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Wehrle muss zweigleisig planen – Veh lobt Vorgänger Schmadtke

Wehrle von Lizenz ohne Auflagen überzeugt

In den vergangenen drei Jahren war es nur eine Formalität. Der 1. FC Köln musste beim Lizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball-Liga immer auch die Unterlagen für eine mögliche Zweitliga-Saison einreichen. Nun hat sich die Situation verändert. Finanz-Geschäftsführer Alexander Wehrle plant vornehmlich für Liga zwei.

Köln – Nein, die Zweite Liga, das betonte Wehrle in den vergangenen Wochen immer wieder, wolle er nicht schon im Winter ausrufen. Tatsächlich sind noch erstaunlich viele Optimisten im und ums Geißbockheim unterwegs, die trotz der neun Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz (und das bei gerade einmal sechs Punkten auf der Habenseite) an den Klassenerhalt glauben. Mit diesem Rückhalt will das Team von Stefan Ruthenbeck in die Rückrunde starten und die letzte Chance beim Schopfe packen.

Ich gehe davon aus, dass wir keine Auflagen bekämen

Der Klassenerhalt wäre sportlich ein Wunder, für die Entwicklung des Klubs ein Segen und finanziell ein millionenschwerer Triumph. Der Abstieg hingegen wäre sportlich verdient, würde einen personellen Umbruch nach sich ziehen und den Klub finanziell um viele Jahre zurückwerfen. Der Umsatz würde um rund 50 Prozent auf 70 bis 80 Millionen Euro einbrechen. Die Gewinne der letzten Jahre und der Aufbau des Eigenkapitals müssten angeknabbert werden, um einen Lizenzspieleretat für die Zweite Liga auf die Beine zu stellen, der dem Saisonziel des sofortigen Wiederaufstiegs gerecht werden würde. Und die Rückschläge in Sachen TV-Geldern (nicht nur national – mehr dazu hier) wären noch in fünf bis zehn Jahren spürbar.

Doch Finanz-Boss Wehrle muss sich dieser veränderten Realität stellen. Seine Abteilung bereitet in den kommenden Wochen die Lizenzierungsunterlagen für die Bundesliga und die Zweite Liga parallel vor. Bis zum 15. März müssen alle Profi-Klubs ihre Berichte bei der Deutschen Fußball-Liga einreichen. Ende April bekommen sie dann in erster Instanz den Bescheid, ob mit Auflagen zu rechnen wäre oder nicht. In den vergangenen Jahren konnte der FC immer beruhigt auf dieses Feedback durch den Verband warten. Auflagen gab es nicht zu befürchten. Davon ist Wehrle auch für 2018 wieder überzeugt – egal, in welcher Liga. „Wir haben schon in den letzten Jahren immer mit beiden Szenarios geplant“, sagte Wehrle dem GEISSBLOG.KOELN. „Ich gehe davon aus, dass wir für beide Szenarios keine Auflagen bekämen.“

Mehrere Fallschirme beim Abstieg

Während der Effzeh beim letzten Gang in Liga zwei im Sommer 2012 um seine Existenz bangen musste, könnten sich die Verantwortlichen sechs Jahre später im Abstiegsfall voll auf die sportliche Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren. Der Verein ist wirtschaftlich gesund, viele Millionen Euro liegen in der Hinterhand bereit. Das Eigenkapital wird am Ende der noch laufenden Saison auf über 30 Millionen Euro ansteigen. Das genaue Ergebnis hängt davon ab, was der Effzeh in der Wintertransferperiode unternehmen wird. Darüber hinaus können die Geissböcke auf gleich mehrere Fallschirme zurückgreifen.

2 Kommentare
  1. Paul Paul says:

    Sollte der FC absteigen, dann ist das für einen Bundesligisten ein normales Geschäftsrisiko. Im Gegensatz zu früher sollte das Jahr genutzt werden, um eine wirklich konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen. Stöger hat es geschafft, den Verein mehrere Jahre über das Niveau der Mannschaft zu plazieren. Dies war nicht bis in alle Ewigkeiten zu schaffen, und mit Spielern wie Rausch kann man nur unten mitspielen. Der FC muss sich auf alte Zeiten besinnen und endlich wieder einen Spielmacher aufbauen, denn nach Schuster ist da nie wieder jemand gewesen, der das Spiel gestaltet hat. Der Abstieg kam mit den Munteanus dieser Welt, und ohne ein gutes Mittelfeld kann es nicht dauerhaft nach oben gehen!

  2. Karl Heinz Lenz says:

    Interessant fand ich im letzten Kicker-Heft ein Interview mit Stefan Reuter, dem Manager von Augsburg. Dabei wurde mir klar, dass Mannschaften wie Augsburg und Freiburg in den letzten Jahren einen besseren Fußball spielten als unser FC, obgleich beide als kleine Vereine gelten und weniger Geld als der FC haben. Wenn man sieht, wie die Jungs aus beiden Klubs auf dem Platz unterwegs sind, dann stellt sich einem Frage, wie denn das zu beurteilen ist, was unser Team (auch schon in den Jahren 1 bis 4 unter Stöger) gespielt hat: Mit vergleichsweise mehr Geld eigentlich weniger Fußball. Von daher bin ich mir nicht sicher, ob Peter Stöger wirklich unser Team so gehoben und weiterentwickelt hat, wie du schreibst, Paul. Da ist meines Erachtens auch viel Verklärung.
    Und was die Spielmacher angeht: Freiburg und Augsburg greifen bei den Transfers auch nicht ganz oben ins Regal. Die können das finanziell auch gar nicht. Und trotzdem haben die immer wieder tolle Offensivspieler.
    Zum Thema Kontinuität: Die Augsburger etwa haben in den letzten fünf Jahren ihre Trainer einige Male gewechselt und stehen trotzdem besser als der FC da. Offenbar auch deshalb, weil der Manager die Sache im Griff hat. Es muss also nicht immer der super-charismatische Trainer her (ich drücke unserem „normalen“ Stefan Ruthenbeck fest die Daumen!). Eine gutes, starkes Management ist viel wichtiger für den FC, als den Verein in die Hände des Trainers zu legen (wie offenbar beim FC geschehen).
    Die Misere beim FC hing doch nicht alleine am Weggang von Modeste und an den verletzten Spielern. Machen wir uns doch nichts vor. Die Mannschaft spielte unter ihren Möglichkeiten, schon in der Rückrunde der vergangenen Saison, wo wir dann zum Schluss auch einfach Glück hatten. Woran dieser (nicht notwendige) Absturz der Mannschaft lag, hat viele Gründe, die wir in unserem Forum ausführlich diskutiert haben. Was wir jetzt brauchen ist eine grundsolide Arbeit der Vereinsführung, des Trainerteams und der Mannschaft. Wir brauchen keinen Griff ganz oben ins Regel. Abgesehen davon, das diese Spieler im Moment sowieso nicht zum FC kämem.

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