,

Risse im Teamgefüge: Es darf keine Tabus mehr geben

Monatelang scheuten die Verantwortlichen des 1. FC Köln den harten Schnitt. Immer wieder stellten sie sich vor die Spieler, schützten die Mannschaft, lobten den Teamgeist. Ausgezahlt hat es sich nie. Im Gegenteil: Die FC-Bosse verpassten diverse Chancen, deutliche Veränderungen im Team zu vollziehen aus Angst, das Mannschaftsgefüge zu gefährden. Doch das ist längst nicht mehr das, was es mal war. 

Köln – Marcel Risse ist ein Urkölner, ein Fan seines eigenen Vereins, einer, dem man glaubt, wenn er davon spricht, dem FC näher zu sein als allen anderen Vereinen auf der Welt. Darüber hinaus ist Marcel Risse nicht als jemand bekannt, der öffentlich auf die Pauke hat. Er wählt seine Worte in der Regel mit Bedacht. Entsprechend darf man seine erschreckend ehrlichen Worte nach dem Spiel in Berlin verstehen: „Die Fans sind sauer, sehen aber auch, dass sich der eine oder andere für den Verein aufreibt…“ Was er damit auch sagte: Längst nicht mehr alle Spieler tun alles, um den 1. FC Köln mit Würde und Anstand durch die letzten Saisonspiele zu bringen – geschweige denn den Abstieg zu verhindern. Die Wahrheit lautet: Der eine oder andere Spieler hat sich gedanklich schon vom Effzeh verabschiedet.

Ruthenbeck und Veh müssen durchgreifen

Stefan Ruthenbeck käme jetzt die besondere Aufgabe zu, diese Spieler zu identifizieren und auszusortieren. Profis, die nicht mehr bereit sind, bis zum letzten Spiel alles für ihren aktuellen Arbeitgeber zu geben und ihre eigene Zukunft nicht mehr in Köln sehen, haben in der aktuellen Situation der Geissböcke keine Berechtigung mehr, integraler Bestandteil der Gegenwart zu sein. Spieler, die keinen Vertrag mehr erhalten oder die Sportchef Armin Veh mitgeteilt haben sollten, im Abstiegsfall ihre Ausstiegsklausel aktivieren zu wollen, müssen im Zweifelsfall damit leben, im Schlussspurt außen vor zu bleiben.

Das hätte nichts mit Wettbewerbsverzerrung zu tun, sondern mit der konsequenten Beurteilung, welcher Spieler sich noch immer mit dem Effzeh identifiziert. Nur diese Spieler, die auch bereit wären, mit den Geissböcken in die Zweite Liga zu gehen, dürften in den letzten Spielen noch auflaufen. Geschenke sind in den letzten Monaten genug verteilt worden. Auch wurden die Spieler zu häufig in Schutz oder nur bedingt in die Verantwortung genommen.

Köln muss die Abwärtsspirale durchbrechen

Schon am 28. November 2017, eine Woche vor dem Aus von Peter Stöger als Trainer der Geissböcke, hatte der GEISSBLOG.KOELN geschrieben: „Sollte der FC in den kommenden sechs Monaten bis zum Saisonende einen schleichenden Tod sterben, könnte die sofortige Wiederbelebung im harten Zweitliga-Alltag misslingen.“ Miese Ergebnisse und eine Untergangsstimmung zum Saisonende als Belastung und Risiko für neue Saison – genau diese Gefahr ist jetzt eingetreten. Der 1. FC Köln taumelt in Richtung Liga zwei, der echte Wille, sich diesem Schicksal entgegen zu stellen, ist nicht mehr bei allen Spielern vorhanden.

Trotzdem scheuen die Verantwortlichen noch immer, mit bisherigen Tabus zu brechen. Für Maßnahmen, die den sportlichen Erfolg zurückbringen, ist es inzwischen zu spät. Doch dass diese Mannschaft in den entscheidenden Momenten immer wieder auseinander gebrochen ist, zeigt, dass der vielbeschworene Teamgeist ohnehin nicht mehr der ist, der er einmal war. Deswegen müssen Stefan Ruthenbeck und Armin Veh jetzt klar absprechen, welche Spieler für die nächste Saison wichtig sind. Diese Spieler müssen spielen. Ansonsten riskiert der Klub, schon jetzt eine Abwärtsspirale in Gang zu setzen, die sich auf die nächste Saison auswirken könnte.

