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Millionenklausel: Wie teuer war der Schmadtke-Abschied?

Jörg Schmadtke ist seit zehn Tagen nicht mehr Geschäftsführer des 1. FC Köln. Doch die Umstände werden für die Geissböcke wohl noch nachklingen. Weil man sich einvernehmlich getrennt hatte, muss der Effzeh eine Millionenabfindung an den 53-Jährigen zahlen.

Köln – Sein Vertrag wurde erst im Mai bis 2023 verlängert. Einige FC-Fans befürchteten, der FC müsse Schmadtke auszahlen und das Gehalt bis zum Vertragsende übernehmen. Das, so viel war bereits bei der Trennung klar, würde nicht passieren. Denn der Kontrakt beinhaltete eine fixe Abfindungsregelung.

Teures Gentlemen’s Agreement

Nun sickerte offenbar durch, wie diese genau ausgestaltet war. Der „Express“ berichtet, dass sich die Abfindung auf 1,5 Jahresgehälter beläuft. Schmadtke soll demnach bei einem Jahresgehalt von rund 2,2 Millionen Euro nun insgesamt 3,3 Millionen Euro als Abfindung kassieren.

Dass überhaupt eine Abfindung fällig wurde, war offenbar einem „Gentlemen’s Agreement“ geschuldet. Obwohl der 1. FC Köln nicht müde wird zu betonen, dass die Trennung eine Entscheidung Schmadtkes war, fiel der Begriff „Rücktritt“ nie. Denn wie auch aus der Pressemitteilung der Geissböcke hervorging, hatte man sich auf den Terminus „in beiderseitigem Einvernehmen“ geeinigt. Also keine einseitige Trennung, sondern eine Vertragsauflösung, die eben jene Abfindung vorsah.

Keine Rückzahlung nach Sommer 2018

Warum es zu dieser millionenschweren Konzessionsentscheidung kam, ist offen. Das Präsidium um Werner Spinner hält sich bezüglich der genauen Gründe der Trennung bekanntlich zurück. Doch der Vorstand soll dem Bericht zufolge ein weiteres Zugeständnis eingegangen sein. Dem Arbeitsvertrag nach hätte diese Abfindung für die restliche Vertragslaufzeit bis 2023 gegolten. Sollte Schmadtke in diesem Zeitraum eine neue Beschäftigung annehmen, hätte der Ex-Sportchef die Abfindung anteilig zurückzahlen müssen. Doch das Präsidium gestand Schmadtke zu, diese Regelung bis Ende Juni 2018 zu beschränken. Danach kann der Manager bei einem anderen Klub anheuern, ohne die Abfindung zurückzahlen zu müssen.

18 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    Das ist schwer zu begreifen: Erstens die enorme Höhe des Grundgehaltes von Jörg Schmadtke. Zweitens die Tatsache, dass er eine ebenfalls enorme Abfindung erhielt, obgleich die Trennung von ihm ausging. Drittens, dass der FC ihm in dieser Weise entgegenkam, obgleich er (wenn man dem Express glauben darf) zuletzt lustlos und amtsmüde war. Und viertens, dass der FC seinem Ex-Manager nach der Trennung in einem Vorstandsbrief an die Mitglieder ein tolles Zeugnis voller Lob ausstellte – einem Sportchef, der das Schiff, das in einem tobenden Sturm gegen den Untergang kämpft, mir nichts, dir nichts verlassen hat. Meine Güte: Wie kann ein Mann, der in seinen Jahren beim FC auch viel Gutes für den Klub getan hat, seinen Ruf derartig ruinieren?

    • Klaus Justen says:

      Ob das Gehalt von Schmadtke enorm war, bestreite ich einmal – angesichts der 2,5 Millionen, die Christoph Daum 2006 angeboten wurden, um ihn zum FC zurückzuholen. Da sind nicht nur zehn Jahre Preisentwicklung in der Fußballbranche drübergegangen, sondern bei allen Schwächen, die Schmadtke zum Schluss gezeigt hat, doch eindeutig unterschiedliche Wertentwicklungen im Kader erzielt worden.

