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Verfall des Funktionsteams: Kölns Plan geht nicht auf

Der 1. FC Köln hatte einen Plan: Er wollte für Beständigkeit stehen. Nicht nur in der Bundesliga, sondern auch im Verein. Dabei sollte vor allem das Team hinter dem Team als professionelles Aushängeschild des Klubs dienen. Nun ist von dem sportlichen Funktionsteam der letzten Jahre niemand mehr übrig geblieben und der Verein steht vor einer Grunderneuerung des Gerüsts. 

Köln – Die Idee, die der Effzeh vor einigen Jahren entwickelte und die auf einem guten Wege schien, war zwar simpel, aber dennoch gut: ein Sport-Funktionsteam aus Top-Leuten und deutschlandweit angesehenen Experten im Bereich Physiotherapie, Athletik-, Reha- und Torwarttraining, das ständig und immer beim FC als Konstante im Team bleibt, war die Wunschvorstellung des Vereins.

Alle Funktionsteam-Mitglieder weg

Pünktlich zum Start des neuen Jahres ist mittlerweile mit Alexander Bade auch der letzte Verbliebene des Funktionsteams weg. Den Anfang machte im November der Weltmeister-Athletiktrainer Yann-Benjamin Kugel, der sich mit Ex-Trainer Peter Stöger intern überworfen hatte. Mit der Übernahme von Stefan Ruthenbeck musste auch Reha-Trainer Marcel Abanoz seinen Platz räumen, da der neue Chefcoach mit Max Weuthen und Dennis Morschel auf sein eingespieltes Team aus dem Nachwuchsbereich setzte und dieses mit zu den Profis hochzog. Zur Rückrundenvorbereitung musste nun auch mit Alexander Bade ein Effzeh-Urgestein gehen. Von wem diese Trennung letztendlich ausging, bleibt auch ein paar Tage später ungewiss. Klar ist nur: Mit Andreas Menger von 1860 München ist auch die letzte Position des alten Teams neu besetzt. Die Frage bleibt jedoch, wie lange das neue Team wirklich zusammen arbeiten darf und wird.

Mühsamer Wiederaufbau für einen Neubeginn

Mit dieser Grunderneuerung ist der Wunsch nach Konstanz zunächst geplatzt. Eigentlich hätte es soweit gar nicht kommen sollen. Denn mit der Trennung von Peter Stöger und Manfred Schmid sollten sich eigentlich nur die Positionen des Chef- und Co-Trainers ändern. Nicht aber das Funktionsteam. So der Plan der FC-Bosse. Die Realität sieht Anfang 2018 gänzlich anders aus: Das Funktionsteam hat sich innerhalb eines Monats in Luft aufgelöst und reiht sich damit nahtlos in die Gesamtentwicklung des Effzeh ein. Der Abgang Bades war das vorläufig letzte Rädchen einer einst gut geölten Maschinerie, das aus der Verankerung gefallen ist. Dieses muss nun mühsam und in Feinarbeit wieder zusammengesetzt werden. Klar ist jedoch, dass dies nicht vor dem Sommer passieren wird, da im Sommer erneut über das gesamte Trainerteam befunden werden soll, wenn klar ist, in welcher Liga es für den Effzeh weitergehen wird.

16 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    Unsere Mannschaft steht kurz vor einem wichtigen Spiel, das in jeder Saison einen der Höhepunkte darstellt, dem Spiel gegen die Borussia aus Mönchengladbach. Alle Fans dürften gespannt sein, wie unsere Mannschaft aus der kurzen Winterpause gekommen ist, wie sich Stefan Ruthenbeck macht und wie die wieder genesenen und der neue Spieler, Simon Terodde, sich machen. Stattdessen widmet sich der „Geissblog“ erneut einem angeblichen „Problem“-Thema und garniert den betreffenden Artikel mit Schlagwörtern aus dem Wörterbuch der Bild-Zeitung: Wir lesen vom „Verfall“ beim FC, von „FC-Bossen“, von Vorhaben, die „geplatzt“ sind, von Dingen, die sich „in Luft auflösen“, was angeblich für „die Gesamtentwicklung des FC“ typisch sei. Mit diesem Stil toppen Sie sogar den Express, wenn Sie sich dessen Berichterstattung in diesem neuen Jahr anschauen.
    Ich habe da eine Vermutung, was die Redaktion des Geissblog zu solchen Artikel motiviert. Jetzt muss ich aber los. Heute Nachmittag schreibe ich den Rest.

