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Bestätigt! Schmadtke wird der neue Wölfe-Boss

Jörg Schmadtke übernimmt die sportliche Leitung beim VfL Wolfsburg. Der ehemalige Manager des 1. FC Köln steigt zum 1. Juli 2018 beim Fast-Absteiger der letzten zwei Jahre ein und umgeht somit auch eine Teil-Rückzahlung seiner Abfindung beim Effzeh.

Köln/Wolfsburg – Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, jetzt ist es perfekt. Der VfL Wolfsburg hat die Verpflichtung von Jörg Schmadtke bestätigt. Der ehemalige Sportchef des Effzeh beendet damit zum 1. Juli seine Auszeit, die mit seiner Trennung im Herbst 2017 in Köln begonnen hatte.

Arbeit beginnt bereits hinter den Kulissen

Weil Schmadtke erst zum 1. Juli und offiziell noch nicht sofort einsteigt, muss er seine Abfindung in Höhe von 3,3 Millionen Euro nicht in Teilen zurückzahlen. Dies wäre fällig geworden, wäre er vor dem 1.7. bei einem anderen Klub eingestiegen. Schmadtke dürfte jedoch bereits in den kommenden Wochen hinter den Kulissen die Fäden ziehen, ehe er dann offiziell beim VW-Klub das Ruder übernimmt.

Der 54-Jährige erklärte, er gehe mit „großer Vorfreude“ an die Arbeit. Wolfsburg hatte zuletzt zwei Jahre in Folge den Abstieg lediglich in der Relegation verhindern können. Erst am Montag gewann der VfL bei Holstein Kiel mit 1:0 und verhinderte so den Gang in die Zweite Liga, den bekanntlich Schmadtkes Ex-Klub Köln antreten muss. „Wir wollen der Mannschaft wieder die Stabilität verschaffen, damit sie in der Bundesliga schnell den Anschluss findet“, sagte Schmadtke, der wohl auch in der Zweiten Liga den Job angetreten hätte. So aber kommt es in der kommenden Saison zu keinem direkten Wiedersehen mit dem FC.

13 Kommentare
  1. Paul says:

    Man, wie ist das beneidenswert! Man bekommt eine Millionenabfindung, um nicht das Elend zu ertragen, das man selbst angerichtet hat, um anschließend bei einem gescheiten Verein anheuern zu können. Wir Fans hätten die Prämie als Schmerzensgeld verdient, aber wer interessiert sich schon für uns? Forever (Loser) – 1 FC Köln!

  2. Karl Heinz Lenz says:

    Wenige Tage nach dem Ausscheiden von Jörg Schmadtke beim FC schrieb der Macher des FC-Stammtischs, Ralf Friedrichs, einige Zeilen über unseren alten Sport-Geschäftsführer. Sinngemäß so:

    Nach der Verpflichtung Schmadktes durch den FC habe ein Sport-Journalist ihm, Ralf Friedrichs, mit den folgenden Worten gratuliert: „Herzlichen Glückwunsch für die ersten zwei, drei Jahre! Herzliches Beileid für das, was danach kommt!“ Das waren prophetische Worte, meinte Ralf Friedrichs. Am Ende seines trotzdem ausgewogenen und fairen Kommentars schrieb Friedrichs damals: „Herzlichen Dank für vieles, Jörg Schmadtke, aber nicht für alles!“

    Mal sehen, ob es Wolfsburg mit Schmadtke genauso geht, wie Aachen, Hannover und Köln. Finanziell jedenfalls dürfte er sich im Vergleich zum FC nun verbessert haben.

    Man darf gespannt sein, wie sich die berufliche Laufbahn des jahrelangen Kollegen Schmadtkes, unseres alten Cheftrainers Peter Stöger, entwickelt. Auf der Internet-Fan-Kommentar-Seite des „Kickers“ waren zuletzt einige der Meinung, Nico Kovac würde sich bei Bayern München nur in der Hinrunde halten und würde dann durch einen Nachfolger ersetzt werden. Jetzt kommt’s: Peter Stöger!