  2. udo schmidt says:

    Solange der Express nicht den Aufhebungsvertrag im Original veröffentlicht (und das wird/kann er nicht) ist alles Spekulation.Üblicherweise werden Personalangelegenheiten in Deutschland (anders als in USA) diskret und nicht öffentlich abgewickelt.Man kann über die genannten Zahlen und Modalitäten durchaus unterschiedlicher Meinung sein,aber im Vergleich zu ähnlichen Vorgängen in der Industrie (VW,Deutsche Bank) sind es doch nur die berühmten „Peanuts“. Hier ist jegliches Maß verlorengegangen und dem normalen Bürger/Fußballfan nicht mehr zu vermitteln.Da werden auf der einen Seite mühsam kleine Beträge für die FC Stiftung gesammelt und auf der anderen Seite Millionenbeträge durch Abfindungen und überhöhte Ablösesummen (Cordoba) regelrecht verbrannt.Der FC ist leider nicht „spürbar anders“.

  3. Ali Perez says:

    Sollte die Story stimmen, könnte sie Spinner und Co. noch schwer auf die Füße fallen. Schließlich wäre dem Verein ein Schaden entstanden. Es gibt keinen Grund, einem Fahnenflüchtigen noch Geschenke zu machen. Wofür macht man denn dann Verträge? Ich will das nicht glauben. Ansonsten schießt mir die Magensäure in den Kopf.

  4. Robert H. says:

    Immer diese Nachtreterei – nervt.
    Der Wert der Mannschaft wurde in der JS Ära auf um die 100 Mio erweitert.
    Und da regt ihr euch über die 3 Mios Abfindung auf? Kopfschüttel…
    Sein Vertrag hätte über 6 Jahre 12 Mios gekostet – die sind ja nun eingespart.
    Mal ganz abgesehen davon, dass ich dem Express von den Zahlen und sämtlichen Details mal so gar nix abnehme.

    • mal im Ernst says:

      Wieder H2O Kopf Kommentar…. Kopfschütteln ? 100 Millionen Mannschaftswert? 3 Millionen Abfindung piñata ? Wenn einer über 6 Jahre Erfolg hat soll er ja die Kohle verdienen . Wenn er aber selber in den Sack haut bekommt er auch nix. Wenn du selber kündigst gibt dir dann dein Chef noch 2 Jahre dein Gehalt weiter ? Du bist ein H2O Kopf

  5. Ali Perez says:

    Nichts für ungut Robert H.,
    aber Deine Harmoniesucht ist auch ziemlich anstrengend.
    Wenn Du Dir gerne alles durch die rosa Brille anschauen möchtest, ist das völlig okay. Aber hör‘ auf, alle anderen als Stinkstiefel darzustellen, die sich bemühen objektiv auf die Dinge zu schauen. Man hätte JS zu seinem rückgratlosen Abschied keine Geschenke machen müssen, wenn es denn stimmt. Wenn jemand in den Sack hauen will, dann bitte auch mit allen Konsequenzen. Das hat nichts mit Nachtreterei zu tun, sondern mit Anstand.

    • NICK says:

      Vorallem wenn nur eines der kursiereden Gerüchte stimmen sollte, hat Schmadtke menschlich wie auch als Angestellter des Effzeh keinen Cent Abfindung verdient. Warum man ihm dann noch bessere Konditionen (Rückzahlungsmodalitäten) einräumt, als vertraglich vereinbart erschließt sich mir nicht – wenn der Schmadtke 2018 wieder arbeitet, hätten wir von ihm viel Geld zurück bekommen, wenn man das dann in die Jugend stecken könnte…wollten wir nicht was bauen? Irgendso ein Gebäude…“Leistungs…“ – ach wir haben noch genug Geld übrig, Cordoba hat ja nix gekostet ;)

  6. Robert H. says:

    Meine Harmoniesucht hat Grenzen – bin durchaus bereit (so wie er selbst ja auch) seine Fehler in der letzten Transferperiode einzusehen.
    Aber so zu tun, als hätte er in jeder Hinsicht einen Scherbenhaufen hinterlassen, geht an einer objektiven Sicht der Sache (um die ihr euch doch alle so bemüht…) weit vorbei. Von allen Kritikern hier wird inzwischen alles Positive komplett ausgeblendet, was wohl der prekären Situation geschuldet ist. Eine irgendwo auch verständliche, aber letztlich völlig irrationale und emotionale Reaktion. Man braucht halt einfach einen Sündengeissbock.

