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Drama in der Schlussphase! FC-Siegtreffer wird zurückgenommen

Der 1. FC Köln ist im Heimspiel gegen Hannover 96 nicht über ein 1:1 (1:1)-Unentschieden hinaus gekommen. Yuya Osako brachte die Kölner nach einer halben Stunde in Führung, doch nur wenige Minuten später konnte Hannover ausgleichen. In der Nachspielzeit wurde ein Treffer von Claudio Pizarro nach Video-Entscheid zurückgenommen. Ein weiterer Wermutstropfen war die Verletzung von Simon Terodde.  

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Jonas Klee

„Ein Sieg ist Pflicht“, hatte Stefan Ruthenbeck im Vorfeld der Partie gegen Hannover 96 gefordert. Mindestens 17 Punkte bräuchte der Effzeh nach Ansicht des Trainers noch, um eine realistische Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Dass am Ende der Saison für einen Ligaverbleib in jedem Fall die 30-Punkte-Marke geknackt werden muss, bestätigte der Sieg des FSV Mainz 05 am Freitagabend bei Hertha BSC Berlin noch einmal. Durch den Erfolg der Mainzer war der Rückstand auf den Relegationsplatz bereits vor der Partie gegen Hannover auf beachtliche zehn Punkte angewachsen.

Ausgangslage

Stefan Ruthenbeck veränderte seine Elf im Vergleich zur 2:4-Niederlage in Frankfurt auf zwei Positionen. Nachdem sich Jhon Cordoba gegen Eintracht Frankfurt nicht für einen weiteren Startelfeinsatz empfehlen konnte, musste der Kolumbianer gegen Hannover seine Rolle mit Yuya Osako tauschen. In der Vorwoche war es der Japaner, der von zuhause aus seinen Teamkollegen zusehen musste. Gegen die Niedersachen durfte Osako wieder neben Terodde von Beginn an Stürmen, Cordoba hingegen wurde von Ruthenbeck auf die Tribüne verbannt. Außerdem musste FC-Kapitän Matthias Lehmann zurück auf die Bank. Für ihn feierte Marcel Risse sein Startelf-Comeback.

Moment des Spiels

Die Nachspielzeit war bereits fast abgelaufen, da stand das Stadion auf dem Kopf. Stadionsprecher Michael Trippel hatte das 2:1 für den Effzeh durch Claudio Pizarro bereits durchgesagt, als die Ernüchterung folgte: Vorlagengeber Marcel Risse stand zuvor im Abseits, der Video-Assistent griff ein und dem Effzeh wurden die fast sicher geglaubten drei Punkte wieder weggenommen. Ein ganz bitterer und vielleicht vorentscheidender Moment!

Die wichtigsten Szenen

Stefan Ruthenbeck stellte seine Mannschaft diesmal in einer 5-3-2-Formation auf, wobei die Außen Jonas Hector und Marcel Risse bei eigenem Ballbesitz mit nach vorne rückten. Die Geißböcke fanden gut in die Partie und wollten die 2:4-Niederlage aus Frankfurt schnell vergessen machen. In der 11. Minute hatte Simon Terodde seinen sechsten Saisontreffer im Trikot des Effzeh bereits auf dem Fuß, doch der Stürmer kam nicht mehr ganz an die Hereingabe von Jonas Hector heran. Nur eine Minute später köpfte Salih Özcan den Ball nach einer Ecke knapp daneben. Nach einer Viertelstunde fanden die Gäste aus Hannover besser ins Spiel und kamen durch Füllkrug zu zwei Chancen, die jeweils von Dominique Heintz in höchster Not geklärt werden konnten. Obwohl der Aufsteiger im Laufe des ersten Durchganges mehr vom Spiel hatte, jubelte zunächst der Effzeh: Einen Freistoß von der linken Seite konnte Salif Sané noch per Kopf klären, doch Yuya Osako eroberte sich den Ball zurück und knallte diesen mit seinem schwächeren linken Fuß unhaltbar zur Führung ins Tor. Die Freude währte allerdings nur kurz. Anstatt sich durch den Treffer Sicherheit zu holen, ging es von nun an nur noch auf das Tor von Timo Horn. Zunächst konnte Risse einen Ball von Bebou gerade noch von der Linie kratzen, dann musste Horn einen Schuss von Felix Klaus entschärfen. In der 37. Minute war der Kölner Schlussmann schließlich machtlos, als Iver Fossum den Ball klug auf Füllkrug weiterleitete und der überlegt an Horn vorbei zum Ausgleich einschob. In der Folge hatte der Effzeh Glück, mit dem Unentschieden in die Halbzeitpause zu gehen, nachdem Bebou den Ball von der rechten Seite knapp über die Latte knallte (41.).