22 Kommentare
  1. Juergen Lex
    Juergen Lex says:

    Genau richtig der Kommentar. Lasst jetzt die spielen die man braucht, und bleiben werden
    . Denn eins ist klar, jeder der sogenannten Stammspieler weiß doch jetzt schon wo sein Weg hinführen wird. Egal. Lasst die jungen ran!!!!!!!! Der Veh muss jetzt mal auf den Tisch hauen. Alter, da wird jeder kreisklassen club besser geführt. Junge Junge

  2. OlliW
    OlliW says:

    Sörensen vielleicht. Aber Höger, Jojic, Clemens, Lehmann, Zoller und Cordoba werden meiner Einschätzung nach den FC nicht im Sommer verlassen.
    Und Hector bleibt ist zuzutrauen, dass er bleibt oder zumindest die Frist der Ausstiegsklausel verstreichen lässt. Immerhin sollte hier bis Ende Mai Klarheit herrschen. Spielt er dann eine gute WM (=Deutschland erreicht mindestens das HF), kann er immer bei einer frei verhandelten Ablöse noch gehen und dem FC mehr Geld einbringen.
    Ähnliches gilt für Horn, Bittencourt und Heintzi.

  3. Paul der Troll
    Paul der Troll says:

    Es wundert mich, dass plötzlich die Mannschaft kritisiert wird, wo doch immer der Team-Spirit incl. Saunaschwüre so hoch gelobt wurden. Ich habe keine Anzeichen dafür gesehen, dass die Mannschaft sich hängen gelassen hat. Sie sind taktisch falsch eingestellt worden. Gegen Berlin hätte man sich zu Beginn der 2. Halbzeit hinten reinstellen sollen und mit Kontern arbeiten. Das liegt nicht an den Spielern, das liegt am Trainer. Gegen Hoffenheim waren sie viel zu offensiv, gegen Mainz zu passiv.

    Wenn der HSV absteigt, dann ist der direkte Wiederaufstieg kein Selbstläufer, denn die eine oder andere Zweitligamannschaft wird auch angreifen. Wir waren so lange geduldig, jetzt sollten wir da Ganze bis zum bitteren Ende durchziehen. Wenn die Mehrheit der Meinung ist, dass unser Präsidium Teil des Neuanfangs sein sollte, dann sollte man die Kritik komplett einstellen, denn diese Pappnasen hätten es am ehesten verdient, vom Hof gejagt zu werden.

    • Boom77
      Boom77 says:

      Die Mannschaft wird kritisiert, weil sie einfach schlecht ist und es verdient hat, kritisiert zu werden. Sie stehen auf dem Platz und bringen diese (schlechten) Leistungen. Hinten reinstellen hätte auch nichts gebracht. Die Defensive ist löchrig wie ein schweizer Käse und die Offensive ungefähr so gefährlich wie ein Meerschwinchen im Kolosseum. Die Gegentore sind (auch nicht in Berlin) auch nicht gefallen, weil wir uns taktisch falsch eingestellt hätten, sondern weil die Mannschaft wiederholt nicht wach war und zum Teil stümperhaftes Abwehrverhalten an den Tag legte (die ehemalige deutsche Fußballlichtgestalt hätte „Schülermannschaft“ dazu gesagt). Wer wiederholt so schläfrig aus der Kabine kommt, hat den Schuss wohl nicht gehört. Zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass der Trainer denen in der Halbzeitpause sagt, sie sollen sich jetzt mal hin- und die Füße schön hochlegen. Wer wiederholt so stümperhaft verteidigt, hat das Spiel schlicht nicht verstanden und ist insofern nicht bundesligatauglich. Das verbocken in schöner Regelmäßigkeit unsere Profis auf dem Platz. Sonst niemand. Punkt aus. Bisher blieben sie halt mit Kritik verschont, weil wir Fans auch noch die Hoffnung hatten, dass das vielleicht doch noch was geht und wir die Mannschaft nicht noch mehr belasten wollten. Jetzt, wo nichts mehr geht, bekommen sie halt zurecht die Quittung für ihre Leistungen über die gesamte Saison. Das gehört zum Geschäft dazu. Das müssen die abkönnen.

