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Königstransfer Anfang: Lotst er Kiels Kapitän nach Köln?

Markus Anfang übernimmt im Sommer das Zepter beim 1. FC Köln. Der neue Trainer der Geissböcke darf ohne Übertreibung als Königstransfer von Sportchef Armin Veh bezeichnet werden. Der 43-Jährige soll dem Effzeh eine offensivere und attraktivere Spielidee verpassen. Bringt er dafür seinen bisherigen Kapitän Rafael Czichos von Holstein Kiel mit?

Köln – Eine „erkennbare Handschrift“ gebe Markus Anfang seiner Mannschaft mit, befand Armin Veh bei der Verkündung, wer neuer FC-Coach werde. Der ehemalige Bundesliga-Profi (u.a. Fortuna Düsseldorf und MSV Duisburg) sorgt seit zwei Jahren mit Holstein Kiel für Furore und könnte mit den Störchen gar noch in die Bundesliga aufsteigen. Dennoch hat er sich frühzeitig für seine Heimatstadt und gegen den KSV entschieden.

Innenverteidiger und Kapitän gesucht

Der gebürtige Kölner kehrt also heim und wird im Sommer nicht weniger als den sofortigen Wiederaufstieg in die Wege leiten müssen. Welcher Kader ihm dann zur Verfügung stehen wird, dürfte in den kommenden Wochen schnell deutlich werden. Durch die Verpflichtung Anfangs hat Sportchef Veh nun alle Argumente in der Hand, um potentielle Neuzugänge anzusprechen und sie vom FC und der Idee mit Markus Anfang als Cheftrainer zu überzeugen.

Zwei Positionen, die Veh besetzen muss, sind die der Innenverteidiger und die eines neuen Kapitäns. Dominique Heintz, Frederik Sörensen und Jorge Meré werden nach dem Abstieg wohl von ihren Ausstiegsklauseln Gebrauch machen. Gleiches gilt wohl auch für Jonas Hector, allen Beteuerungen zum Trotz. Damit würde nicht nur ein Vakuum im defensiven Zentrum entstehen, das bislang nur Neuzugang Lasse Sobiech füllen wird. Auch ist davon auszugehen, dass Anfang einen neuen Kapitän ernennen wird, der dann Nachfolger von Matthias Lehmann und Jonas Hector wird.

Rafael Czichos als Partner für Lasse Sobiech?

Es verwundert daher nicht, was nun aus Kiel zu hören ist. Demnach hat der FC Interesse an Rafael Czichos. Der 27-Jährige ist als Innenverteidiger und Linksfuß einer der Stützen der Störche-Defensive. Zudem trägt er unter Anfang bei Holstein die Kapitänsbinde. Czichos gehört zu den besten Innenverteidigern der laufenden Zweitliga-Saison, wird vom kicker als Zweiter in der Notenrangliste aller Defensivspieler geführt (2,91). Zusammen mit Sobiech (3,05) könnte er ein Zweitliga-erfahrenes, Kopfball- und zweikampfstarkes Duo bilden, das der FC für die sofortige Rückkehr in die Bundesliga dringend bräuchte. Unklar ist jedoch, wie sich seine vertragliche Situation (Kontrakt bis 2020) durch einen Aufstieg verändern würde – und ob er dann ein Interesse hätte, wie Anfang in der Zweiten Liga zu bleiben und nach Köln zu wechseln.

14 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    Wenn Marc Mertens mit dem, was er da schreibt, Recht hat, dann wäre ja unsere Abwehr am Ende der Saison schon mal fast vollständig weg, wenn man noch Maroh dazunimmt, falls dieser keinen neuen Vertrag bekommen sollte.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass es in Mittelfeld und Sturm vielleicht nicht genau so, aber doch ähnlich ausgehen könnte, trotz fehlender Ausstiegsklauseln bei diesem oder jenem. Dann hätten wir ja wirklich einen großen Umbruch, vor dem mir nicht bange wäre.

    Ich würde mir wünschen, wenn Armin Veh es hinkriegt, dass uns auch die Spieler verlassen würden, die für andere Vereine sportlich nicht so interessant sind, die aber auch dem FC vermutlich nicht mehr wirklich weiterhelfen können.

