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Kölns Kampf gegen die schlechten Erinnerungen

Nein, Dr. Felix Brych wird das Spiel des 1. FC Köln gegen den 1. FSV Mainz 05 am Samstag nicht pfeifen Auch wird nicht Tobias Welz in Köln-Deutz im Videoraum sitzen. Somit besteht zunächst einmal keine Gefahr, dass Pablo de Blasis erneut einen Schwalben-Elfmeter trotz Videobeweises zugesprochen bekommt. Doch ohne Spannung wird die Partie wohl nicht verlaufen.

Köln – Die Schiedsrichter-Ansetzung ist aus Kölner Sicht nur bedingt glücklich. Mit Benjamin Cortus leitet jener Schiedsrichter die Partie, der im Hinspiel der Geissböcke beim VfB Stuttgart in der Nachspielzeit über zwei Minuten lang den Videobeweis an der Seitenlinie konsultierte, ehe er den gepfiffenen Elfmeter für den Effzeh wieder zurücknahm. Bekanntermaßen verloren die Geissböcke das Spiel noch mit 1:2, statt es mit 2:1 zu gewinnen.

Das sagt Dr. Merk über Kölns Video-Pech

Bekanntlich hatte der FC bislang wahrlich kein großes Glück mit dem Videobeweis. Stefan Ruthenbeck argumentierte gar vor einigen Wochen, dass Fehlentscheidungen des Video-Schiedsrichters sich noch einmal mehr auf die Psyche der Spieler auswirken würden. Ex-Referee Dr. Markus Merk hatte darauf bei 11Freunde geantwortet: „Wenn ich mir durch den Videobeweis mehr Gerechtigkeit erhoffe, darf ich auch nicht meckern, wenn es mich mal trifft. Vielleicht ist die Frustration höher, wenn ein Tor erst nach 30 Sekunden zurückgenommen wird. Wenn der Trainer so denkt, dann ist es seine Aufgabe, seine Spieler für solche Situationen zu schulen.“

Um das Nervenkostüm eines Abstiegskandidaten ist es naturgemäß allerdings nur bedingt gut bestellt. Das weiß auch Merk. Trotzdem ergänzte er: „Ich erinnere mich an das Spiel zwischen Köln und Hannover. Dort gab es zwei falsche Abseitsentscheidungen, durch die den Kölnern zwei aussichtsreiche Torchancen weggewunken wurden. Das ist unschön, aber damit wird man leben müssen.“ Die Geissböcke kostete es den Sieg und damit neuerliche Hoffnung im Kampf gegen den Gang in die Zweite Liga. Auf Cortus und seinen Videoassistenten Günter Perl wird es am Samstag also auch ankommen, um das so wichtige Spiel zwischen dem FC und dem FSV nicht zu verfälschen.

Mir bringt es nichts, an Vergangenes zu erinnern

Für die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck wird es jedoch darum gehen, gar nicht erst Zweifel an einem Kölner Sieg aufkommen zu lassen. Glück oder Pech mit dem Schiedsrichtergespann soll und darf am Samstag keine Rolle spielen. Deshalb will Ruthenbeck auch keine Erinnerungen an Vergangenes beschwören: weder die Gedanken an das Hinspiel, das der FC wegen der De-Blasis-Schwalbe mit 0:1 verlor, noch die Gedanken an den 20. Mai 2017, als Köln in Freudentaumel versank und der Traum von Europa wahr wurde.

„Nein, damit befassen wir uns gar nicht“, betonte Ruthenbeck. „Mir bringt es nichts, an Vergangenes zu erinnern. Was würde es mir helfen, die 25 Tore von Anthony Modeste aus der letzten Saison noch mal zu zeigen? Der ist nicht mehr hier. Wir beschäftigen uns nur mit aktuellen Bildern, mit dem, was unsere Spieler in den letzten Wochen richtig gut gemacht haben.“ Diese Bilder will Ruthenbeck seinen Spielern noch einmal zeigen: aus der zweiten Halbzeit in Leipzig, aus dem Spiel gegen Leverkusen. Daran erinnern, dass Köln in der Lage war, diese Spiele aus eigener Kraft für sich zu entschieden. Schlechte Erinnerungen sollen gar nicht mehr aufkommen, um nach dem Spiel gute Erinnerungen für den Schlussspurt in der Liga im Kopf zu haben.

