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Modeste: „Es fing mit dem Theater um meinen Wechsel an“

Mit ihm zog der 1. FC Köln in die Europa League ein. Ohne ihn wird der 1. FC Köln aller Voraussicht nach absteigen. Anthony Modeste hat sich zum Absturz seines Ex-Klubs geäußert und dabei die Transferpolitik der Geissböcke nach seinem Abschied scharf kritisiert.

Köln – Noch weilt Anthony Modeste in Köln. Einige Wochen wird der Franzose seine freie Zeit mit der Familie genießen können, ehe es zurück nach China geht. Grund genug für den Stürmer, sich Gedanken zu seinem Ex-Klub zu machen. In der „Sport Bild“ schoss er nun gegen Ex-Sportchef Jörg Schmadtke und bezeichnete den Abgang von Peter Stöger als „Kollateralschaden“.

Stöger Abschied ein Kollateralschaden

Mit 25 Toren war Modeste in der vergangenen Saison der entscheidende Mann im Kölner Kader gewesen. Das brachte dem Effzeh im Sommer eine Rekordablöse von über 30 Millionen Euro ein. Doch das viele Geld machte die Geissböcke nicht glücklich. Im Gegenteil. „Das Ganze fing mit dem Theater um meinen Wechsel an und hat mit der Entlassung von Peter Stöger seinen Tiefpunkt erreicht. Es ist geradezu unglaublich, was in den letzten Monaten passiert ist. Das macht mich traurig“, sagte Modeste nun, der an diesem Theater allerdings selbst nicht ganz unschuldig gewesen war.

Traurig ist Modeste auch über die Trennung des FC von Trainer Peter Stöger. Auch, wenn er glaubt, dass der Österreicher bei seinem neuen Klub Borussia Dortmund Erfolg haben wird. „Er wird ganz sicher wieder zeigen, was er kann. Peter Stöger ist ein überragender Trainer. Auch seine menschlichen Qualitäten machen ihn dazu. Ich habe ihm geschrieben, dass ich seinen Abschied beim FC für einen Kollateralschaden halte.“

Deutliche Kritik an der Transferpolitik

Ein Kollateralschaden der Transferpolitik im Sommer, wie Modeste weiter ausführte. Für ihn sei Stöger „mehr Opfer als Täter der Entwicklung“, so der Franzose, „weil der FC die Spieler, die der Trainer neu verpflichten wollte, nicht bekommen hat oder sich für andere Namen entschieden hat“, so der Franzose. „Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend. Meiner Meinung nach hätte man auch ein oder besser zwei Spieler mit etwas mehr Erfahrung dazu holen sollen. Besonders in der aktuellen Situation sind solche Spieler besonders wichtig.“ Stattdessen steuert der FC aktuell mit einer besseren U21 dem Abstieg entgegen.

13 Kommentare
  1. Stefan Schmitz
    Stefan Schmitz says:

    Modeste fliegt am besten sofort zurück nach China. Ganz offensichtlich hat er hier langeweile.
    Ein weiterer unnötiger Kommentar eines Exspielers, der meint aus der Ferne alles zu durchschauen.
    Und klar, er wollte ja eigentlich garnicht weg und würde ja am liebsten zurück zum FC. Es war ja alles nur ein Missverständnis. bla bla bla.
    Sorry aber ein Poldi reicht vollkommen.

  2. E Levve lang
    E Levve lang says:

    Das Schmadtke Fehler gemacht hat und wir in einer absolut besch…. Situation sind dürfte mittlerweile jeder wissen. Andauernd darüber zu schreiben macht es nicht besser. Modeste sollte sich lieber mal überlegen was er und seine zwei tollen Berater für eine Zirkusnummer abgeliefert hat und wenn er nach China fliegt soll er bitte Pizarro mitnehmen, vielleicht bekommt er da noch eine bessere Rente als beim Effzeh.

  3. ossi72
    ossi72 says:

