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Jannes Horn im Tief: Hätte der FC ihn gehen lassen müssen?

Wie geht es weiter mit Jannes Horn? Der geplatzte Wechsel im Winter zu RB Leipzig hängt dem Linksverteidiger nach. Seine Situation beim 1. FC Köln hat sich dadurch nicht gerade verbessert – auch, weil der 21-jährige unbedingt hätte wechseln wollen. Was sagt das über seine Zukunft beim FC aus – vor allem im Abstiegsfall?

Köln – Hätte der 1. FC Köln das Geld nehmen sollen? RB Leipzig wollte Jannes Horn im Januar verpflichten, bot dem Vernehmen nach eine Summe deutlich über zehn Millionen Euro. Es wäre für die Geissböcke ein lukratives Geschäft gewesen, nachdem der ehemalige Wolfsburger im vergangenen Sommer für knapp unter sieben Millionen Euro nach Köln gekommen war.

Hectors veränderte Rolle

Stattdessen schob Sportchef Armin Veh dem Wechsel einen Riegel vor. Das Problem: Mit Konstantin Rausch hatte der FC bereits einen Linksverteidiger abgegeben. Horns Abgang hätte hinten links ein Loch in den Kader gerissen. Doch nun haben die Kölner ein Problem: Der 21-jährige wäre sehr gerne gewechselt, hatte dem Vernehmen nach kurz vor Transferschluss am 31. Januar noch einmal auf den Wechsel gedrängt. Leipzig suchte einen Ersatz für Marcel Halstenberg (Kreuzbandriss). Horn hätte vom Ersatzspieler beim Tabellenletzten zum sofortigen Stammspieler in Leipzig aufsteigen können.

Der Wechsel platzte – und damit auch die Hoffnung auf Besserung für Horn. Im Dezember hatte es noch so ausgesehen, als setze Chefcoach Stefan Ruthenbeck uneingeschränkt auf Horn hinten links. Dann kam Jonas Hector zurück. In der Kaderplanung unter Ex-Manager Jörg Schmadtke und Ex-Trainer Peter Stöger war der Nationalspieler im defensiven Mittelfeld vorgesehen. Horn sollte der neue Linksverteidiger werden. Unter Ruthenbeck kehrte Hector aber sofort auf seinen angestammten Platz hinten links zurück. Horn war draußen, verpasste den Rückrundenauftakt gegen Gladbach krank und saß fortan dreimal nur auf der Tribüne.

Kein Interesse an der Zweiten Liga?

Hat der Effzeh also eine Transfersumme von über zehn Millionen Euro für einen Tribünenhocker abgelehnt? Der Grund leuchtete insofern ein, als dass Ruthenbeck Hector auch im linken Mittelfeld ausprobieren wollte und dann Horn als linken Verteidiger benötigt hätte. Doch als Back-up für Hector? Mit Dominique Heintz hätte Köln diese Position ebenso absichern können wie rechts mit Frederik Sörensen bereits geschehen. Doch was auf rechts offenbar kein Problem war, trauten sich die Verantwortlichen auf links dann doch nicht. Der FC hätte einen Außenverteidiger verpflichten müssen – ob links oder rechts. Doch dazu kam es bekanntlich nicht.

So musste Horn bleiben. Daran hat er nun ordentlich und für jeden sichtbar zu knabbern. Der 21-Jährige fühlt sich links liegen gelassen. Auch gegen Frankfurt könnte er erneut im Kader fehlen. Die Leistungen im Training ließen in dieser Woche nicht gerade den Schluss zu, als habe sich der Linksfuß mental gefangen. Die Absage an den Wechsel wirkt nach. Köln verzichtete auf viel Geld und muss nun hoffen, dass Horn die Kurve kriegt. Denn Horns Wechselwunsch zeigt auch deutlich: Wer sich bei RB Leipzig als Stammspieler sieht, hätte im Falle eines Abstiegs kein gesteigertes Interesse, mit in die Zweite Liga zu wechseln.

