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Aus im DFB-Pokal! Effzeh verliert letztes Spiel des Jahres

Der 1. FC Köln hat die Überraschung verpasst und ist im DFB-Pokal ausgeschieden. Im Achtelfinale gab es beim FC Schalke 04 eine 0:1 (0:0)-Niederlage. Damit verlor der Effzeh das letzte Pflichtspiel des Jahres und verabschiedete sich mit einem Negativ-Erlebnis in die Winterpause. 

Aus Gelsenkirchen berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Das letzte Spiel des Jahres, dazu ein K.o.-Spiel: Es ging für beide Mannschaften um alles oder nichts, und der 1. FC Köln wollte nach dem ersten Sieg in der Bundesliga am vergangenen Samstag gegen Wolfsburg die Gunst der Stunde nutzen und Schalke überraschen. Ein Einzug ins Pokal-Viertelfinale als Balsam auf die vielen Wunden der letzten Monate, so lautete der Plan der Geissböcke gegen den königsblauen Favoriten.

Ausgangslage

Stefan Ruthenbeck entschied sich wie schon gegen den FC Bayern für ein System mit Fünferkette in der Defensive, brachte dafür im Vergleich zum Sieg über Wolfsburg Pawel Olkowski hinten rechts, der den verletzten Birk Risa ersetzte. Ansonsten vertraute der Interimscoach am Tag vor der Entscheidung über die Trainerfrage beim Effzeh auf die siegreiche Elf vom Wochenende. Das bedeutete auch, dass Siegtorschütze Christian Clemens sowie Marco Höger, die beiden Ex-Schalker, zunächst mit dem Platz auf der Bank Vorlieb nehmen mussten.

Moment des Spiels

Niemand hatte Max Meyer, den kleinen Mittelfeldspieler des FC Schalke 04, bei einer Ecke in der 63. Minute auf der Rechnung. Die Kölner orientierten sich am Brasilianer Naldo. Doch es war der Mann mit der Nummer 7, der bei einer Oczipka-Ecke einlief und vom Fünfmetereck den Ball über den Scheitel rutschen ließ. In hohem Bogen flog das Leder über Timo Horn hinweg ins lange Eck. Da sah die Kölner Abwehr inklusive ihres Torhüters ganz alt aus – es war die verdiente Führung für die Hausherren.

Die wichtigsten Szenen

Der FC begann zwar mit einer Fünferkette in der Defensive, aber auch mit einer Dreierkette vorne. Neben Klünter attackierten Milos Jojic und Chris Führich. Sie sollten Schalke in frühe Ballverluste zwingen, so in der dritten Minute, als Führich den Ball gewann und Jojic aus 16 Metern erstmals abschließen konnte (3.). Mehrfach gelangen den Geissböcken solche Ballgewinne für Tempogegenstöße, im Eins gegen Eins merkte man den jungen Führich, Özcan oder Klünter dann aber doch die Unerfahrenheit an. In der Defensive standen die Geissböcke in der ersten Halbzeit solide, wenn, dann kam die Gefahr über die rechte Abwehrseite. Ruthenbeck reagierte darauf ungewöhnlich früh, nach Olkowski nach nur 39 Minuten runter, brachte Clemens für die Offensive und zog Klünter zurück. Echte Torchancen erspielte sich Schalke in der ersten Hälfte jedoch nicht, sodass es torlos in die Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel wirkten die Königsblauen aggressiver, erzwangen Abschlusssituationen vor Timo Horn. Doch erst verzog Burgstaller, dann parierte Horn eine Flanke von Caligiuri, die auch ein Schuss hätte sein können, ehe di Santo das Außennetz traf. Es begann eine Phase, in der sich die Kölner kaum mehr befreien konnten. Horn musste nach einem Eckball gegen Nastasic per Fußabwehr brillieren (62.), schaute dann aber eine Minute später der Kopfball-Bogenlampe von Meyer nur hinterher. Die verdiente Führung für den Favoriten, und es fiel schwer sich vorzustellen, wie der FC noch einmal zurückschlagen sollte. In der 68. Minute stand Burgstaller beim vermeintlich zweiten Treffer der Gastgeber im Abseits, ehe Ruthenbeck seine letzten Wechsel vornahm. Er brachte Marco Höger und den erst 18-jährigen Kevin Goden, der für Risa in den Kader gerückt war. Goden war es dann auch bei seinem Profi-Debüt, der aus 18 Metern Fährmann mit einem Flachschuss prüfte (75.). Auf der Gegenseite musste Horn stark gegen Embolo retten (80.). Der FC versuchte noch einmal alles, stellte Dominique Heintz in den Sturm. Doch auch das half nicht mehr, Schalke ließ gleich mehrere gute Konterchancen ungenutzt. So verlor Köln am Ende verdient.