    Eine Auflösung des Vertrags in beiderseitigem Einvernehmen sieht nun einmal eine Abfindung vor. Darüber könnt ihr euch krumm ärgern bis an euer selig Ende. Aber das ist rein sachbezogen ein ganz normales Geschäftsgebahren. Es ist objektiv weder ein „rückgrat-“ noch „anstandsloses“ Verhalten. Ich denke, jedem einzelnen von euch wäre in genau dieser Situation von JS und dem Vorstand das Thema „Anstand“ … naja, sagen wir mal zweitrangig.

    Ja Nick, wir HABEN noch Geld übrig. Gerüchteweise stehen 25 Mios für Wintertransfers bereit. Wir sind derzeit NICHT völlig überschuldet und stehen kurz vor der Insolvenz, wie noch vor JS . OK, das ist jetzt nicht sein alleiniger Verdienst – aber dennoch einer der gesamten Führung, also AUCH eines JS!

    • Ali Perez says:

      Deine Meinung! Meine ist eine andere; bezogen auf die Infos, die wir zu JS-Abgang haben. Normales Geschäftsgebaren ist es, sich vertragskonform zu trennen. Rückgratlos ist es, bei der ersten Krise aufzugeben und alle anderen von hier auf gleich im Driss sitzen zu lassen. Da würde ich lediglich Krankheit wie Burn-Out bzw. Depression oder Krebs als Entschuldigung gelten lassen. Und anstandslos ist es dann, noch ein paar Extrawürste einzustreichen. Und das würde ich auch schreiben, wenn es keine Krise gäbe. Alles andere war auch gar nicht mehr Thema.
      Aber mal nebenbei; ich habe nie behauptet, dass JS einen Scherbenhaufen hinterlassen hat. Ich habe noch nicht mal seinen Rausschmiss gefordert.
      Außerdem möchte ich anmerken, dass mein Kommentar nicht böse gemeint ist, falls es so rüber kommen sollte.

      • Robert H. says:

        Nein, das ist nicht meine Meinung, sondern der Wortlaut der Erklärung des Vorstands. Schmadtke hat demnach „die Auflösung seines Vertrags angeboten, und der Vorstand hat diesem Ersuchen stattgegeben“. Das mag für manchen hier angesichts seiner Position dünnhäutig erscheinen, aber niemand weiß, wieviel von dem allgemeinen teilweise unsachlichem Bashing (weit mehr als nur Kritik) zu ihm durchgedrungen ist und wie es letztlich auf ihn gewirkt hat.
        JS hat also nicht gegen dem erklärten Willen des Vorstands seinen Vertrag einseitig aufgelöst, sondern es war offiziell in „beiderseitigem Einvernehmen“.
        Ich hätte mir mehr Rückgrat vom Vorstand gewünscht, dass er JS den Rücken gestärkt und ihm zum Bleiben überredet hätte. Denn mir war klar, dass diese Aussage zu finanziellen Konsequenzen führen musste – übrigens zu genau den gleichen, wenn nach weiteren Niederlagen Stögers Vertrag in „beiderseitigem Einvernehmen“. aufgelöst werden sollte.
        Schmadtkes Vertrag sah nun einmal für den eingetretenen Fall eine Abfindung vor. Meine Meinung ist, dass er dem Verein nachweislich viel Gutes getan hat und dass so ein Kompromiss, egal in welcher Höhe, angemessen, absolut üblich und für alle Beteiligten wünschenswert ist. Es hätte weitaus schlimmer kommen können.

        Und solange der genaue Grund für dieses Ende spekulativ ist (niemand weiß, wie es ihm wirklich geht) ist eine Verurteilung für mich nicht in Ordnung. Er ist weg, ich hätte ihn gerne weiter bei uns gesehen, andere wohl eindeutig nicht, aber damit sollte es nun mal auch gut sein.

