Der 1. FC Köln schlittert in Richtung Zweite Liga. (Foto: Mika Volkmann)

Körperlich unterlegen: Der FC ist nicht fit für die Bundesliga

Der schleichende Prozess der Fitnessprobleme

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Zu lasches Leben im Sommerurlaub?

Wo aber liegen die Ursachen dafür, dass eine der einst fittesten Mannschaften derart eingebrochen ist? Die Ursachen lassen sich offenbar einmal mehr in den Nachwehen der Europa-League-Qualifikation im Sommer finden. Bereits in der Vorbereitung deutete Ex-Trainer Peter Stöger an, dass es sich einige Spieler im Urlaub wohl zu gut hatten gehen lassen. Der Kater nach der langen Europa-Party wirkte bei vielen nach, das Trainingsprogramm im Urlaub wurde vernachlässigt. Manch einer kehrte, so hört man nun, mit dem ein oder anderen Kilo zu viel zurück nach Köln. Ein Umstand, den man in der Vorbereitung erst einmal korrigieren musste, ehe sich die Coaches den eigentlichen Aufgaben widmen konnten. Während die Geissböcke in den Jahren zuvor immer auf einem bereits hohen Fitnesslevel ins erste Trainingslager flogen, glich die Woche in Bad Radkersburg einem Boot Camp. Nicht, wie Stöger der Öffentlichkeit damals verkaufen wollte, um sich auf Europa vorzubereiten, sondern um die Rückstände aus dem Urlaub aufzuholen.

Auffällig war, dass der FC auch gegen Ende der Vorbereitung noch nicht in der Lage war, einem Regionalligisten wie Steinbach körperlich überlegen zu sein. Ein Warnsignal, das auch medial erstmals aufgegriffen wurde, von den Verantwortlichen aber zurückgewiesen wurde. Man sei im Plan, hieß es damals noch. Doch Stöger wusste offenbar schon damals, dass die Vorbereitung nicht ausgereicht hatte, um sein Team körperlich aus dem Loch zu holen, das sich die Spieler selbst im Urlaub eingebrockt hatten. Das Resultat war ein Auftritt im ersten Bundesliga-Spiel in Gladbach, in dem die Kölner Spieler bleierne Beine zu haben schienen. Jegliche Spritzigkeit ging den Geissböcken damals ab. Ein Anzeichen, dass die Vorbereitung noch deutliche Spuren hinterlassen hatte.

Fitness- und Rehatrainer degradiert

Auch Interimstrainer Stefan Ruthenbeck hatte den Zustand der Mannschaft nicht für möglich gehalten und setzte in seinen ersten Tagen gleich zwei Trainingseinheiten pro Tag an. Schnell merkte jedoch auch er, dass die Spieler nach der ersten Einheit so kaputt waren, dass ein zweites Training am Tag nicht mehr den gewünschten Zweck erfüllen würde. Dennoch ließ er am Tag vor dem Freiburg-Spiel im Abschlusstraining die vollen 90 Minuten trainieren. Auf Nachfrage wollte Ruthenbeck sich nicht hinreißen lassen, seinen Spielern öffentlich die nötige Fitness abzusprechen: “Wie bei den verletzten Spielern auch, gibt es da keine Alibis. Ob ich verwundert bin oder nicht, ist völlig egal.”

Welche Rolle die mittlerweile bis Weihnachten freigestellten Benny Kugel und Marcel Abanoz in der schwachen Vorbereitung gespielt haben, darüber lässt sich weiter nur spekulieren. Fakt ist, dass auch nach dem Stöger-Aus beide nicht mehr auf dem Trainingsplatz zu finden sind. Aus sportwissenschaftlicher Sicht wäre es im Hinblick auf einen engen Spielrhythmus notwenig gewesen, den Spielern vor der eigentlichen Vorbereitung einen Trainingsplan mit in den Urlaub zu geben, in dem die Grundlagenausdauer im Vordergrund hätte stehen müssen. Ob es am Ende an den individuellen Trainingsplänen oder an der Umsetzung durch die Spieler lag, lässt sich nicht festhalten. Die Defizite kosteten am Sonntag aber einmal mehr Punkte. Es bleibt also dabei: Die Fehler, die der FC im Sommer machte, muss er nun teuer bezahlen.

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