11 Kommentare
  1. Paul Paul
    Paul Paul says:

    Die Entscheidung des FC ist vollkommen richtig! Horn hat sich für den FC entschieden und die aktuelle Situation mit verursacht. Leipzig ist auch nur auf ihn aufmerksam geworden, weil er sich beim FC präsentiert hat. Wenn er sich gut weiterentwickelt, dann wird er in 2 Jahren noch ganz andere Summen erzielen. Ein Gewinn von 5 Millionen ist im modernen Profifussball nicht die Welt. Der FC hat andere Sorgen!

  2. Ali Perez
    Ali Perez says:

    Der Bericht beweist einmal mehr, dass der Verein entscheiden kann, was er will. Es ist immer falsch. Hätte man JH verkauft, hätte dere GBK auf die dünne Personaldecke in der Defensive hingewiesen und von einem Vabanquespiel gesprochen. Und jetzt kreiert man ein Problem, dass ein Spieler nicht zum Zuge Kommt. Mit dieser Situation muss nicht nur JH klarkommen; es gehört zum Berufsrisiko, mal nicht zum Stamm zu gehören. Kann sich ja auch schnell ändern. In diesem Zusammenhang wäre es auch mal klasse, wenn sämtliche Journalisten schnallen würden, dass nach einem Abstieg kein Ausverkauf beim Effzeh stattfinden wird. Bis auf wenige Ausnahmen müssen alle Spieler mit in die 2 Liga. Von daher gab es gar keinen Grund, Spieler in der Winterpause voreilig abzugeben. Hannover in Sachen Sané sollte uns da Vorbild sein. Wer weg will, muss ordentlich Kohle bringen oder bleiben.

  3. Andrea Rothfuss
    Andrea Rothfuss says:

    Mentales Loch ..? Mein Mitleid mit J.Horn hält sich in Grenzen. Unterschreibt einen langfristigen Vertrag bei Wolfsburg – und wechselt kurz danach zum FC. Hier das gleiche Spiel: langfristiger Vertrag und will kurze Zeit später nach Leipzig. So kann es ja wohl nicht gehen! Er sollte aufpassen, dass er die FC Fans nicht verärgert. Mich hat er jedenfalls schon verärgert….

  4. NICK
    NICK says:

    Ich hätte ihn ziehen lassen. Wer nach einem halben Jahr, beim ersten Angebot schon wieder weg will…

    Welches Loch hinterlässt er denn im Kader, dass man nicht stopfen könnte. Er ist U21-Nationalspieler mit wenigen Bundesligaeinsätzen bisher. Warum sollten der U20-National-Linksverteidiger Handwerker oder U19-National-Linksverteidiger Brakelmann soviel schlechter sein??? Zudem gibts auch noch Birk Risa…ich glaube die hätten alle richtig Bock bei den Profis voll mit dabei zu sein.

    Nun ja, jetzt bleibt er. Wenn er sich jetzt hängen lässt um seinen Sommer-Wechsel vorzubereiten haben wir nix gewonnen. Ebenso wenn er eine Austiegklausel im Abstiegsfall ziehen könnte und dann für weniger als 10 Millionen wechselt…

    Wenn er seine Situation akzeptiert und Leistung bringt ist ja alles gut, aber wenn er sich im Training nun hängen lässt, hat sich die Wechselsperre nicht gelohnt…

  5. Karl Heinz Lenz
    Karl Heinz Lenz says:

    In letzter Zeit war viel von Spielern zu hören, die sich gegen ihre Verträge und gegen ihre Vereine eigenmächtig durchsetzen wollen. Das fällt einem ein, wenn man diese Geschichte über Jannis Horn liest.

    Auf der anderen Seite ist der Artikel von den Informationen her ja eher knapp. Wir erfahren eigentlich nur zweierlei Neuigkeiten: Jannis Horn habe sich am letzten Tag des Wechselfensters noch einmal für einen Wechsel nach Leipzig stark gemacht. Und er würde, der Wahrnehmung von Herrn Merten zufolge, aktuell nicht gut trainieren und – weil er seinen Willen nicht bekommen hat – den Kopf hängen lassen. Wer kann das von uns beurteilen?