  2. C W says:

    Man könnte langsam echt denken Herr Merten wäre nur ein Synonym für Herrn Haubrichs. Wobei gerade der Express bisher, für seine Verhältnisse und das übliche Express-Niveau, unaufgeregt berichtet. Allerdings steht da auch immer wieder der Name Lempe über den Artikeln…

    Gibt es gerade in der Situation in der der Effzeh sich befindet nicht auch die Möglichkeit fundiert über die sicherlich vorhandenen Probleme und Baustellen zu schreiben?

      • Holger R. says:

        Sitzen aber am selben Schreibtisch.Kitik wurde genug geübt wird Zeit das wir unseren Verein unterstützen, mit sachlicher Kritik. Und wenn schon Kritik dann bitte mal bei den Spielern die kommen mir hier viel zu gut weg.

        • Boom77 says:

          Sehr guter und richtiger Einwand. Die Mannschaft wird bei der Kritik völlig außen vor gelassen. Ist schon sehr komfortabel für unsere Jungs, die – wie man lesen konnte – z.B. sich den „Erfolg“ der vergangenen Saison zu Kopf steigen und es sich in der Sommerpause mal komplett zu gut gehen ließen. Man konnte ja lesen, dass nicht nur ein paar sondern wirklich viele unserer Spieler aus der Sommerpause kamen und wohl kaum auf ihr Zettelchen geschaut haben, auf dem ihr Trainingsplan für die Ferien stand. Sie kamen also völlig ohne Grundlagenfitness zur Vorbereitung und haben im Sommer lieber die Beine hoch gelegt und Cocktails geschlürft und das gute Essen genossen, weil sie ja auch so Großes in der Saison zuvor geleistet haben.

          Den Spielern macht aber komischerweise niemand einen Vorwurf. Stattdessen wird seit der Posse um Horst Heldt (die man sich von Seiten des Vorstandes wirklich hätte sparen können) und der Entlassung des „heiligen“ Peter Stöger alles auf den Vorstand abewälzt und auch im „Fan-Lager“ munter „Vorstand raus“ gerufen und der Vorstand für alles verantwortlich gemacht.

          Es ist also der Vorstand daran Schuld, dass die Spieler nicht ausreichend fit aus dem Urlaub zurück kamen. Der Vorstand ist auch daran Schuld, dass es dem Trainerstab nicht gelungen ist, die Spieler in der Saisonvorbereitung fit zu kriegen. Auch hat der Vorstand selbst nicht die richtigen Spieler und das zu teilweise überhöhten Preisen gekauft (hier muss man dem Vorstand zumindest fehlende Kontrolle und fehlendes, kritisches Hinterfragen vorwerfen). Ebenso hat es der Vorstand zu verantworten, dass es so viele Verletzte gab. Der Vorstand ist natürlich auch daran Schuld, dass Herr Osako keinen Ball ordentlich an- und mitnehmen kann, Herr Jojic eine unterirdische Zweikampfbereitschaft aufweist, Herr Lehmann Pässe über 5 Meter nicht zum Mitspieler bekommt, Herr Rausch keine Flanken, Ecken und Freistöße zum Mitspieler bringt, Herr Klünter als Rechtsverteidiger nahezu immer falsch steht und zu weit weg vom Gegenspieler ist und nahezu die komplette Mannschaft das gegnerische Tor nicht trifft etc.

          Schon aberwitzig!

  3. Huey L. says:

    Die Berichterstattung ist an dieser Stelle meiner Meinung nach widersprüchlich. In einigen Beiträgen/ Veröffentlichungen wird die schlechte körperliche/konditionelle Verfassung des Teams moniert und die schier endlos lange Verletztenliste, die man scheinbar nicht nur auf den Hybridrasenplatz zurückführen kann. Gleichzeitig beklagt man sich aber, wenn Verantwortungsträger -die deutlich näher am Geschehen dran sind, als wir- aus diesen Gegebenheiten und Umständen Konsequenzen ziehen.

  4. udo schmidt says:

    „Was zählt is aufm Platz“ hat mal irgendjemand gesagt.Sonntag,14.1, 15:30 Uhr kommen die Rauten.Das interessiert mich.Welche Mannschaft schickt Ruthenbeck aufs Feld,ist Hector schon wieder soweit,welche Taktik hat SR sich einfallen lassen,kann Terodde uns weiterhelfen usw.
    Stattdessen werden hier weiterhin Nebenkriegsschauplätze künstlich aufgeblasen.Ich warte förmlich darauf,daß die Qualität des Busfahrers und des Geißbock-Wirts endlich mal hinterfragt werden.

