass sein, über die Zweite Liga zu reden? Man möchte nicht glauben, dass am Geißbockheim eine derartige Verkennung der Realität vorherrscht. Doch scheinbar rennen die Verantwortlichen lieber sehenden Auges ins Verderben, als der Wahrheit ins Gesicht zu sehen: Der 1. FC Köln, wie er sich am Sonntag präsentierte, ist nicht Bundesligareif.

Verweigerungshaltung der drei Affen wäre gefährlich

Freilich hat die Mannschaft in dieser Saison schon andere Gesichter gezeigt, erst jüngst gegen Borisov. Doch Peter Stöger sprach auch davon, dass es schwierig sei, den Glauben an die eigene Stärke immer weiter aufrecht zu erhalten. In den letzten zwei Wochen schien dies gelungen, ein zartes Pflänzchen der Hoffnung war gewachsen. Doch mit der Leistung gegen Hoffenheim trampelten es die eigenen Spieler mutwillig wieder in den Boden. In genau den Boden, auf dem sie nun wieder liegen und von dem sie sich nur schwer aufrichten werden.

In der Psychologie gibt es den Therapieansatz, Ängste aussprechen zu müssen, um sie sich einzugestehen. Beim 1. FC Köln sollten sie es mal damit versuchen. Denn die Vergangenheit hat allzu häufig gezeigt, dass nur die Mannschaften überlebten, die wussten, in welcher Situation sie sich befanden. Den Abstiegskampf annehmen bedeutet auch, die Gefahr der Zweiten Liga zu erkennen, zu akzeptieren und aktiv zu bekämpfen. Die Verweigerungshaltung der drei Affen kann sich niemand beim FC erlauben.

Genau so spielt ein Absteiger

Natürlich hat der 1. FC Köln noch Chancen auf den Klassenerhalt. Sie sind sogar erstaunlich realistisch. Allerdings nicht, weil die Geissböcke so vielversprechend in der Bundesliga auftreten, sondern weil die Hoffnung bleibt, dass es andere Mannschaften gibt, die am Ende der Saison noch schlechter sein könnten. An die eigene Stärke zu glauben, fällt nach dem Spiel gegen Hoffenheim schwer. Denn zum Realitätscheck gehört auch zu erkennen: Genau so, wie sich der FC am Sonntag präsentierte, spielt ein Absteiger.

24 Kommentare
  1. Harald Großmann
    Harald Großmann says:

    Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Man muss jetzt in den Modus schalten, in dem Darmstadt letzte Saison in der Rückrunde war. Die haben dann wenigstens noch ein paar ordentliche Spiele gemacht. Ich jedenfalls habe mich seit gestern mit dem Abstieg abgefunden. Wenn dann noch die Erkenntnis reift, dass selbst dann das Leben weitergeht, könnte das vielleicht eine gewisse Lockerheit zurück bringen. Allerdings nicht in dem Sinne wie gestern, wo man „locker“ immer 2 Meter von gen Gegenspielern entfernt war.

    Mann, Mann, Mann, das Leben schreibt schon seltsame Geschichten. Wer hätte denn nach der letzten Saison (wo allerdings der Tabellenplatz auch weit besser war, als die Leistung) gedacht, dass ein solcher Ansturz möglich wäre? Egal, damit muss man jetzt REALISTISCH umgehen, genau wie es obiger Kommentar fordert.

    • Mike
      Mike says:

      Das sehe ich genauso. Dieses weiter so bzw. Augen zu und durch, diese Phase ist jetzt vorbei und hat sich abgenutzt. Und ja, es gibt aus der Vergangenheit ein paar Beispiele, wo das Festhalten am Trainer erfolgreich war. Aber dann muss Herr Stöger jetzt einen radikalen Neuansatz wählen oder der Vorstand muss es tun.