    Man hört ein bisschen das Verständnis von Herrn Merten für Jannis Horn heraus: „Nur“ back-up für Jonas Hector! Der arme Kerl. Die Sache ist aber doch eher so, dass Jonas Hector ein Klasse-Spieler ist, der fußballerisch und von der Mentalität her absolut top ist, während Jannis außer ein paar Spielen in Wolfsburg und in Köln noch nichts nachgewiesen hat. Man sollte deshalb dem Jungen nicht einreden, dass er Grund hat, den Kopf hängen zu lassen. Auch sein Gehalt wird im Vergleich zu anderen 21-jährigen im Rheinland üppig sein. Dafür kann er sich im Training (und später im Stadion) ruhig den Allerwertesten aufreißen und alles dransetzen, die Alteingesessenen zu verdrängen. Das wäre doch was, sozusagen alá Joshua Kimmig, oder?

    Die Vermutung, dass Armin Veh und Stefan Ruthenbeck die Sache zu riskant ist, einen Abwehrspieler abzugeben in einer solch heißen Phase wie jetzt, kann ich gut nachvollziehen. Sicher kann man Mergim Mavraj, der damals eine viel größere Rolle für die FC-Abwehr spielte und den man zur Unzeit hat gehen lassen, nicht mit Jannis Horn vergleichen, aber dennoch: Gut, dass der FC den Jungen nicht hat ziehen lassen.

    Auch glaube ich, dass Armin Veh und Stefan Ruthenbeck mit der Entscheidung zu Jannis Horn ganz allgemein der Mannschaft und dem Umfeld ein Zeichen setzen wollten: „Individuelle Wünsche und Neigungen einzelner Spieler kommen jetzt nicht in Betracht! Es geht jetzt nur um den Verein und den Klassenerhalt! Glaubt nicht, dass einer von euch sich jetzt verdrücken kann, weder durch einen förmlichen Vereinswechsel, noch durch eine innere Kündigung! Wir sind ein großer, stolzer Verein! Haut rein!“

    Das ist natürlich ein strengerer Kurs als früher unter Jörg Schmadtke und Peter Stöger. Während der Menschenfänger den Jungs bis zum Schluss – was wir wissen können – immer nur das Köpfchen streichelte, scheinen Armin Veh und Stefan Ruthenbeck einen anderen Kurs zu fahren.

    Dass ist natürlich eine härtere

  6. Elke L.
    Elke L. says:

    Es musste zum 31.1. aber eine Entscheidung getroffen werden und dies hat A.V. getan: bleibt hier, weil wir ihn brauchen. – Das sich das jetzt so entwickelt bei J.H. – hat man evtl. anders eingeschätzt aber nun bleibt er hier und soll sich gefälligst rein hängen.

  7. OlliW
    OlliW says:

    Hm… es wirkt schon komisch, dass Horn weg will/wollte. So kurz nach seinem Eintreffen. Aber das zeigt die Schnellebigkeit und Nervosität des Fußballgeschäfts. Wenn man mit 21 nicht mal ein paar Wochen Geduld aufbringt, bei einem bereits guten Gehalt, und einfach voll trainiert und auf die Chance zu warten. Die wird kommen, ganz sicher. Hector verletzt sich, kommt selber in ein Formtief, sammelt 5 Gelbe…schon muss er ran. Und wenn er dann nicht fir ist oder unmotiviert, das wäre für alle Mist. Erst Recht für ihn.

    Fazit ist leider, dass die Identifikation mit einem Verein in der Regel nur wohlfeiles Gerede ist. Und beim FC findet man da glücklicherweise genug andere Beispiele. Ich nehme es z.B. Hector, Timo Horn, Heintz, Maroh, Klünter und erst recht Lehmann und Kess ihre Identifikation mit dem FC voll ab. Weil sie entsprechend HANDELN und spielen. Ganz einfach.

