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Zweiter Sieg in Folge: Das war gut, das war schlecht

Der psychologische Vorteil liegt plötzlich beim FC

Es ist schon verrückt: Der 1. FC Köln gewinnt 16 Bundesliga-Spiele in Folge nichts, aber auch gar nichts. Dann kommen der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach nach Müngersdorf und der Effzeh behält alle sechs Punkte in Köln. Der zweite Sieg in Folge zeigt: Köln hat den Kampf angenommen.  

Köln – Es war vor dem Rückrundenstart klar: Will der 1. FC Köln im Abstiegskampf noch eine Chance haben, müssen die Geissböcke in den ersten vier Spielen des neuen Jahres den Grundstein dafür legen. Drei Heimspiel gegen Gladbach, Augsburg und Dortmund und das so wichtige Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn HSV – jetzt müssen die Punkte her, die in der Hinrunde verloren gegangen waren. Dann könnte es mit der Rettung tatsächlich noch klappen.

Das war gut

Da trifft es sich gut, dass die Geissböcke gegen den Erzrivalen in gleich mehreren Bereichen zeigten, dass sie bereit sind für die übergröße Aufgabe, den Klassenerhalt doch noch schaffen zu können. Eine der wichtigsten Botschaften des Rückrundenauftaktes ergab sich unabhängig des nackten Ergebnisses (2:1): Der 1. FC Köln ist wieder fit. Schon gegen den VfL Wolfsburg hatte sich gezeigt, dass die Geissböcke ihre körperliche Schwächephase aus dem Herbst überwunden haben. Gegen Gladbach legten die Kölner nach und brannten überragende 123,3 Kilometer in den Rasen – zwei Kilometer mehr als der Gegner. Nur der SC Freiburg (125,2 km) rannte an diesem 18. Spieltag mehr. Die harte Arbeit der letzten Wochen hat sich also ausgezeichnet. Ein wichtiges Signal, denn endlich kann Köln auch wieder körperlich mithalten. Einbrüche wie gegen Freiburg (3:4 nach 3:0) sollen der Vergangenheit angehören.

Unbestritten waren auch die Rückkehrer entscheidend am Sieg beteiligt. Jonas Hector und Marco Höger bringen eine Qualität am Ball, in der Defensive und im Spielaufbau ein, die den Kölnern über viele Monate fehlte. Beide sind noch nicht wieder gänzlich fit. Die letzten Prozent werden sie sich erst im Spielbetrieb erarbeiten. Doch dass der Linksverteidiger und der Sechser wieder an Bord sind, gibt der Mannschaft neue Sicherheit und Stabilität. Gladbach erarbeitete sich zwar gute Tormöglichkeiten, doch gerade in der ersten Halbzeit zeigte sich, dass der FC auch dank der Rückkehrer defensiv wieder zugelegt hat. Das ist auch nötig, denn bekanntlich kassierte Köln in der Hinserie 32 Gegentore. Diese Bilanz muss der FC in den verbliebenen 16 Partien deutlich verbessern.

Nicht zuletzt sorgte der 2:1-Sieg dafür, dass sich die positive Grundstimmung der letzten Wochen verfestigt hat. Eine Niederlage hätte das zarte Pflänzchen der Hoffnung wieder zertreten. Doch das Ergebnis, der Last-Minute-Treffer von Simon Terodde und auch vereinzelte Spielmomente werden den Spielern neues Selbstvertrauen geben. Gegen den HSV dürfte dies von großer Bedeutung sein. Denn die Hamburger sind ihrerseits nach der 0:1-Niederlage in Augsburg angeschlagen. Der psychologische Vorteil liegt nun urplötzlich beim FC.

4 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz
    Karl Heinz Lenz says:

