,

Kommentar: Geduld ist gefragt – auf und neben dem Platz

Der 1. FC Köln hat am Freitagabend ein Fußballspektakel abgeliefert. Jeder Fan im RheinEnergieStadion oder vor dem Fernseher zuhause dürfte sich hervorragend unterhalten gefühlt haben. Nur das Ergebnis stimmte aus Kölner Sicht nicht, weil dem FC am Freitagabend eine Zutat fehlte: Geduld.

Köln – Ein Blick zurück: Nach 16 Spieltagen lag der 1. FC Köln abgeschlagen und chancenlos auf dem letzten Tabellenplatz. Drei Punkte auf dem Konto, zwölf Zähler Rückstand auf Platz 16, sogar 13 Punkte auf Rang 15. Die letzte Chance auf den Klassenerhalt schien durch das 3:4 gegen den SC Freiburg praktisch verspielt.

Ein Blick nach vorne: Fünf Spiele später, am 21. Spieltag der Bundesliga, liegt der 1. FC Köln noch immer auf dem letzten Tabellenplatz. Doch inzwischen stehen schon 13 Punkte zu Buche, der Rückstand auf Platz 16 und 15 beträgt gleichermaßen sieben Zähler. Innerhalb von fünf Spielen hat Köln also trotz der Niederlage gegen Dortmund den Rückstand auf den 15. Tabellenplatz von 13 auf sieben Punkte reduziert. Das sind die Fakten.

Die Rückrunde ist noch lang

Dazu kommt das Gefühl, dass der FC trotz der Niederlage gegen Dortmund ebenbürtig war, das Spiel ebenso hätte gewinnen können. Wer hätte das nach dem 0:5 in der Hinrunde und den diversen Bankrotterklärungen im Herbst noch für möglich gehalten? Noch immer sind 13 Spiele zu spielen, noch immer hat der FC mit Mainz und Stuttgart zwei direkte Konkurrenten in Heimspielen vor der Brust, auch das Auswärtsspiel in Bremen kommt noch.

Was der FC jetzt braucht, ist Geduld. Zunächst einmal im Umfeld, denn der Trend spricht trotz des 2:3 am Wochenende für die Geissböcke, um im Schlussspurt der Saison noch einmal ein Wörtchen um den Klassenerhalt mitreden zu können. Aber auch auf dem Platz braucht der Effzeh Geduld, das hat das Spiel gegen den BVB bewiesen. Jeder Punkt zählt. Jedes Tor zählt. Natürlich muss der 1. FC Köln in seiner Situation im Zweifel auf Sieg spielen. Doch mit Geduld und der Zuversicht, dass dies wie gegen Gladbach auch noch in allerletzter Sekunde passieren kann. Der FC hat sich in den letzten fünf Spielen dahin gebracht, wieder glauben zu können. Nun muss dieser Glaube mit Geduld gepaart werden. Denn die Rückrunde ist noch lang.

6 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz
    Karl Heinz Lenz says:

    Alles entscheidend ist meines Erachtens nicht der Klassenerhalt. Wenn die Mannschaft das schaffen sollte: Großartig! Aber noch wichtiger ist, dass unser Team wieder sportlich in die Spur gefunden hat. Und das ist seit dem Trainerwechsel wieder der Fall. Der FC ist kein Verein mehr, über den gespottet wird und der bemitleidet wird. Wenn Stefan Ruthenbeck, sein Trainerteam und die Mannschaft das aktuelle Niveau bis zum Saisonende halten oder vielleicht sogar noch ein bisschen ausbauen können, dann hat der FC seinen guten Ruf wiederhergestellt und bleibt für Spieler, Fans, Umfeld und Sponsoren weiterhin interessant. Und dann kann auch ein direkter Wiederaufstieg gelingen, wenn es zum Schluss doch nicht reichen sollte. Die Idee, die manche schon in der Mitte der Hinrunde hatten, der FC könnte ja „den Rest“ der Spielzeit abschenken und dann aus der 2. Liga wieder angreifen, war von vorneherein blanker Unsinn. Auch wenn der FC in den kommenden Wochen den Abstand nicht mehr verkürzen können sollte, muss die Mannschaft trotzdem mit vollem Willen und Einsatz guten Fußball bringen. Es darf zu keiner Demoralisierung kommen, auch wenn es zum Schluss nicht reichen sollte. Auch dann nicht nachlassen, immer dran bleiben.
    Wobei ich weiterhin glaube, dass noch alles drin ist!

  2. Dieter
    Dieter says:

    Im Prinzip hat Karl Heinz ja Recht. Es geht hier aber leider nicht um das Ansehen, das der Verein oder die Spieler haben. Wenn nur noch Endspiele ausgerufen werden, dann muss jeder erwarten. dass Spieler, die anschließend mit 5 bewertet werden in der Startelf stehen. Das Beste gehört in die Startelf. Da habe ich bei Sehrou und Christian so meine Bedenken. Vincent hätte gerade gegen Dortmund tödliche Pässe spielen können, die ein Terrode dann verwerten kann. Finde Milos eigentlich nicht schlecht, aber leider ist er nicht beständig genug, was wir in der jetzigen Situation aber dringend brauchen. Möchte Vincent ab Frankfurt in der Startelf sehen, falls die Luft für 90 Minuten nicht reichen sollte, kann man Milos immer noch ab der 60/65 Minute einwechseln.