    Ich glaube nicht daran, dass der wohl bevorstehende Abstieg die Folge von Misslichkeiten war, die im Laufe der Saison uns das Leben schwermachten. Meiner Wahrnehmung nach war das Team bereits zu Beginn der Saison „um“. Ein Umbau der Mannschaft hätte schon deutlich früher stattfinden müssen. Der durch bestimmte Umstände möglich gewordenen Platz 5 hat Vieles zugedeckt.

    Ich freue mich auf die neue Saison mit einer neuer Mannschaft und einem neuen Trainer!

    • udo schmidt says:

      Sehe ich genauso,aber wie man auch hier im Forum liest gehen die Meinungen hierzu weit auseinander.Schon zu Stögers Zeiten hatte ich Markus Anfang hier als Nachfolger favorisiert,weil er zu der Garde junger Trainer gehört,die attraktiven ,offensiven Fußball spielen lassen,vorwiegend im 4-1-4-1.Diesen Umbruch haben Stöger und Schmadtke nicht geschafft bzw. nicht schaffen können.Stöger nicht,weil er von seinem defensiven Spielsystem nicht abgehen wollte oder konnte.Und Schmadtke nicht,weil er die notwendigen Spieler nicht verpflichten konnte oder wollte.Nach erfolgreichen Jahren ist ihm spätestens vor der Saison 2016/17 der Erfolg bei Neuverpflichtungen abhanden gekommen –warum auch immer.Mit dem Modeste Transfer wollte er sich ein Denkmal setzen,was aber gehörig danebengegangen ist.Naja,Schnee von gestern.
      Ich persönlich sehe den Neuanfang unter Anfang positiv und freue mich auf die neue Saison mit neuem Blut und neuem Spielsystem.
      Wenn man etwas aus dieser Saison lernen kann ,dann ist es die alte Weisheit,daß sich das Verhältnis Trainer zu Mannschaft immer nach einer gewissen zeit verbraucht,mal schneller,mal langsamer.Dem kann man nur entgegenwirken,wenn man entweder häufiger die Trainer auswechselt (wie meistens) oder langfristig am Trainer festhält (Z.B. Schaaf in Bremen) dafür aber ständig den Kader auffrischt und neue Impulse setzt.
      Beides ist in Köln versäumt worden.Deshalb alles auf Anfang.

  2. Andy Andy says:

    Wenn man die Verpflichtung eines 2.Liga-Trainers schon als Königstransfer umschreibt , dann gute Nacht FC. Wenn jetzt noch Spieler kommen, die den Ball aufpumpen können , dann haben wir wohl Weltstars geholt .Karnevals-Verein trifft mal wieder zu.

  3. Juergen Lex says:

    Immer klein denken. Oh Mann. Zweitligaspieler . Nur Leute aus der zweiten Liga, Albtraum. Komisch das 96 u. VFB den Kader gehalten haben. Zwei drei Abgaenge waere ok. Aber 7-8 aus der aktuellen Mannschaft? Danke an die Bekloppten die J. Hector so behandelt haben in Berlin. Was Irre Typen

    • Boom77 says:

      Der Jonas setzt sich doch jetzt vielleicht bei Bayern als Alaba-Ersatz auf die Bank, wenn die ihre Diskussion über ihn beendet haben. Das entspricht auch genau der Leistung, die er seit Wochen bringt und der er in Berlin noch die Krone aufgesetzt hat. Das war echt eine Frechheit, was er da in Berlin abgeliefert hat. Und als Kaptän kam von ihm auch nichts. Null Mannschaftsführung. Da braucht er sich nicht wundern, dass er sein Trikot zurück bekommt. Auch ein Jonas Hector sollte sich die letzten Spiele mal am Riemen reißen. Tut er es schon gegen Schalke nicht, würde ich Ihn – wenn ich der Trainer wäre – mit einigen anderen „verdienten“ Spielern den Rest der Saison auf die Bank oder Tribüne setzen. Für ihn gilt das gleiche wie für die anderen, die sich nicht bis zuletzt voll reinhauen. Und ich habe bei Jonas Hector (wie bei vielen anderen) nicht gesehen, dass er sich voll reinhaut. Tut mir zwar leid, das über ihn schreiben zu müssen, entspricht in meinen Augen aber der Wahrheit.