17 Kommentare
  1. Paul Paul says:

    Es ist jämmerlich, immer das Pech zu bemühen, um die Lage des FC zu erklären. Wer nach dem erfolgreichsten Jahr seit 25 Jahren ohne Not seinen besten Spieler verkauft, der hat wenig Veranlassung, dem Schicksal die Schuld an seiner Situation zu geben. Erfolg hängt im Fußball am Personal, und die Aufsteiger der letzten Jahre wie Leipzig und Hoffenheim haben vorgemacht, wie man sich schnell in der Bundesliga etabliert und nicht permanent gegen den Abstieg kämpft. Köln hat lange Jahre nichts aus seinen tollen Voraussetzungen gemacht, und als eine gute Chance bestand, sich wieder zu etablieren, ist durch schwerwiegende Fehlentscheidungen (Sané, Mavraj, Modeste, Cordoba) alles wieder ruiniert worden. Jetzt können wir wieder 25 Jahre warten, wenn wir jung genug sind. VORSTAND RAUS!!!

    • Boom77 says:

      Oh man! Sie sind wirklich einer der wenigen Ahnungslosen, die bis heute nicht verstanden haben, dass Modeste einfach nicht zu halten war. Der wollte weg! Das war ganz klar. Er wollte das schon im Winter zuvor. Die € 10 Mio. Netto-Jahresgehalt wollte der sich schlicht nicht entgehen lassen! Sie sollten endlich aufhören, so zu tun, als hätte der Effzeh Modeste aus freien Stücken und gegen den Willen des Spieler verkauft, nur um mit ihm „den schnellen Reibach zu machen“. Dem war nicht so.

      Im Übrigen sollte auch Herr Modeste endlich aufhören, dieses Lügenmärchen zu erzählen. Er wollte weg, um die große Kohle zu scheffeln. Wenn er erzählt, er wäre gern geblieben, dann sicher nur unter der Bedingung, dass der Effzeh ihm dann die € 10 Mio. im Jahr bezahlt. Das war undenkbar und ich möchte sie mal hören, wenn der Effzeh sich darauf eingelassen hätte. Sie wären der erste, der dann „Vorstand raus!“ rufen würde. Ich hätte es dann ürbiegns auch gerufen.

        • OlliW says:

          Ja, ist auch wahr. Er wollte aber mehr Kohle. Mit dem Wechselwillen hat er und seine Berater Druck aufgebaut. Mo wusste, wie wichtig er ist und vor allem in der EU-Saison sein würde. Das wusste auch der FC. 35 Mio empfand ich daher auch als zu wenig. Das Gerede aber, man habe ihn quasi vom Hof gejagt, kauf ich ihm nicht ab. Dass es dem FC und vor allem PS irgendwann zu bunt wurde und dann beim zweiten Versuch auf den Wechsel gedrängt wurde, war aber schon der Fall.
          Und hier hatten einige ja auch Angst, dass Modeste den „Wallace“ macht, wenn er gewzungen wird, zu bleiben und dann ein überteuerter Stürmer die Tribüne schmückt. Das wäre sicher nicht passiert. Und dass er nicht mehr trifft, weil man so eine Saison nur einmal spielen kann, lass ich auch nicht gelten.

        • Boom77 says:

          Ja, und jedes Transferfenster das Theater dann haben? Wir haben doch zu genüge gesehen, was Spieler dann machen (siehe z.B. Dembele). Ich kann den Schmadtke schon verstehen, dass er sich sagte, dann verkaufen wir den wenigstens für gutes Geld und haben Ruhe.

