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Rückschläge? „Die sind wir ja schon gewohnt“

Wieder einmal muss sich der 1. FC Köln in dieser Saison neu berappeln. Zur Verwunderung aller sind die Geissböcke noch immer nicht gänzlich chancenlos im Abstiegskampf. Doch einmal mehr müssen die Kölner mit einem Tiefschlag zurecht kommen und sich gegen Bremen neu beweisen.

Köln – Die harte Landung nach dem gefühlten Sieg gegen Hannover. Der tatsächliche Sieg über Leipzig nach dem frühen Rückstand. Die Sprachlosigkeit nach dem 2:3 gegen Stuttgart. Der Effzeh ist in dieser Saison wahrlich leid geprüft. Teils selbst verschuldet, teils vom Pech verfolgt: Es scheint keine Rolle zu spielen, wie gut oder schlecht Köln spielt – die Rückschläge kommen so sicher wie das Amen in der Kirche.

Es gibt keine große Nachbereitung der Spiele mehr

„Rückschläge sind wir ja schon gewohnt“, sagt Stefan Ruthenbeck mit einem Achselzucken. „Die Jungs haben eine gute Mentalität, einen guten Charakter. Da machen wir das gar nicht mehr zum Thema.“ Wenn Aufbauarbeit nicht mehr nötig ist, weil sie zur Routine geworden ist – dies sagt viel aus über den Saisonverlauf der Geissböcke, die seit dem ersten Spieltag unten drin und seit dem dritten Spieltag ununterbrochen am Tabellenende stehen.

Jetzt, da Mainz gegen Schalke am Freitagabend mit 0:1 verloren hat sowie der HSV beim FC Bayern und Wolfsburg in Hoffenheim ran müssen, besteht erneut die Chance den letzten Tabellenplatz zu verlassen, Hamburg zu überholen und sich bis auf fünf Punkte an den Relegationsplatz heranzupirschen. Dafür aber muss der Kopf am Montag gegen Bremen halbwegs frei sein. Ruthenbeck gesteht, deshalb auch auf große Analysen der zurückliegenden Partien zu verzichten. „Es gibt keine große Nachbereitung der Spiele mehr. Wir müssen von Spieltag zu Spieltag funktionieren.“ Natürlich nehme man das Positive mit und bewerte das Negative. Doch die Spieler sollen Rückschläge sofort abhaken können.

Rückschläge gibt es nur im Vorwärtsgang

So wie Timo Horn, der gegen Stuttgart patzte. „Bei all den Nackenschlägen, die wir in dieser Saison bereits hatten, legen wir das ab, wenn wir in die neue Woche starten“, sagt der Keeper. „Die Stimmung war in den letzten Tagen trotzdem positiv, wir fahren optimistisch nach Bremen und schauen, was da möglich ist.“ Möglich ist ein Auswärtssieg allemal, schließlich gewannen die Geissböcke in der Rückrunde bereits zweimal auf fremden Plätzen (in Hamburg und Leipzig). Drei Punkte würden den FC bis auf fünf Zähler an Mainz und gegebenenfalls Wolfsburg heranführen – und die 05er kommen bekanntlich am 7. April erst noch ins RheinEnergieStadion, während der VfL am 34. Spieltag Gegner der Geissböcke sein wird.

Daran ziehen sich die Geissböcke hoch. Auch Horn. „Es ist nach wie vor nicht unmöglich. Wir haben am Montag die Chance Punkte gut zu machen. In der Rückrunde liegen uns die Auswärtsspiele etwas besser. Vielleicht kommt uns das in unserer aktuellen Phase entgegen.“ Wenn sonst nichts hilft in Zeiten ständiger Rückschläge, dann wenigstens die Hoffnung, dass man nur Rückschläge erleiden kann, wenn man vorher Schritte nach vorne gemacht hat. Einen solchen will der FC am Montag wieder gehen.

9 Kommentare
  1. Franz-Josef Pesch says:

    Wenn man über die letzten 3 Spiele nachdenkt, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Gegen Hannover und Stuttgart insgesamt 5 Punkte liegengelassen und in Leipzig gewonnen,
    man kann es nicht glauben. Das aller verrückteste aber ist, daß die unteren Mannschaften alle für Köln gespielt hatten. Nur der FC hat die „Groß-Chancen“ leider nicht genutzt. Ob taktische Fehler oder am Schluss die Kraft fehlte, nachkarten hilft nicht.
    Auch heute, am 10.03. sieht es so aus das die unteren Mannschaften Punkte liegen lassen. Vielleicht gelingt dem FC Montag die für ihn vermutlich letzte Chance zu nutzen.

    • Huey L. says:

      Ich wünschte, es wäre so. Ich zitiere mich ungern selbst, aber schon vor dem Stuttgart- Spiel habe ich hier geschrieben, dass immer, wenn alle für uns spielen, wir inzwischen fast schon traditionell die Punkte leider liegen lassen. Jüngstes Beispiel ist das von dir und gerade von mir aufgeführte Stuttgart- Spiel. Andere Beispiele lassen sich genug in der Vergangenheit finden (Ausnahmen gab es in der der Schlussphase der letzten Saison). Ich hoffe, die Mannschaft straft mich diesmal Lügen… !!!

      • Stefan Schmitz says:

        Diese „Tradition“ begleitet den FC schon seit den 70ern. Damals hat man allerdings nur leichtsinnig Titel verspielt.

        Trotzdem bleibe ich optimistisch. Im Gegensatz zu den anderen Kellerkindern spielen unsere Jungs ganz passablen Fußball. Wenn nur die groben Schnitzer nicht wären…

  2. Karl Heinz Lenz says:

    Huey, du hast Recht. Wenn unsere Mannschaft die Möglichkeit hat, einen entscheidenden Schritt nach vorne bzw. nach oben zu machen, dann gelingt das unseren Jungs meistens nicht. Das war in den vergangenen Spielzeiten ganz überwiegend auch so. Wenn ich mich richtig erinnere, besonders dann, wenn die Mannschaft in einem Sonntagspiel „nachziehen“ musste. Das scheint unserer Mannschaft besonders große Schwierigkeiten zu machen. Und am Montag ist eben so ein „Nachzieh-Spiel“.
    Aus diesen Gründen war ich vor dem „Nachzieh-Spiel“ gegen Stuttgart skeptisch, wie auch du, Huey. Für die Mannschaft wäre es deshalb ein Riesenschritt, wenn sie es schaffen würde, in Bremen zu siegen. Nicht von der spielerischen Qualität her, die sie ja hat, sondern von der Mentalität her.
    Ich drücke unseren Jungs von ganzem Herzen und mit aller Kraft die Daumen! Gefühlsmäßig würde ich sagen, diesmal wird es besser gehen als gegen Stuttgart. Keine Ahnung warum, aber ich vermute, dass die Mannschaft auswärts und von vielen abgeschrieben besser zurecht kommt.
    Zum Schluss: Viele uns beklagten ja das Pech und das übelwollende Schicksal im letzten Spiel gegen Stuttgart. Ich muss offen gestehen, dass ich eher sauer war. Wieso schafft es unsere Mannschaft nicht, in den letzten Minuten vor der Pause den Laden dicht zu halten? Der Mannschaft fehlte es wie schon so oft in entscheidenden Situationen an Biss, an Willen und an Konzentration. Die Abwehr arbeitet nicht richtig. Die Jungs müssen für ihr Spiel Verantwortung übernehmen und diese vielen Nachlässigkeiten in den Griff kriegen: Wettkampfhärte zeigen!

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