Fazit

Zum Lachen: Glückwunsch zum Profi-Debüt, Kevin Goden!

Zum Weinen: Ohne Viertelfinale keine Extra-Motivation für die Rückrunde.

Aufstellung

Horn – Olkowski (39. Clemens), Sörensen, Meré, Heintz, J. Horn – Özcan, Lehmann – Klünter (70. Höger), Jojic, Führich (70. Goden)

Tore

1:0 Meyer (63.)

16 Kommentare
  1. Norbert Ki
    Norbert Ki says:

    Nun ja komischer Spieltagskommentar von Euch – ungewohnt – Ihr braucht auch die Winterpause wenn ich den Artikel so lese ;-) In diesem Sinne frohe Weihnachten & einen guten Rutsch aber nur an Euch – die vom Exzess &KSTA, der Welt & der Blöd können mir getrost gestohlen bleiben

  2. OlliW
    OlliW says:

    hat mich ein bisschen an das Bayern-Spiel vor einer Woche erinnert. Gut gestanden, gut verteidigt, den Umständen entsprechend in Ordnung, hin und wieder auch Konterversuche, aber nicht ideal ausgespielt. Es fehlen dann halt die Mittel. Spielerisch und körperlich wie hier auch klar unterlegen, dann nur ein dummes Tor kassiert. Am Ende etwas spät aufgewacht vielleicht. Denn in den letzten 12-15 Minuten ging beim FC etwas mehr nach vorne.

  3. Karl Heinz Lenz
    Karl Heinz Lenz says:

    Ich habe das Spiel gesehen und sah nach dem Abpfiff des Interview mit Stefan Ruthenbeck. Mir fiel auf, dass er nicht drumherum redet und offenbar klare Vorstellungen davon hat, was nicht gut war und was zufriedenstellend lief und willens ist, die Dinge anzupacken und zu verbessern. Ohne dabei die Mannschaft in den Regen zu stellen. Wenn Stefan auch in der täglichen Arbeit mit der Mannschaft so ist, könnte er wirklich der Richtige sein. Der Vorgänger war ja mehr der väterlich-gewährende, ruhige Typ.

  4. TanteKaethe
    TanteKaethe says:

    Denke wir sollten uns jetzt alle mal überraschen lassen was in der kurzen Winterpause so alles passieren wird…Ansätze sind jedenfalls da und die Schwachpunkte alle und allen bekannt…in diesem Sinne allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! ;-)

  5. mal im Ernst
    mal im Ernst says:

    Jetzt mal einen Schnitt machen. Danke an den U21 Trainer.
    Warum? Bringt junge Spieler was ja ok ist wenn man nicht gestandene Spieler auf der Bank hat. Warum nicht die gleiche Aufstellung wie gegen Wolfsburg? Höger, Clemens und Handwerker in der Startelf hätten uns weitergebracht. Nur weil ich U21 Trainer bin kann ich doch nicht alles jung Gemüse bringen um mich hier zu profilieren. Holt Klünter aus dem Sturm zurück auf seine VP. um ihn später auszuwechseln. Verstehen konnte ich es nicht. Warum spielt man die letzten 10 Minuten nicht alles oder nichts? Danke U21 Trainer, mehr kannste noch nicht

    • Bernd Müller
      Bernd Müller says:

      Super Fachwissen, Ruthenbeck kommt von der U19 – mehr muss man wohl nicht sagen :-( – tolle Fans gibt es hier – warst wahrscheinlich noch nicht mal im Stadion
      Come On FC
      PS:
      Deine anderen Kommentare sind auch immer für´n Arsch :-)

  6. Flizzy
    Flizzy says:

    Ich fand das Spiel gestern echt gut von unseren Jungs. Kampf und Wille, das ist ein perfekter Ansatz für die Rückrunde. Ich habe Ruthenbeck nach Freiburg kritisiert, aber diese Kritik nehme ich zurück. Ich denke er ist genau der richtige Mann, da er mMn die richtige Einstellung mitbringt, diese gut der Mannschaft vermittelt und sein Herz am Effzeh hängt. Es fehlen halt die Offensivkräfte im Moment, und das hat man gestern auch gemerkt. Lass erstmal Guirassy, Terrodde und Pizzaro zurück- bzw. ankommen. Und was „mal im Ernst“ angeht, Ruthenbeck muss die Mannschaft auch erstmal testen und paar Aufstellungen probieren. Da finde ich ein Pokalspiel passend, da die Liga in der Rückrunde stimmen muss. Endlich wird auch wieder Fußball gespielt, dieses jämmerliche Gebolze unter Stöger war am Ende einfach nur noch unerträglich. Ich habe jedenfalls wieder Spaß am Effzeh Spiele schauen.