          Übrigens, dass kein falscher Eindruck entsteht. Den Modeste-Verkauf werfe ich weder Schmadtke noch dem Vorstand vor. Was danach auf dem Transfermarkt beim Effzeh geschehen ist, aber sehr wohl. Da hätte man klüger/besser handeln müssen und von Seitens des Vorstandes kritischer hinterfragen und nach meiner Ansicht auch eingreifen müssen. In der Hinsicht bin ich schon teilweise bei Paul Paul. Gerade der Tünn kann sich da mit seinem Fußballsachverstand nicht aus der Verantwortung ziehen. Der hätte zu Schmadtke sagen müssen, € 17 Mio. für Cordoba… never! Und such ein zwei gescheite Stürmer! Dass dies offensichtlich nicht geschehen ist, kreide ich dem Vorstand (insbesondere dem Tünn) schon an. Spinner eigentlich nicht. Der war Manager bei Bayer. Von dem habe ich solchen Fußballsachverstand nie erwartet.

          • OlliW says:

            Yepp! So isset! Und nicht, weil Cordoba so ein wahnsinig mieser Spieler wäre. Aber er war ein 7 Mio Mann. Vielleicht 8. Hätte Hoffenheim bei 17 für Uth nicht vielleicht doch Ja gesagt? Man weiß es nicht. Mainzens Schröder hat ja live im TV gepokert. Nach dem Motto: Wenn ihr zig Mios für euren Top-Stürmer bekommt, könnt ihr unseren nicht für 10 haben! Dumm nur, dass die beiden kaum miteinander zu vergleichen sind und Mainz es trotzdem geschafft hat, den FC hier ein bisschen vorzuführen, wie ich finde. Denn alle da draußen haben sich einen gelacht , der arme Cordoba hatte eine nicht zu bewältigende Bürde am Hals und der FC keinen Stürmer mehr. Super!

          • udo schmidt says:

            Tünn und Fußballsachverstand sind zwei Begriffe die man nicht in einem Satz zusammen verwenden sollte.Tünn war ein guter Torwart und is „ne leeve Jung“ aber im Vergleich zu verantwortlichen in anderen Vereinen „abstiegsgefährdet“.Deshalb lautet meine Forderung schon lange statt „Vorstand raus“: SACHVERSTAND REIN.

      • Gerd Mrosk says:

        Exakt Von daher versteh ich hier so manche Kommis nicht.Reichts nicht „ein paar“ Milliönchen per anno einzustreichen,selbst wenn man ne grössere Familie unterstützen möchte?Müssens 10 Millionen sein?
        Ich kann solchen Fussballern menschlich nichts abgewinnen,Europacup hin oder her.

    • Boom77 says:

      Achja… dass Sie den Effzeh mit den Aufsteigern Leipzig und Hoffenheim vergleichen, zeigt ebenfalls, wie wenig Ahnung Sie von der Materie haben. Wenn wir das Geld hätten, was Leipzig von Red Bull noch heute bekommt und Hoffenheim von Herrn Hopp bekommen hat, würden wir sicherlich nicht da unten stehen.

      Leipzig ist ein Aufsteiger, der es sich leisten konnte, in seinem ersten Jahr in der 1. Liga z.B. einen Keita für € 24 Mio., einen Upamecano für € 10 Mio. und einen Timo Werner für € 10 Mio. zu verpflichten. Welcher „normale“ Aufsteiger kann und konnte sich so etwas schon jemals leisten? Keiner! Schon gar nicht der Effzeh und wir können uns das selbst heute nach 4 Jahren Erstligazugehörigkeit nicht leisten.

      Bei Hoffenheim sieht es ähnlich aus. Die haben als Zweitligist im Jahre 2007 z.B. den Carlos Eduardo für € 7 Mio. verpflichtet. Das war damals eine Ablöse, die sich viele Erstligavereine nicht für einen Spieler leisten konnten.