    Das „Affentheater“ um Modeste mal beiseite gelassen, aber vom Inhalt her hat er doch auch recht.
    Schon in den Vorbereitungsspielen in Österreich (z. B. gegen die Resrvemannschaft des LASK) habe ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Ich dachte schon damals, daß mit diesem Kader riesen Probleme auf den FC zukommen werden. So ist es denn auch gekommen.
    Schon damals haben wir im Freundeskreis heftig über die verfehlte „Einkaufspolitik“ von JS debattiert bzw. diese kritisiert.
    Leider kam dann auch noch diese elende Verletzten- Serie dazu. Das Ergebnis kennen wir ja.
    Jeder darf in diesem Land seine freie Meinung sagen, auch Modeste. Man muß ihn ja nicht mehr mögen, aber vom Inhalt seiner Aussage her hat er absolut recht.
    Ich habe mit der Mitgliedschaft beim FC nicht mein Hirn und damit die Kritikfähigkeit abgegeben.
    AV hat vollkommen recht, ab jetzt muß konsequent der Kader durchforstet werden.
    Das wird sicher ein Verlustgeschäft, weil die Gelder für die Fehleinkäufe nicht wieder realisiert werden.
    Der FC hat warscheinlich 18 Spiele Zeit den Kader für die 2. Liga aufzubauen um dann evtl. den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Einfach wird das nicht, das wissen wir ja aus der Vergangenheit.
    Mit AV hat der FC schon mal den richtigen Schritt gemacht.

  4. Elke L.
    Elke L. says:

    Natürlich hat Modeste Recht mit seiner Aussagen. Das kann aber mittlerweile jeder sagen in unserer jetzigen Situation. Wenn der Vorstand soetwas sagt, dann heißt es: jetzt treten sie nach. Von daher bin ich der Meinung, Modeste sollte sich mal gepflegt zurück halten. Das wird aber daran scheitern, dass die Medien hier in Köln ihm weiterhin eine Plattform für seine Äußerungen anbieten.

  5. Karl Heinz Lenz
    Karl Heinz Lenz says:

    Ich teile die kritischen Äußerungen über diesen Artikel voll und ganz. Der GBK muss nicht jeden „Bild“-Bericht hier an dieser Stelle wiederholen.
    Aber zur Sache: Ein anderer toller FC-Stürmer hat sich in diesen Tagen in einem Interview ebenfalls über seinen alten Klub geäußert, nämlich Toni Polster. In der „Welt“ gab er einen sehr sachlichen und klugen Kommentar zur Krise des FC ab. Zum Nachlesen sehr empfohlen:
    https://www.welt.de/sport/article171294321/Welche-Fehler-hat-Stoeger-gemacht-Toni-Polster.html
    Die wichtigsten Teile daraus sind:

    DIE WELT: Wie bewerten Sie seine [Peter Stögers] Entlassung?
    Polster: Zunächst einmal muss man feststellen, dass ein Verein in so einer Situation wie in Köln ganz grundsätzlich zwei Möglichkeiten hat. Die eine ist, noch einmal alles zu probieren und zu versuchen, das Ruder doch noch mal rumzureißen. Die andere ist das Modell Freiburg: dem Trainer weiter das Vertrauen zu geben, wenn es dann passiert, mit ihm abzusteigen und anschließend mit dem selben Trainer wiederzukommen. In Köln hat man sich nun für die erste Version entschieden. Und das muss man respektieren. Wir Trainer wissen auch, auf was wir uns einlassen, wenn wir diesen Beruf ausüben. Ein Stück unseres Gehalts ist immer auch Schmerzensgeld.
    DIE WELT: Welche Variante halten Sie im konkreten Fall des 1. FC Köln für richtig?
    Polster: Es gibt für beide gute Argumente. Und ich denke auch, dass beide möglich gewesen wären.
    DIE WELT: Aber hätte man dann, wenn man sich für diesen Weg entscheidet, nicht früher handeln müssen?
    Polster: Ja. Da haben Sie wahrscheinlich Recht. Aber hinterher ist man immer schlauer. Man hofft ja die ganze Zeit, dass es noch eine Trendwende gibt. […]
    DIE WELT: Hätte man dann nicht besser gleich mit Stöger weitermachen können? Wenn man doch grundsätzlich von seinen Qualitäten überzeugt ist.
    Polster: Ja. Zumal er ja auch bei den Fans und in der Stadt großen Rückhalt verspürt. Es ist fantastisch, dass sich der Peter in Köln so ein Standing erarbeitet hat. Er war es, der den FC dort hingebracht hat, wo er jetzt ja auch steht: in Europa. Peter hat die Kölner stabilisiert. Keiner konnte erwarten, dass es jetzt so einen heftigen Rückschlag gibt.
    DIE WELT: Wie bewerten Sie seine Arbeit?
    Polster: Zunächst einmal kann Peter eine Gruppe führen. Er hat die Mannschaft hinter sich gebracht, hat sie von seinen Vorstellungen überzeugt. Es sind ihm alle bedingungslos gefolgt. Und das ist ein großer Verdienst von einem Trainer.
    DIE WELT: Welche Fehler hat Stöger gemacht?
    Polster: Ich glaube, der Peter wollte mit dieser Mannschaft den nächsten Schritt gehen. Wollte dominanter auftreten, mehr nach vorne spielen, mehr Ballbesitz haben. Und das ist ja auch logisch. Man ist als Aufsteiger Zwölfter geworden, anschließend Neunter und Fünfter. Natürlich willst du dann als Trainer die Mannschaft weiterentwickeln. Aber sie konnte es letztlich nicht umsetzen. Die Spieler konnten den Schalter nicht umlegen. Sie sind das Spiel gewohnt, wenig Chancen zuzulassen, wenig Tore zu bekommen und nach Balleroberung schnell umzuschalten. Diese Idee hat nicht funktioniert.
    DIE WELT: Möglicherweise aber auch, weil die Mannschaft keinen erstklassigen Stürmer mehr hatte.
    Polster: Es wird mir viel zu viel an Modeste festgemacht. Wenn ich 34 Millionen Euro bekomme, dann nehme ich das Angebot an. Punkt. Wer weiß denn, ob ein Modeste noch einmal so eine tolle Saison gehabt hätte? Aber es gab eben keinen adäquaten Ersatz. Und man sieht halt wieder, wie viel Wert ein Torjäger hat, der das Runde ins Eckige bringt.