  2. Ali Perez
    Ali Perez says:

    Ich würde mir wünschen, dass wir mit PS wieder in die Spur finden. Viele Spiele Zeit dafür bleiben meiner Meinung aber nicht mehr. Denn PS wird nicht alle restlichen 6 Spiele der Vorrunde verlieren dürfen. Ansonsten müssten sich die Verantwortlichen fragen lassen, ob sie der Leitung einer Profimannschaft gerecht werden. Schließlich ist der Kontakt zum rettenden Ufer immer noch da. Mit PS in die 2. Liga, wie von einigen hier propagiert, darf es nicht geben. Das wäre unprofessionell. Es müssen alle Möglichkeiten, die Klasse zu halten, ausgeschöpft werden. Die U21 beweist ja gerade, dass ein neuer Trainer mit anderem Blick auf die Dinge, etwas bewirken kann. Die Nibelungentreue zu PS, von der TS vor kurzem sprach, wird sich der Vorstand nicht leisten können. Will er nicht am Ende als treudoof, unprofessionell und unfähig dastehen. Ich hoffe daher, dass das Ignorieren der derzeitigen Situation nur gespielt ist, um der Presse keinen Stoff für Spekulationen zu geben. Ansonsten stünde hier bald nicht nur der Trainerposten zur Disposition.

  3. DRDIETERR
    DRDIETERR says:

    Das ist halt einfach nicht alles zu verstehen.
    Und immer wieder von den gleichen Personen Durchhalteparolen das alles gut ist, das wir dabei sind, das dies und das alles passt. Nur, die Leistung auf dem Platz passt halt in den meisten Fällen nicht. Es sollte jetzt doch der ein oder andere Impuls gesetzt werden. Immer nur „alles wird gut“ bringt uns nicht mehr in die Spur. Ich vertraue dem Trainer schon, jedoch so eine Entscheidung wie gestern, den P. Olkowski in so einem wichtigen Spiel, ohne Spielpraxis zu bringen, das versteht man beim besten Willen nicht. Bis auf drei. vier Spieler hat noch kein anderer Spieler realisiert worum es überhaupt geht. Das ist zumindest mein Eindruck.
    Immer wenn es darauf ankommt , alles zu langsam, zu behäbig und zu wenig Aggressivität. Dem Gegner ständig auf den Füssen stehen- Fehlanzeige. So viel Raum wie im letzten Drittel des FC hat man noch nicht mal in der Kreisliga. Das geht nun schon so lange, es kann doch nicht sein das man das nicht einigermaßen abstellen kann und das wo man die letzten Jahre immer eine der Mannschaften mit den wenigsten Gegentoren war.
    Ich denke doch das es besser wäre mal dem ein- oder anderen klare Ansagen zu machen. Wenn es dann nicht reicht, dann reicht es eben nicht. Dann sollen die Spielen, die den Kampf am besten annehmen können.
    Aber leider reicht die Zeit für Experimente nun nicht mehr aus.
    Gras fressen, kratzen, beißen, kämpfen. Hört sich nicht so toll an, ich weiß, aber wenn das gelingt dann kommt der Rest von alleine.
    Trotz allem gebe ich Hoffnung nicht auf und glaube noch an den Klassenerhalt. Come On FC!

  4. Detlef Lodenkämper
    Detlef Lodenkämper says:

    Treffender Kommentar. Auch Trainer Stöger hat nicht begriffen, wie ernst die Lage ist, wenn er sagt: „Wir sind nur 2 Siege vom rettenden Ufer entfernt.“ Das setzt nämlich voraus, dass der FC zweimal hintereinander gewinnt (gegen wen?) und die Mannschaften in der Tabelle davor gleichzeitig zweimal verlieren. Warum sollten sie? Beim FC reden sie sich die Lage so lange schön, bis es wirklich zu spät ist, bei 10, 12 Punkten Rückstand (kann ganz schnell so kommen). Dann kriegst du auch keinen guten Trainer mehr, dann kommt nur noch einer, der froh ist, überhaupt einen Job zu bekommen. Welcher Feuerwehrmann (und nichts anderes brauchen wir jetzt) ist noch auf dem Markt? Labbadia hat bewiesen, dass er es kann, aber er wird wohl in Bremen anheuern. Und sonst?