      Sie sollten erstmal Ihr Hirn einschlaten, bevor sie hier Kommentare schreiben.

      • Boom77 says:

        Hallo OlliW… jetzt muss ich schon auf meinen eigenen Kommentar antworten, da es bei Ihrem leider nicht möglich ist.

        Das mit Cordoba sehe ich genauso. € 7 – 8 Mio. wäre der richtige Transferwert gewesen. Und wenn Mainz das nicht mitgemacht hätte, hatte man sagen sollen, behaltet ihn einfach! Und ganz im ernst. Der Junge spricht bis heute kein Wort Deutsch. Da hätte ich mir auch für sehr viel weniger Geld einen vielversprechenden Spieler aus Südamerika von Corinthians Schnuddeldifuddel oder so holen können. Man muss halt nur mal bereit sein, vielleicht auch nach Brasilien, Kolumbien, Argentinien oder so zu schauen und zu fliegen (gibt ja aber auch noch andere Länder/Ligen), was einem Herrn Schmadtke aber vielleicht zu anstrengend/aufwendig war?

        Ich halte den Jungen gar nicht für schlecht. Das Problem war aber a), dass er mit der Bürde der horrend hohen Ablösesumme kam und zurecht kommen musste und b), dass er eine Position spielen musste, die überhaupt nicht seine ist.

        Für mich war und ist Cordoba ein besserer Rudnevs. Er ist ein Arbeiter und Wühler, der gut als zweiter Stürmer um einen Zentrums-/Abschlussstürmer herum spielen kann, da er gut Bälle erobern, halten und weiterleiten kann. Zudem ist er recht schnell und technisch auch besser als Rudnevs es war. Aber Cordoba ist keiner, der reihenweise einnetzt. Das war er auch nie. Und für so einen zahlt man eben nicht mehr als € 7 – 8 Mio. Auch nicht, wenn man gerade im „Modeste-Lotto“ gewonnen hat. Zumal diese Position und diese Art Spieler zu diesem Zeitpunkt auch nicht das war, was man am nötigsten brauchte. Da waren ein richtiger Abschlussstürmer, ein rechter Außenverteidiger, ein defensiver Mittelfeldspieler und Ergänzungen auf den offensiven Außen eher gefragt.

        Bei Uth könnte es gut sein, dass Hoffenheim bei € 17 Mio. doch noch schwach geworden wäre. Weiß ich aber nicht und lässt sich schwer beurteilen. Das Geld hatten wir da aber schon ausgegeben. Das zeigt ebenfalls, wie schlecht die Transferpoltitik war. Man hätte erstmal die Personalie Uth klären und sich dann vielleicht um Cordoba kümmern sollen. Dann wäre der Schröder vielleicht auch nicht mehr so hart geblieben, denn er hätte dann ja gewusst, dass wir den Großteil der „Modeste-Millionen“ – wenigstens hatten wir die im Gegensatz zu den „Häßler-Millionen“ ja noch auf dem Konto ;-) – schon ausgegeben haben.

        Was ich Schmadtke bei der Persionalie Uth vorwerfe, ist, dass er keinen Plan B hatte. Man hätte doch noch andere auf dem Zettel haben und sich darum bemühen müssen. Ich kann jetzt nicht beurteilen, ob es tatsächlich so war, dass man keinen Plan B, C, D etc. hatte (Cordoba war es sicher nicht oder hätte es nicht sein dürfen). Schmadtke hat ja in einem späteren Interview mal behauptet, man hätte noch andere Spieler auf dem Zettel gehabt, die man sich aber entweder nicht leisten konnte (kein Wunder, wenn man zuvor € 17 Mio. für Cordoba ausgegeben hat) oder die nicht zum Effzeh wollten (vielleicht hat man ja den Namen Robert Lewandowski auf den Zettel geschrieben?) und im Nachhinein kam man viel erzählen. Ich hatte jedenfalls nicht den Eindruck als hätte es einen Alternativplan gegeben. Für mich klang das eher nach dem Stile Guardiola: „Entweder Uth (bei Guardiola damals Thiago) oder keiner.“