  4. Jürgen Staubesand
    Jürgen Staubesand says:

    Aber meine lieben Mitdiskutanten, Hat es nich alles ursächlich damit zu tun, was ja auch schon wiederholt und wiederholt zu Besten geben wurde, das es in der Kaderzusammenstellung (und die war letzten Sommer und im Sommer davor) große Fehler gegeben hat. Was erwarten wir denn jetzt, die wunderbare Auferstehung? Das kann doch keiner ernsthaft glauben. Ich denke aber auch, man darf nicht pauschal jetzt über jeden den Stab brechen. Wenn ein Hector am Samstag die Tränen in den Augen hat dann denke ich weil er den Club liebt. Und da gibt es denke ich schon noch ein paar von die das ehrlich meinen, Ich glaube man muss jetzt GF Veh vertrauen das er das richtig analysiert und die richtigen Schlüße zieht. Jeder dem dieser Club am Herzen liegt ist tieftraurig was da passiert. Und bekanntermassen stinkt der Fisch im am Kopf zuerst. Ich finde das Präsidium hat sich zu wenig um Schmadkte/Stöger/Kader gekümmert und zuviel um neues Stadion. Und jetzt liegt das Kind im Bunnen. Wir alle hoffen das es nicht völlig absäuft in Liga 2. Und noch was. man kann über einen Spieler wie Cordoba schimpfen. Der Fehler. Man hätte ich nicht holen dürfen, schon garnicht für 17 Mio. Der Club hat das Geld verballert, und der Junge wird auch mit der Last nicht fertig. Aber das ist auch nicht sein Fehler. Und da gibt es den einen oder anderen im Kader. Jürgen Staubesand

  5. Boom77
    Boom77 says:

    Es muss einfach nüchtern analysiert und dann entsprechend gehandelt werden. Da reicht es nicht, nur zu schauen, wem liegt der Verein am Herzen und wer gibt deshalb alles. Dies ist natürlich auch ein Kriterium. Aber eben nur eins. Zumal auch jemand alles geben kann, obwohl ihm der Verein jetzt nicht sprichwörtlich am Herzen liegt. Von einem Profi ist nämlich zu erwarten, dass er immer alles und bis zur letzten Minute für seinen aktuellen Verein gibt, auch wenn er im Profileben nun nicht das Glück hatte, für seinen „Herzensverein“ spielen zu dürfen. Sollte aber die Analyse ergeben, dass wir Profis im Kader haben, die für den FC nicht bis zur letzten Minute alles gegeben haben, dann weg mit ihnen, selbst wenn sie fußballerisch besser sein sollten als Messi. So jemanden kann man schlicht nicht gebrauchen.

    Es kommt aber auch auf die Qualität an. Beides muss stimmen. Ich spreche z.B. einem Marco Höger nicht ab, dass der FC sein Herzensverein ist und er für den FC alles gibt. Was Marco Höger zu geben hat, reicht aber auf dem Niveau nicht mehr aus. Das ist die (wenn auch für ihn traurige) Wahrheit. Und dann muss man ihn einfach aussortieren. Für Sentimentalitäten ist im Wettberwerb Bundesliga kein Raum. Vor allem nicht, wenn man erfolgreich sein will.

    Zu den notwendigen Attributen gehört auch, dass wir Spieler brauchen, die in schlechten Phasen mit dem Druck zurecht kommen und auch mal eine Reaktion zeigen, wenn es spielerisch nicht läuft. Solche haben wir im Team nicht. Ein Leo Bittencourt oder Yuya Soako z.B. sind für mich der Inbegriff des „Schönspielers“. Läuft es bei der Mannschaft einigermaßen (wie z.B. die erste Halbzeit in Berlin), dann spielen sie ordentlich und machmal sogar gut (zumindest Leo von Osako halte ich einfach schlichtweg gar nichts). Läuft es nicht (wie z.B. in der zweiten Halbzeit) dann kommt da auch wenig brauchbares, weil sie dann auch jemand bräuchten, der sie mitzieht/mitreißt und so einen haben wir nicht im Kader.