  3. Dieter
    Dieter says:

    muss natürlich heißen:
    Wenn nur noch Endspiele ausgerufen werden, dann muss jeder erwarten. dass Spieler, die anschließend mit 5 bewertet werden nicht in der Startelf stehen.

    Sponsoren werden mit Sicherheit nicht die Millionen in den FC schießen, wenn dieser nur 2. Liga spielen. Rein aus finanzieller Sicht ist ein Abstieg so, als hätten wir die Zeit um 5 Jahre zurück gedreht. Alles nur heiße Luft mit einem Rückschritt ins Jahr 2012. Bei einem Abstieg werden mindestens 5-6 Leistungs-träger den Verein verlassen. Wer sagt, dass dann in der 2. Liga eine Top Truppe auf dem Rasen steht, die den sofortigen Wiederaufstieg schafft????????????

  4. Michael
    Michael says:

    Tag zusammen,
    ich glaube jetzt ist auch bei den Fans Geduld angesagt. Und hier im Blog natürlich auch, in den der ein oder andere Spieler vielleicht doch einmal hineinschaut. Dass das schwer sein dürfte, versteht sich von selbst. Dennoch: Unser aller Blick muss nach vorne gerichtet sein. Abgerechnet wird am letzten Spieltag. Das Spiel gegen Dortmund hatte nicht das gewünschte Ergebnis. Gut. Jetzt geht der Blick nach Frankfurt, dann auf Hannover und danach nach Leipzig. Die Jungs dürften selbst ganz gut wissen, was nicht gut gelaufen ist. Sie sollten aber vor allem wissen, dass am Freitag ganz viel gut gelaufen ist. Das gleiche gilt natürlich für den Trainer. Die letzte Viertelstunde war schon vor dem Fernseher vor Spannung kaum auszuhalten, dann vermutlich erst recht am Spielfeldrand. Insofern hilft das Nachkarten hinterher ebensowenig wie die Spielerbenotung bei Express, Stadtanzünder und Co.. Und Spielerbashing hilft auch nicht. Paulus schreibt in der Bibel: Prüft alles und behaltet das Gute. Das richtige Motto für diese Tage, meine ich. Auf dem Guten aufbauen und das, was schlecht war, ohne viel Aufhebens, Schuldigensuche usw. hinter sich lassen. Das heißt auch: Vor Juni befasse ich mich mit einem Thema wie der 2. Liga überhaupt nicht. Jetzt geht es um das Wunder von Köln. Für mich hat es begonnen und ich arbeite an meiner Geduld, bis Mai auf seine Vollendung zu warten, auch wenn ich es natürlich auch lieber schon am 25. Spieltag sehen würde.

    Zukunft gibt es nicht im Rückspiegel.

    • Robert H.
      Robert H. says:

      Das ist ein sehr guter Kommentar! Mit einem tollen Fazit am Ende.
      Da hätte ich noch:
      „Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.“

      Dennoch sollte man einen Rest von taktischem Verhalten beibehalten. So was wie das 2:3 gegen Dortmund sollte nicht allzu häufig mehr passieren.
      Aber das wird sicherlich angesprochen werden.

  5. OlliW
    OlliW says:

    Das Orakel spricht:
    Der 1. FC Köln steht am Ende des 29. Spieltags nach dem (hoffentlichen!) Heimsieg über Mainz auf dem Relegationsplatz!
    Dann geht es aber noch mal richtig los. Denn dann heißt es, diesen Rang nach Möglichkeit noch nach oben zu verlassen oder zumindest zu behalten. Das Feld bis Platz 14/15 wird sehr eng sein, einzelne Punkte entscheiden, wie auch die Tordifferenz. Große Sprünge sind durch einzelne Siege möglich. Der FC hat ein recht fieses Endprogramm: in Berlin (machbar), dann kommt Schalke (alles möglich, vgl. Dortmund), dann geht es zu den Breisgauern (am schwersten, ein Punkt wäre prima), dann kommen die Bayern (Auf ein 0:0 gehen mit 10er Kette? ;-)), am Ende nach Wolfsburg, die schlagbar sind, aber dann womöglich selber unten drin hängen und gewinnen müssen, um sich zu retten.
    So wie die Saison läuft reichen 30 oder 31 für die Rettung. In der Verlosung sind bis zum Ende Köln, Stuttgart, Hamburg, Mainz und eventuell noch Wolfsburg. Bremen wird sich nach oben retten. Auch die Tordifferenz wird wichtig sein.

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar