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Kommentar: Köln muss die neue Marschroute beibehalten


Neun Punkte. Eine Mammutaufgabe für den 1. FC Köln, diesen Rückstand auf den Relegationsplatz noch aufzuholen. Der Sieg gegen den VfL Wolfsburg wirkt zwar wie ein kleiner Mutmacher. Aber reicht das für die Rückrunde? Die Geissböcke sind gut beraten, ihre Marschroute beizubehalten und die Fehler intern aufzuarbeiten.

Köln – Armin Veh brauchte bei seiner Antrittsrede nur wenige Minuten, um einige Köpfe beim Effzeh gerade zu rücken. Der Klub muss für die Zweite Liga planen. Alles andere wäre ein Wunder. Punkt. Erfrischend klare Worte nach wochenlangem Herumlavieren. Endlich mal Klartext beim FC. Der Abstieg – das ist das realistische Szenario. Daran hat auch der Sieg über Wolfsburg nichts verändert.

So unrealistisch ist der Klassenerhalt

Matthias Lehmann hatte mit seinen Worten nach dem 1:0-Erfolg nicht Unrecht: „Vielen dürfte es nicht gepasst haben, dass wir gewonnen haben.“ Doch beim Effzeh darf diese Erkenntnis lediglich der Zuversicht dienen, tatsächlich noch siegen zu können. Neun Punkte Rückstand sind eine mächtige Hypothek und eigentlich kaum mehr aufzuholen. Nur zur Erinnerung: Köln holte in der vergangenen Saison in den ersten 17 Spielen 26 Punkte, womit der Klub plötzlich Kurs auf Europa nahm. Diese 26 Zähler müssten in der kommenden Rückrunde wohl rausspringen, um an den Klassenerhalt glauben zu können.

Das zeigt, wie unrealistisch der Klassenerhalt trotz des ersten Saisonsieges bleibt. Umso wichtiger wird es für die Geissböcke sein, den Modus der letzten Spiele beizubehalten. Nach Vehs Ansage spürten die Spieler, dass es nur um den Augenblick ging, um das jeweilige Spiel, um 90 Minuten Fußball. Damit konnte die Mannschaft umgehen, damit konnte sie sich vom Druck befreien, der sie monatelang gelähmt hatte. So kam gegen den VfL auch das Quäntchen Glück wieder.

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Die Verantwortlichen müssen nun die Weichen stellen und Signale setzen. In der Trainerfrage, um den Spielern Sicherheit für das kommende halbe Jahr zu bieten. In der Kaderplanung, um der aktuellen Tabellensituation angemessen das richtige Maß zu finden zwischen nötigen Verstärkungen und rausgeschmissenem Geld. Und in der Fehleranalyse dessen, was in der jüngeren Vergangenheit schief gelaufen ist, um die Gegenwart zu verstehen. Nur dann können die Bosse eine bessere Zukunft planen, in der der Effzeh zwar eigentlich keine Chance mehr auf den Klassenerhalt hat, sie trotzdem am Leben erhalten will.

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