    All das gilt es zu analysieren und den Kader für die Zukunft so aufzustellen. Wir brauchen neben der fußballerischen Qualität auch Führungsspieler, an denen man sich mal aufrichten kann. Das können ruhig auch „Drecksäcke“ sein. Es ist nicht notwendig und in meinen Augen für Topleistungen auf Bundesliganiveau sogar hinderlich, wenn bei einer Truppe von 23 bis 28 Mann sich alle lieb haben. Da kann ruhig auch einer dabei sein, der auch mal dazwischen haut – und zwar gerne auch während des Spiels. Dann kann man sich auch ein paar „Schönspieler“ leisten.

    Die Mischung macht es halt und die fehlt bei uns total, was dann auch dazu führt, dass die Mannschaft schlecht ist. Bei diesem Urteil bleibe ich. Und dazu noch eins. Wenn die notwendige Mischung es erfordern würde, dass kein einziger „kölsche Jung“ im Kader steht, dann gebietet die auf diesem Niveau notwendige Professionalität es eben, dass kein Kölner im Kader steht. Das ist dann so. Auch da muss man mit der „Fußball-Romantik“ eben aufhören. Das ging vielleicht in 1970ern. Heute geht das nicht mehr. Wenn man das nicht wil, muss man sich auch nicht beschweren, wenn man irgendwann 3. Liga oder noch tiefer spielt. Da kann man auf solchen „Lokalkollorit“, Sentimentalitäten und Verdienste aus der Vergangenheit Rücksicht nehmen. Nicht im Profifußball.

    • Stefan Schmitz
      Stefan Schmitz says:

      Wir haben schon einen Führungsspieler: Thomas Kessler. Er ist der einzige der im Training mal dazwichen haut. Vor allem Klünter und Clemens haben da schon so manch klare Ansage bekommen. Aber von der Bank aus kann er halt nicht viel bewirken. Was den restlichen Kader angeht sehe ich leider keinen der in die Rolle hineinwachsen könnte. Höchstens noch Timo Horn, wenn er denn bleiben sollte. Alle anderen sind eher Mitläufer, sei es Aufgrund des Charakters, des Alters oder des Standings.

      • Boom77
        Boom77 says:

        Ja, aber zum einen, bringt das bei einem Ersatzspieler während des Spiels nichts, wo es oft nötig war. Und zum anderen braucht man auch (mindestens) einen Feldspieler dieses Kalibers und nicht nur einen Torwart. Der Towart kann ja schlecht mal raus ins Mittelfeld sprinten, um den Gegner mal abzugrätschen und somit das notwendige Zeichen zu setzen. Ich denke, das T. Horn schon gezeigt hat, dass er ein Führungsspieler auf dem Platz ist. Als Torwart war und ist er aber in seinen Möglichkeiten des Ein- und Zugriffs auf Mitspieler und das Spiel zu beschränkt.

    • Horst Simon
      Horst Simon says:

      Sehr richtig gesehen und beschrieben. Einen Kölner aus Hoffenheim hätte man
      jedoch verpflichten sollen. Leider wechselt er nun nach Schalke, was man ihm
      nicht verübeln kann. Ansonsten hoffe ich für Liga 2 nicht nur auf einen
      „Drecksack“. Es können auch gerne 2 sein. Wir brauchen eine ganz andere
      Mentalität und keine „Wohlfühloase“ mehr. Wir brauchen auch keine Ergänzung
      des Kaders sondern einen gewaltigen Umbruch. Sonst wird das nichts mit
      dem sofortigen Aufstieg.

  6. Flizzy
    Flizzy says:

    Die Mannschaft ist einfach gebrochen, zuviele Rückschläge. Das 6:0 in Hoffenheim war glaube ich irgendwie der endgültige K.O. Schlag. Man wurde abgeschossen und von Hoffenheimer Fans hämisch „zusammengeschrien“ (Einer geht noch, Absteiger, und andere nette Sachen – und das in Hoffenheim…). Voran gegangen der Fahnenklau mit nachfolgender Einstellung des Supports einiger, vieler Fans. Ich habe Effzeh Fans noch nie so leise wahrgenommen wie in diesem Spiel. Ich schaue zwar „nur“ über Sky und höre anstatt der Sky „Kommentatoren“ Guido Ostrowski, aber ich war schockiert das kaum bzw kein Support von den Rängen kam. Das hat bestimmt auch dazu beigetragen, dass man so zerlegt wurde. Der 12.te Mann spielt immer mit…