  5. Jürgen Staubesand
    Jürgen Staubesand says:

    Zunehmend finde ich das Verhalten des Präsidium, insbesondere des Präsidenten, irritierend. Wenn man die Lage des Clubs als sportlich prekär bezeichnet, ist das ja eine starke Verharmlosung der Situation. Anstatt nun voran zu gehen, die externe Führung zu übernehmen und und auch Fehler einzugestehen „Durchhalteparolen“. Wie hat man die Ära Overath verdammt und kritisiert (und das in weiten Teilen ja völlig zu recht). Aber das Ergebnis Overath/Spinner wird leider in wesentlichen Teilen identisch sein – voraussichtlich der Abstieg.
    Herr Spinner, das einem ehemaligen Vorstand zu sagen, na ja, in der Krise zeigt sich der gute Manager, der anpackt, Verantwortung übernimmt und versucht den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Und davon ist wirklich nichts erkennbar. Das Präsidium hat die Verantwortung für das Wohl und Wehe des Clubs in die Hände der Geschäftführer gelegt. Bei Herrn Wehrle hat das gut funktionert und bei Herrn Schmadke ist das aber sowas von gegen die Wand gefahren. Und wenn jetzt höre, dass es unter Manager Schmadtke doch nur bergauf ging. Na ja 4 Jahre können ja jetzt nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Desaster nun greifbar ist. Konnte man sich bei Bayer als Manager jedes fünfte Jahr mal leisten mal so richtig schlecht zu performen? Ich glaube kaum! Der Vorstand hat sich offensichtlich mit dem Bau von „Luftschlößern“ geschäftigt anstatt mal genau im Tagesschäft die Strategie zu hinterfragen. Was haben sie eigentlich bei Ihren Strategie-Meetings gemacht? Die Schmadtke Strategie abnicken? Auch über das Management-Gehalt von Herrn Schmadtke wurde ja in den vergangenen Tagen viel geschrieben, besser gesagt über die Abfindung. Ich finde das man jemandem der erfolgreich in einer Leitungsfunktion arbeitet, auch nicht sein Salär neiden sollte. Das ist hier aber nach der Meinung der Öffentlichkeit nicht der Fall, also der gute Job. Eine Performance die den Club wieder in die zweite Liga führt und dann noch mit 3,3 Mio € Abfindung honoriert wird, da fehlt bei vielen Menschen das Verständis. Und jetzt noch etwas das ich nicht so recht verstehen will. Der Mann haut in den Sack und verlängert noch mal eben kurz zuvor ein paar Verträge. Also wenn ich mich in Leitungsfunktion damit beschäftige zu beenden, mach ich das nicht und wenn ich das doch mache, bin ich mit verlaub kein richtig guter Manager. An das gesamte Präsidium, es wäre schön sie zu ihrer Verantwortung auch in der Öffentlichkeit stehen würden. Und noch zu denen die mit dem Club leiden und die sich nun voraussichtlich alle mit der 2.Liga anfreunden dürfen. Der Herr Stöger wird aus Herrn Rausch, Herrn Clemens, Herrn Olkowski und einigen anderen keine Granaten machen. Er hat wenig Alternativen und er versucht über Loyalität zu seinen Spielern die Dinge zu biegen. Das wird nur auch nicht funktionieren. Und da sind wir wieder bei der sportlichen Leitung. Herr Spinner, ich finde, Sie sollten voran gehen!
    Und noch ein Wort zu denen die einen Herrn Hopp diffamieren. Leute keilt nicht aus gegen Menschen die ihr nicht kennt und schon garnicht auf diese Art. Wenn ihr den Club liebt, warum schadet ihr ihm so? Das kann ich nicht verstehen. Wie würdet ihr es den finden wenn ihr unterirdig angepöbelt würdet? Beschäftigt euch mir dem Club und nicht mit Herrn Hopp. Da gibt es genug zu kritisieren. Jürgen Staubesand

  6. NICK
    NICK says:

    „Genau so, wie sich der FC am Sonntag präsentierte, spielt ein Absteiger.“ Das stimmt nicht.

    Die Leistung war gar nicht so schlecht. Das Ergebnis ja, die Leistung nicht. Wird der Elefer nicht gegeben und Osakos Ding geht nicht an den Pfosten reden wir hier alle wieder ganz anders. Auch wenn nach dem 0:2 durch den Elfer noch zwei Chancen genutzt worden wären und das Spiel 2:2 ausgeht, dann hieße es „Der Effzeh hat dem Championsleaque-Anwärter Hoffenheim erfolgreich die Stirn geboten“ Es ist leider anders gekommen. Aber die Mannschaft hat nich gespielt wie ein Absteiger.

