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Fans frustriert: „Da fallen auch ein paar Worte, die man nicht hören will“


Der Abstieg des 1. FC Köln ist so gut wie besiegelt. Das haben nach der 1:2-Niederlage in Berlin auch die letzten Optimisten eingesehen. Von daher überrascht es nur wenig, dass auch die treuen Anhänger so langsam die Geduld mit der Mannschaft verlieren. 

Köln – Fast die gesamte Saison über standen die Anhänger des 1. FC Köln uneingeschränkt hinter ihrer Mannschaft. Sogar nach der 0:6-Klatsche in Hoffenheim applaudierten die mitgereisten Anhänger ihrem Team. Doch nach der erneuten 1:2-Pleite in der Berlin scheinen auch die letzten Optimisten im Fanblock die Hoffnung an den Klassenerhalt verloren zu haben.

Fans wollen Trikots nicht und werfen mit Bierbechern

Nach dem Abpfiff, der erneut ein ernüchterndes Spiel beendete, mischten sich erstmals neben zaghaftem, aufmunterndem Applaus auch deutliche Unmutsbekenntnisse der Fans. Wieder einmal hatten 4000 Fans die lange Reise nach Berlin angetreten, wieder einmal wurden sie enttäuscht. So war es nicht verwunderlich, dass die Spieler nur vorsichtig in Richtung des Fanblocks schlichen. „Wir haben die Unzufriedenheit der Fans in der Kurve gespürt“, berichtete Marcel Risse nach dem Spiel. Allen voran erwischte es Jonas Hector, der sein Trikot verschenken wollte und es postwendend wieder vor die Füße geschmissen bekam. Zu viel für den ehrgeizigen und sensiblen Nationalspieler, der seine Tränen nach der neuerlichen Niederlage kaum mehr zurückhalten konnte. Dennoch stellte sich der Kapitän den Fans und diskutiere einige Minute mit den Anhängern.

Da fallen auch ein paar Worte, die man nicht hören will

Trotz teilweiser Beschimpfungen nehmen die Spieler ihren Fans den Unmut nicht übel. Im Gegenteil: „Im großen und ganzen muss man unseren Fans auch heute wieder ein Riesen-Kompliment machen“, sagte Marco Höger und fügte hinzu: „Klar äußert der eine oder andere seinen Unmut. Aber wir haben Verständnis dafür, wir haben uns die Saison auch anders vorgestellt. Trotzdem werden wir jede Woche angefeuert, das ist eine einzigartige Sache.“ Tatsächlich hat man trotz der Horror-Saison nicht den Eindruck, es könne zu einer Wiederholung der schwarzen Wand von 2012 im letzten Heimspiel kommen. Dafür war die Ausgangslage im Abstiegskampf von vornherein zu eindeutig. „Natürlich sind die Fans frustriert, aber wir verlieren genauso ungern“, sagte der Torschütze zum 1:0, Leonardo Bittencourt. „Da fallen auch ein paar Worte, die man nicht hören will. Aber das sind Emotionen, die gehören zu Fußball dazu. Ich bin sicher, dass wir nächste Woche wieder angefeuert werden.“

Der Einsatz wird von den Fans respektiert

Dass die Effzeh-Anhänger sich noch nicht gänzlich von ihrer Mannschaft abgewendet haben, liegt vor allem daran, dass die Profis Woche um Woche versuchen, es besser zu machen und Einsatz zeigen. „Die Fans sehen, dass sich der ein oder andere für den Verein aufreibt und das respektieren sie“, glaubt Risse. „Deswegen war auch nicht verkehrt, dass wir in die Kurve gegangen sind.“ Trotzdem bleibt abzuwarten, wie die Anhänger ihre Mannschaft nach der neuerlichen Niederlage im nächsten Heimspiel gegen Schalke 04 empfangen werden. Denn inzwischen ist auch der letzte Funke Hoffnung auf die Rettung erloschen und das unvorstellbare Szenario der zweiten Liga wird Realität.

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