    • NICK says:

      „Erfolg hängt im Fußball am Personal, und die Aufsteiger der letzten Jahre wie Leipzig und Hoffenheim haben vorgemacht, wie man sich schnell in der Bundesliga etabliert und nicht permanent gegen den Abstieg kämpft.“

      Na dann steig ich lieber nochmal ab…Vorstand Alaaf!

  2. OlliW says:

    Ja, diese unselige Hinrunde darf in den Gedanken keine Rolle mehr spielen! ich möchte auch nicht daran erinnert werden. Denn natürlich ist es ärgerlich, wie da verloren wurde (Mainz, Stuttgart und auch zuhause gegen Frankfurt). Aus zweierlei Gründen: Videobeweis einerseits, aber eben auch die mangelnde Fähigkeit, davon unabhängig zu gewinnen. Macht der FC zwei Tore, kann eine Schwalbe oder eine Fehlentscheidung in der Regel egal sein.

  3. Paul Paul says:

    Klar, unser geliebter Traditionsverein ist nicht mit Retortenclubs zu vergleichen …. das ist der fromme Selbstbetrug, der seit Jahren darüber hinwegtröstet, dass man sich regelmäßig dafür schämen muss, Fan vom FC zu sein. Die Ursache für den Erfolg von Leipzig und Hoffenheim sind nicht nur das Geld, sondern auch, was man damit gemacht hat. Wer gestern abend Leipzig gesehen hat, der muss zugeben, dass sie für relativ kleines Geld eine Menge toller Spieler gekauft haben. Da sucht man vergebens Spieler wie Rausch oder Lehmann, die einfach nicht gut genug Fußball spielen, um eine Mannschaft nach oben zu bringen. Aber wir sind es ja seit Jahrzehnten gewohnt, an unserem Verein zu leiden, dass ist ja fast schon ein Markenzeichen. Es tut mir nur leid, dass mein 9-jähriger Sohn auch für den FC hält, in der Schule wird er dafür permanent ausgelacht, und das in Koblenz. Aber klar, ich bin hier der Nestbeschmutzer, ich habe keine Ahnung vom Fussball, der Verkauf von Modeste war alternativlos, und Sané war viel zu teuer im Vergleich zu Cordoba, alles klar! VORSTAND RAUS!!!

    • Boom77 says:

      Also zumindest bei Ihrem Einwand, dass Leipzig und Hoffenheim das viele Geld sinnvoll und klug inverstiert haben, gebe ich Ihnen recht. Das zeigt gerade auch der Vergleich dieser beiden „Clubs“ mit dem HSV. Letzterer hat ja auch viel Geld von Herrn Kühne über die Jahre bekommen, dieses aber im Gegensatz zu Leipzig und Hoffenheim nicht klug ausgegeben sondern sinnlos verschleudert.

      Dennoch lass ich Ihren Vergleich zwischen Leipzig/Hoffenheim mit unserem Verein nicht zu. Denn bei aller Kritik an Herrn Schmadtke bzgl. der letzten 2 – 3 Transferperioden muss man auch sagen, dass er mehr gute als schlechte Transfers getätigt hat. Und ich bin mir sicher, wenn der Effzeh und damit Herr Schmadtke (ohne nennenswerte Spielerverkäufe) in der Lage gewesen wäre, am Anfang der Saison mal mir nichts, dir nichts etwa € 50 Mio. in den Kader zu investieren, dann hätte er uns einen Kader zusammengestellt, der mit dem Abstieg nichts zu tun gehabt hätte.

      Aber hätte hätte Kettensägenkette….