    • Ali Perez
      Ali Perez says:

      Die Stirn geboten? Richtig ist, dass die Mannschaft bemüht war und dass wir Torchancen hatten. Ja, wenn es für Hoffenheim richtig blöd gelaufen wäre, hätten die einen Punkt hiergelassen. Richtig ist aber auch, dass Hoffenheim eine klasse besser war. Wir waren phasenweise noch nicht mal annähernd in der Lage, Hoffenheim den Ball abzunehmen. Amiri hat Olkowski auf der linken Seite in der ersten Halbzeit einen Knoten in die Beine gespielt. Hoffenheims Mittelfeld konnte schalten und walten, wie es wollte. Es hätte zur Pause auch locker 0:2 stehen können.
      Osakos Einzelleistung, die am Pfosten endete, kann doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir unterlegen waren. Warum Stöger nicht auf die Abwehrreihe aus dem Leverkusen-Spiel (Sörensen-Maroh-Heintz-Horn) zurückgegriffen hat, die bis zum Maroh-aus stabil stand, kann ich nicht verstehen.

    • Matthias Wiegand
      Matthias Wiegand says:

      mhhhh Hoppenheim die Stirn geboten…. Rausch top…Lehmann top….Zoller top…Olkowski obertop…Clemens top, auch wenn er nicht gespielt hat, top top top…Stöger seine Aufstellung megatop…..der Rausch ist links der Hammer und die Standards, alter….richtig top, die Ecken und Flanken von dem…eine Waffe..hat sich bis zu den Russen rumgesprochen….top…der wird Weltmeister mit den Russen….dann haben wir endlich wieder einen Weltmeister im Team….und das in Liga 2…Demirbay, Amiri und Grillitsch waren gg unsere Mittelfeldpower chancenlos….alles tippi toppi…weiter so

  7. Helmut Klöckner
    Helmut Klöckner says:

    Dass Herr Stöger als Trainer nicht mehr tragbar ist, dürfte wohl inzwischen jedem klar sein. Er ist mit seinen Ideen am Ende und kann der Mannschaft keine Impulse mehr geben. Auch das Präsidium dürfte diese Erkenntnis inzwischen haben. Ich gehe aber davon aus, dass man mit dem Trainerwechsel noch ein paar Wochen wartet, Herrn Stöger vorher noch eine Vertragsverlängerung mit besseren Bezügen anbietet und ihn dann entlässt, wenn es wirklich zu spät ist und ein vernünftiger Trainer mehr übernehmen möchte. Bei der Entlassung wird man ihm dann noch als Dank einen Ausgleich für den verlorenen Bundestrainerposten bezahlen. Ähnlich wie bei Schmadtke. Der FC hat ja das Geld.

    Ich bin der Meinung, Herr Spinner sollte die beiden kommenden Wochen dazu nutzen, mit einem neuen Trainer einen Neuanfang zu starten. Vielleicht kann man Herrn Tuchel für den Job gewinnen. Selbst Bruno Labbadia traue ich inzwischen mehr zu als Herrn Stöger. Schade.

  8. OlliW
    OlliW says:

    Es ist zu wünschen, dass ihnen das bewusst ist. Ob sie es verinnerlichen ist die Frage. Man kann die Tabelle anschauen, die Statistiken lesen und die nüchternen Tatsachen betrachten, dann sieht man es ja. Die Frage ist: Was tut man? Vor allem jetzt?
    Die Mannschaft hat unter Stöger immer eine Reaktion gezeigt, sich gewehrt, überzeigt und überrascht, wenn es drauf ankam. Außer in dieser Saison. Es läuft so gut wie gar nichts mehr zusammen. Und dann schaffst Du es nicht mal, das berühmte Glück herauszufordern und zu erzwingen. Es wird immer enger, der Druck wird enorm. Befreit aufspielen – wie soll das gehen, wenn man eigentlich nicht mehr verlieren DARF?! Der FC ist nun noch mehr in jedem Spiel gefordert zu liefern. Mal ein Spiel verlieren gehört dazu im Verlauf der Siason. Aber dieser kredit ist aufgebraucht. Neun Niederlagen…ich meine, das reicht, aber es werden noch welche folgen. Und all das verunsichert ein Team. Wie soll da ein Lauf, eine Positivserie bei rum kommen?

    Eigentlich müssen die losstürmen und jetzt immer das Spiel machen. Aber dazu fehlen die sportlichen Mittel, die Cleverness, Coolness und vorne wie hinten die Sicherheit.

    Schon die beiden ersten Länderspielpausen sollten zum Re-Start genutzt werden. Was soll sich ändern bis zum Mainz-Spiel, das sich bis jetzt noch nicht geändert hat? Woran es liegt wissen bestimmt alle ganz gut. Nur wie man es ändert und abstellt, das ist das Problem.

