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Modeste: „Ich würde am liebsten mit den Jungs arbeiten“

Mit dem 1. FC Köln erreichte er die Europa League, mit Tianjin Quanjian in China nun die asiatische Champions League: Anthony Modeste hat erfolgreiche Jahre hinter sich. Doch der Stürmer ist in China nicht wirklich glücklich. Am liebsten würde er zum 1. FC Köln zurückkehren. Aber das ist wohl kaum möglich.

Köln – Gegen RB Leipzig war Anthony Modeste das erste Mal seit seinem Wechsel nach China wieder im RheinEnergieStadion zu Gast. Der 25-Tore-Stürmer der letzten Saison musste mitansehen, wie die Geissböcke reihenweise gute Torchancen versemmelten und schließlich verloren.

Würde am liebsten zum Geißbockheim fahren

Ein Umstand, den der 29-Jährige nicht ändern kann. Aus seinem Vertrag in China kann er nicht so einfach raus und wieder nach Köln zurückkehren. Ex-Manager Jörg Schmadtke, mit dem sich Modeste überworfen hatte, ist zwar inzwischen nicht mehr beim Effzeh beschäftigt. Dennoch wäre ein Wechsel aktuell kaum darstellbar. Das weiß Modeste. Trotzdem würde er seinen ehemaligen Mitspielern und Trainer Peter Stöger gerne helfen. „Jetzt, wo ich zwei Monate in Köln bin, würde ich am liebsten zum Geißbockheim fahren und mit den Jungs arbeiten“, sagte der Stürmer dem „Express“. „Das geht natürlich nicht. Trotzdem wäre es mein Wunsch.“

In der chinesischen Sommerpause mal eben ein Gastspiel beim 1. FC Köln? Das wird es nicht geben. Auch eine Rückkehr im Winter wohl nicht. Der Franzose ließ aber durchklingen, dass er am liebsten so schnell wie möglich wieder nach Deutschland und nach Köln zurückkehren würde. Ohne seine Familie in China lebt er in einem großen Hotenkomplex. Seine Frau Maeva und die Kinder fehlen ihm. Der sportliche Erfolg (und das Traumgehalt von zehn Millionen Euro pro Jahr) machen es zwar komfortabel. Doch dem stets fröhlichen Modeste fehlt der echte Spaß.

Ich setze große Hoffnungen in Sehrou

Zuletzt wurde er mit dem FC Bayern München in Verbindung gebracht. Der Rekordmeister ist auf der Suche nach einem Spieler, der sich hinter Robert Lewandowski als Ersatz auf die Bank setzt. Keine Rolle, die sich Modeste vorstellen könnte. „Mit Bayern würde ich zwar deutscher Meister werden, hätte aber nichts davon.“ Stattdessen wird er in zwei Monaten wieder zurück nach China fliegen und sich dort auf die neue Saison vorbereiten. Der Effzeh, hofft er, soll bis dahin die Kurve bekommen.

Und Modeste weiß auch schon, wer die Wende einleiten soll: sein Landsmann Sehrou Guirassy. „Ich setze große Hoffnungen in Sehrou, für mich ist er ein riesiges Talent“, sagte Modeste. „Er ist noch sehr jung und braucht seine Zeit. Er ist auf einem guten Weg.“ Zuletzt gestand Modeste zudem noch einen Fehler ein, der er am liebsten ungeschehen machen würde und der ihm den Abschied aus Köln verhagelt hatte: „Die Kommunikation rund um diesen Transfer hätte für beide Seiten nicht viel schlechter ablaufen können.“

7 Kommentare
  1. E Levve lang
    E Levve lang says:

    Jeder Fan wusste sofort das es ein großer Fehler ist Modeste ziehen zu lassen. Aber da war die Geldgier und die Sturheit des Sportdirektors größer als der Sportliche Erfolg. Schade. Jetzt ist der Karren im Dreck und der ders verbockt hat hat das Weite gesucht.

    • Stefan Schmitz
      Stefan Schmitz says:

      Oder war es vielleicht doch die Geldgier des Spielers und seines Beraters???

      Modeste hat seinen Wechsel selbst forciert. Konnte man es ihm verdenken? Nein, nicht wirklich. Sein Durchbruch kam sehr spät, er ist jetzt bereits 29! Er wollte halt einmal richtig Kohle scheffeln.

      Jetzt hat er wie viele andere, die nach China gingen bemerkt, das Geld nicht alles ist. Natürlich war alles nur ein großes Missverständnis, Fehler bei der Kommunikation…ja, nee is klar.

      Schmadtke daran die Schuld zu geben, ist so einfach wie falsch. Was hatte er denn für eine Wahl? In Barcelona spielt ein gewisser Spieler namens Dembele. Der hat gezeigt, was Sache ist: Die Spieler haben letztendlich die Macht und sonst keiner. Und wenn ein Verein wie Dortmund das einsehen muss, gilt das für den FC erst recht.

      • Robert H.
        Robert H. says:

        Sorry, aber gefühlt gut die Hälfte der Fans hat den Verkauf letztlich positiv gesehen, auch hier im Forum.
        Daraus jetzt „Geldgier“ oder „Sturheit“ von Schmadtke abzuleiten und ihm zum wiederholten Mal vorzuwerfen geht m.E. völlig an der Sache vorbei.
        Erstens war der Modeste-Deal mit Sicherheit keine Entscheidung, die JS einsam und alleine, sondern mit Rückendeckung aller Führungsbeteiligten getroffen hat. Zum zweiten war dies aus finanzieller Sicht eine Wertschöpfung für den Verein zu einem optimal günstigen Zeitpunkt. Und drittens ist nicht jedes berechtigte finanzielle Interesse gleich Geldgeilheit, auch nicht auf Seiten von Modeste und seinen Beratern.