Nach dem Seitenwechsel taten sich zunächst beide Mannschaften schwer, Druck auf das gegnerische Tor auszuüben. Die erste gefährliche Chance hatten erneut die Gäste, als Felix Klaus aus elf Metern frei zum Schuss kam, dieser jedoch deutlich über den Kasten von Timo Horn ging. Schrecksekunde für den Effzeh dann nach einer knappen Stunde: Im Mittelfeld erwischte Salif Sané Simon Terodde mit viel zu hohem Fuß im Gesicht. Der Torjäger konnte das Feld nicht mehr selbstständig verlassen und musste von den Sanitätern vom Platz getragen werden. Für den verletzten Terodde brachte Ruthenbeck Simon Zoller in die Partie und kurze Zeit später kam Vincent Koziello für Milos Jojic zu seinem Heimdebüt im Effzeh-Trikot. Zwei Wechsel, die sich im Spiel der Kölner durchaus bemerkbar machten. Koziello belebte das Offensivspiel mit einigen gelungen Ballaktionen und Simon Zoller sorgte im Strafraum für Gefahr. Zwei Mal kam der Joker in aussichtsreicher Position an den Ball, wurde jedoch wegen vermeintlicher Abseitsstellung zurückgepfiffen. Der Effzeh bestimmte in den letzten 20 Minuten das Spielgeschehen und drückte Hannover mit dem Wissen, dass nur ein Sieg weiterhilft, in die eigene Hälfte. Das Drama nahm schließlich in der Nachspielzeit seinen Lauf: Nach einer Flanke von Marcel Risse köpfte der kurz zuvor eingewechselte Claudio Pizarro den Ball zum vermeintlichen Sieg ins Netz. Doch der Treffer wurde kurze Zeit später vom Videoschiedsrichter zurückgenommen, Risse stand im Moment des Zuspiels im Abseits. Kurz darauf pfiff Markus Schmidt die Partie ab. Damit ist der Rückstand auf den Relegationsplatz auf neun Zähler angewachsen.

Fazit

Zum Freuen: Marcel Risse hielt bei seinem Startelf-Comeback 90 Minuten durch.

Zum Ärgern: Der Video-Schiedsrichter klaute dem Effzeh die drei Punkte. Leider zu Recht.

Mann des Tages: Der verletzte Simon Terodde. Gute Besserung!

Aufstellung

Horn – Risse, Sörensen, Meré, Heintz, Hector – Özcan (85. Pizarro), Höger, Jojic (70. Koziello) – Osako, Terodde (61. Zoller)

Tore

1:0 Osako (30.), 1:1 Füllkrug (37.)

11 Kommentare
    • Franz-Josef Pesch says:

      Entschuldigung, es ist zwar Pech, daß der Treffer in der Nachspielzeit nicht anerkannt wurde, aber in der 1. Halbzeit war es nur ein Gegurke was der FC dort abgeliefert hat. Ich hätte mich auch sehr über einen Sieg des FC gefreut, doch die Mannschaft hat doch sehr viele Defizite, viele techn. Fehler Man hat immer das Gefühl die gegnerische Mannschaft ist immer einen Schritt schneller, viel frischer als unsere Jungs, so wird’s wohl mit dem Klassenerhalt nichts werden. Die Abwehr der Mannschaft ist eine Katastrophe !!