        • mal im Ernst says:

          H2O Kopf….wenn ein Vogel dir auf den Kopf scheissssst hat er bei dir eine Hohlraumversiegelung erreicht . Bist du und der Schmäh euch in den Trinkkuranlagen begegnet ? Oder wirst du von dem für diese Kommentare pro Schmäh bezahlt? Der Opa wartet noch…

        • Ali Perez says:

          Ich könnte mir vorstellen, dass JS den Rückhalt im Vorstand antesten wollte, indem er die Auflösung seines Vertrages anbot. Dabei hat sich dann wohl rausgestellt, dass der Rückhalt des Vorstandes bezüglich seiner Person nicht mehr allzu groß war. Der Vorstand hat ja nie erklärt, dass man alles versucht hätte, JS zum Bleiben zu überreden. Und dann würde ein Gentleman Agreement auch Sinn machen. Ich würde mich dann aber trotzdem an das aufgehobene Berufsverbot stören. Egal… Unser Mitgliederrat (vorallem Müller-Römer) wird der Sache schon nachgehen.

          Übrigens ich sehe die ganze Sache nicht im Zusammenhang mit der Gesamtleistung des JS für den Verein. Es geht mir nur um den Vorgang an sich. Er ist höchst merkwürdig und trübt mein positives Bild weiter, dass ich mal von Spinner hatte.

  7. Rainer Pandolfi says:

    Manchmal rettet einer der freiwillig von Bord springt ein ganzes Schiff samt Besatzung! Alle schreien und schimpfen und haben es ja schon immer gewusst. Er selber hat sich noch nicht dazu geäussert, und was sollte er auch sagen wenn ihm eh keiner glaubt. Für mich beweist J.S. absolute Grösse. Und das er nicht perfekt ist und ein Mensch ist der auch Fehler macht, da ist er der erste der das reflektiert und der letzte der das abstreiten würde. Allen Spekulationen und hin und her gedrehten Geschichten zum Trotz, sollten wir alle dankbar sein für das was er für den Verein geleistet hat. Absolut niemand von uns könnte in seinen Schuhen laufen denn in diesen Beruf kann man nur in langen Jahren durch Erfahrung hineinwachsen und die Synapsen knüpfen die einem ermöglichen in diesem brutal hartem Geschäft nicht nur zu überleben sondern auch einer der Erfolgreichsten zu sein. J.S. ist und war immer „gerade aus“ und damit auch für mansche Leute unbequem. Aber ein ist er nie Gewesen: der geldgeiler Taugenichts als den mach einer ihn gerne hinstellen würde aus welchem Grund auch immer.

    Danke Jörg Schmadke alles gute für die Zukunft

  8. Mike says:

    Der Verein hat einen Vertrag inklusive Abfindungsvereinbarung mit Herrn Schmadtke geschlossen, dem zu diesem Zeitpunkt ja wohl auch die Gremien zugestimmt haben, oder nicht?
    Grenzwertig finde ich allerdings, dass der Präsident zum Zeitpunkt der Auflösung in beiderseitigem Einvernehmen anscheinend ein paar kleine Änderungen vorgenommen hat.

  9. Hans-Jörg Fischer says:

    Hallo liebes GBK Redaktionsteam, mal ein Post „off topic“.
    Könnt Ihr bitte dem User „mal im Ernst“ die „rote Karte“ zeigen ? Was der Meister hier absondert, das geht eigentlich gar nicht.
    Man kann über alles, was im GBK veröffentlicht wird, unterschiedlicher Meinung sein und hier im Forum kontrovers diskutieren, aber was dieser User hier in den letzten Wochen stellenweise von sich gibt, ist unterste Schublade, hat mit einer sachlichen Auseinandersetzung nichts zu tun und besteht zum Teil nur aus Beleidungen und Pöbeleien. Ich denke, da sind auch noch andere User hier im Forum meiner Meinung.
    Ich würde mich freuen, wenn wir hier in Zukunft wieder wie zivilisierte Menschen diskutieren können.
    Vielen Dank.

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