    Ich hake die Saison ab, Kritik wurde genug ausgeteilt. Wenn jetzt einer der Verantwortlichen weiss was zu tun ist, dann Armin Veh. Der Mann hat auch genug Credibility, Erfahrung und weiss sich durchzusetzen. Ich habe vollstes Vertrauen in ihn. Ich danke hier auch Stefan Ruthenbeck für seinen Einsatz und seine Leidenschaft. Man darf nie vergessen, dass der Verein den drittschlechtesten Bundesligastart der Bundesliga Geschichte hingelegt hat. Die Mannschaft war doch nach der Hinrunde ein einziger Trümmerhaufen, da nochmal sowas wie Hoffnung aufkommen zu lassen, ist eine Riesenleistung, von beiden. Und um diesen Zustand zu korrigieren reicht keine Rückrunde aus, das muss man einfach auch mal realistisch erkennen. Egal welcher Trainer sich bereit erklärt hätte, wage ich zu bezweifeln, dass es irgendeiner geschafft hätte. Dafür wurde in der Saisonvorbereitung zuviel vergeigt. Selbst der beste Handwerker bekommt mit einem hohlen Kinderspielzeugplastikhammer keinen Nagel in die Wand geschlagen…bekloppter Vergleich aber ich finde ihn irgendwie angemessen.

    Die Mannschaft gehört jetzt ausgemistet und neu aufgebaut. Koziello, Sobiech, Terodde, und, wenn es hoffentlich klappt, Schaub hört sich für mich bis jetzt schonmal gut an. Mag komisch klingen, aber ich blicke zuversichtlich und mit Vorfreude auf die neue Saison und bin gespannt was sich unter Veh tut, wer der neue Trainer wird, wer noch kommt und wer geht. Aber eines denke ich ebenfalls, Spinner und Schumacher gehören definitiv in Frage gestellt.

  7. Detlef Lodenkämper
    Detlef Lodenkämper says:

    Erinnere mich noch gut an die Saison, als Armin Veh neuer Trainer bei Frankfurt in der 2. Liga war. Da hat die Eintracht tollen Offensivfußball gespielt, fast 80 Tore geschossen und ist am Ende aufgestiegen. Hoffen wir, dass wir etwa Ähnliches auch beim Effzeh erleben werden.

  8. Norbert Neuheisel
    Norbert Neuheisel says:

    Tatsache ist, dass der FC derzeit keine Alternativen hat, was Spieler anbetrifft. Die einen stehen in der Bundesliga vor dem Abstieg, die anderen nicht viel besser in der RL West. Jetzt ist ein gutes Händchen in Sachen Spielereinkäufe für die neue Saison gefragt – sonst geht der Mist wieder von vorne los. Vielleicht mal mehr auf „guten Durchschnitt“ als auf „ewige“ Talente setzen.

  9. Karl Heinz Lenz
    Karl Heinz Lenz says:

    Ich freue mich, dass Marc Merten die Sache so deutlich auf den Punkt gebracht hat. Die von ihm zitierte Aussage von Marcel Risse, dass sich nur noch wenige unserer Jungs für die Mannschaft und den Verein reinhängen, spricht Bände. Das passt gut zu den letzten Interviews von Leo Bittencourt („In der Hinrunde war die Mannschaft sorglos und hat sich nur für die Euro-League-Spiele interessiert!“) und Marco Höger („Nach Siegen hatten wir Euphorie und haben dann das nächste Spiel vergeigt!“) und Frederik Sörensen („Die Kritik an meinen Leistungen interessiert mich nicht, da ich als Ausländer sowieso viel kritischer bewertet werde als die Einheimischen!“). Diese Selbstaussagen einiger Spieler belegen doch das, was Marc Merten moniert: Dass vielen unserer Jungs die Wettkampfhärte fehlt. Das ist kein Charakterfehler. Ich sage damit nichts darüber aus, wie unsere Jungs ganz allgemein als Menschen sind. Aber was eben war ist: Für den Hochleistungssport Bundesliga fehlen vielen unserer Spieler Kompetenzen wie Wettkampfhärte, Biss und Aufopferungsbereitschaft. So ist es doch einfach. Machen wir uns da nichts vor!