  8. Dieter
    Dieter says:

    Leider gibt es in dem Geschäft „Fußball“ zu viele Söldner und viel zu wenige echte Spieler. Leute wie Uwe Seeler, Charly Körbel, Jürgen Grabowski, Wolfgang Weber und Wolfgang Overath. Die wussten genau, wem sie Ihr Können und Ihr Ansehen verdanken. Heute glauben doch Spieler Anfang 20, sie seien die großen Helden.
    Noch nicht viel erreicht aber mit einem Salair ausgestattet, die würden den o.g. Spielern sofort das Wasser in die Augen steigen lassen. An dem Sprichwort:
    „Geld verdirbt den Charakter“ ist offensichtlich doch sehr viel Wahrheit dahinter.
    Geht die Entwicklung so weiter, dann werden zukünftig U 16 Spieler schön min. 1 Mill. im Jahr verlangen? Die Spieler sollten sich mal vor Augen halten, wie viel besser sie es haben als 99% der Berufstätigen. Da verdienen viele zwischen 30 und 50 Tsd. € im Jahr bei weit aus mehr Aufwand als der eines Fußballprofi`s.
    In seiner Antrittsrede sagte Armin Veh, „wir brauchen mehr Demut“. Vielleicht mal so übersetzen, dass auch junge Fußballer dies verstehen können. Jeder Spieler sollte mal in sich gehen und nachfragen, wie viel verdient mein Vater, meine Mutter und was müssen sie dafür leisten. Das wäre ein 1. Schritt zur Normalität.

  9. NICK
    NICK says:

    Ach so…die gute alte Zuckerbrot und Peitsche Taktik…

    Am Mittwoch nimmt man die Spieler in der Arm – „Was ich meine ist die persönliche Ansprache der Spieler, diese mal in den Arm nehmen, sie nach einer Niederlage zu trösten und aufzubauen und ihnen das Gefühl geben, da ist jemand, der an uns glaubt.“

    Am Freitag spricht man ihnen dann den Charakter ab – „Die Spieler sollten sich mal vor Augen halten, wie viel besser sie es haben als 99% der Berufstätigen. Da verdienen viele zwischen 30 und 50 Tsd. € im Jahr bei weit aus mehr Aufwand als der eines Fußballprofi`s…Jeder Spieler sollte mal in sich gehen und nachfragen, wie viel verdient mein Vater, meine Mutter und was müssen sie dafür leisten.“

    Na wenn dann Samstag der Sieg heraus springt – von mir aus…

    • Dieter
      Dieter says:

      Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, warum sollte da der Fußball eine Ausnahme sein? Ein Außendienstmitarbeiter, der viele Abschlüsse tätigt wird mehr verdienen, als einer, der nur hin und wieder zum Abschluss kommt. Ich habe nichts dagegen, wenn Spieler eine saftige Punkt-/ und Torprämie erhalten. Nur nach dem eigenen Vorteil zu sehen ist weder im Fußball noch in der Wirtschaft sinnvoll. Ein Spieler, der mal schlecht spielt bekommt auch nichts von seinem Gehalt abgezogen. Es sollte sich im Leben aber immer irgend wie die Waage halten. Super Gehalt bei andauernder Schlechtleistung wird nirgendwo auf Dauer funktionieren. Bei welchem Club sind Söldner beliebt?
      Bei keinem. Heute das Clublogo küssen und morgen bei einem anderen Club unterschreiben; mit solch einer Mentalität wird sich wohl kein Fan zufrieden geben. Die besten Spieler sollen spielen; wenn ein Spieler nicht da zu gehört liegt es doch an ihm, besser zu werden und den Trainer von sich zu überzeugen.
      Wie lange wäre J. Horn Stammspieler in Leipzig gewesen?
      Bestenfalls bis zu dem Tag, an dem der verletzte Spieler wieder fit ist und Horn hätte wieder auf der Ersatzbank bzw. Tribüne platz genommen. Immer den Weg des geringsten Widerstandes ist nicht unbedingt der bessere Weg.

      • NICK
        NICK says:

        Das ist doch mal ein nachvollziehbarer Kommentar. Aber misst Du dann nicht mit zweierlei Maß?

        Für Horn gilt – „Die besten Spieler sollen spielen; wenn ein Spieler nicht da zu gehört liegt es doch an ihm, besser zu werden und den Trainer von sich zu überzeugen.“ – Für Koziello nicht???

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