      Und dass Sie in einem Atemzug mit RB Leipzig von „relativ kleinem Geld“ sprechen, zeigt, dass sie nicht wirklich über den Tellerrand schauen sondern nur polemisch sind. Ich habe das mal kurz auf transfermarkt.de recherchiert. Der Marktwert des Kaders von Leipzig beträgt insgesamt € 351,55 Mio. (zum Vergleich gestern: der Marktwert des Kaders von OM beträgt € 188,05 Mio. – da ist ein 1:0 aber schon etwas mager). Für diesen Kader hat Leipzig insgesamt – über die Jahre hinweg – € 132 Mio. an Ablöse gezahlt. Also „kleines Geld“ wird da nicht bewegt. Schon gar nicht, wenn man bedennkt, dass Leipzig erst das 2. Jahr in der 1. Liga spielt. Und man muss auch bedenken, dass bei den € 130 Mio. an gezahlter Ablöse die Leihgebühren, die Leipzig für viele Spieler gezahlt hat (z.B. für Lookman) gar nicht berücksichtigt sind. Ebenfalls ist hierbei völlig außer acht gelassen, dass Leipzig von RB Salzburg auch den einen oder anderen Spieler fast „geschenkt“ bekommen hat, was ebenfalls ein erheblicher Wettberwerbsvorteil ist, den der Efzzeh nicht hatte (z.B. Sabitzer und Ilsanker).

      Zum Vergleich: Der Gesamtmarktwert des Kaders unseres Vereins beträgt € 114,38 Mio und wir haben für diesen Kader insgesamt € 62,83 Mio. ausgegeben.

  4. Karl Heinz Lenz says:

    Noch einmal zum Wechsel von Anthony Modeste nach China.
    Ein guter Zeuge in dieser Sache ist Peter Stöger, der ja damals schon – wie wir heute wissen – mit Jörg Schmadkte überquer lag und Schmadkte auch nie beigesprungen ist, als die Mannschaft in der ersten Saison-Hälfte wie ein Stein in die Tiefe abstürzte und die Öffentlichkeit dafür massiv Schmadtke die Alleinschuld zuschob, während Stöger immer weiter in den Himmel gehoben wurde. Wie gesagt, Stöger hat sich damals nie zu irgendwelchen Problemen des Vereins geäußert, geschweige denn, dass er dafür eine Mitverantwortung übernommen hätte.
    Gerade deshalb aber ist interessant, dass Stöger sich am Schluss seiner Kölner Zeit im Rahmen seiner damals zahllosen Interviews und Medienauftritte auch – wenn ich mich richtig erinnere – zwei Mal zum Modeste-Deal äußerte. Beide Male sagte er, der FC hätte keine Chance gehabt Modeste zu halten, da dieser unbedingt nach China hätte wechseln wollen.
    Da Stöger damals mit Schmadtke verfeindet war, ist kaum anzunehmen, dass er Schmadtke von den Vorwürfen, dieser hätte Modeste unbedingt loswerden und teuer verkaufen wollen, entlasten wollte. Unser alter Cheftrainer ist zwar von vielen von uns zum Guten Menschen vom Geißbockheim und zum Heiligen erhoben worden, aber so edelmütig dürfte Stöger dann doch nicht gewesen sein.

  5. Karl Heinz Lenz says:

    Jetzt fällt mir zum Wechsel von Anthony Modeste noch etwas ein. Ich muss aber zugeben, dass das alles – was jetz kommt – Spekulation ist.