  9. Karl Heinz Lenz
    Karl Heinz Lenz says:

    Mir macht Sorgen, dass seitens des FC (z. B. durch Toni Schumacher) in diesen Tagen wiederholt gesagt worden ist, dass Peter Stöger auf jeden Fall und am liebsten für die nächsten 20 Jahre (wie Arsene Wenger bei Arsenal!) FC-Trainer bleiben soll, egal auch, wie die laufende Saison weitergeht und schließlich ausgehen wird. In Teilen der Sportmedien gibt es auch solche Stimmen, die trotz der aktuellen Misere im FC und in Peter Stöger ein Paar sehen, das unbedingt und auf jeden Fall zusammenbleiben muss, auch bei einem Abstieg. Das hat sicher viel mit der Anerkennung zu tun, die sich Peter Stöger in den letzten Jahren in der Bundesliga erarbeitet hat, und auch damit, dass er ganz offenbar ein feiner Kerl ist, der nicht drumherum redet, sondern authentisch und leidenschaftlich seinem Beruf nachgeht.
    Nur: So wie es jetzt sportlich läuft, kann es nicht weitergehen. Wenn der FC weiterhin in der Bundesliga so punktet wie bisher, dann stehen am 34. Spieltag insgesamt 6 Punkte auf dem Konto! Das würde nicht nur den sechsten Abstieg bedeuten, sondern das wäre auch der Super-GAU. Kann sich jemand vorstellen, was eine solche Inflation von Misserfolgen mit der Mannschaft machen würde? 6 Unentschieden und 28 Niederlagen? Das kann die Mannschaft (und auch den ganzen Verein) moralisch nur zermürben und schließlich völlig kaputtmachen. Und die Fans, die ins Müngersdorfer Stadion kommen oder den FC auswärts begleiten? Kann man sich vorstellen, dass die Fans bei 6 Unentschieden und 28 Niederlagen freundlich und ruhig einer demoralisierten Mannschaft zuschauen und weiterhin in Scharen zu den Spielen kommen werden? Ich möchte nicht wissen, was dann auf den Rängen oder vor dem Stadtion (oder in der Stadt) los ist.
    Natürlich weiß keiner, ob es schließlich wirklich so schlimm kommt. Natürlich hoffen wir FC-Freunde alle, dass Peter Stöger und die Mannschaft doch noch die Kurve kriegt und – wenn der Abstieg sich doch nicht mehr vermeiden lässt – wenigsten mit Würde und Anstand die Saison zu Ende bringen.
    Im Moment sieht es nicht aber nicht gut aus. Es kann sein, dass die Mannschaft bis zum Ende der Hinrunde weiterhin sieglos bleibt und mit drei oder vier Punkten in die Winterpause geht.
    Positiv gedacht: Bis zum Ende der Hinrunde sind es noch 6 Spieltage. Diese Zeit muss der FC nutzen, um aus den letzten 6 Spielen noch möglichst viele Punkte zu holen. In der Winterpause könnte die Mannschaft durch Aktivitäten auf dem Transfermarkt verstärkt werden.
    Ich meine, dass die Vereinsführung jetzt und sofort entschlossen handeln muss: Durch einen neuen Trainer besteht die Chance, dass die Mannschaft die Möglichkeit zu einem Neustart erhält und vielleicht neue Impulse und neue Perspektiven erfährt. An dieser Stellschraube kann jetzt und sofort gedreht werden, damit die Mannschaft – im Winter verstärkt – die Rückrunde noch einmal entschlossen angehen kann.
    Noch einmal zu Peter Stöger. Wenn ich die Versuche überblicke, die Gründe für die aktuelle Misere des FC zu finden, dann werden eigentlich immer zwei Dinge genannt. Erstens die Vermutung oder Behauptung, die aktuelle Mannschaft sei von der Qualität her den Anforderungen der Bundesliga nicht gewachsen. Wenn das stimmt, dann müsste man die sportlich Verantwortlichen fragen, wieso sie mit einem solch (angeblich oder tatsächlich) schwachen Team in diese Saison gestartet sind. Wer sind beim FC die sportlich Verantwortlichen? Natürlich ist das nicht nur Jörg Schmadtke gewesen, sondern auch der Trainer Peter Stöger. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass der Trainer bei der Vorbereitung der neuen Saison nicht beteiligt war oder vielleicht sogar außen vor gehalten wurde. Man muss davon ausgehen, dass Peter Stöger im Großen und Ganzen mit einem (angeblich zu schwachen) Kader arbeitet, den er auch so gewollt hat. Als zweiter Grund für die Misere wird oft genannt, die Mannschaft sei eigentlich gut genug, aber es gebe bei vielen Spielern einen Formverfall oder Probleme mit der „Leistungsentwicklung“ (Formulierung von JS), das heißt, die Jungs kommen nicht richtig aus den Puschen. Bei solchen Problemen ist der Trainer natürlich direkt anzusprechen. Wie kann es sein, dass nach einer langen Vorbereitung die ersten Ligaspiele des Teams wirklich schlecht waren und die Mannschaft es immer noch nicht es schafft, über die vollen 90 Minuten die Konzentration hochzuhalten (z. B. die leichten Gegentore in den ersten Minuten).
    Kurz gesagt: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Peter Stöger und sein Trainerteam mit der sportlichen Talfahrt des FC nichts oder nur wenig zu tun haben. Entweder hat der Trainer sich um die Neuaufstellung des Teams für die neue Saison nicht richtig gekümmert oder/und er schafft es nicht, das die Mannschaft nachhaltig in Form kommt. Bei aller Sympathie für Peter Stöger (siehe oben!), so kann es nicht weitergehen.
    Der FC ist mit seiner Mannschaft im Bereich des Hochleistungssports aktiv. Da müssen manchmal auch harte Entscheidungen getroffen werden und persönliche Sympathien zurückstehen. Bis jetzt hat Peter Stöger als Trainer einen sehr guten Ruf. Es ist ihm zu gönnen, dass der beim FC nicht ramponiert wird und er in der Rückschau nicht „der gute Mensch vom Geissbockheim“ ist, dessen Name mit einem beispiellosen sportlichen Desaster verbunden wird, weil die FC-Oberen auf kölsche Art immer nur „Me stonn zosamme!“ gesungen haben, bis zu einem bitteren Ende (was uns hoffentlich erspart bleibt).