    • Ottla says:

      ach was! der hector macht da ne show und nutzt das schön als ausrede! das trikot in die kurve werfen bei 99%igem abstieg… die blutige nase hat der sich als ausrede für den wechsel doch extra geholt – der junge ist clever!

    • Ottla says:

      ach was! der hector macht da ne show und nutzt das schön als ausrede! das trikot in die kurve werfen bei 99%igem abstieg… die blutige nase hat der sich als ausrede für den wechsel doch extra geholt – der junge ist clever!

  4. Horst Simon says:

    Markus Anfang hat Kiel von der 3. Liga in die 2. Liga geführt und steht aktuell auf dem
    3. Platz der 2. Liga. Also muß er Ahnung vom Fußball haben.
    Schon seit längerem bin ich der Auffassung, daß ein Umbruch erfolgen muß.
    Wir werden wohl eine neue Abwehr mit guten Spielern aus der 2. Liga erhalten.
    Das ist der richtige Weg. Ich wüßte nicht, welcher Abwehrspieler aus dem Kader oder
    aus der U21 uns sofort verstärken könnte. Wir sollten AV und dem neuen Trainer vertrauen.

  5. FC-Freund says:

    Jonas Hector hat mich diese Saison überhaupt nicht überzeugt, sogar richtig enttäuscht!! Okay er war auch lange verletzt, aber seit Januar ist er wieder im Saft und liefert in meinen Augen derzeit bestenfalls mäßige Leistungen. Dass er trotzdem in der Nationalelf nahezu gesetzt ist, schreibe ich der Löw´schen Nibelungentreue, die er einigen Spielern gegenüber immer wieder an den Tag legt, egal welche Leistung sie auch abliefern, zu.
    Auch ist er kein „Leader“ , der die Mannschaft mitgerissen und klare Ansagen gemacht hat. Wenn er gehen sollte, so würde sich meine Trauer in engen Grenzen halten!

    • Boom77 says:

      Das sehe ich auch so. Und vom fußballerischen abgesehen… Schaut man sich seinen Einsatz und seine Körpersprache, die er nun schon seit mehreren Wochen zur Schau stellt, an, dann zeigt sich, dass das Erreichen des Relegationsplatzes oder sogar eines direkten Nichtabstiegsplatzes für ihn (wie für so viele im Kader) wohl keine ausreichende Motivation war…. Da hier viele dem Trainer vorwarfen, dass er die Spieler nicht motivieren konnte, hätte ich folgenden Vorschlag für Herrn Ruthenbeck:

      Er soll sich den Hector mal ordentlich zur Brust nehmen und ihm klipp und klar machen, dass wenn er sich gegen Schalke nicht reinhängt und aufbäumt, nicht rennt, kratzt und beißt, er noch in der ersten Halbzeit ausgewechselt wird und die letzten drei Spiele auf der Tribüne sitzt. Dann soll er ihn fragen, ob er glaubt, dass dies seine Einsatzchancen bei der WM wohl eher erhöhen oder verringern wird und der Jogi dann vielleicht nicht doch noch auf die Idee kommt, es mal lieber wieder mit dem Höwedes zu versuchen.

      Vielleicht ist die WM ja genug Motivation für ihn… Der Nicht-Abstieg scheint es ja nicht gewesen zu sein. Ich glaube nämlich, dass der Jonas seit Wochen nur noch das „Solero-Eis“ WM im Kopf hat.

  6. Alf Krispin says:

    Ich glaube nicht, dass Hector noch wirklich Appetit auf den FC hat. Der, vermute ich mal, sehnt sich schon längst nach seinem alten Trainer Peter Stöger und dem BVB! Warum sollte er jetzt, knapp vor dem Abstieg, noch sein neues großes Ziel in Gefahr bringen! Und ehrlich gesagt, wer möchte ernsthaft in solch einer hilflosen Mannschaft, deren neues Gesicht nach dem anstehenden Umbau völlig unklar ist, noch weiter spielen? Nur mehr solche, die bei keinem anderen Verein Interesse erwecken! FC-Treu nennt man das dann, um dem peinlichen Umstand einen Namen zu geben.