    Dazu gehört auch dieses ewige Gegentore-Kassieren in den ersten 5-7 Minuten zu Beginn und am Ende der jeweiligen Halbzeit. Keiner verlangt, dass unsere Jungs wie Ronaldo und Messi glänzen. Aber die ewigen Konzentrationsmängel nach Beginn und vor Ende der Spielabschnitte finde ich zutiefst ärgerlich und hat mit Berufsfußball nichts zu tun. Im Spiel gegen die Hertha war es wieder einmal so weit: Zwei Treffer direkt nach der Pause. Gegen Mainz am Spieltag davor doch ganz ähnlich: Nach dem Anpfiff drückte Mainz den FC die ersten 10 Minuten in die eigene Hälfte. Ich dachte, ich wäre im Mainzer Stadion. Unsere Jungs waren eben noch nicht ganz auf Temperatur. Dasselbe nach der Pause. Gegentor für Mainz in der 50. Minute. Das hat nichts mit mangelnder Qualität zu tun, auch nichts mit den Folgen der Hinrunde, denn diese Schwäche des FC kennen wir ja schon – wenn auch weniger krass – aus den Spielzeiten vorher. Auch Stöger hatte immer wieder einmal damit zu kämpfen.

    Und wenn wir ehrlich sind, so war dieses krasse Nachlassen bereits seit dem 22. Spieltag im Spiel gegen die Eintracht zu sehen. Das war ein Besorgnis erregendes Auftreten unserer Jungs, sowohl vom Fußballerischen wie auch vom Auftreten als Mannschaft. Das war der erste krasse Tiefpunkt seit dem Dienstantritt von Stefan Ruthenbeck.

    Im Rückblick sieht es für mich fast so aus, als ob unsere Jungs sich unmittelbar nach dem Trainerwechsel von Stöger zu Ruthenbeck noch einmal voll reingehängten, dann aber – nach einer Phase der „Gewöhnung“ an den Neuen – wieder im alten Trott nachließen. Marc Merten hat ganz recht, wenn er kritisiert, dass in den letzten Wochen die um die Mannschaft herum verbreitete Stimmung in der Öffentlichkeit und unter den Fans besser war als die Wirklichkeit unseres Teams (wenn es denn noch ein richtiges Team war) auch dem Platz. Udo Lattek hatte vor Jahren bereits einen schönen Spruch zum FC: „Die Stimmung im Müngesdorfer Stadion ist immer super. Nur eines stört: Die Mannschaft!“.

    Man merkt das als Fan auch, wenn man mal auf Kleinigkeiten achtet. Vor dem Spiel in Müngersdorf gegen Mainz 05 ist mir das wieder einmal aufgefallen. Ich meine die Art und Weise, wie sich unsere Mannschaft vor dem Spiel warmmacht. Die Mainzer hattten ihre Spieler in eine Gruppe zusammengerufen und unter der Leitung eines Ko-Trainers ganz eng geführt. Die Mainzer Jungs wurden richtig rangenommen und man hatte den Eindruck, dass die nicht nur ordentlich in Schwitzen gekommen waren, sondern dass die Mainzer Spieler in den gemeinsamen Übungen richtig Aggression aufbauten und somit vor dem Spiel richtig „scharf“ waren. Schaut euch doch mal an, wie unsere Jungs ihre Vorbereitung machen! Im Spiel gegen Mainz wieder einmal so wie ich es schon öfters bei ihnen gesehen habe: Ganz offenbar nicht bei der Sachen. Jeder scheint seinen Gedanken nachzuhängen. Die Ko-Trainer bringen keinen Zug rein, so dass die Übungen von den Spielern nur pseudohaft und ohne Energie nachgemacht werden. Die Spieler für die Bank machen sowieso nur Ballhochhalten im Kreis, wie im Sommerurlaub am Strand. Grässlich unprofessionell! Von wegen Abstiegskampf!