    Man muss nicht allem zustimmen, was Toni da sagt. Aber sein Interview hätte es mehr verdient gehabt, im GBK wiedergeben zu werden, als die Veröffentlichung eines Blattes, das auf Krawall gebürstet ist und unseren Verein derzeit gnadenlos in die Pfanne haut.

    • Robert H.
      Robert H. says:

      Ein sehr guter Beitrag, Karl-Heinz. Danke dafür.
      Polster hat m.E. recht: der neuralgische Punkt ist der fehlende Ersatz in der Sturmspitze. Man hat auf die vorhandenen Spieler vertraut und auf Verstärkungen gesetzt, die sich bis jetzt als erfolglos erwiesen haben.
      Das passiert aber jedem Verein, denn man weiß vorher niemals, wie gut oder schlecht Neuverpflichtungen einschlagen.

      • Flizzy
        Flizzy says:

        Prinzipiell richtig, aber im Falle Cordoba war das Verhältnis von „kann erfolgreich sein“ zu „sehr unwahrscheinlich, dass er mehr als 5 Tore macht“ doch schon ziemlich klar. 10:90 würde ich da sagen. Er sollte Modeste ja auch nicht ersetzen, nur wurde/wird er im Spiel 1:1 wie Modeste eingesetzt. Ein Stümer der in jeder Saison (außer in einer) mehr gelbe Karten sammelt als Tore, kann kein torgefährlicher MS sein und auch werden. Aber wir drehen uns hier im Kreis…es muss in der Wintertransferperiode ein Stürmer gekauft werden, der Knipserqualitäten hat.

  6. Hermann
    Hermann says:

    Theater mit Modeste hatten wir doch auch bereits einen Sommer früher, als er schon mit China kokettierte. Und woher will ein Spieler wissen welche Transfers der Trainer wollte, die dann aber am Veto vom Geschäftsführer Sport scheiterten, oder an wechselunwilligen Spielern, oder an Vereinen die einen Spieler nicht abgeben wollen? Ist die sportliche Führung mit diesen Themen etwa bei den Spielern hausieren gegangen? Das wäre dann schon das „verabschieden von Werten“ zu einem früheren Zeitpunkt. Und vielleicht sollten wir auch nicht vergessen, das das erwähnte Theater seinen Höhepunkt in Mickey Mouse Shorts und Louis Vuitton Rucksäcken gefunden hat. An dem Versuch Modestes seinen Abgang maximal zu vergolden. Was ja offensichtlich auch gelungen ist, denn sollten wir nicht zunächst ca. 35 Mio für ihn bekommen und haben dann ca. 30 Mio bekommen!? Diese Differenz dürfte, überspitzt gesagt, in verschiedenen Louis Vuitton Geschäften an der Cote d’azur zum Einsatz kommen.
    Diese Aussage von ihm: „Meiner Meinung nach hätte man auch ein oder besser zwei Spieler mit etwas mehr Erfahrung dazu holen sollen. Besonders in der aktuellen Situation sind solche Spieler besonders wichtig“ ist albern. Wer sollte in der Sommer Transferperiode wissen unsere Situation eintritt und dann prophylaktisch erfahrene Spieler einkaufen? Und in was sollten diese Spieler Erfahrung vorzuweisen haben? Im Abstiegskampf? International? Oder einfach nur fortgeschrittenen Alters sein, weil man da von Lebenserfahrung ausgehen kann? Ein simpler Vorwurf nach dem Motto: „Du hättest andere Spieler holen sollen!“ “ Welche denn?“ „Die mehr geeignet sind!“ Wir wissen das die Transferperiode schlecht gelaufen ist, aber selbst die allergrößten Skeptiker hätten unsere Entwicklung nicht vorausahnen können. Und selbst wenn jemand die Zukunft voraussehen könnte, gerade dann hätte er sich jedweden Transfer sparen können, denn dann hätte er ja auch wissen müssen das diese Spieler kurz danach kaputt im Lazarett sind.
    Modeste versucht sich wohl bei uns im Gespräch zu halten, denn anders kann ich dieses Nachtreten in einer für uns grotesken Situation nicht verstehen. Und sein Abgang im Sommer hat mit dem damaligen Wissen nicht wenig Sinn gemacht. Die Argumente die dafür sprachen waren nicht unerheblich. Das er sportlich fehlt steht ausser Frage, aber seine Zirkusnummern fehlen mir persönlich nicht.
    Alle, und zwar alle und alle in der sportlichen Führung tragen die Verantwortung für unser Scheitern. Niemanden kann man da raus nehmen und ich erwarte von Spinner eine lückenlose Aufklärung der Geschehnisse, eine Beschreibung der wahren Konstellation. Bis dahin ist eine belastbare Meinungsbildung nur auf Basis von Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten möglich.