  7. Norbert Neuheisel says:

    Das Wort „Königstransfer“ halte ich in diesem Zusammenhang für übertrieben – auch wenn in Zukunft kleinere Brötchen gebacken werden. Davon könnte man wohl eher sprechen, wenn ein überdurchschnittlicher Spieler präsentiert würde. Eine solide Abwehr im Ganzen – was jetzt nicht der Fall ist – bringt mehr als vielleicht ein überragender Spieler und der Rest ist unterdurchschnittlich.

  8. BM says:

    Ich finde es gut, dass Anfang kommt. Ich habe Kiel in dieser Saison zweimal live erleben können, die versuchen Situationen spielerisch zu lösen. Insofern erhoffe ich dies dann auch vom FC, wenn Anfang eine vergleichbare Linie vorgibt. Und unerreichbare Abschläge verbietet, Modeste ist ja nicht mehr da, leider.
    Dazu sind aber auch entsprechende Spieler notwendig. Man sollte sich jetzt nicht die alten Spieler zwanghaft schlecht reden und potentiell neue Kicker als Heilsbringer sehen. Ich durfte Sobiech dreimal über 90 Minuten bewundern – also genau die IV, die hier ja angeblich als Neuzugang fix ist und mit Vorschusslorbeeren bedacht wird: er kickte gruselig, da ist Maroh direkt nach der Karnevalsfeier noch besser, ganz zu schweigen von Mere (und auch Sörensen, der, nicht auf seiner eigentlichen Position spielend, für mich viel zu schlecht weg kommt). Aber ich hielt und halte auch Terodde für einen Spieler, der nicht für eine Erstligasaison 2019/20 eingeplant werden kann; es ist ja mittlerweile deutlich geworden, warum der alte Fuchs Reschke den so bereitwillig abgeben wollte. Aber da scheiden sich wohl die Geister, wie bei der Beurteilung vieler Spieler.
    Im Übrigen finde ich die Hector-Schimpfe völlig unangebracht. Der hat nicht seine Bestform, klar, die hat kaum einer. Aber jetzt seine angeblich veränderte Körpersprache heran zu ziehen, ist einfach nur lächerlich, er hatte immer diese leicht „luftige“ Spielweise; beschämend, ihm jetzt mangelnde Identifikation vorzuwerfen. Die sehe ich mit der Ausnahme von Heintz und Cordoba eigentlich bei keinem Spieler.
    Aber es gehört scheinbar zum Pflichtprogramm, sich immer wieder einzelne Kicker zum Bashen heraus zu suchen. Jojic, Osako, Sörensen, Zoller – stets beliebte Opfer.
    Da wäre für mich eher Ruthenbeck die entscheidende Person, die versagt hat. Merkwürdige Tribünen/Startelf-Wechsel, merkwürdige Einwechslungen, merkwürdige Reaktion im Spiel. Mit denen in 2018 zur Verfügung stehenden Spielern hätte m. E. jeder Bundesligatrainer (vielleicht Labbadia ausgenommen) mehr Punkte geholt, vor allem in den wichtigen Spielen.
    Entscheidend für mich auch, dass unser ehemaliger Manager des Jahres die Mannschaft nicht nur spielerisch geschwächt, sondern mit Modeste auch wichtigen sozialen Kitt entfernt und dafür einen geholt hat, der nach zwei Jahren in D nicht nur wenige Tore erzielt hat, sondern nicht einmal ansatzweise die Sprache spricht – klares Indiz dafür, dass da nur der Verdienst im Vordergrund steht und keine Lust zur Mannschafts-Integration. Wenn dann tatsächlich noch so ein sozialer Querschläger wie der 49-Millionen-Mann Avdijaj kommt, wäre die Anstellung eines Sozialarbeiters vermutlich angebracht.

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