    Ich wiederhole mich. Wir haben nette und sympathische Jungs, jeder sicher ein begehrter Schwiegersohn. Ich bleibe aber dabei: Die Mannschaft ist unglücklich zusammengesetzt. Vor allem funktioniert sie nicht als geschlossene Einheit, die in jedem Spiel punkten will. Die Neuverpflichtungen von Terodde und Koziello sind in diesem Brei bisher untergegangen. Aus Gründen, die ich nicht kenne und die ich nicht beurteilen kann, hat sich Stefan Ruthenbeck immer wieder schützend vor die Mannschaft gestellt, zum Teil auch Armin Veh. Weiter kann ich dazu nichts sagen. Natürlich hat diese unglückliche Zusammenstellung der Mannschaft auch viel mit den beiden Männern zu tun, die vorher die sportlich Verantwortlichen waren. Ganz klar. Und natürlich trägt auch der Vorstand eine Mitverantwortung, wie er in seinem Mitgliederbrief ja auch eingestanden hat. So rätselhaft lustlos Jörg Schmadtke und Peter Stöger in die noch laufende Saison hineingingen, wo träge trat lange Zeit dann auch das Team auf. Irgendwann lagen nur noch die Trümmer herum und die Misere konnte nicht mehr ignoriert werden.

    Das alles ist jedoch Vergangenheit. Gegenwart ist alleine die Mannschaft, wie sie jetzt dasteht. Und da brauchen wir einen deutlichen Schnitt. Wie Armin Veh es am Ende der Pressekonferenz gesagt hat: „Es macht keinen Sinn, mit dem aktuellen Kader in die neue Saison zu gehen!“ Marcel Risse hat wenig danach mit anderen Worten genau dasselbe gesagt.

    Gute Stimmung im Müngersdorfer Stadion reicht nicht! Ohne Zögern und ohne falsche Sentimentalitäten muss der FC wieder angreifen!

    • Boom77
      Boom77 says:

      Hallo Herr Lenz, ich teile Ihre Einschätzung weitesgehend. Lediglich bei den Punkten „Charakterfrage“ und „Qualität“ bin ich etwas anderer Ansicht. Dass die Mannschaft regelmäßig zu Beginn und am Ende einer Halbzeit Tore kassiert, hat sehr wohl etwas mit mangelndem Charakter (wenn auch nicht menschlich so fußballerisch/sportlich) eines Profisportlers zu tun. Und es ist damit auch ein Zeichen mangelnder Qualität. Denn zur Qualität eines Profisportlers gehört es auch, sich fokussieren und konzentrieren zu können… und zwar von der ersten bis zur letzten Minute.

      Der Besen muss also am Ende der Saison ordentlich kehren. Gerade ein „Profi“ wie Sörensen ist mit seinen Aussagen und der darin zum Tragen kommenden fehlenden kritischen Selbsteinschätzung schlicht nicht tragbar. Das betrifft aber auch andere „Profis“ in unserem Kader.

  10. Anti Raute
    Anti Raute says:

    Es wird oft übersehen, dass der Effzeh viele Spieler über Jahre mitgeschleppt hat, ohne dass diese den Durchbruch geschafft haben bzw. an ihre Leistungsgrenze herangekommen sind und zwar dauerhaft, nicht nur für ein paar Spiele. Diese Spieler reichen dann eben nicht aus, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Man sollte sich von diesen Spielern trennen, auch wenn da vielleicht der ein oder andere Liebling der Fans dabei ist.

    Aus meiner Sicht sollte man sich trennen von: Zoller, Jojic, J. Horn, Clemens, Höger, Pizarro.

    Lehmann wird seinen Vertrag aussitzen, als back up aber nicht so schlimm, Klünter, Özcan und die anderen Youngster werden in Liga 2 hoffentlich einen Sprung machen, den sie in Liga 1 nicht machen konnten, da ihnen das Potenzial (noch) fehlt, bzw. der Sprung zu groß war. Das ist auch eine Chance für die jungen Spieler.

    Osako würde ich gerne behalten, da dieser mir oft viel zu schlecht weg kommt. Sörensen muss so lange bleiben, bis jemand für RV Position verpflichtet wird. Mere wird die 2. Liga auch gut tun, der ist längst noch nicht gut genug für die 1. Liga. Koziello wird in Liga 2 zünden, da bin ich mir sicher. Qualität setzt sich eben durch.

    Nun zu unseren Problem Spielern Guirassy und Cordoba. In Liga 2 würde ich bei behalten, die 2. Liga sollte ihren Fähigkeiten entsprechen. Sollten sie dort in die Spur kommen, könnte man sich nach dem Aufstieg von ihnen trennen, da gäbe es vielleicht eine vernünftige Ablöse, was derzeit nicht der Fall ist.

