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Das Undenkbare: Der Effzeh zwischen Hoffen und Bangen


13. Das ist die Anzahl an Spielern, die dem 1. FC Köln am Mittwochabend im Auswärtsspiel beim FC Bayern München nicht zur Verfügung steht. 13. Eine Unglückszahl. Ein Schelm, der beim aktuellen Zustand der Geissböcke Böses dabei denkt. Gibt es überhaupt irgendetwas, das Hoffnung auf das Undenkbare macht?

Köln/München – Der FC Bayern München hat sich bereits auf den Rhythmus eingestellt, die wichtigen Spiele bis Weihnachten unter der Woche zu bestreiten. Erst siegten die Münchner in der Champions League gegen Paris St. Germain (3:1). Nun will Trainer Jupp Heynckes den Rhythmus seiner besten Spieler gegen Köln hoch halten, um dann in einer Woche im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund ins Viertelfinale einzuziehen.

Die zwei Aufstellungen des 1. FC Köln

Die Geissböcke treffen wohl auf einen FC Bayern nahezu in Bestbesetzung, selbst Robert Lewandowski wurde am vergangenen Wochenende gegen Eintracht Frankfurt zunächst geschont. Beim Effzeh ist dagegen der Begriff „Bestbesetzung“ der Plot einer Slapstick-Nummer. Wenn man versuchen würde, aus den ganzen Ausfällen der Kölner eine Startformation zu basteln (zuzüglich Timo Horn im Tor), könnte diese ungefähr so aussehen:

Horn – Risse, Maroh, Hector, Rausch – Höger – Zoller, Osako, Bittencourt – Cordoba Guirassy

Auf der Bank säßen dann noch Queiros, Nartey und Pizarro. Man könnte unken, dass selbst die Ersatzbank der Verletzten dem FC-Interimscoach Stefan Ruthenbeck mehr Optionen bescheren würde als die Spieler, die er nun aus U19- und U21-Kickern zusammenstellen muss. Klar ist: Gegen die Bayern sind neben den Torhütern noch genau elf Feldspieler fit. Die tatsächliche Startelf könnte demnach so aussehen:

Horn – Olkowski, Sörensen, Meré, Heintz, J. Horn – Jojic, Lehmann, Özcan – Clemens, Klünter

Auf der Bank säße neben Tim Handwerker eine Auswahl an Nachwuchsspielern wie Birk Risa, Yann Aurel Bisseck, Chris Führich und Ismail Jakobs. Ja, man muss es sagen: Lukas Klünter und Christian Clemens werden die Hoffnungsträger in Kölns Offensive sein, weil alle nominellen fünf Stürmer verletzt sind. Klünter machte gegen Freiburg seine Sache so gut, dass er in jedem Fall eine Option gewesen wäre. Clemens hingegen spielt, so hart muss man es nach seinen letzten Leistungen sagen, weil niemand anderes mehr verfügbar ist, wobei der schnelle Tim Handwerker durchaus eine Chance verdient hätte.

Der Tank ist leer: Fatale Vorzeichen

Wie sehr der FC auf dem Zahnfleisch geht, zeigt die Personalie Konstantin Rausch. Der Linksverteidiger stand zwar in den letzten Monaten immer wieder in der Kritik. Wenn man ihm in all der Zeit aber eines nie hatte vorwerfen können, dann war es sein Einsatzwille. Der Routinier rannte, kämpfte und biss auf die Zähne, wann immer es ging. Nun meldete er sich ab. Ruthenbeck erklärte, Rausch sei schlichtweg am Ende seiner Kräfte. Gegen Freiburg war er mit muskulären Problemen ausgewechselt worden. Der Tank ist leer. So, wie bei vielen FC-Profis.

Das könnte sich gegen den FC Bayern als fatal herausstellen. Niemand beim Effzeh könnte sich einen besseren Ort als die Allianz Arena vorstellen, um ein Wunder zu schaffen und von dort etwas Zählbares mitzunehmen. Doch mit dem Rekordmeister unter Heynckes ist kurz vor der Winterpause nicht zu spaßen. In München erlitt der FC einst seine höchste Niederlage in der Bundesliga-Geschichte. Das 0:7 am 15. Mai 1971 ist nun 46 Jahre und sieben Monate her. Niemand beim Effzeh möchte daran denken. Aber Köln im Dezember 2017 bewegt sich in Extremen: das Hoffen auf ein Wunder, das Bangen um weitere Negativrekorde. Beim FC ist in dieser Saison eben alles möglich.

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