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Zweiter Sieg in Folge: Das war gut, das war schlecht

Was schlecht war und wie es weitergeht

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Das war schlecht

Mit den Grundtugenden konnte Chefcoach Stefan Ruthenbeck also zufrieden sein. Mit einigen anderen Dingen noch nicht. Da war zum einen das eigene Offensivspiel. Simon Terodde traf mit seinem einzigen Torschuss in der fünften Minute der Nachspielzeit. Simon Zoller und Lukas Klünter waren durch ihre Defensivarbeiten stark eingebunden, weshalb ihnen im Umschaltspiel mitunter die Meter fehlten, um in aussichtsreiche Positionen zu gelangen. Und weil auch Milos Jojic auf links von Nico Elvedi in Schach gehalten wurde, hielt sich das Überraschungspotential lange zurück. Erst in der Schlussphase, als beide Mannschaften mit offenem Visier attackierten, ergaben sich gute Möglichkeiten für den FC. An den Abläufen im Spiel nach vorne muss Ruthenbeck mit seinem Team aber weiter arbeiten.

Auch mental müssen die Profis darauf vorbereitet werden, dass ihnen in Hamburg ein extrem unangenehmer Samstagabend bevorstehen könnte. In den letzten Duellen beim HSV ließen sich die Geissböcke den Schneid abkaufen. Spieler wie Papadopoulos, Mavraj, Diekmeier und Wood setzten den Kölnern arg zu. Die umgekehrte Ausgangslage könnte nun dem FC in die Hände spielen. Allerdings sah man gegen Gladbach, dass das Zutrauen in die eigene Stärke auf noch wackeligen Beinen steht. Nach dem Gegentreffer zum 1:1 hätte die Partie vollends kippen können. Ruthenbeck muss seine Spieler auf die harte Gangart der Truppe von Markus Gisdol vorbereiten. Sonst könnte der psychologische Vorteil schnell wieder kippen.

So geht es weiter

Auffällig war am Sonntag die Ersatzbank des 1. FC Köln. Nicht nur, weil Kevin McKenna und Markus Daun als Co-Trainer überaus aktiv und emotional an der Seitenlinie neben Ruthenbeck agierten. Vor allem auch, weil das Trainerteam auf der Bank wieder echte Wechseloptionen hatte. Durch die abgeschwächte Verletztenmisere bot sich nach vielen Wochen wieder einmal das Bild einer Bundesligareifen Ersatzbank mit Spielern wie Osako, Guirassy, Clemens, Pizarro oder Rausch. Gingen Ruthenbeck im Dezember noch die Optionen selbst für die Startelf aus, kann der 45-Jährige endlich wieder auf einen Großteil des Kaders zurückgreifen.

Dies dürfte auch für das Spiel beim HSV von Vorteil sein. Erstens, weil es die Kölner im Vorfeld wieder etwas weniger berechenbar macht. Zweitens, weil sich die Trainingsqualität wieder sichtbar erhöht hat. Und drittens, weil der Konkurrenzkampf aktuell belebend wirkt. Viele Spieler wittern gerade ihre Chance. Die Talente, weil einige Profis nicht mehr unantastbar sind. Die gestandenen Spieler wiederum, weil sie sich nicht von einem Youngster den Rang ablaufen lassen wollen. Kann Ruthenbeck diese Gemengelage in positive Energie umwandeln, dann ist für den FC in Hamburg am kommenden Samstag alles drin.

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