  10. Klio
    Klio says:

    „Diese Zahlen sollen also kein Anlass sein, über die Zweite Liga zu reden?“ – Sicher sind sie das, aber sollte man ausgerechnet mit der „Bild“ über die Zweite Liga reden?
    Ängste ansprechen, ist der richtige Zugang. Doch an den Aussagen von Werner Spinner der „Bild“ gegenüber generelle Realitätsverweigerung zu erkennen, geht fehl. Denn so unterscheidet man nicht die Kommunikation nach außen (was sagt man der „Bild“, damit die keine reißerische Schlagzeile draus zusammenschustern können?) von der Kommunikation nach innen. Ängste müssen intern angesprochen werden, mit der Mannschaft, auch mit Hilfe von Sportpsychologen.
    Das Interview habe und werde ich nicht lesen, weil ich diese Zeitung nicht anfasse und nicht anklicke. Aber in den Aussagen von Peter Stöger und dem Team kann ich nicht erkennen, dass hier die Gefahr der Lage nicht erkannt wird. Man merkt der Mannschaft ja geradezu an, wie sehr den Spielern die Gefahr bewusst ist. Bei den Aussagen nach außen vor allem auf die Gefahren abzuheben, ist sportpsychologisch mitunter kontraproduktiv. Man erinnere sich nur an Jochen Breyers Versuch Jürgen Klopp mit einem mehrmaligen „Die Sache ist durch, oder?“ zu provozieren. Egal wie schwierig, Optimismus ist immer auch Pflicht bei allem Realismus. Da bleibt nur die Frage, wie sehr man das negative Szenario dessen, was passieren kann, vor der Presse ausbreiten will. Denn mit den folgenden Schlagzeilen werden die Spieler konfrontiert und das kann die Angstlähmung, v.a. die Angst vor Fehlern verstärken nach dem Motto „Wenn schon die im Verein nicht mehr an uns glauben …“.
    Dass die FC-Führung auf alles vorbereitet ist, zeigt sich schon daran, dass alle Spieler Verträge für die Zweite Liga habe, anders als manch anderer Verein, der in den letzten Jahren abgestiegen ist. Entscheidend für die Mannschaft ist sowieso die Konzentration auf das jeweilige Spiel. Ich glaube kaum, dass in der Mannschaft der Hinweis auf den drohenden Abstieg nicht aktivierte Kräfte freisetzt. Am Einsatz mangelt es dem Team wahrlich nicht, selbst bei Spielen wie gestern, wenn die Leistung eher schlechter ist. Insofern finde ich auch die Beschreibung, die Spieler hätten die Hoffnung „mutwillig“ in den Boden getreten, völlig daneben. Mutwillig heißt mit Absicht, und das habe ich beileibe so nicht gesehen.