  7. Joe Thom
    Joe Thom says:

    der Hermann hat sicherlich in vielen Punkten recht, in einem möchte ich aber widersprechen und zwar in dem, dass wir schon letzte Saison große Probleme hatten Tore zu schießen. Wer außer dem Herrn Modeste konnte sich denn nennenswert in die Torschützenliste eintragen? Gerade deshalb hätte JS Spieler verpflichten müssen die offensiv besser sind als ein Jojic oder Osako. Das ein Risse und ein Bittencourt auch noch ausfallen war so sicher nicht kalkulierbar. Aber Aufgrund der Mehrfachbelastung mit euro-und Pokal wäre es unumgänglich gewesen den Kader breiter aufzustellen und nicht mit perspektiv Spielern wie Mere und Handwerker aufzufüllen. Die 17 Mio für Cordoba hätten man besser in einen Uth oder Petersen investiert , gerade letzterer zeigt gerade welche Qualität er als Torjäger hat. Wenn man eine ganze Saison zeit hat personell zu planen und auch noch finanziell in der Lage ist Verstärkungen zu holen, dann ist das was JS gemacht hat mehr als nur eine Frechheit.
    Dazu kommt der wunderbare Herr Stöger, der zumindest nach außen alles hat passieren lassen und immer betont hat er verlasse sich auf den sportlichen Vorstand und arbeitet mit dem was ihm zur Verfügung gestellt wird.
    Wenn ich den gestern im schwarz gelben Outfit mit breitem Grinsen sehe, dann zeigt das mir den Charakter dieses Mannes. Eine Woche nach so einem Scherbenhaufen woanders neu anzufangen und den Sieg gegen Mainz dem tollen Herrn Bozz zu widmen sagt doch alles darüber wie dieser Mann tickt.

    • Hermann
      Hermann says:

      „der Hermann hat sicherlich in vielen Punkten recht, in einem möchte ich aber widersprechen und zwar in dem, dass wir schon letzte Saison große Probleme hatten Tore zu schießen.“
      Da haben wir uns missverstanden. Das wollte ich natürlich nicht sagen, mit dem Theater um Modeste vorletzten Sommer. Und wir hätten große Probleme mit den Tore schiessen gehabt ohne Modeste. Ich bin lediglich auf die Aussage von Modeste zu sprechen gekommen, das die Probleme mit dem Theater um ihn begonnen haben. Ich wollte mit meiner Aussage zum Ausdruck bringen, das dies nicht das erste Sommertheater mit ihm war. Wenn das missverständlich war, entschuldige bitte.

    • ralf brostewitz
      ralf brostewitz says:

      ….das ist das was ich schon seit geraumer zeit schreibe, nach einer saison die wir mit viel glück und unvermögen anderer vereine auf dem 5. platz beendet haben muss ich doch als “ FACHMANN J.S. “ in weiser vorrausicht auf die neue schwerere saison, da 3 bewerbe, und dem verlust meines toptorjägers, den kader verbreitern und verstärken ! desgleichen muss ich doch mit ausfällen ( verletzungen, gelbe oder rote karten, etc. ) rechnen ! all dies haben ich und viele andere fans vorrausgesehen und wir sind “ nur “ amateure ! die jetzige situation ist total hausgemacht und keiner trägt die verantwortung !

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