  1. Hermann says:

    Wenn uns die drei Punkte zu Recht genommen wurden, dann sind sie nicht geklaut, lieber GBK. Und das Zoller beide Male im Abseits stand, halte ich ebenfalls für eine gewagte Aussage. Aber diese Darstellungen passen zu diesem bescheidenen Tag.
    Man muss schlicht sagen, das dem DFB die Mittel fehlen für Gerechtigkeit zu sorgen. Zweimal wird gegen uns Abseits gepfiffen, obwohl es keins war. Der Videoschiedsrichter greift wohl nicht ein, weil er die Order hat nur bei gravierenden Fehlentscheidungen in das Spiel einzugreifen. Gravierend wird eine Fehlentscheidung durch die Bewertung des Ausgangs der Situation. Wirst du in einer aussichtsreichen Position fälschlicherweise zurückgepfiffen, ist das keine gravierende Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns, weil der aussichtsreichen Position noch kein Wert zugefügt werden konnte, weil in den laufenden Prozess eingegriffen wurde ohne das Ergebnis daraus zu kennen. Kennt man aber das Ergebnis der Situation und ist diese Nachteilig für das Team welches die Fehlentscheidung hinnehmen musste, dann ist es eine gravierende Fehlentscheidung bei welcher der Videoschiedsrichter eingreifen muss. Ingesamt ist das wohl nicht die Art von Gerechtigkeit die sich die Befürworter des Videobeweises gewünscht haben (ich gehöre dazu). haben wir eine relative Situation wird die Fehlentscheidung nicht korrigiert, haben wir eine absolute Situation wird die Fehlentscheidung korrigiert.
    Man kann von dem Videoschiedsrichter auch nicht verlangen, die Fehlentscheidungen gegen den FC, die man nicht korrigiert hat, damit zu kompensieren das man dann bei Fehlentscheidungen für den FC beide Augen zudrückt. Das wäre nur eine weitere Ohrfeige für die objektive Gerechtigkeit. Also bleibt nur der Schluss, das der DFB keinerlei Handhabe hat für eine durchkomponierte Gerechtigkeit über 90 Minuten zu sorgen. Die Situation hat sich in Wahrheit noch verschlimmert, denn jetzt ist ein weiterer Aspekt der Verärgerung hinzugekommen; nämlich die Wut auf den Schiri am Bildschirm, von dem man sich sehnlichst erhofft das in faire Bahnen zu lenken, was dem Gespann auf dem Spielfeld entgeht.
    Beenden wir die Totgeburt der versuchten Gerechtigkeitsfindung und akzeptieren wir, das es niemals eine gerechte Spielführung für die zwei sich duellierenden Mannschaften geben wird.
    Beenden wir den Videoschiedsrichter bevor die Ratio aussetzt und der Eindruck entsteht, das der DFB unser Angebot, die zweite Liga aufzuwerten, dankend angenommen hat und ihm ein Instrument zur Verfügung steht, diese Tatsache zu zementieren.

    • ralf brostewitz says:

      ….für mich ist es einfach nur WILLKÜR UND BETRUG ! dieser videobeschiss wird willkürlich eingesetzt gerade so wie es den herren beliebt ! wie kann man ohne funktionierende kalibrierungslinien diese entscheidung treffen ? warum wird in spielen vom hsv – rb und hsv – h96 bei zwei klaren abseitstoren vom hsv nicht eingegriffen ??? nur darum geht es mir – es MUSS mit gleicher elle gemessen werden und nicht mal so mal so !!

  2. Alf Krispin says:

    Auch wenn man noch so oft die Sinnhaftigkeit eines Video Assistenten bewertet, zeigt er, trotz anhaltender Unklarheit, wann und wo er denn nun zum Einsatz kommt, doch immer nur die echten Gegebenheiten auf. Die zu akzeptieren ist natürlich je nach Fanlager nicht einfach und vor allem leider nicht verhandelbar! Es liegt also letztendlich nicht am VA ob eine Mannschaft gewinnt oder verliert sondern schon immer noch in erster Linie an den Akteuren. Es lässt sich nicht ändern, der Ball muss weiterhin so oft als möglich in die Maschen! Leider ist es beim FC derzeit nicht oft genug!

    • Hermann says:

      „trotz anhaltender Unklarheit, wann und wo er denn nun zum Einsatz kommt“
      Das ist die Quelle der Ungerechtigkeit.
      „zeigt er doch immer nur die echten Gegebenheiten auf“
      Gerade wir Kölner sollten wissen, das dies leider nicht immer so ist.

  3. Robert H. says:

    Ich finde es ärgerlich, dass Sörensen immer noch Stamm spielt.

    Und noch viel ärgerlicher, dass Marcel Risse auf RV eingesetzt wird. Das ist nicht seine position. Ist es nie gewesen. Und wird es auch nicht werden. Das ist Resourcenverschwendung für die Offensive.

    Beides zusammen destabilisiert die Abwehr aufs Äußerste und wird von anderen Teams deutlich humorloser ausgenutzt werden. Ich kann und werde die Aufstellung in diesen beiden Punkten nicht verstehen. Muss ich aber auch nicht.

    Schade – so 2 bis 3 (durchaus mögliche) Siege mehr in der Hinrunde und wir würden ganz anders und wesentlich hoffnungsvoller dastehen.
    Zum VB habe ich keine Meinung. Die Entscheidung war korrekt, aber heute war es ein weiterer Sargnagel für den FC in dieser Saison.

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