    Wer alles von unseren Top Spielern geht, weiß zur Zeit niemand. Ich hoffe, dass zumindest Bittencourt uns erhalten bleibt. Wenn die Bayern wirklich an Hector ran gehen, dann wäre Jonas verrückt, wenn er mit dem Effzeh in Liga 2 gehen würde. Heintzi ist auch sehr umworben, insbesondere vom BVB. T. Horn wird wohl aufgrund mangelnder Alternativen bei uns bleiben, denn er stagniert in dieser Saison auf mittelmäßigem Niveau.

    Müsste ich mich heute festlegen, wer bleibt und wer geht, würde ich aus dem Bauch heraus sagen: Bittencourt und T. Horn bleiben, Heintzi und Hector gehen.

    Das spannendste ist für mich die neue Ausrichtung der Spielweise. Diese langen Bälle von hinten heraus haben mich schon immer gestört (in der 1. Saison nach dem Aufstieg noch OK). Ein schönes Kurzpass Spiel mit deutlich mehr Ballbesitzfussball sowie Spielern die da spielen, wo sie am besten für geeignet sind, das könnte ein Weg sein, der mir gefallen würde. Das man dafür ein paar andere Spielertypen braucht, ist mir auch klar. Wenn Armin Veh dort hin steuern möchte, dann können wir uns auf attraktiven Offensivfussball in Köln freuen.

    Liga 2 ist nicht immer NUR schlecht, es kann auch eine Chance sein, sich von Altlasten zu trennen und einen neuen Weg einzuschlagen.

    Mission Aufstieg 2019 lautet ab sofort das Ziel.

    • Karl Heinz Lenz
      Karl Heinz Lenz says:

      Ein schöner Kommentar, danke! Sehe ich alles auch so (vielleicht bis auf Osako).

      Ich habe zwar in meinem Beitrag gut Dampf abgelassen, aber eines muss ich noch sagen. Trotz allem fand ich die laufende Saison unglaublich interessant. Auch wenn wir als FC-Fans viel leiden mussten. Aber egal, irgendwie hat es mich die ganze Saison wirklich mitgerissen. Mir hat auch die Diskussion in unserem Forum immer Spaß gemacht. Meinen Dank an alle!

  11. Juergen Lex
    Juergen Lex says:

    Also. Es gab mal Trainer die liessen in der Pause, wenn sie merkten das da ein paar nicht ganz bei der Sache sind, ein BOELLER knallen. Daum hat damals in Bremen Geld an die Kabienwand genagelt usw. Was zum Teufel macht der Ruthenbeck. Was eine scheiße der Abstieg. Dumm von oben bis unten. Katastrophe der Verein. Seit 1959 bin ich mit Herz dabei. Mann, WEBER POTT STURM HABIG MÜLLER OVERATH SCHNELLINGER usw. Männer waren das. Und heute??? Keine Eier kein Mut, nur…… Könnte kotzen.

  12. Juergen Lex
    Juergen Lex says:

    Soerensen muss weg genau wie Lehmann Clemens Zoller Pizza Hoeger Maroh Horn ( der aus Wolfsburg ) Olkowski Trainer und das alles am besten Sofort. Aber das Problem wird der Herr Veh sein. Warum hat der nicht ein anderen Trainer geholt. Der mag bestimmt keinen STARKEN neben sich.

  13. FC-Freund
    FC-Freund says:

    Stimme dem was hier geschrieben wurde zu! Ich denke auch dass ein harter personeller Schnitt hinsichtlich der Mannschaftsaufstellung nötig ist. Nur noch die spielen lassen, die noch voll mitziehen und uns nächste Saison auch noch weiterhelfen werden! Als wir die Verletztenmisere hatten und die „A-Jugend“ aushelfen musste, haben es einige von denen nicht schlechter gemacht als die „arrivierten „ Stammkräfte. Die Ergebnisse sind jetzt mit dem „Konkurrenzkampf“ im „Team“auch nicht wesentlich besser! Wäre schön wenn die Jungen im Team mit einer Perspektive bei uns jetzt die Chance bekämen sich nochmal zu beweisen!

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar