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Kölns Kampf gegen die schlechten Erinnerungen


Nein, Dr. Felix Brych wird das Spiel des 1. FC Köln gegen den 1. FSV Mainz 05 am Samstag nicht pfeifen Auch wird nicht Tobias Welz in Köln-Deutz im Videoraum sitzen. Somit besteht zunächst einmal keine Gefahr, dass Pablo de Blasis erneut einen Schwalben-Elfmeter trotz Videobeweises zugesprochen bekommt. Doch ohne Spannung wird die Partie wohl nicht verlaufen.

Köln – Die Schiedsrichter-Ansetzung ist aus Kölner Sicht nur bedingt glücklich. Mit Benjamin Cortus leitet jener Schiedsrichter die Partie, der im Hinspiel der Geissböcke beim VfB Stuttgart in der Nachspielzeit über zwei Minuten lang den Videobeweis an der Seitenlinie konsultierte, ehe er den gepfiffenen Elfmeter für den Effzeh wieder zurücknahm. Bekanntermaßen verloren die Geissböcke das Spiel noch mit 1:2, statt es mit 2:1 zu gewinnen.

Das sagt Dr. Merk über Kölns Video-Pech

Bekanntlich hatte der FC bislang wahrlich kein großes Glück mit dem Videobeweis. Stefan Ruthenbeck argumentierte gar vor einigen Wochen, dass Fehlentscheidungen des Video-Schiedsrichters sich noch einmal mehr auf die Psyche der Spieler auswirken würden. Ex-Referee Dr. Markus Merk hatte darauf bei 11Freunde geantwortet: „Wenn ich mir durch den Videobeweis mehr Gerechtigkeit erhoffe, darf ich auch nicht meckern, wenn es mich mal trifft. Vielleicht ist die Frustration höher, wenn ein Tor erst nach 30 Sekunden zurückgenommen wird. Wenn der Trainer so denkt, dann ist es seine Aufgabe, seine Spieler für solche Situationen zu schulen.“

Um das Nervenkostüm eines Abstiegskandidaten ist es naturgemäß allerdings nur bedingt gut bestellt. Das weiß auch Merk. Trotzdem ergänzte er: „Ich erinnere mich an das Spiel zwischen Köln und Hannover. Dort gab es zwei falsche Abseitsentscheidungen, durch die den Kölnern zwei aussichtsreiche Torchancen weggewunken wurden. Das ist unschön, aber damit wird man leben müssen.“ Die Geissböcke kostete es den Sieg und damit neuerliche Hoffnung im Kampf gegen den Gang in die Zweite Liga. Auf Cortus und seinen Videoassistenten Günter Perl wird es am Samstag also auch ankommen, um das so wichtige Spiel zwischen dem FC und dem FSV nicht zu verfälschen.

Mir bringt es nichts, an Vergangenes zu erinnern

Für die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck wird es jedoch darum gehen, gar nicht erst Zweifel an einem Kölner Sieg aufkommen zu lassen. Glück oder Pech mit dem Schiedsrichtergespann soll und darf am Samstag keine Rolle spielen. Deshalb will Ruthenbeck auch keine Erinnerungen an Vergangenes beschwören: weder die Gedanken an das Hinspiel, das der FC wegen der De-Blasis-Schwalbe mit 0:1 verlor, noch die Gedanken an den 20. Mai 2017, als Köln in Freudentaumel versank und der Traum von Europa wahr wurde.

„Nein, damit befassen wir uns gar nicht“, betonte Ruthenbeck. „Mir bringt es nichts, an Vergangenes zu erinnern. Was würde es mir helfen, die 25 Tore von Anthony Modeste aus der letzten Saison noch mal zu zeigen? Der ist nicht mehr hier. Wir beschäftigen uns nur mit aktuellen Bildern, mit dem, was unsere Spieler in den letzten Wochen richtig gut gemacht haben.“ Diese Bilder will Ruthenbeck seinen Spielern noch einmal zeigen: aus der zweiten Halbzeit in Leipzig, aus dem Spiel gegen Leverkusen. Daran erinnern, dass Köln in der Lage war, diese Spiele aus eigener Kraft für sich zu entschieden. Schlechte Erinnerungen sollen gar nicht mehr aufkommen, um nach dem Spiel gute Erinnerungen für den Schlussspurt in der Liga im Kopf zu haben.

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