    Austria Wien-1. FC Köln-Borussia Dortmund-Bayern München! Was mag dann noch kommen. Barca? Real? Zuzutrauen wäre es dem sympathischen und beliebten Erfolgstrainer ja. ;-)

    • Ottla says:

      Die Anekdote von Ralf Friedrichs kannte ich noch gar nicht – merci, interessant! Man kann übrigens recht einfach erklären, warum das so ist (natürlich, wie sooft, erst im Nachhinein). Wenn ein Verein in der Krise ist – und das waren alle Schmadtke-Vereine, bevor er kam – dann bringt ein Machtmensch mit einer gewissen Qualität, wie er es ist, diese prekäre Struktur meist rasch in bessere Fahrwasser und alle sind voll des Lobes, so dass der Ruf extrem steigt… es ging ja auch kaum noch schlimmer – das ist jetzt auch bei WOB wieder so. Geht es aber erstmal darum, einen Verein bzw. eine Struktur langfristig erfolgreich aufzustellen, sind andere Qualitäten und Massnahmen gefragt, als die eines ausgemachten Einzelgängers und Machtmenschen wie Schmadtke einer ist – dann muss man eine gute Teamstruktur auf Basis verteilter Macht aufbauen, muss Kritik annehmen können, etc. – und daran scheitert einer wie Schmadtke stets (hier erfüllt er auch das Klischee des Einzelgänger-Torwart-Typus). Daher wird in WOB dasselbe Szenario zu erwarten sein… – zudem kommt für Schmadtke erschwerend hinzu, dass er in WOB von Anfang an Geld ausgeben kann wie ein Blöder. Er war aber auch auf der sportlichen Transferebene immer nur gut, wenn er dort erstmal mit prekären, krisenhaften Mitteln Coups landen musste, was auf großes Charisma hindeutet (Leute wie Modeste, Bittencourt etc. vom FC zu überzeugen). Bei WOB kommen die Spieler aber nur, weil sie dort mehr Geld für ihre „Qualität“ bekommen als anderswo – sozusagen als Schmerzensgeld. Das wird spannend – und daher könnte das Experiment Schmadtke in WOB sogar früher in die Hose gehen. Man sieht aber auch: sein Verhalten beim FC hat ihm massiv geschadet! Ich glaube nicht, dass er als „Manager des Jahres 2017“ dachte, als nächste Station in WOB zu landen… Nach seinem Verhalten beim FC am Ende muss man aber klar festhalten: das Eintreten des negativen Szenarios ist ihm ausdrücklich zu wünschen. Das hat er sich redlich verdient!

  3. Huey L. says:

    Ich bin mal gespannt, wie Schmadke bei seinem neuen Verein (erstmalig) ohne Jörg Jakobs auskommt. Der hat ihm scheinbar bei allen Stationen äußerst erfolgreich zugearbeitet. Auch beim FC, denn da lag Schmadke mit seinen Einkäufen/ Einschätzungen erst so richtig daneben, als er Jörg Jakobs in den Nachwuchsbereich weggelobt hatte.

  4. Klio says:

    Gerade auf einer anderen Website gelesen: Volkswagen wird seinem Fußball-Tochterunternehmen VfL Wolfsburg ein Gesamtbudget in Höhe von bis zu 100 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Das wird spannend, was Schmadte mit dem Geld anfangen wird.

    Aber das prinzipielle Problem: Unmassen Sponsorengeld für einen Verein, der z.B. in der letzten Saison gerade zweimal ein ausverkauftes Stadion hatte. Wohlgemerkt ein Stadion mit nur 30.000 Plätzen, wobei etliche der „verkauften“ Karten von Volkswagen an Werksangehörige verschenkt werden. Ein „Verein“ mit loyalen Fans, die den Trainer, der geholt wurde, um den Abstieg zu vermeiden, „nur so aus Spaß“ mit Sprechchören verhöhnen (Labbadia in der PK nach dem Relegationssieg).

    Für mich ist so etwas ein weiterer Exzess, der die Axt an die Wurzeln des Fußballs legt. Ein Industrie-Tochterunternehmen im Gewand eines Fußballvereins, für den sich niemand wirklich interessiert, auch die eigenen Spieler nicht – da hängt man sich in den letzten Spielen mal ein wenig mehr rein, damit es gerade so klappt mit dem Klassenerhalt.

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