  11. Stefan Schmitz
    Stefan Schmitz says:

    Am Anfang der Saison hätte man noch von einer Krise sprechen können.
    Später (Stuttgart,Bremen) von einem Fluch.
    Jetzt muss man langsam die Realität sehen.

    Der FC ist im Vergleich zu einer durchschnittlichen BL-Mannschaft momentan einfach nicht konkurrenzfähig. Die Mannschaft ist als „Mannschaft“ spitze. Einsatz und Moral sind top.
    Aber viele Spieler sind einfach (noch) nicht Bundesligatauglich, so sehr sie sich auch bemühen.

    Die Qualität des Kaders reicht vllt. wenn alle Leistungsträger fit sind, aber Hector und Risse sind nunmal verletzt und Osako ist meistens ein Totalausfall.
    Hinzu kommt das unser 25 Tore Mann dem Ruf des Geldes gefolgt ist und die neuen schlagen halt noch nicht ein. Vielleicht schlagen sie garnicht mehr ein…

    Ich will jetzt nicht alles auf Schmadtke schieben. Der Mann hat über Jahre sehr gute Arbeit geleistet. Aber eins hat er nicht erkannt und/oder ignoriert: Den großen qualitativen Riss zwichen den Leistungsträgern und dem Rest des Teams. Jetzt wird es uns schonungslos vor Augen geführt. Keine Krise, kein Fluch, kein Videobeweis. Ganz simple Realität.

    Ich glaube (vllt ist es aber auch nur die Hoffnung eines Verzweifelten) man hat das mittlerweile beim FC schon kapiert. Aber man kann sowas doch nicht offen kommunizieren. Das würde die Moral endgültig brechen.

  12. Cöln Christian
    Cöln Christian says:

    Ich habe es schon mehrfach hier geschrieben. Mit Rausch, Lehmann, Clemens und Olkowski wird der FC nichts gewinnen. Die Positionen die Besetzt werden müssten, sind leider leer geblieben. Ein spielstarker Sechser neben Öczan. Ein Rechtsverteidiger sowie ein Innenverteidiger.
    Nicht war Herr Schmadtke?

  13. Mike
    Mike says:

    Das positive Verhalten der Fans in dieser Situation gegenüber dem Trainer und der Mannschaft insgesamt ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Denn wir haben alle noch die Ausschreitungen vor 2012 vor Augen und das will ich nicht wieder erleben.
    Aber wir sind an einem Punkt angelangt, wo Durchhalteparolen, Aussagen wie kurz wir davorstehen den Bock umzustoßen und das die Spielerpsyche gestreichelt werden sollte, anscheinend nicht mehr fruchten. Das Festhalten an verschiedenen Spielern und Systemen, dass noch in der vergangenen Spielzeit erfolgreich war, führt derzeit in der BL nicht zum gewünschten Ergebnis. Immer dann (Pokal und EL), wenn Herr Stöger davon abweicht und jungen, unbekümmerten Kräften eine Chance gibt und ein Risiko eingeht, ist die Mannschaft erfolgreich.
    Er sollte auch in den BL-Spielen so agieren – mehr als verlieren können wir doch nicht mehr – und welche anderen Alternativen stehen denn noch zur Verfügung.

    • Mike Quincy
      Mike Quincy says:

      P. Neururer aha ! von gleichem Kaliber sind auch folgende Kandidaten: M. Büsgens oder A. Veh oder noch besser die polierten Platten M. Frontzeck und A. Schubert ? aber auch T. Korkut wäre eine Alternative, denn der kennt sich bestens aus – auf den Autobahnringen rund um Köln.

  14. DRDIETERR
    DRDIETERR says:

    Es ist schön das wir alle so ziemlich die gleichen Sorgen haben und das gleiche Ziel, nämlich den Klassenerhalt.
    Ich hoffe das die Verantwortlichen sich die gleichen Gedanken machen und die Mannschaft unterstützen wo es nur geht um dem Jetzt einzigem Ziel, den Klassenerhalt, noch zu schaffen. Alles andere muss hinten angestellt werden.

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