    Klar, das Spiel gegen den HSV wird eine ganz heiße Kiste. Auch das Hamburger Publikum wird total emotionalisiert sein. Für unsere Mannschaft ganz sicher eine Top-Herausforderung.
    Zwei Dinge, die ich im Spiel gegen die Fohlen gesehen habe, geben mir für Hamburg Hoffnung. Unsere Mannschaft hatte ein klares, eher auf defensive Sicherheit hin orientiertes Spielsystem und schaffte es, diese Ordnung auch nach dem Ausgleich durch Rafael beizubehalten. Ich hatte nie den Eindruck, dass die Mönchengladbacher unsere Jungs hätten auseinandernehmen könnten. Es ist sicher richtig, dass Marco Höger und Jonas Hector daran einen wichtigen Anteil hatten. Richtig ist auch, dass die Jungs fit wirkten und in der Schlussphase noch einmal zulegen konnten. Eine Freude, das zu sehen! Beides hat sicher mit dem neuen Trainerteam zu tun.
    Dass unsere Mannschaft offensiv noch Luft nach oben hat, das konnte man am Sonntagnachmittag ja sehen. Seien wir mal ehrlich. In den letzten Spielzeiten war das auch nicht groß anders. Dass Peter Stöger und sein Trainerteam in diesem Bereich die Mannschaft nach vorne gebracht hätte, das kann man doch wirklich nicht sagen, meine ich. Stefan Ruthenbeck wird das Problem auch sehen, nur kann er es kurzfristig nicht entscheidend bessern. Von daher denke ich, seine Mannschaft wird auch in den kommenden Wochen ähnlich wie am Sonntag spielen wird.
    In diesem Zusammenhang ist es superwichtig, dass mit Simon Terodde wieder ein kräftiger Strafraumstürmer mit Torinstinkt in der Mannschaft steht. Das, was unsere Mannschaft offensiv (noch) nicht umsetzen kann, wird vermutlich Simon immer wieder einmal mit einer solchen Heldentat wie gestern ausgleichen müssen. Und dann ist es eigentlich egal, wie oft er vorher aufs Tor geschossen hat, finde ich.

  2. NICK
    NICK says:

    Man sollte keine offensiven Wunderdinger erwarten, schon gar nicht gegen Gladbach…der Kader hat immer noch die eklatanten Lücken an kreativen Mittelfeldspielern und von denen die da sind fallen die zwei stärksten wohl noch wochenlang aus. Von daher war das gestern eine Superleistung und eine mutige Vorstellung, endlich wurde mal wieder auf Sieg gespielt, anstatt sich hinten einzuigeln…

    Endlich gab es, nach ein paar Trainingseinheiten, mal Torgefahr nach Standards, da wurde ja die letzten Jahre ähnlich viel rausgeholt, wie bei Fehlpässen…

    Das Glück hat sich auch mal leicht auf unsere Seite gewogen…in der Hinrunde hätte Gladbach den Elfmeter bekommen und wir hätten dann noch 1:4 verloren…

    Hoffentlich geht es gegen Hamburg und Augsburg glücklich für uns weiter. Dann könnten wir schon wieder richtig nah dran sein…

  3. Geisbock514
    Geisbock514 says:

    Lieber Herr Merten,
    wenn Sie schreiben….“einer Bundesligareifen Ersatzbank mit Spielern wie Osako, Guirassy, Clemens, Pizarro oder Rausch“…..währe es anständig von Ihnen gewesen, auch den letzten Feldspieler auf der Bank zu erwähnen.
    Heist übrigens Tim Handwerker, sollten Sie das nicht wissen.
    Wenn ein Spieler (0 Euro Ablöse) bei einer Umfrage (Express);
    „Welcher Neuzugang hat Sie am meisten überzeugt?“ von über 11.000 Stimmen 51% der abgegebenen Stimmen bekommt, gegenüber den Spielern Jorge Meré, Jannes Horn, Jhon Cordoba, Claudio Pizarro (zusammen fast 30 Mio. Euro Ablöse), glaube ich, dass auch er Bundesliegatauglich ist (hat er in seinen Einsätzen bewiesen) und verdient hat erwähnt zu werden.
    Meines Erachtens ist er zur Zeit auch tauglicher, als zwei oder drei andere der von Ihnen genannten.

  4. Huey L.
    Huey L. says:

    Sehe ich genauso, wie Geisbock514! Tim Handwerker ist mehr, als nur ein Ergänzungsspieler und hat das schon mehrfach bewiesen. Mir war auch unter Stöger nicht klar, warum er -trotz Personalnot- oftmals gar nicht spielte oder bestenfalls nur eingewechselt wurde, statt von Beginn an zu spielen. Wenn er auf dem Feld stand, hat er einige Ausrufezeichen/ Akzente gesetzt und frisch und unbekümmert gespielt. Ein ganz wichtiger Mann für die FC- Zukunft, den man weiter aufbauen sollte, auch über Einsätze in der Startelf.

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