  7. Geisbock514
    Geisbock514 says:

    Ich glaube, dass mit der Niederlage war gewollt…wer stellt den noch allen ernstes Olkowski auf….nach seinem geplanten grottenhaftigen Auftritt dann die frühe Auswechselung ….sonst währe es vielleicht aufgefallen…. so konnte man dann einen der wenigen offensiven Kräfte (L. Klünter) wieder nach hinten holen, um ihn nach dem Gegentor aber auch sofort auszuwechseln, damit er keinen Schaden mehr nach vorne anrichten kann. Führich gleich mitraus und den gelernten Rechtsverteitiger (K. Goden) mit in die Spitze. Gottsei Dank die komplette Auswechselbank nur defensive Leute (ausser C. Clemens), zum Glück noch den offensiven T. Handwerker zu Hause gelassen, damit der auf jeden Fall keinen Schaden anrichten kann.
    So können wir uns nun auf die Abstiegsendspiele konzentrieren.
    Cleverer Trainer…..

  8. OlliW
    OlliW says:

    Es war alles ziemlich vergleichbar mit den vergangenen Spielen, mit leichten Justierungen.
    1. ist der FC insgesamt nicht so spielstark wie fast der gesamte Rest der Liga, auch nicht so fit und hat zudem fast die komplette seit Wochen im Stammelf im Lazarett. ‚
    Es war gestern ein sehr ähnliches Spiel wie gegen Bayern und Wolfsburg. Nur, dass das eben gegen die letztgenannten für einen knappen Kampf-Sieg ausreichen kann, weil die derzeit spielstärksten Teams an Pos 1 und 1 in der Tabelle stehen! Das ist, wie mir schwant, kein Zufall. Da reicht es dann halt nicht. Denn irgendwann kullert mal ein Ball durch. Sowohl das Gegentor gegen Bayern wie auch die unbeabsichtigte Bogenlampe gestern waren unglücklich, aber sind halt passiert. Die Angriffe und die Schüsse aufs Tor werden seit den letzten drei Spielen in der Regen prima entschärft. Und wenn man so ein Ding kassiert, selbst aber nicht die Kraft, die Idee, den Mut und das Können und auch nicht das Personal hat, um 90 Minuten gegen die CL-Klasse anzulaufen, dann verliert man diese Spiele halt! Da sollte sich keiner groß wundern.

  9. Joe Thom
    Joe Thom says:

    wenn ich wieder die ein oder andere Bemerkung lese wer spielt, wer nicht, wer blieb zuhause usw.
    mit dem dünnen Kader, fast ohne komplette Offensive, dafür zeigt die Truppe eine tolle Moral und zieht mit dem Trainer toll mit, das sollte man auch mal akzeptieren. Zumindest war gestern wieder sowas wie Struktur und Passspiel zu erkennen unter dem Wundertrainer PS hab ich das lange nicht mehr gesehen

  10. Robert H.
    Robert H. says:

    Schon gut, OlliW. Wir sind hier alle nicht immer so ganz auf der Höhe, was fundiert formulierte Kommentare angeht :-) Weiß was du meinst und sehe das ähnlich.
    Finde nicht, dass die Mannschaft „körperlich weit unterlegen“ war, im Gegenteil. Und die Fitness kann wohl doch nicht sooo schlecht sein, wenn man ab der 75. Minute noch dominiert und alles auf eine Karte setzen kann. Da war es sogar spielerisch nicht schlecht.

    Und ich muss mal eine Lanze für Jojic brechen. Habe keine Daten, aber gefühlt war er wieder wie gegen Wolfsburg der Spieler mit den meisten Lauf-KM. Läuft als erster vorne an, muss Mayer in Schach halten, bei Ballgewinn dann das Bindeglied zwischen Defensive und nicht vorhandener Offensive, schießt die meisten Standards und soll am besten noch die eigenen Flanken und Steilpäße verwerten – weil vorne schlicht niemand da ist.

    Der neue Trainer, egal wer, braucht einen Masterplan für die Offensive. Wir haben nunmehr 6 Stoßstürmer, und, soweit fit, konnte bisher keiner auch nur halbwegs überzeugen. Es war gestern bezeichnend, dass bei der Schlussoffensive nur noch Heintz und Sörensen im Sturmzentrum rumgehüpft sind.

    Übrigens finde ich, das Umschaltspiel hat manchmal etwas blindlings Ungestümes. Bei Ballgewinn wird zu oft in den Gegner hereingerannt oder gespielt und der Ball so zu schnell wieder hergeschenkt. Auch das wurde komischerweise am Ende besser, da waren die Vorstösse wirklich gar nicht so schlecht, weil da auch ganz überlegt mal hinten rum gespielt wurde.

    Welcher Spieler kann jetzt am ehesten seine Ladehemmung überwinden???? Das ist und bleibt die große Frage.

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