  5. Alf Krispin says:

    Worüber regen sich eigentlich einige hier immer so mächtig auf? Der Geissblog ist hauptsächlich ein unterhaltsamer Newsletter und kein gerichtlich beeidetes Sachverständigen-Gutachten, welches die Tauglichkeit für einen Strafprozess besitzen muss. Lasst doch die FC-begeisterten Autoren, deren emsiges Berichten nicht immer nur aus SonderNews bestehen kann, ihre Freiheit zu berichten, wie und was sie glauben. Das tun ja sichtlich die meisten Kommentatoren hier im Übermaß leider auch. Im übrigen ist und bleibt alles immer nur Fußballquatsch und sonst nichts! Keep cool, und schmunzel lieber öfter über so einigen Unsinn, den du hier regelmäßig gratis zu lesen bekommst!

    • Karl Heinz Lenz says:

      Sicher, Alf, man kann es übertreiben, auch mit dem Kommentare-Schreiben hier in unserem Forum. Manchmal bin ihr mir da selbst auch unsicher.
      Nur: Wir haben doch erlebt, welch enormen Einfluss in Köln (und vielleicht nicht nur hier) die Medien auf den Fußball nehmen. Gerade in Köln ist es doch so, dass der FC in jedem Moment unter Beobachtung steht und jede Randgeschichte hochgespielt wird. Ich bin sicher, dass die FC-Führung mit den Medien, die dauernd Stimmung machen (Pro- und Kontra-Stimmung) wirklich Schwierigkeiten hat und sich immer auch überlegen muss, wie Entscheidungen in der „Öffentlichkeit“ ankommen. Schau dir doch mal den „Fall Stöger“ an. Wenn die Umfragen, die veröffentlicht werden, stimmen, dann sind auch heute nur ca. 15 Prozent der Kölner der Meinung, dass die Entlassung des 3-Punkte-Trainers, wie er sich selbst genannt hat, richtig war. Ohne die Kampagne, die die Kölner Medien gegen die FC-Führung und pro Stöger gefahren haben, wäre der ganze Empörungs-Orkan gegen „den Vorstand“ nicht möglich gewesen. Deshalb finde ich es wichtig, dass es Fans gibt – wie hier beim Geissblog – die immer wieder auf Sachlichkeit und Tatsachen hinweisen. Auch auf die Gefahr hin, dabei manchmal zu übertreiben.

      • Alf Krispin says:

        Werter Karl, um über Sachlichkeit zu reden oder zu schreiben muss man erst einmal wissen was Sache ist. Glaube kaum, dass hier im Forum nur einer sitzt, der überhaupt die leiseste Ahnung von der Realität hat. Nur glauben oder vermuten ist hier angesagt und leider sind die meisten Kommentare genau das Gegenteil von Sachlichkeit sondern immer nur das eigene Glaubensbild! Hier wird nur mit Sympathien oder Anti-Sympathien spekuliert und höchstwahrscheinlich ganz selten mit der Wirklichkeit, die ja in vielen Fällen von den wirklichen Beteiligten bewusst versucht wird zu verbergen oder anders darzustellen! Mahlzeit:)

  6. Norbert Neuheisel says:

    Tatsache ist, das das alte „Funktionsteam“ seinem Namen nicht mehr gerecht wurde und vollkommen abgewirtschaftet hatte. Beständigkeit ist zwar eine gute Sache, hat aber im Falle FC den Blick für die Wirklichkeit verstellt, wie nach und nach bekannt wurde. Deshalb ist es nur konsequent, ein neues – funktionierendes – Team aufzubauen, dass den Vorstellungen des Cheftrainers und des Sportchefs folgt.

  7. NICK says:

    Wichtig ist doch das wir jetzt eine „gut geölten Maschinerie“ im Funktionsteam haben – genau das was wir jetzt haben – eingespielt aus der U19, wenn sich alle erst noch einspielen müssten, wäre das doch fatal. Und wenn dann doch einer dabei ist, der den Stinkstiefel spielen will und persönliche Eitelkeiten über den Gesamterfolg gehen , dann geht der halt. Alles richtig gemacht.

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