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Ausgerechnet Timo Horn: Ein Patzer zur Unzeit

Es tut mir leid für die Mannschaft

Ausgerechnet Timo Horn, der sonst so sichere Rückhalt des 1. FC Köln, hat sich für seinen ersten dicken Bock in dieser Saison einen denkbar schlechten Zeitpunkt ausgesucht. Einen Vorwurf macht dem Keeper aber niemand.

Köln – Nach dem Abpfiff des Spiels gegen den VfB Stuttgart saß Timo Horn fassungslos auf dem Platz. Er wusste genau, dass der Effzeh durch die 2:3-Niederlage die womöglich letzte Chance auf den Klassenerhalt verspielt hat. In der Mixed-Zone rang der Torwart dann mit seiner Fassung.

Das ist unfassbar

“Ich wäre nicht so enttäuscht, wenn wir in einer normalen Situation wären. Eigentlich dürfen keine Fehler passieren. Ich weiß natürlich auch, dass die Truppe eigentlich kein Spiel mehr verlieren darf, weil wir das Feld von hinten aufrollen müssen. Wir waren heute die klar bessere Mannschaft. Das Spiel dann durch solche individuellen Fehler zu verlieren ist unfassbar“, sagte der FC-Torwart und fügte an: „Es tut mir unheimlich leid für die Mannschaft.“

Timo Horn hat sich in den letzten Jahren nicht nur zu einem der besten Keeper in der Bundesliga entwickelt, der 24-Jährige gehörte in dieser Saison auch zu einen der wenigen FC-Profis, die konstant gute Leistungen zeigten. Doch gegen den VfB leiste sich der Torwart einen schlimmen Fehler – zur absoluten Unzeit.

7 Kommentare
    • Klio says:

      Wer im Fall des Abstiegs bleiben würde, wird ja in vielen Fällen von zwei Seiten ausgehandelt. Die Verträge gelten für die zweite Liga und wenn es keine festgeschriebene Ausstiegsklausel gibt, entscheidet auch der Verein, wen man gehen lässt. Es kann ja durchaus sein, dass der FC besser für den Wiederaufstieg gerüstet ist, wenn man begehrte Spieler gegen eine gute Ablöse gehen lässt, hohe Gehälter einspart und sich gleichzeitig für die aktuelle Saison besser aufstellt. Wenn ein Spieler sich voll reinhaut, solange er für den FC spielt, und dann im gegenseitigen Einvernehmen den Verein wechselt, ist das vollkommen in Ordnung. Wir profitieren ja auch davon, dass Spieler von anderen Vereinen zu uns kommen.

      Identifikation mit dem Verein ist natürlich schön, gerade für uns Fans. Aber gerade von Fanseite wird die Forderung nach Treue und Identifikation häufig ganz einseitig gesehen: Begehrte Spieler sollen eigene berufliche Ambitionen vollkommen zurückstellen für die Vereinstreue; sobald ein Spieler (aus welchem Grund auch immer) nicht die besten Leistungen zeigt, wird von Fans dann aber schnell der Rauswurf gefordert.

  1. OlliW says:

    Es klingt fast so, als sei genau dieses „Dilemma“ in den Köpfen so mancher Spieler: Wenn ich bleibe, geht es in Liga zwei mit meiner schönen Karriere nach unten. Wenn ich gehe, bin ich ein Ego-Arsch, der zu den „Versagern“ gehört hat, die den FC nicht in der Liga halten konnten! In jedem Fall ein doofes Gefühl, wenn man ein echter Sportler ist und sich mit dem Club und dem Umfeld identifiziert.

    Nicht nur Horn, auch die Äußerungen von Heintz und anderen klingen zumindest nach „Wir haben’s verbockt, also biegen wir es zusammen wieder gerade.“ Ob sich dann jemand vom Acker macht, werden wir sehen. Schätze, dass es schon einige sein werden. Und richtig billig sind die alle nicht. Insofern kann der FC eine Menge Geld in den Wiederaufstieg investieren.

    Wo soll Timo hin? Dortmund? Das will er bestimmt nicht. England wird sich nicht melden, wenn es weiter bergab geht.

    Bei Hector wird viel von der WM abhängen, wie sein Preis am Ende ist. Dass er bleibt, würde ich ihm charakterlich zutrauen. Aber selbst ich würde es ihm als Berater nicht raten. Die Leistungen von Heintzi sind nicht verborgen geblieben und ihm kann man fast überhaupt keine „Schuld“ anlasten, noch nicht mal für einzelne Gegentore. Meré wusste bei Antritt, dass es möglicherweise runter geht. Er geht bestimmt nur, wenn es richtig gute Angebote gibt. Ebenso Koziello, den ich mittlerweile als den größten Verlust ansehen würde.

    • Flizzy says:

      Mit Koziello seh ich das genauso, ein wahrer Lichtblick für den Effzeh. Endlich mal wieder ein versierter Techniker in den Effzeh Reihen, der auch weiß wie und wo man Pässe zu spielen hat. Macht Spaß dem beim spielen zu zuschauen. Veh hat ihn ja aber auch schon für die zweite Liga mitverpflichtet. Der wird bleiben, genauso wie Terodde. Da mache ich mir keine Sorgen. Bei Mere würde ich es mir wünschen, dass er auch bleibt.

    • Elke L. says:

      OlliW, ich stimme dem fast zu.

      Aber Mere wurde im Sommer verpflichtet, als Europa vor der Tür stand, oder?

      Wir werden ja sehen, wer tatsächlich mit in Liga 2 die Suppe auslöffeln wird, ich bin da erst noch mal entspannt.

  2. Paul Paul says:

    Timo Horn ist ein guter Bundesliga-Torhüter – mehr aber auch nicht. Seine große Schwäche ist die Strafraumbeherrschung. Außerdem ist er nicht der beste Fußballer. Er ist durch den FC groß geworden und verdient gutes Geld. Leider ist der FC in der Vergangenheit nicht gut mit seinen verdienten Spielern umgegangen, und insofern besteht das Problem von beiden Seiten. Der FC müsste Horn ein Angebot machen, dass er nicht ausschlagen kann, weil es seiner Verantwortung für das Ganze abbilden würde. Wenn es um das Geld geht, dann sollte das zu lösen sein, wenn es um Titel geht, dann muss er halt gehen, aber man sollte im klar machen, dass er dann in Köln keine Rolle mehr spielen kann. Podolski hat zweimal den FC verlassen, damit hat er das Kapitel selbst beendet und darf in der Zukunft keine Funktion mehr bekommen.

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