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Endlich! Clemens schießt den Effzeh zum ersten Sieg

Der 1. FC Köln hat es geschafft. Die Geissböcke haben am 17. Spieltag den ersten Sieg in der Bundesliga-Saison gefeiert. Gegen den VfL Wolfsburg reichte ein Tor des eingewechselten Christian Clemens zum 1:0 (0:0)-Erfolg. Dabei war dieser von einigen Fans noch mit Pfiffen begrüßt worden.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Das letzte Heimspiel des Jahres 2017, der letzte Versuch, in der Hinrunde doch noch ein Bundesliga-Spiel zu gewinnen, die letzten Kraftreserven noch einmal mobilisieren: So wollte der 1. FC Köln das Duell gegen den VfL Wolfsburg angehen. Doch einige Fans glaubten offenbar schon nicht mehr daran. Vor der Minuskulisse von gerade einmal 41.100 Zuschauern ging es gegen Yannick Gerhardt und die Wölfe.

Ausgangslage

Birk Risa und Chris Führich hießen die Überraschungen, die sich Interimscoach Stefan Ruthenbeck für die Partie gegen den VfL ausgedacht hatte. Die beiden formstarken U21-Talente standen erstmals in ihrer Karriere in der Bundesliga-Startelf. Risa, der in den norwegischen U-Nationalmannschaften als Angreifer agiert, lief neben Lukas Klünter im Sturm auf. Führich übernahm für Tim Handwerker die Position im linken Mittelfeld. Die Fünferkette aus dem Spiel gegen die Bayern löste Ruthenbeck auf, schob Frederik Sörensen nach rechts und nahm Pawel Olkowski auf die Bank.

Moment des Spiels

Es lief die 67. Minute – und es lief Christian Clemens. Der Offensivmann war gerade erst in die Partie gekommen, als er einen herrlichen Pass quer über den Platz zu Milos Jojic auf die rechte Seite schlug. Clemens stand dabei noch in der eigenen Hälfte. Nun trat er an. Er sprintete an allen Wolfsburgern vorbei in den Strafraum des VfL. Jojic sah den Laufweg des gerade erst mit Pfiffen vom eigenen Publikum begrüßten 26-Jährigen. Ein Pass in die Schnittstelle und Clemens tauchte vor Koen Casteels auf, lupfte den Ball ins Tor und drehte zum Jubel ab. Das lange überfällige 1:0 für die deutlich bessere Mannschaft an diesem Tag.

Die wichtigsten Szenen

Den FC erwartete ein gänzlich anderes Spiel als noch am Mittwoch. Weniger Umschaltsituationen, dafür deutlich mehr Spielanteile. Die junge Truppe musste sich also im Spiel nach vorne was zutrauen, so wie Führich gleich zu Beginn (7.). Der FC war sofort besser im Spiel, stand in einem 4-4-2 stabil, sodass Timo Horn nur eine Flanke wegfausten musste, sonst aber in der ersten Hälfte ungeprüft blieb. Nach 34 Minuten galt das nicht mehr für Koen Casteels. Es war der Beginn einer (unbelohnten) Sturm- und Drangphase der Kölner. Erst tankte sich Klünter über rechts stark durch, hätte zu Risa in die Mitte ablegen können, scheiterte aber doppelt am Wolfsburger Keeper. Zwei Minuten später kam Klünter über links in den Strafraum, suchte diesmal Risa, doch wieder ging der Ball nicht über die Linie. Genauso wenig wie erneut nur eine Minute später, als Sörensen erst Jojic nicht per Flanke fand und dann den Abpraller aus zehn Metern über das Tor jagte. Wie so oft in dieser Saison belohnte sich der FC nicht, und weil die Kölner Defensive gegen schwache Wolfsburger die wenigen kliffligen Situationen mit großem Einsatz abwehrte, ging es torlos in die Pause.

Es ging mit einem Knalleffekt weiter. Der FC konterte über die rechte Seite, Milos Jojic schlug einen Haken, schlenzte den Ball von der Strafraumkante ins lange Toreck, doch der Ball klatschte nur an die Unterkante der Latte (48.). Der FC blieb spielbestimmend, Wolfsburg brachte kaum etwas konstruktives zustande. Nach einer Stunde musste Ruthenbeck gleich zweimal aus Verletzungsgründen wechseln. Doch einer der Wechsel, der von Clemens, erwies sich als Glücksfall. Nach dem 1:0 hätten Özcan und Klünter erhöhen können, doch letzterer traf nur den Pfosten. Wolfsburg bäumte sich anschließend noch einmal auf. Innerhalb von zwei Minuten musste Timo Horn gleich dreimal retten, der FC konnte seine Führung nur mit Glück verteidigen. Und hätte der Keeper nicht in der 90. Minute gegen Mario Gomez eine Eins-gegen-Eins-Situation für sich entschieden, wäre den Geissböcken der Sieg noch durch die Finger geglitten. So jubelten die Kölner im strömenden Regen vor Weihnachten das erste Mal in dieser Saison in der Liga.

Fazit

Zum Lachen: Der erste Bundesliga-Sieg der Saison ist endlich da!

Zum Weinen: Mit Lehmann und Risa beklagte der FC wieder zwei Verletzte.

Held des Tages: Christian Clemens trotzte den Pfiffen der eigenen Fans und traf zum Sieg.

Aufstellung

Horn – Sörensen, Meré, Heintz, J. Horn – Jojic, Lehmann (58. Höger), Özcan, Führich (71. Handwerker) – Klünter, Risa (63. Clemens)

Tore

1:0 Clemens (67.)

5 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz
    Karl Heinz Lenz says:

    Wunderbar!!! Herrlich!!! Auch von mir herzliche Glückwunsche, Jungs. Auch an Stefan Ruthenbeck, der es ja wohl geschafft hat, der Mannschaft zu helfen, die sein Vorgänger – wie Armin Veh heute sagte – in einem schlimmen mentalen und körperlichen Zustand verlassen hat. Ich bin froh, dass endlich einmal die Wahrheit auf den Tisch kommt. Ich freue mich für die Jungs und auf ein gutes Spiel am Dienstag gegen Schalke!

    • Dieter
      Dieter says:

      Schließe mich meinen Vorgratulanten an. Einfach die richtige Einstellung vor dem Schalkespiel. Totgeglaubte leben einfach länger. Mit dieser Einstellung wird es am Dienstag ein heißer Tanz auf Schalke. Alle FC Anhänger drücken euch die Daumen. Ihr könnt Geschichte schreiben. Der FC nach der Ära JS. Der Trainer ist für seine offensive Einstellung belohnt worden. Das gibt Hoffnung für die Rückrunde. Gegen den Abstieg spielen nicht nur die letzten 3-4 Mannschaften sondern die halbe Liga.
      Also Jungs dran bleiben und kämpfen für unseren FC.

  2. TeeJay
    TeeJay says:

    Aber mal im Ernst: Nach der Leistung der letzten Spiele von Hrn. Clemens, sollte man sich als gestandener Bundesligaprofi nicht wundern, dass man nicht gerade frenetisch gefeiert wird, wenn man eingewechselt wird. Mir geht es auf den Keks, wenn ich da von sensiblen Profis etc. höre. Man muss sich einmal vor Augen halten, welches Gehalt solche Menschen jeden Monat überwiesen bekommen und was so eine Stadionkarte mittlerweile kostet. Es wäre gut, wenn sich so mancher Profi das Gegurke öfters mal von der Tribüne anschauen würde.

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