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Kommentar: Nur die Schiris sind schlechter als der Effzeh


Es gibt bislang in dieser Saison keinen Zweifel: Der 1. FC Köln ist die schlechteste Mannschaft der Bundesliga. Doch damit landen die Geissböcke in der Gesamtbewertung nur auf dem vorletzten Rang. Die Rote Laterne haben sich die deutschen Hobby-Schiedsrichter verdient. Das muss sich schleunigst ändern.

Frankfurt/Köln – Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) scheint nach den Dauer-Pannen um den Videobeweis endlich aufzuwachen. Sie hat inzwischen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) dazu aufgefordert. eine „eigenständige Organisation des Schiedsrichterwesens unter Beteiligung der DFL“ zu gründen. Was dahinter steckt, ist kein Mysterium: Es soll endlich Profi-Schiedsrichter in Deutschland geben.

Über 200.000 Euro für einen Nebenberuf

Es klingt eigentlich wie ein schlechter Witz: Im Milliardengeschäft Fußball in Deutschland sind die Referees in der Bundesliga und Zweiten Liga noch immer Amateure. Sie üben ihren Job zumindest offiziell nebenberuflich aus, einige gehen noch immer einem Hauptberuf nach. Dabei streichen sie Honorare ein, die das längst ausschließen könnten. Die internationalen Elite-Schiedsrichter erhalten ein Grundgehalt von 75.000 Euro, FIFA-Schiedsrichter sowie Referees mit mehr als fünf Jahren Bundesliga-Erfahrung 65.000 Euro. Alle anderen Bundesliga-Schiedsrichter werden mit 50.000 Euro jährlich abgesichert. Das ist aber nur das Grundgehalt. Darüber hinaus erhält jeder Schiedsrichter pro Einsatz 3800 Euro. Ein Jahreseinkommen von 150.000 bis über 200.000 Euro – kein schlechter Verdienst für einen Nebenberuf.

Dass sich der Deutsche Fußball-Bund noch immer sträubt, sein Schiedsrichterwesen zu professionalisieren, ist lachhaft. Genauso lachhaft wie die amateurhafte, intransparente und wankelmütige Umsetzung des Videobeweises. Das Bittere daran: Szenen wie die Schwalbe von Pablo de Blasis am Samstag in Mainz gegen den 1. FC Köln zeigen, dass eigentlich trotzdem alles für den Videobeweis spricht – aber gegen die Schiedsrichter, die an der Pfeife und vor den Bildschirmen hängen. Ein Vergleich: Was kann ein Navigationsgerät in einem Auto dafür, wenn es die richtige Route anzeigt, der Fahrer am Steuer aber falsch abbiegt?

Schluss mit den Taschenspielertricks

Der Deutsche Fußball-Bund klopft sich seit Jahren auf die Schulter, wie unglaublich professionell, international und erfolgreich alles sei, was aus der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt hervorgehe. Doch all das ist nichts anderes als Effekthascherei und Blendertum. Der DFB muss endlich einsehen, dass das Publikum die jahrelangen Taschenspielertricks durchschaut hat. Es braucht echte professionelle Strukturen, die dieser Bezeichnung gerecht werden. Und in dem Wort „professionell“ steckt der Begriff „Profi“. Genau den braucht es auch auf dem Rasen – damit Spiele von Fußballprofis auch von Profi-Schiedsrichtern geleitet werden.

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