    Modeste hat ja zwischendrin immer wieder einmal erzählt, dass er am liebsten beim FC hätte bleiben wollen, aber nicht hätte bleiben dürfen. Das ist möglicherweise ein kleines Märchen, dessen Erfindung familiäre Gründe hat.
    Wie damals, als das Wechsel-Theater mit Modeste noch tobte, von einigen Medien zwischendurch gemeldet wurde, war die Frau von Anthony gegen den Wechsel ihres Mannes. Vermutlich deshalb, weil die Kinder (oder eines der Kinder) der beiden schwer mit Asthma zu tun hat und die Mutter (zu Recht) annahm, dass ein Wechsel ins stark luftverschmutzte städtische China dem Kind bzw. den Kindern alles andere als gut tun würde. Wenn ich richtig informiert bin, dann wohnt die Frau von Anthony mit ihren Kindern doch aktuell immer noch in Köln, oder? Wohl aus dem genannten medizinischen Grund. Ist es vor diesem Hintergrund abwegig zu vermuten, dass Anthony damals seiner Frau erzählt hat (und auch der Presse), er selbst wolle gar nicht nach China, aber der Sklavenhändler Schmadtke habe ihn gegen seinen Willen dorthin verscherbelt?

    Wenn das so ist, was mag denn der eigentliche Grund gewesen sein, der Modeste nach China hinzog? Wahrscheinlich doch das Geld, oder? Ein Grund, den viele von uns West- und Mitteleuropäer nur schwer verstehen wollen.

    Ich muss zugeben, dass ich in einem gewissen Sinne ein Aubameyang-Versteher bin. Meines Erachtens muss man sehen, dass Spieler aus Afrika und überhaupt aus der so genannten Dritten Welt – oder auch europäische Spieler, die ihre familiären Wurzeln in Ländern der Dritten Welt haben – noch eine ganze andere und festere Beziehung zu ihren Familien und ihrem Herkommen haben als wir „individualisierte“ West- und Mitteleuropäer. Bei Aubameyang zum Beispiel muss man damit rechnen, dass der Spieler nicht nur gegenüber seinen Eltern und seinen Geschwistern und deren Familien, sondern auch gegenüber der Großfamilie und der Sippe, vielleicht sogar gegenüber der ethnischen Gemeinschaft in der Verpflichtung steht. Das heißt, es gibt von dort her Erwartungen an den Spieler, dass er auch materiell für die Gemeinschaft einsteht. Wenn es sich bei dem Heimatland vielleicht auch noch um eine Diktatur handeln sollte, dann kann ich mir gut vorstellen, dass der Spieler auch von dort her in Anspruch genommen wird. Dieses in die Gemeinschaft-eingebaut-Sein“ hat man im Falle Aubameyangs ja gut verfolgen können, als denn schließlich der Vater mit zwei großen Brüdern des Spielers in Erscheinung trat und offenbar in Dortmund das Kommando übernahm. Kurz gefasst: In bin mir ziemlich sicher, dass in solchen und ähnlichen Fällen es bei weitem nicht allein der Spieler ist, der von solch finanziell spektakulären Transfers profitiert, sondern dass da noch ein große Anzahl anderer Menschen und Gruppen dranhängen und der Spieler gar nicht richtig das Heft in der Hand hat. Bei Dembelé könnte es ganz ähnlich gewesen sein.

    Ob dieser von mir hier geschilderte Zusammenhang auch für den Franzosen Anthony Modeste gilt, dessen Familie aus Martinique stammt, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht spielen diese Dinge bei ihm gar keine Rolle. Aber immerhin, bei seinem Wechsel berichteten die Medien ja von einer Vielzahl von Leuten, die ihre Hand dabei aufhielten, und nicht nur die Gebrüder Mendy.

    • Klio says:

      Das ist schon naheliegend, dass beim Modeste-Wechsel die Großfamilie ein wichtiger Einflussfaktor war. Der belgische Nationalspieler Axel Witsel (der auch aus der Karibik stammt) hat seinen Wechsel nach China (obwohl er erst 27 Jahre war und ein Vertragsangebot von Juventus Turin hatte) auch so erklärt: „Es war eine sehr schwere Entscheidung. Auf der einen Seite ein Top-Klub wie Juventus und auf der anderen Seite ein Angebot, das ich für meine Familie nicht ablehnen konnte.“

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