        Dass es ein sportlicher Aderlaß gewesen ist, war uns allen schon damls klar. Es bestand ja die Hoffnung, dass es mit dem Geld zu kompensieren sein könnte, was leider ja nicht funktioniert hat. Dass es aber derart katastrophal ausgehen würde, war für alle so nicht abzusehen.

  2. Karl Heinz Lenz
    Karl Heinz Lenz says:

    Dass er mit dem Herzen an Köln und dem FC hängt, das nehme ich Anthony ab. Die Tränen nach dem letzten Saisonspiel waren keine Show. Die Hin-und-Her-Geschichte bei seinem Wechsel nach China sah ja so aus, als ob damals sogar zwei Herzen in seiner Brust hatte: Eins für den FC und die Stadt und das andere fürs Geld. Das letztere verdenke ich ihm nicht. Wir wissen nicht, wer da sonst alles noch die Finger im Spiel hatte und damals auf Anthony Einfluss genommen hat. Von FC-Seite wurde es ja immer so dargestellt, als habe Anthony unbedingt und auf jeden Fall nach China gewollt. Wenn ich mich richtig erinnere haben sich von FC-Seite Toni Schumacher und Peter Stöger gegenüber der Presse so über Anthony geäußert. Anthony selbst hat immer das Gegenteil behauptet. Der FC habe ihn ungedingt nach China verkaufen wollen, der hohen Ablöse wegen. Nach dem flotten Abgang von Jörg Schmadtke und der dann allen Beobachtern klar gewordenen Tatsache, dass seine Transferaktivitäten im Sommer eine Katastrophe waren – Perspektivspieler mit ungewisser Zukunft geholt , aber für viel zu viel Geld – muss vielleicht auch der Transfer von Anthony nach China anders beurteilt werden. Keiner von uns war dabei, also bleibt alles Spekulation. Aber nachdem in den letzten Wochen deutlicher geworden ist, dass Jörg Schmadtke in seiner letzten Zeit beim FC mehr und mehr auch seine schwachen Seiten gezeigt hat (siehe z. B. Kommentar von Ralf Friedrichs: http://www.ralffriedrichs.wordpress.com), kann man sich besser vorstellen, dass der Sport-Geschäftsführer Anthony unbedingt Richtung China loswerden wollte. Aus heutiger Sicht wirkt die dabei erhaltene Ablösesumme als vergleichsweise „gering“ (im Rahmen des Irrsinns, der gerade in der Fußballwelt los ist) und ist ja danach komplett für die Transfers von Cordoba, Mere und J. Horn draufgegangen. Kurzum. Der Wechsel von Anthony nach China war für den FC sportlich und finanziell kein Erfolg (wobei wir natürlich die oben genannten drei Jungs, die für die Misere nun wirklich nichts können, sportlich nicht abschreiben dürfen).
    Das war natürlich wieder einmal ein Blick in die FC-Vergangenheit, an der wir nichts mehr ändern können. Interessant, wie vor diesem Hintergrund vieles von dem damals allseits gepriesenen genialen Gespann Schmadtke/Stöger heute allzumenschlich und entzaubert wirkt.

  3. OlliW
    OlliW says:

    Ich habe seinen Weggang von Anfang an nicht befürwortet. Und ich war erst happy, als der Trasfer geplatzt ist und er zum Trainingsauftakt am GBH gefeiert wurde. da hätte die Geschichte beendet sein sollen!
    Ob dann er oder Schmaddi die treibende Kraft beim Weggang gewesen ist, weiß ich nicht. Die Stimmeung war danach jedenfalls im Eimer. Gur möglich, dass das auch zur Misstimmung zwischen JS und PS beigetragen hat.

    Jedenfalls scheint Tony spätestens jetzt klar zu sein, dass man ihn hier auf Händen getragen hat, sprichwörtlich. Man hat ihm ein eigenes Lied gedichtet, seine Familie fühlt sich wohl etc. Das gibt es eben nur hier. Jetzt wo JS weg ist, wird er sich vielleicht denken, dass die Atmosphäre für ihn besser ist? Müßig…

    Keine Ahnung, ob das möglich wäre ihn, wieder zurückzuholen. Möglich bestimmt, denn es ist eine Frage des Geldes. Im Winter würde er uns helfen für die Rückrunde. Das ist klar. Dass das gehen würde, denke ich aber kaum. Vielleicht ist die Vereinsführung auch „zu stolz“, das zu machen. Wäre ja ein krasses Fehlereingeständnis (was wiederum auch mal vorkommen kann). Ob man in China anrufen kann uns sagen: Passt auf, war alles ein Missverständnis, wir überweisen die die 35 Mio zurück und der Jung bleibt gleich hier, ist sicherlich Wunschdenken. Die Chinesen werden mehr aufrufen, und so viel ist glaube ich nicht mehr da. Stimmt aber, dass in Abstieg teurer kommt, als jetzt alles in die Waagschale zu werfen und auf Klassenerhalt zu setzen.

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